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Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren.

Hessischer Integrationsminsiter Jörg-Uwe Hahn (FDP), Frankfurter Neue Presse, 7.2.2013

TV-Tipps des Tages

11.12.2011 – Großmufti, Nazis, Muslime, MiGAZIN, PISA Studie, Antisemitismus

TV-Tipps des Tages sind: Turban und Hakenkreuz: Der Großmufti und die Nazis. Porträt des Großmufti Mohammed Amin al-Husseini; „Gesichter des Islam“ ist eine dokumentarische Entdeckungsreise in die Welt der Muslime; rbb kontrovers: Note 6 für Berliner Schulen? Nach dem PISA Schock die nächste Hiobsbotschaft; West ART extra: Multikulturell: Neue deutsche Kreative in NRW

VONÜmit Küçük

DATUM11. Dezember 2012

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Turban und Hakenkreuz
Dokumentation – Der ehemalige Mufti von Jerusalem Mohammed Amin al-Husseini – heute eine umstrittene Figur der islamischen Welt – galt in den 20er bis 40er Jahren als bedeutende politische und religiöse Autorität der Palästinenser. Sein Antisemitismus ließ ihn ab 1937 offen mit den Nationalsozialisten kollaborieren. So lebte al-Husseini zu Beginn der 40er Jahre in Berlin und unterstützte die Nazis mit seinem Einfluss, den er als religiöses Oberhaupt der arabischen Muslime und als deren politischer Führer genoss. Das Porträt erzählt seine nahezu unbekannte Geschichte.

Die Geschichte von Mohammed Amin al-Husseini, des ehemaligen Muftis von Jerusalem, ist eng verwoben mit der Geschichte des Dritten Reichs. Der Hass auf die Juden vereinte den Araberführer mit den deutschen Nazis und verschaffte ihm dort Zugang zu höchsten Kreisen. Als freiwilliger Helfer im NS-Vernichtungsprogramm kollaborierte er mit den Nationalsozialisten.

In der arabischen Welt galt er schon zu Lebzeiten als Legende. Er wurde verehrt und bewundert von seinen Landsleuten, verachtet und bekämpft von seinen Feinden. 16 Jahre lang war al-Husseini religiöses Oberhaupt der arabischen Muslime, 30 Jahre lang ihr politischer Führer und lange Zeit auch politischer Repräsentant der arabischen Welt.

Von den Briten verfolgt, gelang al-Husseini während des Zweiten Weltkriegs die abenteuerliche Flucht nach Deutschland. Von 1941 bis 1945 lebte er in Berlin und war eng mit der Staatsmacht verbunden. In dieser Zeit stützte er das verbrecherische System ideologisch und politisch und verteidigte es skrupellos. Die Beziehung zwischen dem Mufti und den Nazis ist so frappant wie erschreckend und eine bis heute unbekannte Geschichte des Dritten Reichs. 10:35-11:28 • arte

Gesichter des Islam
„Gesichter des Islam“ ist eine dokumentarische Entdeckungsreise in die Welt der Muslime. Die Reihe führt zu Menschen, die den Islam als Religion und Lebensweise praktizieren, ihn als Weltanschauung und gesellschaftliche Kraft verstehen und modernisieren wollen. Sie führt zu Orten seiner Geschichte und in den Alltag – von Moscheen und Märkten bis zu Schulen, Werkstätten und Musikstudios, in so unterschiedliche Länder wie Saudi-Arabien und Indonesien, die Türkei und Ägypten, Deutschland, Großbritannien, Spanien, Iran und Marokko. 11:05-11:35 • HR

rbb kontrovers: Note 6 für Berliner Schulen?
Dokumentation – Film von Julia Camerer und Dennis Wagner. Nach dem PISA-Schock die nächste Hiobsbotschaft: Im ersten deutschen Leistungsvergleich von Grundschulen steht Berlin ganz unten. Ein Fünftel der Viertklässler schafft die Mindestanforderungen im Lesen nicht, in Mathematik ist es noch schlimmer. Warum können Berliner Grundschüler schlechter schreiben oder rechnen als bayerische oder sächsische – trotz aller Reformen – oder gerade deswegen? Liegt es daran, dass Berlin Migrationshauptstadt ist – und viele Kinder aus eher bildungsfernen Familien kommen?

