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Migration und Integration in Deutschland

Er [ein Paß] kommt auch nicht auf so einfache Weise zustand wie ein Mensch. Ein Mensch kann überall zustandkommen, auf die leichtsinnigste Art und ohne gescheiten Grund, aber ein Paß niemals. Dafür wird er auch anerkannt, wenn er gut ist, während ein Mensch noch so gut sein kann und doch nicht anerkannt wird.

Bertolt Brecht, Flüchtlingsgespräche, 1940

TV-Tipps des Tages

02.04.2013 – Muslime, Integration, Istanbul, Malaysia, Gülen, Ausländer

TV-Tipps des Tages sind: Neue Heimat Deutschland: Im Zentrum des Films stehen der 24-jährige Mustafa Otuk und sein Bruder Selim; Tag für Tag: Das Türkisch-Deutsche Bildungswerk plant in Berlin einen großen Bildungscampus Kritiker sehen Nähe zur internationalen islamischen Gülen-Bewegung; Istanbul – Begegnungen am Bosporus

VONÜmit Küçük

DATUM2. April 2013

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Neue Heimat Deutschland
4/8 Leben zwischen zwei Welten? Im Zentrum des Films stehen der 24-jährige Mustafa Otuk und sein Bruder Selim, ihr Vater ein streng gläubiger Moslem und Vorsitzender der ersten großen Moschee in Bayern im schwäbischen Lauingen; die 17-jährige Sümeyye Gülec aus Nürnberg, die im Taekwondo für Deutschland bei der WM 2005 die Bronzemedaille holte sowie eine islamische Jugendgruppe mit arabischem Hintergrund aus München. Welchen Konflikten sind die jungen deutschen Muslime ausgesetzt, wie praktizieren sie ihre Religion, welchen Vorurteilen müssen sie begegnen?

Geschildert wird die Situation junger deutscher Muslime, die wegen ihres Glaubens mit schweren Vorurteilen zu kämpfen haben. Einseitige Schlagzeilen von Zwangsheirat, Ehrenmord und Unterdrückung der Frau prägen unser Bild von muslimischen Familien. Dementsprechend hoch ist das Befremden über ihre andersartige Kultur, symbolisiert durch das Kopftuch. Deutsch und Moslem sein, das ist für viele Deutsche ein Widerspruch; nicht für die Kinder der türkischen oder arabischen Einwanderer, die hier geboren sind und die deutsche Staatsbürgerschaft haben. Sie kennen beides: das Herkunftsland ihrer Eltern und die westliche Gesellschaft. 08:30-09:00 • BR-alpha

Tag für Tag
Aus Religion und Gesellschaft – Protest gegen die nationale Strömung in der katholischen Kirche in Polen – Die Medien- Kampagne des polnischen Priesters Andrzej Luter – Meldungen aus Religion und Gesellschaft – Das Türkisch-Deutsche Bildungswerk plant in Berlin einen großen Bildungscampus Kritiker sehen Nähe zur internationalen islamischen Gülen-Bewegung. 09:35-10:00 • Deutschlandfunk

Malaysia – Vielvölkerstaat unterm Halbmond
Das Staatsgebiet von Malaysia besteht aus zwei Landesteilen, die durch das Südchinesische Meer voneinander getrennt sind: West-Malaysia, südlich von Thailand auf der malaiischen Halbinsel gelegen, und Ost-Malaysia auf der Insel Borneo – mit den beiden Bundesstaaten Sarawak und Sabah. Rund 25 Millionen Menschen leben In dem Land, dessen Staatsreligion der Islam ist. Es besteht jedoch Religionsfreiheit für alle Bürger, was in Malaysia von grundlegender Bedeutung ist.

Das Land wird aufgrund seiner zahlreichen Völker und Kulturen oft als „Asien im Kleinformat“ bezeichnet. Angehörige von drei großen asiatischen Kulturkreisen, dem indischen, chinesischen und malaiischen, bilden ein buntes Völkergemisch, das dem Land seinen multikulturellen Charakter verleiht. Entsprechend vielfältig sind die Glaubensrichtungen: Das Leben der Malaien wird von den Geboten des Korans bestimmt, die Malaysier indischer Abstammung bekennen sich mehrheitlich zum hinduistischen Glauben, die Angehörigen der chinesischen Volksgruppe fühlen sich den Lebensphilosophien des Konfuzianismus, Daoismus und Buddhismus verbunden. Hinzu kommen die Christen – ein Erbe der Kolonialzeit. Traumstrände, Dschungel und Reisterrassen, Tee-, Palmen- und Kautschukplantagen prägen die landschaftlichen Eindrücke in West-Malaysia. Den eigentlichen Reiz macht aber das multikulturelle Miteinander der Menschen aus: ihre Märkte und unterschiedlichen Küchen, ihre Tempel, Kirchen und Moschen, ihre religiösen Feste. 11:00-11:45 • BR-alpha

Neue Heimat Deutschland
5/8 Ausländer verzweifelt gesucht. Der Film begleitet vier Migranten in ihrem Alltag: Kapesa Malunda, Bäckereibesitzer aus dem Kongo, putzt in einem Münchner Hotel; Melaku H-Wold aus Äthopien studierte in der Ukraine Pharmazie und arbeitet heute bei der Münchner Straßenreinigung; Metin Özturk, kurdischer Journalist aus der Türkei, reinigt OP-Geräte im Klinikum Großhadern und Sebira Kara, Bürgerkriegsflüchtling aus Bosnien mit amerikanischem Pass, studierte Tiermedizin, arbeitet in der Altenpflege und versucht bereits zum zweiten Mal in Deutschland heimisch zu werden.

