MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Nur die wenigsten dieser deutschen Arbeiter werden in dieser Situation mit den Ausländern solidarisch sein. Die meisten werden sich aggressiv von den Ausländern abgrenzen und bei ihnen die Verantwortung für die eigene schlechte Position suchen.

Hans-Günter Kleff, Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

TV-Tipps des Tages

12.02.2013 – Sultan Süleyman, Muslime, Hitler, Bosnien, Osmanische Reich

TV-Tipps des Tages sind: ach so! fragen – forschen – verstehen; Die Partisanen: Kein Kapitel des Krieges gegen die Sowjetunion löst solche Emotionen aus wie der Partisanenkampf; Mätressen – Die geheime Macht der Frauen; Der Krieg vor der Haustür: Bosnien 20 Jahre danach. Mindestens 200.000 Opfer sind zu beklagen, Verwüstungen in den Städten, Hunderttausende Flüchtlinge in allen europäischen Ländern

VONÜmit Küçük

DATUM12. Februar 2013

KOMMENTAREKeine

RESSORTTV-Tipps

SCHLAGWÖRTER

DRUCKENAnsicht

MEHR ZUM ARTIKEL

DANKE,
ich möchte MiGAZIN auch in Zukunft lesen!

ach so! fragen – forschen – verstehen
Adan erforscht den Glauben der Menschen, ihr Bedürfnis, nach dem Sinn des Lebens zu suchen. Er begegnet dabei einem jüdischen Rabbiner, christlichen Mönchen und einem muslimischen Jungen. Adan stellt fest, dass der Glaube den Menschen hilft, sich zu orientieren und Werte festzulegen. Aber er erfährt auch, dass die Menschen sich wegen ihres Glaubens streiten und sich sogar bekriegen. Neben Sachthemen greift „ach so!“ vor allem die Sinnfragen von Kindern auf. Ziel der Sendung ist es dabei, Kindern eigenständiges Denken bewusst zu machen und soziales Handeln zu fördern. 14:00-14:30 • BR-alpha

Die Partisanen
Dokumentation – Kein Kapitel des Krieges gegen die Sowjetunion löst solche Emotionen aus wie der Partisanenkampf. In Russland ist er bis heute von Mythen und Legenden überlagert, in Deutschland immer noch verdrängt. Zu schrecklich ist diese Geschichte, zu unentwirrbar und böse und zu beklemmend die Schuld.

„Dieser Partisanenkrieg hat auch wieder seinen Vorteil: er gibt uns die Möglichkeit, auszurotten, was sich gegen uns stellt“, so äußerte sich Adolf Hitler zu Beginn des Unternehmens „Barbarossa“, des Angriffs auf die Sowjetunion im Juni 1941. Aber zu dem Zeitpunkt gab es noch keinen Partisanenkrieg, sondern nur den Aufruf Stalins, der nach dem deutschen Überfall die sowjetische Bevölkerung in den besetzten Gebieten aufgefordert hatte, einen „Volkskrieg“ im Hinterland des Feindes zu organisieren. Es dauerte fast ein Jahr, ehe Moskau begann, Kontrolle über die versprengten Partisanengruppen zu übernehmen, um sie in den Kampf zu treiben, in einen Kampf, der sich eher gegen die eigenen Landsleute richtete als gegen die Besatzer. Die Partisanen wurden zum langen Arm Moskaus hinter der deutschen Front. 10:25-11:17 • arte

Mätressen – Die geheime Macht der Frauen
Der prächtige Sultanspalast von Istanbul – der Topkapi Serail – thront noch heute über dem Bosporus. In der Mitte des 16. Jahrhunderts ist er Zentrum des mächtigsten Reiches der Erde. Im Inneren befindet sich der Harem, der am strengsten bewachte Ort des Reiches, den von 800 afrikanischen Eunuchen abgesehen, nur ein Mann betreten darf: Sultan Süleyman der Prächtige. Hunderte schöner Frauen wurden Jahre lang dafür ausgebildet, um vom Sultan erwählt zu werden. Mit welcher seiner Frauen der mächtigste Herrscher seiner Zeit die Nacht verbringt, bestimmen jedoch strenge Regeln, gegen die selbst der Sultan nichts auszurichten vermag.

