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Durch die Möglichkeit der Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer in solchen [einfachen, manuellen] Positionen hat sich die Chance der deutschen Arbeiter, sich beruflich weiterzuentwickeln und in der Betriebshierarchie aufzusteigen zweifellos verbessert.

Bundesanstalt für Arbeit, Repräsentativuntersuchung ’72 über die Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer…, 1973

TV-Tipps des Tages

30.01.2013 – NSU, Neonazi, Rassismus, Terror, Türken, Antisemitismus

TV-Tipps des Tages sind: Die Machtergreifung Deutschland zwischen Demokratie und Diktatur; Der Norden schaut hin: Die rechte Szene in Norddeutschland. Im Herbst schreckte eine Studie über rechtes Gedankengut ganz Deutschland auf. Viel stärker als gedacht haben sich Fremdenhass und Antisemitismus in der Mitte der Gesellschaft breit gemacht; „Hurra, die Türken kommen!“

VONÜmit Küçük

DATUM30. Januar 2013

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Die Machtergreifung
Deutschland zwischen Demokratie und Diktatur. Die zweiteilige Dokumentation analysiert die Ursachen der schicksalhaften Entwicklung hin zum 30. Januar 1933 und zeigt, dass weite Teile der politischen und wirtschaftlichen Eliten Deutschlands Hitler völlig falsch eingeschätzt haben. Im Mittelpunkt der Dokumentation steht das Spannungsverhältnis zwischen dem Reichspräsidenten Paul von Hindenburg und dem Führer der NSDAP Adolf Hitler.

Interviewpartner Wolfram Pyta, Professor für Neuere Geschichte in Stuttgart, Direktor der Forschungsstelle Ludwigsburg zur NS-Verbrechensgeschichte und Hindenburg-Biograph, präsentiert seine Forschungsergebnisse. Im Gegensatz zur bisher vorherrschenden Einschätzung der meisten Historiker führt er aus, dass der damals 86-jährige Reichspräsident nicht jener gebrechliche Greis war, der den Überblick verloren hatte. Pyta beschreibt Hindenburg als einen gewieften Taktiker, der den Führer der NSDAP Adolf Hitler für seine Vision einer „nationalen Einigung“ instrumentalisieren wollte.

Harald Hoegner, der Sohn des ehemaligen Reichstagsabgeordneten der SPD und späteren bayerischen Ministerpräsidenten Wilhelm Hoegner, erlebte als Kind den Aufstieg Adolf Hitlers an der Seite seines Vaters hautnah mit. Er berichtet über die Verzweiflung, die sich in der linken Opposition breit machte, und über die Mechanismen des staatlichen Terrors, die viele Demokraten zwangen, sich ins Ausland abzusetzen. 20:15-21:00 • BR-alpha

Der Norden schaut hin
Die rechte Szene in Norddeutschland. Im Herbst schreckte eine Studie über rechtes Gedankengut ganz Deutschland auf. Viel stärker als gedacht haben sich Fremdenhass und Antisemitismus in der Mitte der Gesellschaft breit gemacht. Reporter von NDR und Radio Bremen haben sich im ganzen Norden auf die Suche nach diesem Gedankengut gemacht. Aber auch Gegner der rechten Szene und Unterstützer von Opfern berichten über ihre Arbeit. Im Anschluss: Reinhold Beckmann mit Gästen zum Thema Rechtsradikalismus.

In der Dokumentation kommen berichten auch Gegner von friedlichen Aktionen gegen die rechtsextremen Szene und Unterstützer von Opfern erzählen von ihrer Arbeit. Im Rahmen des Projekts „Der Norden schaut hin“ beobachten alle Fernseh- und Radio-Programme von NDR und Radio Bremen seit einem halben Jahr die rechtsextreme Szene in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen und Niedersachsen noch genauer als bisher.

In dieser Dokumentation werden die Ergebnisse dieser Recherche präsentiert. Dazu analysieren Experten die Rechtsradikalen im Norden Deutschlands und erklären, warum deren Gedankengut auch in der Mitte der Gesellschaft so verbreitet ist. Unsere Reporter treffen eine Bürgermeisterin in Mecklenburg-Vorpommern, die gegen viele Widerstände dafür kämpft, dass ihr Ort kein „Nazi-Dorf“ wird. In Hamburg zeigen wir den alltäglichen Fremdenhass in einem überwiegend von Migranten bewohnten Stadtteil. Ein Schüler aus Niedersachsen erzählt von seinen Aktionen gegen Nazi-Graffitis in seiner Stadt. In Bremen lassen wir uns erklären, Anziehungskraft rechtsextremistische Bands haben. In Mölln in Schleswig-Holstein erzählen uns die Einwohner, wie das Zusammenleben mit Ausländern 20 Jahre nach den Brandanschlägen funktioniert.

