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Ludwig Kattenstroth, Staatssekretär im Arbeitsministerium, März 1966, Bundesvereinigung der Dt. Arbeitgeberverbände

Türkische Presse Türkei

11.03.2013 – Gül, Erdoğan, Visafreiheit, Bozdağ, Backnang, NATO, Flüchtlinge

Die Themen des Tages sind: Gül in Schweden; Erdoğan: „Fehler der Vergangenheit“; Visafreiheit für die Türkei; Bozdağ: „Der Brandfall muss aufgeklärt werden“; Lob an die Türkei; Zahl der syrischen Flüchtlinge kann sich Verdoppeln; Türkische Volleyballerinen haben Final Four der Champions League gewonnen

VONBYEGM, TRT

DATUM11. März 2013

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RESSORTTürkische Presse Türkei

QUELLE Die “Türkische Presse Türkei” wird MiGAZIN von der Generaldirektion für Presse und Information in Ankara und der Türkischen Rundfunk- und Fernsehanstalt (TRT-World) zur Verfügung gestellt und unverändert übernommen.

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Presseschau der Generaldirektion für Presse und Information in Ankara

Gül in Schweden
Staatspräsident Abdullah Gül reiste mit seiner Ehegattin Hayrunisa Gül auf Einladung nach Schweden. Gül wurde am Flughafen durch den türkischen Botschafter in Stockholm Zergün Korutürk unter strengen Sicherheitsmaßnahmen empfangen.

Dies ist der erste Besuch in Schweden aus der Türkei auf Staatspräsidentenebene. Bei den Kontakten werden die Türkei und Schweden das strategische Partnerschaftsdokument unterzeichnen. Am Rande der Kontakte wird König Carl Gustaf XVI. Staatspräsident Gül Königliche Seraphinenorden, den höchsten Verdienstorden des Königreiches Schweden verleihen.

Unteranderem gab Gül vor seiner Abreise am Flughafen wichtige Informationen bezüglich der Bemühungen um eine Lösung des Kurden-Konflikts. Gül betonte, er sei über die Lösungsphase nicht besorgt. Die Terrororganisation müsse zuerst ihre Waffen niederlegen und dieser Prozess dürfe nicht zu Propagandazwecken missbraucht werden. All diese Elemente seien ein Test, um die Aufrichtigkeit der Gegenseite festzustellen.

Gül: „Wir nehmen alle Möglichkeiten in Betracht“
Staatspräsident Abdullah Gül äußerte sich über den Brand im Bundesland Baden-Württemberg in der Stadt Backnang, bei dem in einem Gebäude eine Mutter mit ihren sieben Kindern ums Leben gekommen sind. Gül sagte, alle Zuständigen bemühen sich für die Aufklärung des Brandes. Wir nehmen alle Möglichkeiten in Betracht, so Gül.

Unterdessen sagte Gül am Rande seiner Kontakte in Schweden der Presse gegenüber, dass es schon in der Vergangenheit Brandstiftungen gegeben hatten, bei denen türkische Bürger ums Leben kamen. Jedoch könne man jetzt noch nicht zu einem festen Schluss kommen. Man müsse bis zum Ende der Ermittlungen abwarten, so Gül weiter.

Erdoğan: „Fehler der Vergangenheit“
Während einer Eröffnungsrede sprach Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan über den Kurs der nationalen Versöhnung. Erdoğan sagte, dass die Fehler, die in der Vergangenheit gemacht wurden zu diesem Problem geführt haben. Außerdem betonte Erdoğan, dass seine Regierung den Kurs der nationalen Versöhnung beibehalten wird.

Visafreiheit für die Türkei
Außenminister Ahmet Davutoğlu hat in Istanbul an der Sitzung des Verbands türkischer Unternehmerinnen (TIKAD) anlässlich des „Weltfrauentags“ teilgenommen. Dabei sagte er, arbeitstätige Frauen in der türkischen Gesellschaft würden mehrere Aufgaben gemeinsam schultern. Die türkische Gesellschaft betrachtet die Mutter, Geschäftsfrau und Ehefrau als Missionen, die im selben Tempo durchgeführt werden müssen. Die türkischen Geschäftsfrauen seien wahrhafte Helden. Zudem erklärte Davutoğlu, dass es in absehbare Zukunft Visafreiheit für Türken in Neuseeland geben wird.