Doch die ukrainische Sklavin Roxelana bringt das festgefügte System durcheinander. Sie ist weniger schön als die anderen Frauen, aber sie fasziniert den Sultan mit ihrer Klugheit, ihrer Raffinesse und ihrer Leidenschaft. Sie bringt Süleyman dazu, die Gesetze des Harems zu brechen und nur noch mit ihr zu verkehren. Die erste Favoritin des Sultans, Mahidevran, ist darüber so wütend, dass sie ihrer Konkurrentin das Gesicht zerkratzt. Das ändert jedoch nichts daran, dass der Sultan mit Roxelana schließlich eine monogame Ehe führt. Er liebt sie, weil sie etwas von Kunst versteht und Gedichte schreibt – und weil sie dem Herrscher nicht demütig, sondern selbstbewusst entgegen tritt und ihn mit Ratschlägen versorgt. So einflussreich ist Roxelana, dass der Sultan auf ihre Intrigen hin seinen engsten Berater, den Großwesir, und schließlich sogar seinen ältesten Sohn Mustafa als angebliche Verschwörer hinrichten lässt. Als Roxelana 1558 stirbt, hat sie für ihren eigenen Sohn den Weg frei gemacht. Doch anders als sein Vater erweist sich Selim, mit dem bezeichnenden Namen „der Säufer“, als schwach und regierungsunfähig. Die europäische Sicht des Harems ist von Klischees bestimmt. In Wahrheit kam es durch Roxelana zu einem in der islamischen Welt einzigartigen Vorgang: Haremssklavinnen erlangten ein Jahrhundert lang die Herrschaft über das Osmanische Reich. Während des „Sultanats der Frauen“ wurde hinter den Mauern des Harems in Istanbul Weltgeschichte geschrieben. Erst 1909 wurde der Herrscherharem endgültig aufgelöst, dem noch etwa 500 Sklavinnen angehörten. Sie beendeten ihr Leben tragisch als Jahrmarktattraktionen in Westeuropa. 21:00-21:45 • PHOENIX

Der Krieg vor der Haustür
Bosnien 20 Jahre danach. Mindestens 200.000 Opfer sind zu beklagen, Verwüstungen in den Städten, Hunderttausende Flüchtlinge in allen europäischen Ländern, und dennoch: Der fast vier Jahre dauernde Bosnienkrieg ist beinahe vergessen. Ob bosnische Muslime, Serben oder Kroaten, alle beteiligten Seiten haben auch den brutalen Nationalismus verdrängt. Der Bosnienkrieg trug oft auch die Züge eines „Heiligen Krieges“, was die Fronten und den Kriegsverlauf unübersichtlich machte. Selbst um die Opferzahlen streitet man bis heute.

Inzwischen gibt es einzelne Versuche zur Versöhnung, oft ist es auch nur die gemeinsame erlebte soziale Not, die die Menschen wieder zusammenfinden lässt. Dennoch wacht die internationale Gemeinschaft immer noch genauestens über das mühsame Werden des bosnischen Staates. Genauer betrachtet zerfällt Bosnien immer noch in die drei Teile, die der Frieden von Dayton 1996 definierte. Rund 40 Kriegsverbrecher wurden abgeurteilt, die ersten sind schon wieder entlassen. Die Bilder bleiben, bei Tätern und Opfern. Srebrenica ist das Synonym für die Gräuel des Bosnienkrieges. 8.000 Tote allein in diesem Massaker, Grundlage für die Anklage wegen Völkermordes gegen die beiden wichtigsten Repräsentanten der bosnischen Serben: Radovan Karadjic, der politische Führer, und Ratko Mladic, der aus dem Versteck heraus jahrelang die internationalen Fahnder an der Nase herumführte. Der Film zeigt die heutigen Bemühungen um Normalität, den neuen Reichtum und die alte soziale Not, die die Menschen damals für Gewalt und Nationalismus anfällig machte. Beachtlich sind die Versuche von jungen Leuten, sich der Vergangenheit zu stellen. In Rückblenden wird an die Bilder von damals erinnert, an die Scharfschützen, die die Hauptstadt Sarajevo terrorisierten, an Flucht, Vertreibung und unzählige Massengräber, die die Ermittler bis heute beschäftigen. 21:02-21:47 • tagesschau24

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:
Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...