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Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard, NWDR-Interview vom 9. April 1954

Türkische Presse Türkei

05.02.2013 – Gül, Ägypten, Erdoğan, EU Beitritt Türkei, Terror, Davutoğlu

Die Themen des Tages sind: Gül empfing seinen serbischen Amtskollegen; Gül reist nach Ägypten; Gül über den Bombenangriff auf die US-Botschaft; Erdoğan zu Besuch in der Tschechische Republik; Tschechische Geschäftsmänner sollen türkische Staatsbürgerschaft erhalten; Davutoğlu in Kairo; Privatisierung der Türk Telekom

VONBYEGM, TRT

DATUM5. Februar 2013

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RESSORTTürkische Presse Türkei

QUELLE Die “Türkische Presse Türkei” wird MiGAZIN von der Generaldirektion für Presse und Information in Ankara und der Türkischen Rundfunk- und Fernsehanstalt (TRT-World) zur Verfügung gestellt und unverändert übernommen.

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Presseschau der Generaldirektion für Presse und Information in Ankara

Gül empfing seinen serbischen Amtskollegen
Staatspräsident Abdullah Gül empfing seinen serbischen Amtskollegen Tomislav Nikolic mit einer offiziellen Zeremonie im Palais Çankaya.

Gül betonte, sie seien entschlossen sowohl die politischen und als auch die wirtschaftlichen Beziehungen aufzubauen. Zudem sagte der Staatspräsident, dass sie den Handelsvolumen zwischen der Türkei und Serbien auf 1Milliarden Dollar erhöhen möchten. Auch wenn sie keine Grenze zu Serbien hätten, sei das Land ihr Nachbar. Gül sagte zudem: „Die Last auf den Schultern sei eine historische Verantwortung von jedem, der nächsten Generationen als Erbe eine friedliche Balkanhalbinsel zu überlassen.

Sein serbischer Amtskollege brachte zum Ausdruck, die Beziehungen der Türkei und Serbien dauern schon seit Jahrhunderten an. Die Türkei sei ein sehr wichtiger Partner für sein Land. Nikolic sagte unteranderem, besonders wegen den Entwicklungen in Region könne er die Haltung Ankaras verstehen. Nikolic machte im Zusammenhang mit den Ereignissen in der Region, auf Sensibilität der geographischen, politischen und wirtschaftlichen Position der Türkei aufmerksam.

Der serbische Staatspräsident Nikolic wurde später auch vom Parlamentspräsidenten Cemil Çiçek empfangen.

Gül reist nach Ägypten
Staatspräsident Abdullah Gül wird heute erneut mit seinen Auslandsreisen anfangen, die er wegen seiner Ohrkrankheit seit 5 Monaten nicht abstatten konnte. Gül reist heute in die ägyptische Hauptstadt Kairo, um an dem Gipfel der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (İİT) teilzunehmen.

Nach Angaben werden an dem Gipfel neben Gül auch der iranische Staatspräsident Mahmud Ahmedinedschad, der aserbaidschanische Staatspräsident Ilham Alijew, der pakistanische Staatsführer Asif Ali Zardari, der irakische Ministerpräsident Nuri Al-Maliki sowie 26 Staatschefs teilnehmen.

Informationen zufolge wird Gül bilaterale Gespräche führen. Gül wird als Gast des ägyptischen Staatspräsidenten Muhammed Mursi empfangen und soll seinem Amtskollegen Unterstützung für die Bewältigung seiner derzeitigen Probleme mit der Opposition leisten.

Gül über den Bombenangriff auf die US-Botschaft
Staatspräsident Abdullah Gül und sein serbischer Amtskollege Tomislav Nikolic traten gestern nach Gesprächen gemeinsam vor die Presse.

Gül sagte bezüglich des Bombenangriffs auf die US-Botschaft in Ankara, die türkischen Sicherheits- und Streitkräfte seien in Alarmbereitschaft gegen einen Angriff der Terrororganisation gewesen. In diesem Rahmen sei jeder gewarnt worden jedoch konnte dieser Anschlag leider nicht verhindert werden. Die Terrororganisation habe diesen Anschlag auf die amerikanische Botschaft verwirklichen können. Gül brachte sein Beileid zum Ausdruck. Gül sagte unterdessen: „Unser größter Schmerz bei diesem Vorfall ist, dass wir einen Sicherheitsbeamten verloren haben.“ Über den Gesundheitszustand der Journalistin Didem Tuncay, die bei dem Bombenangriff schwer verletz wurde, sagte Gül, ihr Zustand bessere sich von Tag zu Tag.

Nach Angaben von Gül bemüht sich die Türkei aufrichtig und intensiv darum, den Terror aus der Tagesordnung zu streichen.

Erdoğan zu Besuch in der Tschechische Republik
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan wurde bei seiner Ankunft auf dem Flughafen in Prag, in der Hauptstadt von Tschechien, vom tschechischen Ministerpräsidenten Petr Necas zeremoniell begrüßt.

