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Migration und Integration in Deutschland

Er [ein Paß] kommt auch nicht auf so einfache Weise zustand wie ein Mensch. Ein Mensch kann überall zustandkommen, auf die leichtsinnigste Art und ohne gescheiten Grund, aber ein Paß niemals. Dafür wird er auch anerkannt, wenn er gut ist, während ein Mensch noch so gut sein kann und doch nicht anerkannt wird.

Bertolt Brecht, Flüchtlingsgespräche, 1940

V-Mann Felten

Optionspflicht im Tuka Tuka Land

War der Begriff Gastarbeiter schon ein Widerspruch in sich, so gibt es mal wieder eine neue Sprachschöpfung aus dem Reich des Bürokraten-Deutsch: die Optionspflicht.

VONWerner Felten

 Optionspflicht im Tuka Tuka Land
Der Autor übernahm 1999 die Leitung des ersten türkischsprachigen Radios in Berlin. Von Radio hatte er eine Ahnung, von Türken nicht. Radio ist Radio dachte er sich. Das änderte sich aber schlagartig am 11.9.2001, als die Deutschen entdeckten, dass die Türken Muslime sind. Da ging es dann mit Integrationsdebatte los. Felten fand sich schnell in unzähligen Debatten, Gipfeln und Podiumsdiskussionen zu diesem Thema wieder. Ihn wunderte es, dass seine von ihm geschätzten türkischen Kollegen, Mitarbeiter und Freunde auf einmal alle Problemfälle sein sollten. Nachdem er 2007 die Leitung des Radiosenders abgegeben hatte, veröffentlichte er sein Buch „Allein unter Türken“, in dem er auf die Absurditäten der Debatte über die Integration hinwies. Heute schreibt er u.a. für die Deutsche Welle, moderiert und macht Comedy zum Thema Integration. Felten lebt gerne in Berlin, auch wenn er manchmal überlegt, ob er in die Türkei emigrieren solle.

DATUM25. Januar 2013

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RESSORTAktuell, Meinung

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Sehr hübsch, bedeutet doch Option irgendwie das Versprechen auf Wahlmöglichkeit, die dann auch gleich durch die Pflicht wieder eingeschränkt wird. Ordnung muss sein im Lande. Ausbürgerung auf die indirekte Art, kann man diese Pflicht auch nennen. Liebe Optionspflichtigen, nehmt bitte die deutsche Staatsbürgerschaft an. Es gilt, unter anderem Buschkowsky abzuwählen.

Buchpflicht für Politiker oder die, die glauben, welche zu sein, scheint jetzt auch gesetzlich verankert worden sein. Sarrazin, Wowereit, Käßmann und die weltberühmte Lokalgröße aus Berlin und viele mehr haben uns schon mit ihren Elogen beglückt. Wir warten gespannt auf Wulffs Buchs „Wie ich mir eine Südstaatenvilla in Burgwedel baute“.

Neukölln ist für mich ein No Go Area geworden. Ich habe Angst, ich könnte dort diesem weltberühmten Heinz Buschkowsky begegnen und alle anderen sind weg. Aber immerhin wissen jetzt einige, dass Neukölln ein Bezirk von Berlin ist und nicht die Neustadt von Köln.

Nett, dass der sich jetzt von der Bild Zeitung einspannen lässt, um den Verkauf seines Buchs weiter anzukurbeln. Klasse, so verschafft er der CDU bei der nächsten Bundestagswahl Wahl einige Prozente mehr.

Der alte Spruch von Bismarck, dass das Dumme an einer Demokratie sei, dass jeder mitmachen dürfe, trifft bei der SPD voll zu. Jetzt ist auch klar geworden, warum die SPD die NPD verbieten lassen will. Sie will einfach nur einen unliebsamen Konkurrenten loswerden.

„Es wird selbstverständlich sein, dass jemand Mehmet heißt und nicht Hans – wir halten das aus“, sagte Innenminister Friedrich in einer Diskussion mit Schülern in Erfurt. Da hat er recht, wir halten das aus, es geht ja bald wieder vorüber. Wir halten ja auch diesen Innenminister aus.

Die Geburten in Deutschland sind 2012 auf einen erneuten Tiefststand gefallen, aber die Bevölkerungsentwicklung geht nach oben! Wie geht das denn? Haben sich da unbemerkt Zuwanderer in das Land eingeschlichen? Oder hat man nur mal anders gezählt. Für ein Land, das von sich behauptet kein Zuwanderland zu sein, eine stolze Leistung.

Aber wenden wir uns jetzt mal dem wirklich wichtigen Dingen in diesem Land zu. Diese bedauernswerten Verfassungsschützer verlieren dauern ihre Daten, einfach so, purzeln aus den Rechnern heraus, direkt auf die Straße und dann kommt der Wind und trägt sie davon. Sie sollten mal im Taka Tuka Land nachschauen oder den Südseekönig fragen, wo sie denn geblieben sind. Denn nachdem das mit dem Flaschenpfand geregelt ist, der Müll getrennt und das letzte Atomkraftwerk abgeschaltet wurde, was bleibt da für den politischen Gutmenschen noch zu tun?

Getreu dem Motto, die Welt ist immer noch nicht gerettet, wirft er sich mit aller Vehemenz auf die Kinderbücher. Natürlich denkt er global. Astrid Lindgren muss gleich mit dran glauben. Die Gutmenschen führen sich auf „wie nackte 10 Neger“. So ist das liebe Gutmenschen: am deutschen Wesen soll die Welt genesen.

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2 Kommentare
Diskutieren Sie mit!»

  1. glamorama sagt:

    „Neukölln ist für mich ein No Go Area geworden. Ich habe Angst, ich könnte dort diesem weltberühmten Heinz Buschkowsky begegnen und alle anderen sind weg.“

    Danke, das machte meinen Tag 🙂

  2. Frager sagt:

    „Liebe Optionspflichtigen, nehmt bitte die deutsche Staatsbürgerschaft an.“

    Sie haben die deutsche Staatsangehörigkeit doch schon und sollen sie behalten!



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