Anhand von Beispielen von Ausländern in Deutschland wird die erfolreiche Integration in Beruf und Gesellschaft aufgezeigt. Über 50 % der erwerbstätigen Ausländer in München arbeiten im Dienstleistungssektor: in der Gastronomie und Hotellerie, dem Reinigungsgewerbe oder im Gesundheitswesen. Sie erledigen Jobs, für die Deutsche sich nicht so gerne die Hände schmutzig machen: Drecksarbeit für geringe Bezahlung, zu unangenehmen Arbeitszeiten.

Wer aber sind die Menschen, die unsere Straßen und Büros reinigen und unsere Alten pflegen? Welche Lebenswege und Schicksale haben sie? 14:00-14:30 • BR-alpha

Istanbul – Begegnungen am Bosporus
Istanbul ist die vielleicht vielfältigste Stadt der Welt ? hier treffen sich Tradition und Moderne, Arme und Reiche, Mächtige und Machtlose, Schönes und Hässliches. Die Stadt am Bosporus vereint alle nur erdenkbaren Gegensätze. Die größte Attraktion der Stadt sind ihre Bewohner ? die sich selbst Istanbulis nennen. ZDF-Korrespondent Halim Hosny taucht ein in den Schmelztiegel Istanbul. Er trifft u.a. einen stolzen Müllsammer, eine Geschäftsfrau mit Mission, einen Fischer mit Leib und Seele und einen exklusiven Modedesigner. Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, Begegnungen am Bosporus der ganz besonderen Art.

Familienvater Bayram Renkilhava ist erst 37, er sammelt schon seit 25 Jahren Müll. Bayram ist stolz darauf Müllsammler zu sein. Wenn es die Zeit erlaubt, nimmt er seinen ältesten Sohn mit auf die täglich neue Suche nach Verwertbarem. Bayram Renklihava lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in einem ehemaligen Keller ? mietfrei. Wie lange er dort bleiben kann weiß er noch nicht. Doch weggehen aus dem Moloch Istanbul? Auf gar keinen Fall!

Die agile Geschäftsfrau Güler Sabanci wird als mächtigste Frau der Türkei bezeichnet. Sie ist die Vorsitzende der weltweit agierenden Sabanci Holding. Sie setzt sich aktiv für die Gleichstellung der Frauen auf der ganzen Welt ein. In ihren Unternehmen haben Frauen die gleichen Aufstiegschancen wie Männer. Außerdem ist sie passionierte Kunstsammlerin. In der boomenden türkischen Metropole Istanbul veranstaltet Güler Sabanci in ihrem eigenen Museum Ausstellungen aller Art.Kaptän Ali Sarihan ist Bosporus-Fischer. Die Fischerei ist ihm schon in die Wiege gelegt worden und hat in seiner Familie eine lange Tradition. Mit 15 Jahren hat Ali das Handwerk von seinem Vater gelernt. Der Familienvater fährt seit 20 Jahren zur See. Inzwischen als Kapitän auf seinem eigenen Schiff mit einer 15 Mann starken Besatzung. Doch immer öfter fangen sie nichts ? der Bosporus ist fast leer gefischt.

Rossi Barbarossa ist ein gefeierter Modedesigner. Selbst Stars wie Britney Spears, Justin Timberlake oder die verstorbene Popikone Michael Jackson ließen bei ihm fertigen. Die Catwalks der Welt sind seine Bühnen, doch Istanbul ist seine Basis. Hier genießt der Paradiesvogel ein Fischbrötchen am Bosporus genauso wie eine Spritztour mit dem Porsche. Die Metropole, in der Multikulti täglich gelebt wird ist seine Inspiration. 18:30-19:15 • PHOENIX

Neue Heimat Deutschland
6/8 In Russland Deutsche – in Deutschland Russen. In Russland wurden sie als Deutsche ausgegrenzt und isoliert, in Deutschland werden sie als Russen gesehen: die russlanddeutschen Spätaussiedler. Geschildert werden die Integrationsschwierigkeiten älterer und jüngerer Russlanddeutscher.

Schena Minor aus Novosibirsk hat lange von Deutschland geträumt. Jetzt lebt er mit Frau und Kind in einem Zimmer im Ingolstädter Piusviertel. Dort leben zu zwei Dritteln Ausländer. Die meisten Deutschen sind weggezogen, geblieben sind die sozial Schwachen. Für viele Russlanddeutsche bietet Deutschland keine neue Heimat – trotz der deutschen Staatsangehörigkeit und dem Pass, den sie hier sofort erhalten.

Gerade die Jüngeren, die mitgenommen wurden, haben große Probleme mit dem Übergang in Schule und Beruf – wie zum Beispiel Alena Varnavski, die mit 13 Jahren nach Deutschland kam: In der Schule versagte sie, arbeitete in einer Fabrik, bevor sie es schaffte, sich in ein neues Leben zu integrieren. Heute macht die junge Russlanddeutsche eine künstlerische Ausbildung, hat auch deutsche Freunde, möchte hierbleiben. 06:30-07:00 • BR

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    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...