Bozdağ: „Der Brandfall muss aufgeklärt werden“
Vizepremier Bekir Bozdağ äußerte sich vor der Presse als erster Regierungsfunktionär zum Brand in Deutschland.

Bozdağ erklärte, in Backnang in Baden-Württemberg seien eine Mutter und sieben ihrer Kinder vergangene Nacht bei einem Brand ums Leben gekommen.

Nach Angaben von Bozdağ seien der Generalkonsul aus Stuttgart und der türkische Botschafter in Berlin kurz nach dem Vorfall nach Backnang eingetroffen. Botschafter Hüseyin Avni Karslıoğlu sei mit Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Unglücksort. Bozdağ sagte unteranderem, die Türkei sei in Trauer.

Die Regierung fordert von den deutschen Behörden eine vollständige Untersuchung und Aufklärung der Brandursache, die keine Zweifel aufweist. Die aktuellen und künftigen Arbeiten der deutschen Behörden zur Aufklärung der Brandursache würden von der Regierung aus der Nähe verfolgt. Bozdağ teilte mit: „Von Deutschland erwarten wir den wahren Grund des Brandes ohne Platz für Zweifel aufzuklären und der Öffentlichkeit mitzuteilen.“

Lob an die Türkei
UN-Flüchtlingskommissar António Guterres trat nach seinem Treffen mit Außenminister Ahmet Davutoğlu vor die Presse. Guterres dankte der türkischen Regierung und Bevölkerung für die Hilfe an die syrischen Flüchtlinge. Zudem betonte er: „Die Türkei ist ein Land, das heute ein Beispiel darstellt, wie man Flüchtlinge besorgen sollte. Sie hat zahlreiche Flüchtlinge aufgenommen.“

Guterres sagte unterdessen, die Türkei sollte international dabei unterstützt werden. Die Hilfe des UN-Flüchtlingshilfswerks sei neben denen der Türkei nur ein kleiner Tropfen im Meer. Guterres erklärte auch, dass das Türkische Rote Halbmond und die türkische Katastrophenschutzbehörde AFAD gut zusammenarbeiten. Guterres besuchte die Türkei, um mit der Regierung über die Lage der 180.000 Syrer zu sprechen, die dort entlang der Grenze untergebracht sind.

Zahl der syrischen Flüchtlinge kann sich Verdoppeln
Die Vereinten Nationen befürchten, dass die Zahl der Flüchtlinge aus Syrien weiter massiv wachsen wird.

Nach Angaben des UNO-Flüchtlingskommissars Antonio Guterres kann sich die Zahl der Syrer im Lauf dieses Jahres verdoppeln oder verdreifachen. Inzwischen sei die Zahl von einer Million Menschen überschritten, allein seit Jahresbeginn seien 400 Tausend Menschen aus dem Bürgerkriegsland geflohen, so Guterres. Einem Bericht zufolge sollen über eine Million Syrer in die Nachbarländer geflohen sein. Rund 4 Millionen Syrer leben derweil in ihrem Land und brauchen Hilfe.

Der Bürgerkrieg in Syrien begann vor zwei Jahren mit dem Aufstand gegen Staatschef Baschar al-Assad. Nach UNO-Schätzungen wurden seitdem mehr als 70.000 Menschen getötet.

NATO bucht Hotel in Trabzon
Für den Abzug aus Afghanistan richten die deutschen Soldaten in der türkischen Hafenstadt Trabzon eine große Umschlagbasis ein. Bis zu 200 Männer und Frauen werden für jeweils drei bis sechs Monate an der Schwarzmeerküste eingesetzt und für militärische Verhältnisse komfortabel in einem Hotel leben, das die Bundeswehr für zwei Jahre exklusiv gebucht hat. In diesem Zusammenhang kommen am 14. März 190 deutsche Soldaten nach Trabzon.

