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Türkische Presse Türkei

09.01.2013 – Gül, Terror, PKK, Erdoğan, Syrien, Patriot, Türkei, Erdbeben

Die Themen des Tages sind: Gül empfing Fidan; Ministerpräsident setzt seine Afrika-Reise fort; Patriot-Einsatz in der Türkei; Erdbeben der Stärke 6,2 erschüttert die Westküste; Nord Irak exportiert Erdöl über die Türkei; Türken in Deutschland schicken Geld in die Türkei; Höchste Arbeitslosigkeit in EU seit 1997; Başçı als Zentralbank-Präsident des Jahres in der Welt gewählt

VONBYEGM, TRT

DATUM9. Januar 2013

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RESSORTTürkische Presse Türkei

QUELLE Die “Türkische Presse Türkei” wird MiGAZIN von der Generaldirektion für Presse und Information in Ankara und der Türkischen Rundfunk- und Fernsehanstalt (TRT-World) zur Verfügung gestellt und unverändert übernommen.

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Presseschau der Generaldirektion für Presse und Information in Ankara

Gül empfing Fidan
Staatspräsident Abdullah Gül hat gestern Geheimdienstchef Hakan Fidan im Çankaya Palais in Ankara empfangen. Bei dem Treffen, das etwa eine Stunde dauerte, informierte Fidan den Staatspräsidenten über die jüngsten Entwicklungen im In- und Ausland und über die Maßnahmen zum Kampf gegen den Terror.

Ministerpräsident setzt seine Afrika-Reise fort
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan hat bei seiner sechstägigen Afrika-Reise als zweite Station Niger besucht. Der Ministerpräsident wird von einer 300-köpfigen Delegation, darunter Geschäftsmänner, Bürokraten und Minister begleitet.

Kurz nach der Ankunft in Gabun nahm Erdoğan in Niger am türkisch-nigrischen Arbeitsforum teil. Bei seiner Rede sagte

Erdoğan: „Wir interessieren uns hier nicht um Erdöl, Gold oder Diamanten.“ Zudem betonte Erdoğan, bisher sei Afrika ziellos ausgebeutet worden. Die Türkei blicke als ein Freund und Bruder auf Afrika und sehe nicht die Reichtümer des Kontinents. Die Türkei wolle ihre Beziehungen mit Afrika ausbauen. Die Türkei sehe die gemeinsame Geschichte mit Afrika, die sie verbindet.

Unterdessen wurden zwischen der Türkei und Niger verschiedene Abkommen bezüglich der Zusammenarbeit wie die Visafreiheit für Diplomaten unterschrieben.

Sinirlioğlu reist zu Kontakten nach Moskau
Der Staatssekretär im Außenministerium, Feridun Sinirlioğlu, reist zu Kontakten im Rahmen der Lösung des Syrien-Problems nach Russland. Sinirlioğlu wird im Rahmen seiner mit Mikhail Bogdanov, dem Nahost-Vizes des Verteidigungsministers Sergei Lawrow zusammen kommen. Laut Angaben will Ankara Moskau zu einem „Übergansprozess ohne Assad“ überzeugen. Bei dem Treffen sollen über die Einzelheiten des von Nachbarn Syriens und den UN-Vetomächten angenommenen Genfer-Abkommens beraten werden, hieß es.

Patriot-Einsatz in der Türkei
Die deutschen Patriot-Abwehrraketen wurden gestern um 07.30 Uhr in der Ostseehafenstadt Travemünde verschifft. Das deutsche Material für den Patriot-Einsatz der NATO in der Türkei wurde am Abend auf den Weg gebracht. Rund 303 Fahrzeuge und Anhänger sowie 130 Container wurden auf ein gechartertes Frachtschiff einer dänischen Reederei verladen.

Vom niederländischen Eindhoven aus flog unterdessen das deutsche Vorauskommando gemeinsam mit niederländischen Soldaten in die Türkei, um dort den Patriot-Einsatz vorzubereiten.

Das Material für den Patriot-Einsatz soll voraussichtlich am 21. Januar in İskenderun eintreffen. Es soll von dort auf dem Landweg ins rund 200 Kilometer entfernte Kahramanmaraş gebracht werden, wo die Patriots stationiert werden sollen.

Unterdessen flog die US-Armee Ausrüstung und Soldaten für den „Patriot“-Einsatz der Nato vom pfälzischen Ramstein in die Türkei.

Erdbeben der Stärke 6,2 erschüttert die Westküste
Im Ägäischen Meer vor der Westküste der Türkei hat sich am Dienstagnachmittag ein Erdbeben der Stärke 6,2 ereignet. Das Beben war in zahlreichen Städten wie Çanakkale, İzmir, İstanbul, Bursa, Balıkesir, Kütahya, Eskişehir, Edirne, Tekirdağ und Kırklareli zu spüren. Nach Angaben der Erdbebenwarte der Boğaziçi Universität Kandilli wurden in der ersten halben Stunde rund 15 Nachbeben gemessen.

