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Migration und Integration in Deutschland

Wenn ich mir die Hauptschulen in Ballungszentren anschaue, sehe ich es als zentralen bildungspolitischen Auftrag für diese Schulart, dass sie […] Schülern ein niederschwelliges Bildungsangebot macht […]. Gerade für Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Präsident der Kultusministerkonferenz Ludwig Spaenle (CSU), taz, 20. Januar 2010

Buchtipp zum Wochenende

Allein unter Deutschen – Eine Entdeckungsreise

Tuvia Tenenbom, aufgewachsen als Sohn eines Rabbiners in Jerusalem, begibt sich auf Entdeckungsreise durch Deutschland: von Nord nach Süd, von Ost nach West, in die Stadt, aufs Land, in die Kirchen und in die Kneipen. Auf seiner Suche nach der deutschen Identität schreckt er vor keiner Begegnung zurück.

DATUM14. Dezember 2012

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Er interviewt Helmut Schmidt, Giovanni di Lorenzo und Kai Diekmann, er ist zu Gast in einem rechtsradikalen Club, er begleitet linke Autonome auf Erste-Mai-Demonstrationen. Er beobachtet die Biertrinkernation im WM-Sommer 2010, er besucht Synagogen, die Konzentrationslager Dachau und Buchenwald, den Weltkirchentag, die Passionsspiele in Oberammergau. Er spricht mit Studenten und Professoren, mit Bankern und Industriellen, mit Politikern und Künstlern, mit Bürgermeistern und Schrebergartenbesitzern, mit Obdachlosen und Junkies.

Quer durch alle gesellschaftlichen Schichten stellt er immer wieder die gleichen, drängenden Fragen: Wie ist es um den Nationalstolz der Deutschen bestellt? Wie gehen sie mit der deutschen Vergangenheit, wie mit dem Antisemitismus um? Wie reflektiert und kritisch sind sie dabei?

Tenenbom nimmt in seinem humorvoll, provokanten Reisebericht kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, uns den Spiegel vorzuhalten. Auf unterhaltsame Weise führt er mit scharfer Beobachtungsgabe die deutschen Marotten vor und enthüllt dabei intelligent und komisch zugleich die Seele des Landes und seiner Bewohner. (red)

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2 Kommentare
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  1. Werner Felten sagt:

    da können wir ja mit den Büchern gemeinsam auftreten. 🙂

  2. Harald S. sagt:

    Ach herrjeh, die immer wieder gleichen, drängenden Fragen: Wie ist es um den Nationalstolz der Deutschen bestellt? Wenn jetzt ausgerechnet ein Jude in New York keine anderen Sorgen zu haben scheint, als unbedingt allen Deutschen „den Spiegel vorzuhalten“, dann muss er wohl fürwahr einem glücklichen und sorgenfreien Völkchen angehören.

    Bekanntlich vertauscht ein Spiegel aber nicht links gegen rechts, sondern vorne gegen hinten. Also wird so auf diese Weise der Halter eines Spiegels doch eigentlich zum Spiegelbild genau dessen, das er spiegeln und abbilden möchte.

    Bleibt also nur zu hoffen, dass die solcherart gespiegelten Deutschen jetzt nicht ihrerseits den Juden Tenenbom als Spiegelbild und als typischen Repräsentanten für alle Juden und für das ganze Judentum nehmen. Denn das wäre wohl echt fatal.



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