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Migration und Integration in Deutschland

Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren.

Hessischer Integrationsminsiter Jörg-Uwe Hahn (FDP), Frankfurter Neue Presse, 7.2.2013

IAB-Studie

Qualifikation der Zuwanderer steigt

Nicht nur quantitativ hat die Zuwanderung nach Deutschland in den letzten Jahren zugenommen, auch das Bildungsniveau der Zuwanderer steigt kontinuierlich. Das zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB).

Immer mehr Akademiker zieht es nach Deutschland. Besaßen 2005 erst 30 Prozent der Neuzuwanderer einen akademischen Abschluss, waren es fünf Jahre später immerhin 44 Prozent. Das zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Im Vergleich zu Migranten, die schon länger in Deutschland leben oder hier geboren wurden, sind die Neuzuwanderer im Durchschnitt besser qualifiziert. So verfügen z. B. die türkischen Neuzuwanderer deutlich häufiger über akademische Bildungsabschlüsse
als ihre bereits hier lebenden Landsleute. Ebenso sind Neuzuwanderer aus Griechenland, Italien, Spanien und Portugal über das gesamte Bildungsspektrum hinweg deutlich besser qualifiziert als die entsprechenden Personen im Bestand. Ihnen gelingt auch eher eine ausbildungsadäquate Beschäftigung.

Neuzuwanderer besser Qualifiziert
Neu zugewanderte Männer und Frauen aus Griechenland, Italien, Spanien und Portugal sowie aus den sonstigen EU-15-Ländern weisen bei der ausbildungsadäquaten Beschäftigung sogar höhere Quoten auf als die Deutschen ohne Migrationshintergrund. Neuzuwanderer aus den neuen EU-Mitgliedstaaten können hier weniger gut mithalten. Dies gelingt wiederum den neu zugewanderten Personen aus der restlichen Welt sehr gut.

Bezogen auf die generelle Erwerbsbeteiligung können vor allem die männlichen Neuzuwanderer aus den EU-Ländern durchaus mit den Einheimischen mithalten. Neu zugewanderte Frauen aus diesen Ländern sind hingegen weniger häufig erwerbstätig als deutsche Frauen ohne Migrationshintergrund. Die Neueingereisten aus Nicht-EU-Ländern gehen nochmals deutlich seltener einer Erwerbstätigkeit nach.

Download: Die Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) „Zuwanderung nach Deutschland – Aus dem Ausland kommen immer mehr Akademiker“ kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

Formale Zugangshürden
Die niedrigeren Erwerbsquoten der Neuzuwanderer aus Nicht-EU-Ländern deuten zum einen auf unterschiedliche formale Zugangshürden auf dem Arbeitsmarkt hin. Zum anderen dürften sie häufiger aus familiären oder humanitären Gründen nach Deutschland kommen und nicht, weil sie bereits ein konkretes Arbeitsangebot haben, schreiben die IAB-Forscher Holger Seibert und Rüdiger Wapler in der Studie.

„Mehr qualifizierte Zuwanderung ist eine erfreuliche Entwicklung, die durchaus den politischen Intentionen entspricht. Allerdings ist die Integration in der Vergangenheit oft vernachlässigt worden, sodass die Arbeitsmarktchancen der schon länger hier lebenden Migranten nach wie vor schlechter ausfallen als die der Deutschen ohne Migrationshintergrund. Auch wenn den Neuzuwanderern die Integration im Schnitt besser gelingt, ist ihre Zahl im Verhältnis zu den insgesamt in Deutschland lebenden Migranten viel zu klein, um das Gesamtergebnis nennenswert zu beeinflussen“, so das ernüchternde Fazit der beiden Forscher. (etb)

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