Bei der Aufklärung der NSU-Morde wurden immer mehr ungeheuerliche Details über die Arbeit von Verfassungsschutz und Polizei und über die Unterstützer des rechten Gewalttrios bekannt. Jede Neuigkeit zum NSU wird immer noch in den Medien groß aufbereitet. Dabei haben auch die Medien das Thema der rechten Gewalttaten lange Zeit vernachlässigt. Mit dem Projekt „Der Norden schaut hin“ haben NDR und Radio Bremen den alltäglichen Rechtsextremismus, den immer wieder aufflackernden Fremdenhass, die Publikationen rechtsradikaler Verlage, die volksverhetzenden Konzerte, die heimliche oder offene Unterstützung rechtsextremer Umtriebe, die dumpfen Parolen und gewalttätigen Aufmärsche im Norden dokumentiert. Auf www.ndr.de/dernordenschauthin wurden alle Beiträge dazu fortlaufend gesammelt. 20:15-21:05 • NDR Mecklenburg-Vorpommern

„Hurra, die Türken kommen!“
Dokumentation (Kultur – Zeitgeschichte von 1945-1989) – Als Gastarbeiter in Deutschland. Gut fünfzig Jahre ist es her, dass die ersten türkischen Gastarbeiter nach Deutschland kamen. Inzwischen sind es fast drei Millionen Türken, die hier leben. Einige von ihnen sind voll integriert und wollen dazugehören. Andere empfinden Deutschland immer seltener als ihr Zuhause.

Fast drei Millionen Türken leben zurzeit in Deutschland. Ihre Gefühle sind widersprüchlich, sie changieren zwischen dem Wunsch dazuzugehören und sich dennoch abzuschotten. Sie leben mitten unter uns und dennoch wissen wir viel zu wenig voneinander.

Im Winter 1961 rollten die ersten Züge mit türkischen Gastarbeitern von Istanbul aus nach Westdeutschland. Die Wirtschaft der noch jungen Bundesrepublik boomte, die Arbeitskräfte aus der Türkei waren gefragter denn je: junge Männer, die vor allem in der Schwerindustrie, auf dem Bau und in der Automobilbaubranche zum Einsatz kamen. Das deutsch-türkische Anwerbeabkommen vom 30. Oktober 1961 hatte die Zuwanderung in großer Zahl erst möglich gemacht. Doch sollte der Aufenthalt ursprünglich auf zwei Jahre beschränkt bleiben. „Deutschland ist kein Einwanderungsland!“, lautete damals das Credo der Politik. Dennoch entschieden sich viele türkische Gastarbeiter, mit ihren Familien in der Bundesrepublik zu bleiben. 20:15-21:00 • ZDFkultur

Deutschland – deine Türken
Dokumentation (Gesellschaft – gesellschaftliche Trends/Entwicklungen) – Fast drei Millionen Türken leben zurzeit in Deutschland. Ihre Gefühle sind widersprüchlich, sie changieren zwischen dem Wunsch dazuzugehören und sich dennoch abzuschotten. Sie leben mitten unter uns, und dennoch wissen wir viel zu wenig voneinander.

50 Jahre Türken in Deutschland – der Kabarettist Fathi Cevikkollu führt durch die Dokumentation „Deutschland – deine Türken“ und zeigt, wie weit die Integration fortgeschritten ist. Wie hat sich die Rolle der Frau verändert? Welche beruflichen Chancen haben Türken? Vorgestellt wird außerdem das neue Modelabel „style islam“, welches mit T-Shirts wie „Jesus & Mohammed – brothers in faith“ ebenso für Integration kämpft. Die verschiedenen Geschichten zeigen: Deutschlands Türken halten zu Deutschland. 22:50-23:20 • ZDFkultur

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Ein Kommentar
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  1. Sinan A. sagt:

    Zum Themenabend auf ZDF Kultur:

    Der zuständige Redakteur hat den mittleren Teil der Beschreibung von “Hurra, die Türken kommen”, der sich eher fies liest, zum Motto des ganzen Themenabends erhoben:

    „Fast drei Millionen Türken leben zurzeit in Deutschland. Ihre Gefühle sind widersprüchlich, sie changieren zwischen dem Wunsch dazuzugehören und sich dennoch abzuschotten. Sie leben mitten unter uns, und dennoch wissen wir viel zu wenig voneinander.“

    Teilweise sind diese drei Sätze sogar jeder nachfolgenden Sendung vorangestellt – siehe auch hier – obwohl jede Sendung bereits seine eigene aussagekräftige Beschreibung hat. Einen richtigen Sinn ergibt das nicht.

    Der einzige Sinn besteht darin, die negativsten Sätze möglichst prominent zu platzieren. Es stört dann auch nicht weiter, dass die Passage überhaupt nicht zu der beschriebenen Sendung gehört. Hauptsache, klingt fies. Genau darum hat der Redakteur das gemacht.



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