Bestätigte Informationen über Sachschäden, Verletzte oder mögliche Todesopfer liegen noch nicht vor.

Das Beben ereignete sich um 16:16 Uhr Ortszeit ca. 100 Kilometer südwestlich der türkischen Stadt Çanakkale. Berichte über Schäden oder Opfer lagen zunächst nicht vor. Beben dieser Stärke können regelmäßig im Umkreis von bis zu 70 Kilometern Schäden anrichten.

Nord Irak exportiert Erdöl über die Türkei
Die Regionalverwaltung im Norden des Irak hat zum ersten Mal Erdöl in andere Länder über die Türkei hinaus exportiert. Nach Angaben hat der Export -auch wenn in kleinem Maß- eine große Bedeutung für die Regionalverwaltung, die unabhängig von Bagdad sein möchte.

Das erste exportierte Erdöl vom Norden des Iraks wurde mit Lastwagen in die türkische Provinz Mersin geliefert.

Industrieproduktion um 11,3 Prozent gestiegen
Das türkische Statistikamt (TÜİK) veröffentlichte die Industrieproduktionszahlen für November. Laut Angaben ist die Produktion in November im Gegensatz zum vorherigen Jahr um 11,3 % gestiegen.

Der Aufwärtstrend in den Teilsektoren hält ebenfalls an. Der Index für Steinbruch und Bergbau stieg im November um 7,5 %. Bei der Fertigungsindustrie um 13,3 %. Der Produktionsindex in den Bereichen Strom, Erdgas, Dampf und Klimatisierung sank dagegen um 2,0 %.

Türken in Deutschland schicken Geld in die Türkei
Die türkische Wirtschaft wächst seit Jahren und damit auch der Wohlstand der Bürger. Dazu erhöhen sich auch das Bargeldtransfer von Deutschland in die Türkei von Tag zu Tag. Noch überwiegen die seit Jahrzehnten gewohnten Transfers von Deutschland in die Türkei.

Die türkische Wirtschaft gehört seit Jahren zu den Wachstumsmeistern in Europa. Allein in den ersten zehn Monaten in 2012 wurde eine Bargeldsumme von 800 Millionen Dollar in die Türkei geschickt. Claudia Westermayr, Deutschland-Chefin von Western Union, begründet diese Entwicklung mit dem Effekt der Euro-Krise und sagt: „Immer mehr gut ausgebildete Türken kehren zurück in die Heimat ihrer Eltern und unterstützen die in Deutschland lebende Verwandtschaft.“

Höchste Arbeitslosigkeit in EU seit 1997
In diesem Jahr ist die Entwicklung in der EU unterschiedlich verlaufen. In acht Ländern habe es sogar ein Sinken der Beschäftigungslosenquote gegeben, erklärte der Sprecher von EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn, in Brüssel.

In Europa ist bei der Arbeitslosenzahl ein neuer Rekord gebrochen worden. Im vergangenen Jahr kamen europaweit insgesamt über 2 Millionen weitere Arbeitslose hinzu. Nach den Zahlen des europäischen Statistikamtes EUROSTAT wurde in der Eurozone mit einer Arbeitslosenrate von 11,8 Prozent ein neuer Rekord aufgestellt. Der vorherige Rekord wurde mit 11,7 Prozent im November 2012 gebrochen. Die höchste Arbeitslosigkeit ist wieder in Spanien. In Europa kann seit drei Jahren der Arbeitslosigkeit keine Lösung gefunden werden. In der Eurozone sind etwa 19 Millionen Menschen ohne Arbeit. Die Differenz zwischen den 17 Ländern der Eurozone und den weiteren europäischen Staaten wird immer größer. In Spanien beträgt die Arbeitslosenquote 26,6 Prozent, gefolgt von Griechenland mit 20 Prozent. Danach kommen Portugal und Irland.

Österreich hat in der EU weiterhin die niedrigste Arbeitslosenrate. In Italien waren seit 2004 prozentuell nicht mehr so viel Menschen auf der Suche nach Arbeit. Für Spanien ist es der bisher höchste Wert, vor einem Jahr waren es noch 20,6 Prozent gewesen.

Neben Griechenland lagen keine Daten für Estland, Lettland, Litauen und Großbritannien vor.

Marian Qasim Ahmed: Die Türkei habe für das somalische Volk ihre Herzen geöffnet
Der somalische Gesundheitsminister Marian Qasim Ahmed sagte, die Türkei habe für das somalische Volk nicht nur den Weg geebnet, sondern auch ihre Herzen geöffnet.

Nach Angaben des somalischen Gesundheitsminister Marian Qasim Ahmad habe die Türkei sein Land Somalia unterstützt. Die türkische Regierung leiste mit Lebensmittel- und Medikamentenhilfe dem somalischen Volk große Unterstützung. Nun würden in der Türkei somalische Ärzte ausgebildet und in Somalia ein Krankenhaus eröffnet. Das sei ein Erfolg der türkischen Regierung, so der somalische Gesundheitsminister.