Während seiner Prag Reise äußerte sich Erdoğan demonstrativ gegen die EU und wies darauf hin, dass die EU die Türkei seit 54 Jahren auf den EU-Beitritt warten lässt. Erdoğan erinnerte auch daran, dass Maastricht-Kriterien, welche darüber entscheiden, welche Mitgliedstaaten an der dritten Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion teilnehmen dürfen, viele europäischen Länder abbröckeln lässt.

Erdoğan appellierte ferner an die EU: „Ihr habt uns nicht in die EU aufgenommen, doch mehr als Millionen Türken leben in Europa. Die Türkei ist schon mit ihrem Volk Mitglied der EU.“

Tschechische Geschäftsmänner sollen türkische Staatsbürgerschaft erhalten
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan setzt seinen Besuch in der Tschechischen Republik fort.

Im Rahmen seiner offiziellen Kontakte kam Erdoğan zunächst mit dem tschechischen Ministerpräsidenten Petr Necas zusammen. Im Vorfeld des Treffens nahm Erdoğan mit führenden Wirtschaftsvertretern, die ihn bei seinem Besuch in Prag begleiten, bilaterale und auch zwischen den Delegationen Kontakte auf.

Nach Abschluss der Kontakte beiden Länder veranstalteten Erdoğan und Necas eine gemeinsame Pressekonferenz.

Anschließend nahmen Erdoğan und Necas am türkisch-tschechischen Arbeitsforum teil. Dabei versprach Erdoğan den tschechischen Geschäftsmännern, die in der Türkei investieren wollen, die türkische Staatsbürgerschaft zu erstellen.

Erdoğan-Necas Treffen
Im Rahmen seiner Kontakte in Prag veranstalteten Erdoğan und der tschechische Ministerpräsident Petr Necas eine gemeinsame Pressekonferenz.

Während dessen unterstrich Erdoğan, dass er der Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern eine große Bedeutung beimisst. Die Türkei und die Tschechische Republik seien sich darüber einig, eine Kommission für eine hochrangige türkisch-tschechische strategische Zusammenarbeit zusammenzusetzen, so Erdoğan.

Der tschechische Ministerpräsident Petr Necas hingegen betonte, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern seien in den letzten 10 Jahren zunehmend gewachsen. Necas setzte seine Worte fort und sagte, dass bei den Gesprächen mit Erdoğan die bilaterale Zusammenarbeit im Energiebereich eine große Rolle gespielt habe. Ferner kündigte Necas an, dass die Türkei und die Tschechische Republik über den Bau von neuen Atomkraftwerken verhandeln.

Davutoğlu in Kairo
Außenminister Ahmet Davutoğlu nahm in der ägyptische Hauptstadt Kairo an dem Gipfel der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (İİT) teil. Davutoğlu wies in seiner Rede auf die regionalen Konflikte hin.

Davutoğlu kritisierte die Expansionspolitik Israels und sagte, Israel solle seine Expansionspolitik beenden und den aufblühenden Friedensprozess akzeptieren. Es müsse ein palästinensischer Staat gegründet werden, dessen Hauptstadt ewig Jerusalem bleibt und Israel solle sich an ihre Grenzen vor 1967 zurückziehen.

Davutoğlu brachte auch die jüngsten Entwicklungen in Syrien zum Ausdruck und sagte: „Die brutale Diktatur in Syrien muss so schnell wie möglich zurücktreten. Sie soll seine Stelle der Demokratie überlassen. Dies ist der einzige Weg die Gewalttaten in Syrien zu beenden und in der Region Stabilität und Sicherheit zu gewährleisten.“

Davutoğlu betonte, das Ende des syrischen Machthabers stehe bevor und sagte im Zusammenhang: „Wir müssen uns auf die Übergansphase konzentrieren.“

Carter in der Türkei
Der stellvertretende amerikanische Verteidigungsminister Ashton Carter ist zurzeit für Kontakte in der Türkei. Der Bombenanschlag auf die US-Botschaft in Ankara hat den Besuch von Carter, der eigentlich nach ein paar Wochen geplant war, vorgeschoben.

Nach Angaben der amerikanischen Botschaft in Ankara, werde Carter in einigen sehr wichtigen Themen Meinungsaustausch mit türkischen Funktionären führen.

Carter kam mit Verteidigungsminister Ismet Yılmaz und Vertretern des Generalstabs zusammen. Bei den Gesprächen kam auch der Patriot-Einsatz der Nato auf die Tagesordnung. Wichtigstes Thema war der Ausbau der militärischen Zusammenarbeit. In diesem Zusammenhang wurde auch die Stationierung der Raketen gegen mögliche Raketendrohungen aus Syrien erörtert.

Kılıçdaroğlu zu Besuch in Portugal
Der Vorsitzende der Republikanischen Volkspartei (CHP) Kemal Kılıçdaroğlu, nahm in Portugal an der Konferenz des Rates der Sozialistischen Internationalen teil.

Bei der Konferenz kamen Kılıçdaroğlu und der Präsident der SI, Giorgos Andrea Papandreou zusammen. In seiner Rede an die Mitglieder des Rates der Sozialistischen Internationalen nannte Papandreou die türkisch-griechische Freundschaft als Beispiel für die gemeinsame Haltung gegen die Wirtschaftskrise.

