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Migration und Integration in Deutschland

Erwerbsquoten der inländischen (43 %) und ausländischen (70,8 %) Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1970.

Friedrich Heckmann, Die Bundesrepublik als Einwanderungsland?, 1981

TV-Tipps des Tages

31.01.2013 – Türken, Integration, Hitler, Neonazi, Juden, Kippa, Ausländer

TV-Tipps des Tages sind: „Hurra, die Türken kommen!“ Als Gastarbeiter in Deutschland. Gut fünfzig Jahre ist es her, dass die ersten türkischen Gastarbeiter nach Deutschland kamen; Die Machtergreifung: Deutschland zwischen Demokratie und Diktatur; Deutschland – deine Türken: Fast drei Millionen Türken leben zurzeit in Deutschland; Mit Kippa und sechs Kindern; „Streitfall Beschneidung“

VONÜmit Küçük

DATUM31. Januar 2013

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„Hurra, die Türken kommen!“
Dokumentation (Kultur – Zeitgeschichte von 1945-1989) – Als Gastarbeiter in Deutschland. Gut fünfzig Jahre ist es her, dass die ersten türkischen Gastarbeiter nach Deutschland kamen. Inzwischen sind es fast drei Millionen Türken, die hier leben. Einige von ihnen sind voll integriert und wollen dazugehören. Andere empfinden Deutschland immer seltener als ihr Zuhause.

Fast drei Millionen Türken leben zurzeit in Deutschland. Ihre Gefühle sind widersprüchlich, sie changieren zwischen dem Wunsch dazuzugehören und sich dennoch abzuschotten. Sie leben mitten unter uns und dennoch wissen wir viel zu wenig voneinander.

Im Winter 1961 rollten die ersten Züge mit türkischen Gastarbeitern von Istanbul aus nach Westdeutschland. Die Wirtschaft der noch jungen Bundesrepublik boomte, die Arbeitskräfte aus der Türkei waren gefragter denn je: junge Männer, die vor allem in der Schwerindustrie, auf dem Bau und in der Automobilbaubranche zum Einsatz kamen. Das deutsch-türkische Anwerbeabkommen vom 30. Oktober 1961 hatte die Zuwanderung in großer Zahl erst möglich gemacht. Doch sollte der Aufenthalt ursprünglich auf zwei Jahre beschränkt bleiben. „Deutschland ist kein Einwanderungsland!“, lautete damals das Credo der Politik. Dennoch entschieden sich viele türkische Gastarbeiter, mit ihren Familien in der Bundesrepublik zu bleiben. 08:35-09:20 • ZDFkultur

Die Machtergreifung
Deutschland zwischen Demokratie und Diktatur. Die zweiteilige Dokumentation analysiert die Ursachen der schicksalhaften Entwicklung hin zum 30. Januar 1933 und zeigt, dass weite Teile der politischen und wirtschaftlichen Eliten Deutschlands Hitler völlig falsch eingeschätzt haben. Im Mittelpunkt der Dokumentation steht das Spannungsverhältnis zwischen dem Reichspräsidenten Paul von Hindenburg und dem Führer der NSDAP Adolf Hitler.

Interviewpartner Wolfram Pyta, Professor für Neuere Geschichte in Stuttgart, Direktor der Forschungsstelle Ludwigsburg zur NS-Verbrechensgeschichte und Hindenburg-Biograph, präsentiert seine Forschungsergebnisse. Im Gegensatz zur bisher vorherrschenden Einschätzung der meisten Historiker führt er aus, dass der damals 86-jährige Reichspräsident nicht jener gebrechliche Greis war, der den Überblick verloren hatte. Pyta beschreibt Hindenburg als einen gewieften Taktiker, der den Führer der NSDAP Adolf Hitler für seine Vision einer „nationalen Einigung“ instrumentalisieren wollte.

