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Migration und Integration in Deutschland

Und die einzige Leitkultur, die wir allen Menschen in Deutschland abverlangen müssen, steht in den ersten 20 Artikeln des Grundgesetzes.

Sigmar Gabriel (SPD-Chef), dpa, 7. Oktober 2010

TV-Tipps des Tages

11.04.2013 – Integration, II. Weltkrieg, Islam, Mekka, Ausländer, Migranten

TV-Tipps des Tages sind: Fremde Heimat: Das Schicksal der Vertriebenen nach 1945; Vielfalt des Islam: Glaube und Kultur: Für alle Muslime gelten die „Fünf Säulen des Islam“: Glaubensbekenntnis, Gebet, Fasten, das Almosengeben und die Pilgerfahrt nach Mekka

VONÜmit Küçük

DATUM11. April 2013

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Fremde Heimat
Die Familie Berlik in ihrem Garten in Danzig 1936. „Wir haben nichts mehr, wir sind nichts mehr, wir sind also am tiefsten Punkt der sozialen Leiter gelandet.“ Für den damals 16-jährigen Robert Brokoph aus dem Städtchen Heydekrug im Memelland ist die Vertreibung ein Absturz ins Nichts. Mehr als zwölf Millionen Menschen teilen dieses Schicksal am Ende des Zweiten Weltkriegs. Über ihre leidvolle Flucht und Vertreibung, über den Verlust der Heimat, auch über die Vorgeschichte dieser größten ethnischen Säuberung in der europäischen Geschichte gibt es mittlerweile zahlreiche Dokumentationen.

Aber was erwartete die Flüchtlinge und Vertriebenen danach, als sie angekommen waren und in der noch fremden, der neuen Heimat bleiben mussten? Wie schwer war es für sie, dort von vorne anzufangen? Was bedeutete es für diese Menschen, nicht nur mittellos, sondern auch all ihrer sozialen Bezüge und ihrer vertrauten Umgebung beraubt zu sein? Und wie wurden sie von den Einheimischen aufgenommen? Mit der zweiteiligen Reihe „Fremde Heimat“ wirft die ARD erstmals einen kritischen Blick auf das Schicksal der Vertriebenen nach 1945.

Denn die Integration der zwölf Millionen Menschen aus den ehemaligen deutschen Siedlungsgebieten Mittel- und Osteuropas ist nicht die große Erfolgsgeschichte, als die sie gerne im Rückblick verklärt wird. Es war ein schwieriger Weg, gesäumt von schmerzhaften Erfahrungen und Enttäuschungen. „Ich hätte mich also nie getraut zu sagen, dass ich Flüchtling bin und dass ich aus Breslau, eben aus diesem Osten komme“, erinnert sich im Film Horst-Dieter Lindner, dessen Familie aus Schlesien geflüchtet ist. Als evangelisches Stadtkind in katholisch-ländlicher Umgebung ist er ständig bemüht nicht aufzufallen und guckt sich im katholischen Schulgottesdienst die ihm fremden Rituale ab.

Auch wenn am Ende die Integration geglückt ist, am Anfang stehen für die meisten Flüchtlinge und Vertriebenen zunächst weitere große Demütigungen und Entbehrungen. Viele beschließen zu schweigen und verstummen in der frühen Bundesrepublik, weil sie Angst haben, diskriminiert und ausgegrenzt zu werden. In der DDR dürfen sie nicht von ihrer Heimat und der Vertreibung erzählen, weil die sozialistische Staatsräson es verlangt. Wie sehr solche Erfahrungen in beiden deutschen Staaten das Leid der Vertreibung noch verstärkt haben, zeigt der ARD-Zweiteiler auf beklemmende Weise. Die Reihe dokumentiert aber auch, wie sich die große Mehrheit der Flüchtlinge und Vertriebenen trotz allem und unter ganz unterschiedlichen Startbedingungen hier schließlich behauptet und ein neues Zuhause gefunden hat. 22:30-23:15 • SWR BW

Vielfalt des Islam
Glaube und Kultur: Für alle Muslime gelten die „Fünf Säulen des Islam“: Glaubensbekenntnis, Gebet, Fasten, das Almosengeben und die Pilgerfahrt nach Mekka. Wie die rund 1,2 Milliarden Mitglieder dieser Glaubensgemeinschaft ihre Religion jedoch umsetzen, hängt von der Kultur und der Gesellschaft ab, in der sie leben. Bei der Untersuchung der Themen „Glaube und Kultur“, „Männer und Frauen“, „Frieden und Gewalt“ und „Wissen und Fortschritt“ wird die Vielfalt des Islam deutlich.

Welches sind die religiösen Grundlagen des Islam und wie wird dieser Glaube in der muslimischen Welt gelebt? In jeder Kultur erfährt die gemeinsame Religion eine andere Ausprägung. Der Weg führt von der Beschneidung eines dreijährigen Jungen in der Türkei über die Spuren des Propheten Mohammed in der Wüste Saudi-Arabiens bis nach Mekka, dem zentralen Ort der Muslime, und weiter nach Indonesien zur Geburtstagsfeier des Propheten.

Männer und Frauen: Das Selbstverständnis der Geschlechter in der islamischen Kultur ist von der Tradition und der Gesellschaft des Landes geprägt, in der die Mitglieder der Glaubensgemeinschaft leben: Bei einer Hochzeit in Marokko wird die Bedeutung der Ehe für das Verständnis der Geschlechterrollen klar. In Saudi-Arabien treten junge Männer und Frauen mit dem Segen des Königs in einen ersten Dialog. Ganz anders hingegen diskutieren junge Muslime in Deutschland Fragen von Beziehung und Religion. 07:15-07:45 • SWR BW

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