Kümmern sich die Eltern zu wenig – oder zu viel und bremsen dabei die Lehrer? Sind gar die Lehrer schuld – oder schlichtweg überfordert? Oder sind es die Tests selbst, die zweifelhaft sind? Ist Berlin unvergleichlich?

Berlin war seit dem ersten PISA-Schock immer Spitzenreiter bei Schulreformen, hat viel Geld für Sprachförderung investiert, doch die jüngsten Ergebnisse sind ernüchternd. Eltern, die sich in diesen Wochen auf die Suche nach der „richtigen Schule“ für ihre Sprösslinge gemacht haben, sind verunsichert. Radikale Expertenmeinungen zum Thema Schule machen die Besorgnis noch größer.

Philipp Möller, der als Vertretungslehrer an verschiedenen Berliner Grundschulen gearbeitet hat, meint sogar: „In Berlin kann jeder Lehrer werden … Wir leben in einer hoch technologisierten Gesellschaft und befinden uns pädagogisch in der Steinzeit.“

Die rbb-Autoren Julia Camerer und Dennis Wagner, selbst Eltern schulpflichtiger Kinder, sehen sich in Berliner Schulen und im „Dschungel“ der verschiedenen Bildungsangebote um, sprechen mit denen, die von der Schulmisere betroffen sind. 21:00-21:45 • RBB Berlin

West ART extra
Multikulturell: Neue deutsche Kreative in NRW

Wo geht es weltoffener, fremdenfreundlicher und toleranter zu als in unseren Museen, Konzertsälen oder Theatern? Die Kunst ist universell und kennt keine Sprache oder Nationalität. Aber gilt das auch für Menschen, die unter uns leben, sind sie im Publikum vertreten? Rund ein Viertel der Einwohner in NRW haben einen Migrationshintergrund. Wie sehr sind sie Teil des Kulturbetriebs? Trifft man sie auf Vernissagen, gehen sie ins Theater und was ist mit den Kreativen? Wie präsent sind sie im Ruhrgebiet, der Wiege der Migration? West ART-Moderator Matthias Bongard und Autorin Claudia Kuhland haben sich aufgemacht und Menschen aus anderen Kulturen getroffen, die Kultur machen – im Revier.

In Dortmund, Bochum, Essen, in Duisburg oder Oberhausen. Wo sind sie aktiv, was treibt sie an, die neuen deutschen Kreativen? Welche Hürden und Vorbehalte, welche Ermutigungen erleben sie? Ist es eher ein Vorteil oder ein Nachteil als „Migrationshintergründler“ Kultur zu machen?
West ART Extra lässt Schauspieler, Tänzer, Rapper, Künstler und Autoren aus unterschiedlichen Kulturen und mit unterschiedlichen Biografien zu Wort kommen, die angekommen sind in Deutschland und sich nicht reduzieren lassen wollen auf ein Label, das zwischen „Deutschen“ und „Migranten“ unterscheidet: Sie wollen einfach Menschen unter Menschen sein.

  • Was ist Heimat? Emel Aydogdu
  • Rappen für die Völkerverständigung? O.Records
  • Muslimisch, deutsch, erfolgreich: Das Modelabel Styleislam
  • Mit „brotloser Kunst“ eine neue Identität finden? Dimitrij Schaad
  • Sie wollen keine Vorzeige- Migranten sein: Die Brüder Sadinam
  • Wie tickt die Migranten-Community? Das Online-Magazin „MiGAZIN“
  • In der Kunst Grenzen überschreiten: Nezaket Ekici
  • Multinational: Michelle Yamamoto und Denis Untila

22:30-23:10 • WDR

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