Türkische Volleyballerinen haben Final Four der Champions League gewonnen
Beim Final Four der Champions League der Frauen gewann das türkische Volleyball Team Vakıfbank gegen Rabita Baku mit 3:0. Die türkischen Volleyballerinen nehmen somit zum zweiten Mal den angesehenen Pokal. Für die türkischen Teams war es bereits der dritte große Erfolg. Letztes Jahr gewann Fenerbahçe den Pokal. Großes Lob gab es direkt nach dem Spiel deshalb auch von Staatspräsident Abdullah Gül. Gül lobte die Leistung der Mannschaft mit einem Telegramm.

Metin Serezli ist gestorben
Der berühmte türkische Schauspieler Metin Serezli ist tot. Der 79-Jährige sei am Sonntagmorgen im Kreis seiner Familie in Istanbul gestorben, sagte seine Frau Nevra Serezli. Der Schauspieler litt seit langer Zeit unter Lungenkrebs. Premierminister Recep Tayyip Erdoğan betonte in einem Beileidsschreiben seine Trauer. Das Totengebet findet in der Teşvikiye-Moschee statt. Am Dienstag wird Metin Serezli beigesetzt.

Presseschau der Türkischen Rundfunk- und Fernsehanstalt (TRT-World)

Wieder Deutschland, wieder Feuer
In Yeni Safak lesen wir unter der Schlagzeile „Wieder Deutschland, wieder Feuer“, in der Ortschaft Backnang seien bei einem Großbrand in einem Haus Nazli Soykan sowie sieben Kinder im Alter von sechs Monaten bis 17 Jahren ums Leben gekommen. Dem Blatt zufolge sei die Brandursache noch unklar, aber die deutsche Polizei gehe von einem Kurzschluss oder einem Defekt an der Gasleistung aus. Aber die steigende Zahl von fremdenfeindlichen Angriffen und die Tatsache, dass sich in dem Gebäude ein Deutsch-Türkischer Kulturverein befand, würden den Verdacht nach Brandstiftung aufrechterhalten.

Vakifbank ist Volleyball-Europameister
Star berichtet unter der Schlagzeile „Vakifbank ist Volleyball-Europameister“, die Damen-Volleyballmannschaft von Vakifbank habe im Finale Rabita Baku besiegt und somit die CEV Volleyball Champions League gewonnen. Die beiden bisher unbesiegten Mannschaften hätten den Fans ein unvergessliches Finale dargeboten. Vakifbank habe das ganze Spiel dominiert und 3 : 0 gewonnen. Mit diesem Ergebnis habe die Damenmannschaft von Vakifbank zum zweiten Mal den größten Pokal im europäischen Vereins-Volleyball gewonnen.

Der Waffenverkauf aus der Türkei in die USA boomt
Milliyet schreibt unter der Schlagzeile „der Waffenverkauf aus der Türkei in die USA boomt“, die möglichen Einschränkungen des Waffenerwerbs in den USA und ein eventuelles Verbot, hätten den Verkauf von Schusswaffen verdoppelt. Der Vorsitzende der Exporteuren-Union für Verteidigungs- und Luftfahrtindustrie (SSI), Latif Aral Alis habe betont, dass eventuelle Verbot, das in den USA an der Tagesordnung steht, habe den Export der Türkei im Januar und Februar um 5,6 Prozent erhöht. Der SSI-Export sei um 33 Prozent auf 164 Millionen US-Dollar gestiegen. Um der Nachfrage auch nachkommen zu können, würden türkischen Hersteller mit voller Kapazität arbeiten.

Er ist der älteste Champion
Zaman meldet unter der Schlagzeile „er ist der älteste Champion“, Bernard Hopkins habe seinen Gegner Tavoris Cloud besiegt und sei somit der „älteste Box-Titelgewinner“ aller Zeiten geworden. Im Kampf um den IBF-Halbschwergewichtstitel im New Yorker Barclays Center habe der 48-jährige Hopkins seinen 17 Jahre jüngeren Gegner und Titelverteidiger Cloud nach zwölf Runden und nach Punkten besiegt. Hopkins sei zum ältesten Titelgewinner aller Zeiten geworden und damit seinen eigenen Rekord geschlagen.

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