Harald Hoegner, der Sohn des ehemaligen Reichstagsabgeordneten der SPD und späteren bayerischen Ministerpräsidenten Wilhelm Hoegner, erlebte als Kind den Aufstieg Adolf Hitlers an der Seite seines Vaters hautnah mit. Er berichtet über die Verzweiflung, die sich in der linken Opposition breit machte, und über die Mechanismen des staatlichen Terrors, die viele Demokraten zwangen, sich ins Ausland abzusetzen. 11:00-11:45 • BR-alpha

Deutschland – deine Türken
Dokumentation (Gesellschaft – gesellschaftliche Trends/Entwicklungen) – Fast drei Millionen Türken leben zurzeit in Deutschland. Ihre Gefühle sind widersprüchlich, sie Changieren zwischen dem Wunsch dazuzugehören und sich dennoch abzuschotten. Sie leben mitten unter uns, und dennoch wissen wir viel zu wenig voneinander.

50 Jahre Türken in Deutschland – der Kabarettist Fathi Cevikkollu führt durch die Dokumentation „Deutschland – deine Türken“ und zeigt, wie weit die Integration fortgeschritten ist. Wie hat sich die Rolle der Frau verändert? Welche beruflichen Chancen haben Türken? Vorgestellt wird außerdem das neue Modelabel „style islam“, welches mit T-Shirts wie „Jesus & Mohammed – brothers in faith“ ebenso für Integration kämpft. Die verschiedenen Geschichten zeigen: Deutschlands Türken halten zu Deutschland. 11:10-11:40 • ZDFkultur

Mit Kippa und sechs Kindern
„Ich habe vor allem Angst um meine Kinder“, sagt Avichai Apel. Der 34-Jährige ist Rabbiner in Dortmund. Eigentlich lebt er gerne hier mit seiner Frau und seinen sechs Kindern. Doch immer wieder und immer häufiger ist auch Familie Apel wegen ihres jüdischen Glaubens Anfeindungen und Beleidigungen ausgesetzt. Dortmund ist multikulturell geprägt. Hier leben viele Muslime. Der Nahost-Konflikt sorgt regelmäßig für Zündstoff. Auch die vielen Neonazis in der Stadt machen den Juden Angst. Rabbiner Apel und seine Söhne fallen auf. Sie sind streng gläubig und immer mit Kippa und Gebetsschal unterwegs.

„Ich kämpfe dafür, dass es möglich ist, als Jude hier zu leben“, sagt Avichai Apel. Zu seiner Gemeinde gehören mittlerweile 4000 Juden. Viele verschweigen, dass sie jüdisch sind. Die Angst vor Antisemitismus ist einfach zu groß. Reporterin Anne Bielefeld hat nicht erwartet, dass die Lage so beschämend ist. 01:40-02:00 • tagesschau24

„Streitfall Beschneidung“
Dokumentation – Die Fronten scheinen unversöhnlich: Der Rabbi erklärt, das Verbot der Beschneidung sei die schlimmste Grausamkeit gegen die Juden seit dem Holocaust. Der Spruch des Kölner Landgerichts, das religiös motivierte Beschneidung als Akt der Körperverletzung unter Strafe stellt, sorgt seit Wochen für leidenschaftliche, erbitterte Debatten. Ein Team des Hessischen Rundfunks hat Menschen besucht, die direkt von diesem Urteil betroffen sind: Familien, Imame und Rabbiner, Ärzte, vor allem aber Männer – jene, die ihre Beschneidung als identitätsstiftend begreifen, und solche, die sich für ihr Leben gezeichnet sehen.

Die junge jüdische Familie M. aus dem Rhein-Main-Gebiet droht nach Israel auszuwandern, sollten sie ihren zukünftigen Stammhalter nicht legal hierzulande beschneiden lassen dürfen. Deutsche Muslime und die Islamverbände protestieren, die christlichen Kirchen auch. Der türkischstämmige Muhammed, 21 Jahre alt, erzählt hingegen von seinen seelischen und körperlichen Qualen nach dem blutigen Eingriff. Er betet, das umstrittene Urteil möge für alle bindend sein.

Der Kinderschutz-Bund spricht von einem weisen Entscheid zum Wohle von Tausenden von Jungen. Doch es kommen viele Fragen auf: Werden Juden und Moslems in der Ausübung ihrer Religionsfreiheit massiv behindert, am Ende aus Deutschland vertrieben? Wie erleben muslimische wie auch jüdische Familien dieses Urteil in all seinen Konsequenzen? Oder ist eben dieser Entscheid ein Sieg des säkularen Rechtsstaates? Was aber zählt mehr: der Ritus oder das Recht auf körperliche Unversehrtheit? 05:20-05:50 • HR

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