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Migration und Integration in Deutschland

Viele wollen sich aber nicht entscheiden. Da schlagen zwei Seelen in ihrer Brust. Lassen wir doch beide Herzen schlagen! Wir brauchen die jungen Leute.

Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) über die doppelte Staatsbürgerschaft, Neujahrsempfang am 17. Januar 2010

Vermittlungsabsprache unterzeichnet

Philippinische Pflegekräfte für Deutschland

Deutschland und die Philippinen haben eine Fachkräfteabsprache unterzeichnet. Damit sollen philippinische Pflegekräfte nach Deutschland vermittelt werden. Zuvor sollen sie auf die Arbeit in Deutschland vorbereitet werden.

Ausgebildete Pflegekräfte sind in Deutschland knapp. Aktuell gibt es etwa 10.000 offene Stellen für Altenpfleger. Um den Bedarf zu decken, unterzeichneten am 19. März im philippinischen Manila Deutschland und die Philippinen eine Vermittlungsabsprache. Damit sollen philippinische Pflegekräfte in Deutschland arbeiten können. Entsprechende Absprachen gab es bisher nur mit den Arbeitsverwaltungen von Kroatien und mit Serbien.

„In den Philippinen finden wir hoch qualifizierte Pflegekräfte, die ein Gewinn für uns in Deutschland sein werden“, sagte Varnhagen, Direktorin der Zentrale für Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit, im Vorfeld der Unterzeichnung in Manila. Mit der offiziellen Absprache wird die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den Philippinen intensiviert.

Bedarf auch in Zukunft groß
Erfreut über diesen Schritt zeigte sich auch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU): „Im Pflegebereich ist die Nachfrage nach Fachkräften riesengroß. Mit der Vermittlungsabsprache öffnen wir den deutschen Arbeitsmarkt für qualifiziertes Personal von den Philippinen. Der Bedarf an Pflegefachkräften ist auch mit Blick auf die Zukunft so groß, dass wir nicht nur alle inländischen und europäischen Potenziale ausschöpfen dürfen, sondern auch auf dem internationalen Arbeitsmarkt aktiv für Karrieren in Deutschland werben müssen.“

Die Vereinbarung soll sich laut Absprache am Verhaltenskodex der Weltgesundheitsorganisation (WHO) orientieren. Dieser sieht vor, dass eine länderübergreifende Anwerbung von Gesundheitspersonal nur erfolgen soll, wenn im Ausgangsland kein Fachkräftemangel besteht. Zudem soll eine sprachliche und kulturelle Schulung im Heimatland die philippinischen Pflegekräfte auf ihre Arbeit in Deutschland vorbereiten. Bevor sie ausreisen, sollen sie ihren Arbeitsvertrag bereits unterschrieben haben. Sie sollen in Deutschland zu denselben Bedingungen beschäftigt werden, wie deutsche Pflegekräfte.

Angesichts des Fachkräfteengpasses hatten sich Bund, Länder und Verbände mit der am 13. Dezember 2012 vereinbarten Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege auf ein Maßnahmenpaket in insgesamt zehn Handlungsfeldern zur Fachkräftesicherung in der Altenpflege verständigt. Hierzu gehören neben einer stärkeren Erschließung des inländischen Ausbildungs- und Qualifizierungspotenzials auch die qualifizierte Zuwanderung aus Drittstaaten auf Basis von Vermittlungsabsprachen. (fs)

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12 Kommentare
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  1. Robert sagt:

    Das finde ich toll. Ich lebe seit Jahren in SOA und weis wie liebevoll die sich um alte Leute kuemmern. Ausserdem sind die meisten OstAsiaten sehr intelligent, lernen schnell und sind meistens sehr schnell integriert.Das ist wirklich mal ein guter Weg den Fachkraeftemangel hier in dieser Sparte auszugleichen.

  2. schwesteringeborg sagt:

    Phillipinische Pflegefachkräfte sind für uns nichts Neues.
    In den 70ern wurden ebenfalls schon einmal phillipinische, indische und koreanische Fachkräfte angeworben, mit gutem Erfolg.

  3. malenki lizard sagt:

    @Robert

    Komisch, dass man Philippinen nimm…? Warum nimmt man keine Türkinnen, das wäre doch viel praktischer! Wäre nicht so weit, heimatnah, hätten Verwandtschaft hier. Also ich wäre dafür, wenn da Bedarf bestehen würde.

