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Migration und Integration in Deutschland

Das Christentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das ist unsere christlich-jüdische Geschichte. Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.

Bundespräsident Christian Wulff, Rede zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2010

Mutige Gründerin

Schritt für Schritt nach oben

Selma Yasdut stammt als Tochter einer türkischen Gastarbeiterfamilie aus einfachen Verhältnissen. Die Powerfrau kämpfte sich Schritt für Schritt nach oben. Jetzt wurde sie mit dem Hessischen Gründerpreis ausgezeichnet in der Kategorie „Mutige Gründung“.

Im November wurde die Hainburger Unternehmerin Selma Yasdut mit dem Gründerpreis Hessen ausgezeichnet. Bei der feierlichen Verleihung in den Räumen der Energieversorgung Offenbach nahm die Inhaberin des nachhaltig produzierenden Modelabels SEY Organic Jeans den Preis in der Kategorie „Mutige Gründung“ aus den Händen des hessischen Wirtschaftsministers Florian Rentsch entgegen.

Die Kategorie würdigt Unternehmer, die sich unter schwierigen Rahmenbedingungen erfolgreich gegründet haben. Selma Yasdut stammt als Tochter einer türkischen Gastarbeiterfamilie aus einfachen Verhältnissen und hatte mit anfangs eher mittelmäßigen Schulnoten nicht die besten Voraussetzungen für eine steile Karriere. Doch die Powerfrau kämpfte sich Schritt für Schritt nach oben, lernte, studierte und behielt ihr Ziel vor Augen: den Erfolg in der Modebranche. Dem Hauptschulabschluss ließ sie eine Schneiderlehre folgen, nebenbei erwarb sie die Mittlere Reife und legte das Fachabitur sowie schließlich ein Diplom-Studium zur Bekleidungsingenieurin nach.

Über Peking zurück nach Deutschland
Ersten Jobs in der Qualitätssicherung folgte 2002 der Umzug nach Peking. Dort war sie bei einem textilverarbeitenden Betrieb für die Produktionsüberwachung und die Qualitätskontrolle verantwortlich. Die unwürdigen Arbeitsbedingungen und die ungerechten Produktionsmethoden sollten Yasduts Einstellung zur Mode nachhaltig prägen. Die Summe ihrer Erlebnisse führte 2007 dazu, dass Yasdut ihren Job kündigte und 2008 die Idee entwickelte, eine eigene Bio-Jeans-Marke zu gründen. Bei anfänglichen Problemen mit der Finanzierung halfen Familie und Freunde mit privaten Darlehen aus, so dass die Unternehmerin weiter für ihre Idee kämpfen konnte: die Produktion von ökologisch und sozial verträglichen sowie gleichzeitig modischen Jeans. Selma Yasduts Motto: „Ich gebe nicht auf, weil ich an meine Idee glaube!“

Die Auszeichnung mit dem Hessischen Gründerpreis bedeutet Selma Yasdut viel. „Der Preis ist für mich Bestätigung und Motivation“, sagt sie. „Ich bin sehr dankbar.“ Neue Energie für eine Powerfrau, die noch große Pläne hat. (hs)

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Ein Kommentar
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  1. Brandt sagt:

    Das Hauptproblem bei Gründungsvorhaben der Diaspora-Bevölkerungen ist, dass sie nicht in der Lage sind, das Kapitalminimum aufzubringen für wachstumsstarke Geschäftsmodelle. Die Sache ließe sich ändern, wenn sie die Kapitalsammelstellen kontrollieren könnten.

    Die Existenz solcher Geschäftsmodelle ist in einer Welt unvollkommenden Welthandel, Immobilienfinanzierung, Logistik, Technologie-Differentiale, medizinischer Versorgungslücken, rascher Verstädterung und Energieversorgungslücken eindeutig vorhanden. Und Zuwanderer haben auch Spezialisierungsvorteile, weil sie die Rolle des Informationsbroker haben.

    Es existieren auch institutionelle Vorbilder aus Großbritannien (Price Water House, Grammar Schools, McKinsey) und Japan (MITI, Keiretsu) etc. Was die Diasporas eben nicht können, ist es ähnlich wie die Nationalstaaten sich in supranationalen Organisationen wie die Weltbank, WTO oder IMF zu organisieren, um sich in eine Wachstumsökonomie zu verwandeln. Das ist die Tragik der Diasporas: sie werden vom Residenzstaat und vom Herkunftsstaat als Konjunkturpuffer, Steuer- und Devienquelle mißbraucht und mit Opiaten wie Nationalismus und Rassismus eingeschläfert.



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