Kılıçdaroğlu unterstrich des Weiteren: “Wir sollten das griechische Volk, das im Moment sehr stark an Armut leidet, unsere Solidarität bekunden.“

Privatisierung der Türk Telekom
Über weitere Anteile des Telekommunikationsriesen Türk Telekom hat Finanzminister Mehmet Şimşek auf einer Veranstaltung gesagt, dass weitere Anteile des Telekommunikationsriesen Türk Telekom privatisiert werden sollen. Die Aktienanteile sollen in die Hände von Kleinanlegern gelangen.

Dabei einige Anteile des größten türkischen Telekommunikationsunternehmens, Türk Telekom ist die türkische Regierung zu privatisieren. 32 Prozent der Aktienanteile sind im Besitz des Staatssekretariats für Schatzwesen.

Ein unnachgiebiger Unterstützer der Privatisierung ist der Finanzminister Mehmet Şimşek. Das staatliche Schatzwesen erwarte in 2013 Einkünfte in Höhe von 20 Mrd. Dollar. Derzeit befinden sich Privatisierungsaktionen im Wert von 13,5 Mrd. Dollar in Arbeit.

Presseschau der Türkischen Rundfunk- und Fernsehanstalt (TRT-World)

Gute Nachrichten von Erdogan für tschechische Geschäftsmänner
Hürriyet berichtet unter der Schlagzeile „gute Nachrichten von Erdogan für tschechische Geschäftsmänner“, Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan habe in der Tschechischen Republik am Arbeitsforum teilgenommen und eine Rede gehalten. Dem Blatt zufolge habe Erdogan betont, er sei bereit, tschechischen Geschäftsmännern, die in der Türkei investieren wollen, die türkische Staatsbürgerschaft zu geben. Das Visumproblem sei das größte Hindernis für türkische Geschäftsmänner. Die Türkei sei bereit alle Türen zu öffnen und tschechischen Geschäftsmännern, die in der Türkei investieren wollen, die türkische Staatsbürgerschaft zu geben. Dies sei auf das Selbstbewusstsein der Türkei zurückzuführen.

Wir bewundern die Türkei
Zaman bringt unter der Schlagzeile „wir bewundern die Türkei“ ein Interview im Vorfeld des Türkei-Besuchs des serbischen Staatspräsidenten Tomislaw Nikolic, der im vergangenen Mai mit dem Stimmen der Nationalisten gewählte wurde. Dem Blatt nach habe Nikolic erklärt, Serbien, das die Türkei bewundere, wolle die Beziehungen und die Zusammenarbeit ausbauen. Dies könne ein Vorbild für zahlreiche andere Länder werden. Die Zeit für eine Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern sei gekommen. Ferner habe Nicolic gesagt, er könne sich gemeinsame Kabinettssitzungen der türkischen und serbischen Regierungen gut vorstellen.

Ausländer investieren vor allem in Yozgat
In Vatan lesen wir unter der Schlagzeile „Ausländer investieren vor allem in Yozgat“, Ausländer würden beim Kauf von Immobilien in der Türkei vor allem die Provinzen Yozgat und Konya bevorzugen. Weiter heißt es in der Meldung, Yozgat habe beim Verkauf von Immobilien an Ausländer Istanbul und Antalya eindeutig abgehängt und den ersten Platz gesichert. Von 2003 bis 2012 hätten Ausländer in Yozgat insgesamt 9.615.443 Quadratmeter unbeweglicher Güter erworben. Mit 8.306.788 Quadratmetern habe Konya Platz zwei in der Top 10-Liste belegt.

Die Türkei ist am schnellsten
Haber Türk meldet unter der Schlagzeile „die Türkei ist am schnellsten“, in der Eisen-Stahl-Branche gehöre die Türkei zu den zehngrößten Produzenten und habe im vergangenen Jahr das größte Wachstum erzielt. Das Blatt bringt die jüngsten Daten der Welt-Stahl-Union, wonach die Türkei in 2012 ihre globale Produktion um 1,2 Prozent auf 1,548 Milliarden Tonnen erhöht habe. Im Vorjahr sei die Türkei der zehntgrösste Eisen-Stahl-Hersteller gewesen. Im vergangenen Jahr hingegen hätten Brasilien und die Ukraine im Minus abgeschlossen. Somit sei die Türkei auf Platz acht vorgerückt, heißt in Haber Türk weiter.

Sicherste Metropole ist Istanbul
Sabah berichtet unter der Schlagzeile „sicherste Metropole ist Istanbul“, in Betracht auf die Kriminalitätsrate sei die 13 Millionen Metropole Istanbul sicherer als andere Metropolen der Welt. Das Blatt veröffentlicht Daten der Istanbuler Polizei. Demnach habe Istanbul mit 13 Millionen 255 Tausend 685 Einwohnern eine Mordrate von 0,88 Prozent pro 100.000 Einwohnern. Somit sei die türkische Metropole sicherer als Tokio, Amsterdam, Mexico City, New York City, Madrid und Berlin.

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