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Migration und Integration in Deutschland

[Die Verhinderung der Sesshaftmachung] würde den Vorteil haben, dass das Interesse an einer Familienzusammenführung zurückgeht und damit uns erheblich geringere Infrastrukturkosten entstehen würden.

Ein Vertreter der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Weber, 1974

Deutsche Presse

19.11.2012 – Blue Card, NSU, Muslime, Ausländer, Türkei, Israel, Kurden

«Blue Card» lockt kaum Fachkräfte aus dem Ausland an; Muslime in Deutschland brauchen Emanzipation; Der Islam gehört zu Wuppertal; Berliner demonstrieren für und gegen Israel; Ringen um NPD-Verbot; Türkei: Kurden beenden Hungerstreik; Breivik ermuntert Zschäpe zu rechtsextremistischer Propaganda; 120 Migranten vor Insel aufgegriffen

Die Themen des Tages sind:

Berlin. Die im Sommer eingeführt «Blue Card» hat bislang kaum ausländische Fachkräfte nach Deutschland angelockt. In den ersten zwei Monaten wurden lediglich 139 Blue Cards vergeben, wie die «Welt am Sonntag» unter Berufung auf Daten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge berichtete.

Weder Integration noch Assimilation sind die richtigen Wörter für zwei Millionen Muslime, die hier in Deutschland, geboren, aufgezogen und ausgebildet wurden. Diese Menschen brauchen einen neuen Status.

Die städtische Abteilung für Statistik hat Zahlenmaterial zu den in Wuppertal vertretenen Glaubensrichtung ausgewertet, wie die Ratsfraktion der Wuppertaler Grünen mitteilte. Demnach leben in Wuppertal 85 000 Menschen, die evangelisch sind und 80 000 Katholiken. 30 000 Wuppertaler gehören dem Islam an.

In Charlottenburg haben am Sonntag etwa 500 Personen ihre Solidarität mit Israel bekundet. Am Hermannplatz fanden sich 750 Personen zu einer pro-palästinesischen Kundgebung ein. Und die Proteste fangen gerade erst an.

Gut zwei Wochen vor der Entscheidung über ein neues NPD-Verbotsverfahren bleibt Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger skeptisch. ‚Ein zweites Scheitern wäre eine Katastrophe‘, sagte die FDP-Politikerin der Passauer Neuen Presse.

Der norwegische Massenmörder Anders Breivik hat einen Brief an Beate Zschäpe geschrieben. Darin lobt er die Taten der Terrorgruppe NSU und macht Vorschläge, wie sich die mutmaßliche Terroristin vor Gericht verhalten soll.

NSU-ANKLAGE 488 Seiten und 1.654 Fußnoten stark ist die Anklageschrift gegen Beate Zschäpe. Die Bundesanwaltschaft glaubt, dass sie für immer weggesperrt werden könnte.

Auf einem Felsen vor der südgriechischen Insel Kythira hat die griechische Küstenwache am Sonntagmorgen ungefähr 120 Migranten aufgegriffen. Sie hatten Medienberichten zufolge mit einer Segeljacht Schiffbruch erlitten.

Trotz intensiver Bemühungen um eine Waffenruhe dauert die Gewalt im Gaza-Konflikt an. Israel bombardiert den Gazastreifen weiter. Tel Aviv war am Abend abermals Ziel palästinensischer Raketen. Außenminister Westerwelle erwägt eine Reise in den Nahen Osten.

Nach Aufforderung des inhaftierten PKK-Chefs Abdullah Öcalan haben mehr als 700 kurdische Gefangene in der Türkei einen seit 68 Tagen andauernden Hungerstreik beendet.

Eine Anfrage nach Patriot-Flugabwehrraketen zum Schutz des türkischen Luftraums ist bei der Bundesregierung nach Angaben aus dem Verteidigungsministerium bislang nicht eingegangen.

Integration und Migration

Deutschland

NSU Morde: Breivik fordert Zschäpe zu Propaganda auf

Ausland

Türkei

Nachtrag vom 18.11.2012

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