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Nordrhein‑Westfalen

Jeder achte Schüler muslimisch

Die Zahl der muslimischen Schüler in Nordrhein-Westfalen ist in den vergangenen 15 Jahren um 75.000 auf 274.000 angestiegen. In Teilen des Ruhrgebiets war der Islam sogar die stärkste Religionsgruppe unter den Schülern.

Das Wettrennen um die Einführung des islamischen Religionsunterrichts ist im vollen Gange. Seit Jahren wetteifern die Bundesländer darum, muslimischen Schülern konfessionellen Schulunterricht anzubieten. Einen Etappensieg hat Nordrhein-Westfalen errungen mit der Einführung – wenn auch mit teilweise erheblichen Lücken und Mängeln in der Umsetzung.

Wie wichtig die schnelle Einführung dennoch war, zeigt eine aktuelle Erhebung des Statistischen Landesamtes. Danach ist der Anteil der konfessionslosen Schüler seit dem Schuljahr 2006/2007 zwar um 2,3 Prozentpunkte gestiegen, doch zeigt die Erhebung auch, dass im Schuljahr 2011/2012 rund 13 Prozent der gesamten Schülerschaft muslimisch war; katholische Schüler stellen 41 Prozent (855.000) und evangelische 29 Prozent (599.000) der gesamten Schülerschaft.

Immer häufiger aufs Gymnasium
In Städten wie Duisburg oder Gelsenkirchen ist der Islam unter den Schülern sogar die am weitesten verbreitete Religion. So beträgt der Anteil der muslimischen Schüler in Duisburg rund 32 Prozent; hier kommen katholische Schüler auf vergleichsweise niedrige 27 Prozent und evangelische auf 24 Prozent.

Ein Vergleich der besuchten Schulform zeigt, dass muslimische Schüler (5,6 Prozent) im Vergleich zu Katholischen (48 Prozent) und Evangelischen (33 Prozent) deutlich seltener das Gymnasium besuchen. Am häufigsten besuchen muslimische Schüler die Hauptschule. Dort sind 22 Prozent der Schüler muslimisch. Der Langzeitvergleich ist jedoch positiv. Während im Schuljahr 1996/1997 nur 2,6 Prozent der Gymnasiasten muslimisch waren, stieg diese Quote zehn Jahre später schon auf 3,7 Prozent an.

Zahl muslimischer Schüler steigt
Der Langzeitvergleich zeigt auch, dass die Zahl der muslimischen Schüler im Laufe der Jahre kontinuierlich gestiegen ist. Waren vor 15 Jahren rund 200.000 oder 9 Prozent der Schüler muslimisch, ist diese Zahl zehn Jahre später um rund 60.000 angestiegen (11,3 Prozent). Heute ist bereits gut jeder Achte Schüler muslimisch (274.000).

Auffällig ist, dass der höchste Anteil konfessionsloser Schüler im Schuljahr 2011/2012 mit 32 Prozent an den freien Waldorfschulen gab; den niedrigsten Anteil wiesen hier mit 9 Prozent Realschüler auf. An den Grundschulen ist der Anteil der Schüler ohne Konfession seit dem Schuljahr 2006/07 von 12,5 Prozent auf nunmehr 15,8 Prozent gestiegen. Insgesamt war jeder Achte der 2,1 Millionen Schüler an den allgemeinbildenden Schulen Nordrhein Westfalens konfessionslos. (sb)