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Große Mehrheit hat kein Problem mit Röslers Herkunft

„Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren“, hatte der hessische FDP-Vorsitzende und Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn vergangenen Woche in einem Zeitungsinterview gesagt.

Nach heftiger Kritik und Rücktrittsforderungen erklärte verteidigte Hahn seine Aussage. Er habe FDP-Parteichef und Vizekanzler Philipp Rösler nicht angreifen, sondern darauf hinweisen wollen, „dass es in unserer Gesellschaft einen weit verbreiteten, oft unterschwelligen Rassismus gibt.“ Dieses gesellschaftliche Problem dürfe nicht totgeschwiegen, sondern müsse offen angesprochen werden, um es zu bekämpfen.

Große Akzeptanz
Wie eine Umfrage jetzt zeigt, ist das Akzeptanzproblem in der Gesellschaft kleiner als Hahn es vermutlich angenommen hat. In einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa werteten nur elf Prozent der Befragten die Herkunft von Philipp Rösler als problematisch. 79 Prozent der Deutschen sieht kein Problem darin, dass Vizekanzler Philipp Rösler aus Vietnam stammt.

Etwas schlechter sehen die Umfragewerte aus, wenn nicht der Vizekanzler, sondern der Kanzler ausländischer Herkunft wäre. Damit hätte fast jeder Dritte ein Problem (29 Prozent). Gut fänden das 11 Prozent und 46 Prozent zeigten sich gleichgültig. Das wäre ihnen egal.

Dass die vietnamesische Herkunft des Vizekanzlers die Wahlchancen der FDP verringern, glauben 22 Prozent. Die klare Mehrheit ist gegenteiliger Auffassung. Hier gaben 59 Prozent der Befragten an, dass sie nicht an eine nachteilige Auswirkung für die Liberalen glauben. YouGov befragte vom 8. bis 12. Februar 1.047 Bundesbürger. (bk)