TV-Tipps des Tages - 18.02.2013 - Deutsch Türke, Neonazi, Asyl, Flüchtlinge, Ausländer, Integration - MiGAZIN

[Es würde im Interesse der deutschen Arbeiter liegen, wenn wir sie zu Fachkräften ausbilden.] Dafür müssen wir natürlich dann die relativ primitiveren Arbeiten … von ausländischen Arbeitskräften besorgen lassen. Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard NWDR-Interview vom 9. April 1954

TV-Tipps des Tages

18.02.2013 – Deutsch Türke, Neonazi, Asyl, Flüchtlinge, Ausländer, Integration

TV-Tipps des Tages sind: Lebenslinien: München, 13. Januar 2001: Ein junger Deutsch-Türke rettet einen am Boden liegenden Griechen vor einer Bande von rechtsradikalen Schlägern, die auf ihn eintreten. Der Retter gerät unfreiwillig in die Schlagzeilen. Nur geduldet: Flüchtlingskinder in Deutschland

 18.02.2013 – Deutsch Türke, Neonazi, Asyl, Flüchtlinge, Ausländer, Integration

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VONÜmit Küçük

DATUM18. Februar 2013

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Lebenslinien
München, 13. Januar 2001: Ein junger Deutsch-Türke rettet einen am Boden liegenden Griechen vor einer Bande von rechtsradikalen Schlägern, die auf ihn eintreten. Der Retter gerät unfreiwillig in die Schlagzeilen. Medien, Politiker und Kirchenvertreter feiern ihn als Helden, loben seine Zivilcourage. Doch sein Vater warnt ihn vor dem schnellen Ruhm und den Folgen …

Taner ist ein “Münchner Kindl”, wie er selbst sagt, und träumte schon als Kind davon, ein bekannter Fußballspieler zu werden. Mit achtzehn erhält der talentierte junge Mann einen Vertrag bei Fenerbahce Istanbul. Doch in der Türkei, der Heimat seiner Eltern, hält er es nicht lange aus. Die Umgangsformen dort sind ihm fremd.

Zurück in München, werden er und seine Freunde im Januar 2001 Zeugen eines nächtlichen Überfalls von Neonazis auf einen ausländischen Passanten. Sie stellen sich den Angreifern entgegen, obwohl diese in der Überzahl sind. Damit retten sie das bereits schwer verletzte Opfer.

Taners Vater sagt ihm, es sei selbstverständlich, ein Menschenleben zu retten, er solle sich nichts darauf einbilden. Doch diese Nacht verändert sein Leben für immer. Denn die brutale Tat und die mutige Rettung des Opfers erregen die Öffentlichkeit weit über München hinaus. Taner wird als “Vorzeige-Held” gefeiert – und verliert bald die Kontrolle über sein Leben, nachdem er und seine Familie selbst Drohungen aus der rechten Szene erhalten.

Im Jahr 2009 verfolgte Lebenslinien-Autor Jens Schanze die vernichtende Berichterstattung über den “unfreiwilligen Helden”, der vor acht Jahren einem Passanten, der von Neonnazis angegriffen wurde, das Leben rettete. 21:00-21:45 • BR

Nur geduldet
Dokumentation – Sie heißen Celso, Neves oder Mamadou, haben eine tragische Geschichte hinter sich und leben in einem für sie zunächst fremden Land. ARTE zeigt in der Langzeitdokumentation “Nur geduldet – Flüchtlingskinder in Deutschland” die Probleme, diese Kinder in ihrer neuen Heimat haben. Zum einen müssen sie mit der Angst vor der Abschiebung in ihr Heimatland leben. Zum anderen müssen sie sich den neuen Herausforderungen, einer fremden Kultur und Sprache stellen.

Die Langzeitdokumentation “Nur geduldet – Flüchtlingskinder in Deutschland” begleitet Kinder und Jugendliche zwei Jahre lang bei ihrem Marsch durch den Dschungel der deutschen Bürokratie. Zwischen Bangen und Hoffen zeigt der Film, wie Eduine und Mamadou, Celso und Nora, Neves und Otilya ein fremdes Land entdecken, wie sie eine fremde Kultur und Sprache erlernen und wie sie versuchen, sich allein in Deutschland zu behaupten. Der Beitrag erzählt aber auch von einem humanitären Problem inmitten unserer Gesellschaft, das einen angemessenen Umgang verlangt.

Eduine ist neun Jahre alt. Er weiß nicht, wo er ist. Gestern war er noch in Angola. Heute steht er mit seinen Brüdern Celso, elf Jahre, und Neves, 13 Jahre, in einem Büro des Ausländeramtes in Bonn. Die Frau, die sie aus Angola hierher gebracht hat, ist verschwunden.

Mamadou ist 16 Jahre alt. Er kommt aus Conakry in Guinea und ist zum ersten Mal weg von zuhause. In Guinea war er im Gefängnis, weil seinem Onkel vorgeworfen wurde, in einen Attentatsversuch auf den Präsidenten verwickelt zu sein. Seit drei Monaten lebt Mamadou in einem Lager für erwachsene Asylbewerber. Sein Asylantrag wurde bereits abgelehnt. Mamadou hat Angst, dass er nach Guinea zurück geschickt wird.

Auch Otilya, 19 Jahre, und Nora, 17 Jahre, haben Angst vor der Abschiebung. Nach dem Tod ihrer Eltern sind die Schwestern in den Kriegswirren aus dem Kongo nach Deutschland gelangt. In Düsseldorf leben sie in einem Kinderheim und bereiten sie sich auf das Abitur vor. Ob sie zur Prüfung noch hier sind, wissen sie nicht. Denn wenn Nora 18 Jahre alt wird, könnten die Schwestern abgeschoben werden. 03:55-04:47 • arte

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