Presseschau: Deutsche Presse - 02.03.2013 - Ausländer, NSU, Erdoğan, Türkei, Migranten, Islam, Zionismus - MiGAZIN

Die Umstellung darauf, dass jetzt die Ausländer die Überlegenen sind, da sie wenigstens einen Arbeitsplatz besitzen, ist für viele nicht nachvollziehbar. Friedrich Landwehrmann Strukturfragen der Ausländerbeschäftigung, 1969

Deutsche Presse

02.03.2013 – Ausländer, NSU, Erdoğan, Türkei, Migranten, Islam, Zionismus

Der doppelte Staatsbürger; Verein: Polizei behandelt Ausländer „respektlos“; Unis helfen verschmähten Akademikern; Debatte über Migration: “Schluss mit Integrationspolitik”; Großes Interesse an islamischem Religionsunterricht; An die NSU-Liste in der Tüte kann sich keiner erinnern; Verbot der Burka in Spanien rechtswidrig; Türkei: Massive Kritik an Erdogans Zionismus-Vergleich

Die Themen des Tages sind:

Die Beratungsstelle Reachout erhebt schwere Vorwürfen gegen die Berliner Polizei. Opfer rassistischer Gewalt würden von den Beamten “nicht ernst genommen” werden. Bei der Anzahl der Gewalttaten gibt es dennoch eine erfreuliche Tendenz.

Selbst hochqualifizierte Migranten finden keinen Job – weil die Chefs den ausländischen Hochschuldiplomen nicht trauen. Die Unis Duisburg-Essen und Regensburg verwandeln nun einfach per Kurzstudium fremde Abschlüsse in deutsche.

Von wegen “Willkommenskultur”: Deutschland macht es Migranten nach wie vor schwer – und zwar nicht nur mit seiner überholten Integrationspolitik, sagt der Historiker Klaus Bade. Im Interview warnt er vor einer zunehmenden Radikalisierung der Fremdenhasser.

Gleich mehrere hessische Hochschulen hatten ihren Hut in den Ring geworfen, um Lehrer für das neue Fach Islamischer Religionsunterricht auszubilden. Im Rennen um Bundesmittel siegte die Goethe-Universität Frankfurt, der Bund fördert das dortige „Institut für Studien der Kultur und Religion des Islam“ fünf Jahre lang mit vier Millionen Euro.

Nach dem Bremer SPD-Landesvorstand will sich jetzt wohl auch die Bürgerschaftsfraktion von dem Roma- und frauenfeindlichen Abgeordneten trennen. Freiwillig will Martin Korol nicht gehen.

Beim Brandanschlag auf die Israelitische Kultusgemeinde 1970 in München starben sieben Menschen. War es die Tat westdeutscher Linksradikaler? Der Historiker Wolfgang Kraushaar rollt den Fall neu auf.

Im Neonazi-Untersuchungsausschuss sollen Beamte Klarheit darüber bringen, warum eine Liste, die zu den NSU-Terroristen geführt hätte, 15 Jahre lang verschwunden blieb. Doch sie erinnern sich nicht.

Sowohl das BKA als auch das Landeskriminalamt Thüringen haben es offenbar versäumt, 1998 mehrere Adresslisten des untergetauchten NSU-Terror-Trios auszuwerten. Abgeordnete des NSU-Ausschusses sprechen von „einem der folgenschwersten Fehler“ und fragen sich, warum sie davon erst jetzt erfahren.

Die Grünen geht die Arbeit des sächsischen NSU-Untersuchungsausschusses viel zu langsam voran. Die Aufklärung laufe schleppender als in den anderen Parlamentsausschüssen im Bund sowie in Thüringen und Bayern zur Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU), sagte der Grünen-Landtagsabgeordnete Miro Jennerjahn am Freitag in Dresden.

Das spanische Oberste Gericht hat das Verbot der Vollverschleierung muslimischer Frauen durch einige Kommunen des Landes für rechtswidrig erklärt.

Eine antizionistische Äußerung des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan hat den Antrittsbesuch von US-Außenminister John Kerry in der Türkei überschattet. Die Äußerungen seien beleidigend und falsch, zitierten US-Medien einen ranghohen Diplomaten aus Kerrys Delegation.

Der türkische Regierungschef versichert, die Kurdenfrage endlich lösen zu wollen. Dafür ist er bereit, mit Tabus zu brechen: Verhandlungen mit der PKK und Dezentralisierung.

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NSU Morde: Weiteres Behördenversagen aufgedeckt

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Ein Kommentar
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  1. Sacha sagt:

    Gruß

    Auf der Webseite von Wolfgang Kraushaar gibt es eine Fülle von Artikeln , Doku’s und mehr zum Artkel auf Ihre Seite und dem Buch zum linken Antisemitismus, in Deutschland.
    https://wolfgang-kraushaar.squarespace.com/#/wann-endlich-beginnt-bei-euch-der-kampf/

    Sacha Hartgers



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