  4. Uwe sagt:

    Fragt sich nur wie lange das wieder anerkannt wird.
    Ich habe eine Philippinische Frau die vor 18 Jahren nach Deutschland kam. Sie war damals als Krankenschwester ausgebildet worden auf einer Universität in Cebu. Als wir hier in Deutschland heirateteten, wollte sie auch gleich Arbeiten. Wir suchten also einen Job im Altenheim ,bekamen auch 2 Zusagen wen ihre Papiere ins Deutsche übersetzt werden und vom Amt genehmigt werden. So gingen wir dran und liesen ihre Papiere für damals glaub ich 800 DM übersetzen zu lassen und schickten die Papiere ein.
    Kurz gesagt das Ende vom Lied war, das wir ihr Zeugnisse, Ausbildungspapiere, Empfehlungsschreiben (einer Rektorin die in Deutschland Studium abgeschlossen hat) und alle anderen Papiere als teures Klopapier benutzen durften. Es wurde ihre Ausbildung nicht anerkannt und sie wurde abgewiesen.
    Aber wie sagte ein damailiger Leiter des Altenheims….. Wäre sie aus Russland oder so gekommen , bräuchten wir noch nichtmal eine Übersetzung, diese Papiere werden gleich anerkannt.
    Scheint sich ja einiges in der Ausbilung getan zu haben in den Philippinen, oder haben die hier jetzt ihre Gesetze gelockert ?
    Meine Frau hat zwar einen anderen guten Job gefunden, aber wie oben erwähnt liegt es in den Genen (bei den Asiaten) sich um Ältere Leute zu kümmern. Sie war damals sehr traurig das sie nicht helfen durfte.

  5. Christina sagt:

    Ich bin sehr stolz, dass wir auf altbewertes zurückgreifen!
    Wie gesagt haben wir bereits in den 70ern gute erfahrungen mit filipinos gemacht!
    Sie sind fleißig und können sich problemlos integrieren!
    Ich bin sehr stolz, dass meinen Landsleuten diese Chance gegeben wird!
    Auf den Phils hat man leider i.d.R. nicht so gute Zukunftschancen!
    Endlich mal was Posivites!!

  6. Johannes W. sagt:

    Es wird behauptet es gäbe einen Fachkräftemangel welcher durch deutsche Arbeitskräfte nicht zu beheben wäre. Diesen Fachkräftemangel könnte man durch phillipinische Menschen beheben.

    Ich behaupte, dass Arbeitgeber nicht genug Geld zahlen wollen, um einheimische Arbeitskräfte auszubilden und zu beschäftigen. Flexible Arbeitszeitgestaltung, 30 Tage Urlaub im Jahr, ausreichende Hilfsmittel zur Arbeitserleichterung im Pflegebereich werden auch nicht gerne gewährt. Die Arbeitsplätze sind für Arbeitnehmer um an der deutschen Gesellschaft zu partizipieren nicht rentabel – sie gehen sowohl auf die Gesundheit, bringen aber auch Gehalts- und Karrieremäßig nichts ein um mit anderen Beschäftigten anderer Branchen Konkurrenzfähig zu sein. Es werden Angesichts dieser negativen Zustände im Pflegebereich immer mehr Beschäftigten auf die Barrikaden gehen, denn diese wollen sich auch nicht mehr alles gefallen lassen. Wer kündigen kann und woanders besser unterkommt, der macht es. Die Arbeitgeberverbände dieser Branche jammern erfolgreich über einen Arbeitskräftemangel. Die Politik hilft den Arbeitgebern und gewähren phillipinischen Arbeitskräften den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Wer als Pflegekraft die jeweiligen Politiker bzw. diese Parteien wählt welche soetwas beschließen, diesen Pflegekräften gehört es natürlich nicht anders, für die anderen Pflegekräfte tut es mir leid!

    Schade für die derzeitigen Pflegekräfte welche sich täglich den Ar*** aufreissen für die Gesellschaft und mit einem Hungerlohn abgespeist werden und nun auch noch solch eine „tolle Unterstützung“ durch Politik und Wirtschaft bekommen.

  7. Bethany sagt:

    I just want to ask on how can i apply this posted job for deutschland..im a nurse from philippines..thank you.

  8. Christina sagt:

    hi ate bethany,
    i think u should get into contact with the german embassy in makati to get more informations..

  9. […] wenn ausländische Fußballer wohl eher in ihren eigenen Sphären leben und Integration für sie anders klingt als für “herkömmliche” Migranten, betont Gerald Asamoah dennoch, dass auch für hochbezahlte Kicker gelten sollte: Die Beherrschung […]

  10. Berg Georg sagt:

    Ich bin seit Jahren mit meiner Philipina zusammen.
    Z.Zt.macht sie eine Ausbildung als caregivger.
    Kann sie schon vor dsem Abschluß ihrer Ausbildung nach Deutscjhland kommen und die Ausbildung hier abschließen ?
    Was müßte ich als nächstes unternehmen ?


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