Türkische Ärzte haben den Start für die medizinische Fachausbildung von somalischen Ärzten gegeben.

In Somalia stirbt fast jedes zweite Kind nach der Geburt. Freiwillige türkische Ärzte stehen dem somalischen Volk zu schwierigen Zweiten immer zur Seite. Nun wird aus der Türkei auf institutioneller Ebene die helfende Hand ausgestreckt. Das von der Internationalen Gesundheitsföderation der ägäischen Region ESAFED in Betrieb zu nehmende erste Bildungs- und Forschungskrankenhaus Deva wird im kommenden März eröffnet. Hier sollen auch somalische Ärzte medizinische Fachausbildung erhalten.

Başçı als Zentralbank-Präsident des Jahres in der Welt gewählt
Finanzkrise beherrscht viele Länder von Europa bis Amerika. Die Türkei kommt mit geringem Schaden aus der Finanzkrise durch. Der größte Anteil in diesem Erfolg von Erdem Başçı, dem Präsidenten der türkischen Zentralbank, hat ihm eine globale Auszeichnung gebracht. Das seit 1928 veröffentlichte Magazin „The Banker“, das die globalen Finanzmärkte von nahem verfolgt, wählte Başçı als „Zentralbank-Präsident des Jahres in Europa und der Welt“ aus.

Die ersten Bilder vom Satellit Göktürk-2 empfangen
Industrieminister Minister Nihat Ergün teilte mit, dass die ersten klaren Bildern vom Satellit Göktürk-2 vor zehn Tagen aufgenommen worden seien, und sagte: „Die ersten Bilder waren von Antalya in der Türkei und die ersten Bilder aus der ganzen Welt von Auckland in Neuseeland aufgenommen.“

Ergün sagte, dass der Satellit über der Türkei bis viermal pro Tag durchfliege und während dieser Übergänge Bilder aus der ganzen Türkei aufgenommen werden können.

Presseschau der Türkischen Rundfunk- und Fernsehanstalt (TRT-World)

Zusammenarbeit im Wassersektor
Yeni Safak berichtet, Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan habe in Niger, der zweiten Station seiner Afrika-Reise, fünf Kooperationsabkommen in verschiedenen Bereichen unterzeichnet. Dem Blatt nach seien zwischen der Türkei und Niger Abkommen über „wirtschaftliche, kommerzielle und technische Zusammenarbeit“, „Kooperation bei der Trinkwasserbeschaffung und Aufbereitung“, „Zusammenarbeit im Wassersektor“, „Zusammenarbeit im Forstwesen“ sowie „die gegenseitige Aufhebung der Visumspflicht für diplomatische Pässe“ unterzeichnet worden. Bei dem Besuch sei auch das türkisch-nigrische Arbeitsforum zusammengetreten. Erdogan habe in seiner Rede betont, Niger benötige Staudämme. Die türkischen Geschäftsleute habe Erdogan aufgerufen, sich um den Bau der Staudämme und Kraftwerke in Niger zu bewerben.

Russische, iranische und chinesische Züge in Assads Fahrplan
In Star lesen wir unter der Schlagzeile „russische, iranische und chinesische Züge in Assads Fahrplan“, Spekulationen zufolge sei der vom syrischen Machthaber Baschar al-Assad verkündete jüngste Friedensplan in Absprache mit Moskau, Teheran und Peking vorbereitet worden. Hashimi, der Berater des iranischen Staatspräsidenten Ahmedinedschad zufolge stimme der bekanntgegebene Plan mit dem von Teheran vorbereiteten überein. Nach Ansicht von Teheran sei es Assad würdig, regionale und internationale Unterstützung zur Beendigung der Gewalt in Syrien zu erhalten. Assad habe sich während der Vorbereitung des Friedensplans von Russland, China und Iran beraten.

Erste Aufnahmen von Göktürk-2
Zaman meldet unter der Schlagzeile „erste Aufnahmen von Göktürk-2“, Minister für Wissenschaft, Industrie und Technologie Nihat Ergün habe erklärt, der Satellit Göktürk-2 kreise täglich viermal über die Türkei und mache dabei Aufnahmen aus allen Regionen. Weiter schreibt das Blatt, dem Minister zufolge seien die ersten hochauslösbaren Aufnahmen von Göktürk-2 schon vor zehn Tagen eingetroffen. Die ersten Aufnahmen von der Türkei seien aus Antalya, die ersten von der Welt aus der neuseeländischen Stadt Auckland.

Vorbereitungen auf den Kampf gegen Waffen in den USA
Aus Radikal erfahren wir unter der Schlagzeile „Vorbereitungen auf den Kampf gegen Waffen in den USA“, für ein schärferes Waffenrecht als Maßnahme gegen die Gewalt mit Waffen habe die US-Administration ihre Bemühungen intensiviert. Demnach habe US-Präsident Obama Gruppen der Waffenbesitzer, Vertreter der Angehörigenorganisationen von Opfern der Gewalt mit Privatwaffen sowie der Videospiel-Branche für diese Woche ins Weiße Haus eingeladen.

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