MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Wenn Ausländer […] von der einheimischen Bevölkerung als Konkurrenten um Arbeitsplätze […] und als Bedrohung der Sicherheit […] wahrgenommen werden, dann erhöht die vermehrte Sichtbarkeit der Migranten dieses Gefühl […]

Forschungsverbund „Probleme der Ausländerbeschäftigung“ / 1979, 1979

TV-Tipps des Tages

09.11.2012 – Juden, Auschwitz, Migranten, Türkei, Synagoge, Integration

TV-Tipps des Tages sind: Menschen, keine Nummern mehr: Schüler besuchen Auschwitz; Papa statt Pascha: Baytekin D. ist türkischstämmiger Deutscher, der mit 30 alles erreicht hatte, was er erreichen wollte; Zu Gast in der Türkei: In der Hitliste der beliebtesten Reiseziele der Deutschen hat die Türkei schon einen „Stammplatz“; Als die Synagogen brannten

VONÜmit Küçük

DATUM9. November 2012

KOMMENTAREKeine

RESSORTTV-Tipps

SCHLAGWÖRTER

DRUCKENAnsicht

MEHR ZUM ARTIKEL

DANKE,
ich möchte MiGAZIN auch in Zukunft lesen!

Menschen, keine Nummern mehr
Dokumentation – Ein Film von Felix Kuballa und Kamilla Pfeffer. Es ist nicht einfach irgendeine Klassenfahrt. Für die 26 Schüler einer Duisburger Gesamtschule geht’s nach Auschwitz. An den Ort, der für das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte steht.

Sie heißen Yasemin und Ismail, Giulia und Maurice, aber auch Lukas und Lena, kommen aus drei verschiedenen Jahrgangsstufen und haben sich alle freiwillig für diese Reise entschieden.

Für die 17-jährige Betül stand von Anfang an fest: „Ich will das unbedingt mal sehen“. Schließlich sei das etwas anderes als Geschichtsunterricht, viel interessanter. Beim Abflug aber hat die junge Muslima gemischte Gefühle: da ist Spannung, aber auch Angst vor dem, was sie in der KZ-Gedenkstätte erwarten wird.

Der 16-jährige Sebastian interessiert sich sehr für den Zweiten Weltkrieg, erklärt noch kurz vor der Abreise, dass Hitler ein „erstklassiger Diktator“ war, „weil ihm sehr viele Menschen folgten“. Als er tags drauf dann aber in Auschwitz im Keller des Gefängnisblocks die winzigen Zellen sieht, in denen Häftlinge wochenlang eingezwängt stehen mussten, ist er hellauf empört.

„Wer einmal in Auschwitz war, kann kein Nazi mehr sein“, das ist die Überzeugung von Erich und Roswitha Bethe, den Gründern der Düsseldorfer Stiftung „Erinnern ermöglichen“. Jedes Jahr stellen sie eine Million Euro zur Verfügung. Ihr Ziel: jedem Zehntklässler in NRW den Besuch der Gedenkstätte zu ermöglichen. So wie den Duisburger Schülern. 08:30-09:15 • WDR

Papa statt Pascha
Baytekin D. ist türkischstämmiger Deutscher, der mit 30 alles erreicht hatte, was er erreichen wollte: eine Karriere als Ingenieur, eine glückliche Ehe mit einer Türkin und ein Wunschkind. Alles schien perfekt. Doch dann die Katastrophe: Seine Frau stirbt durch einen tragischen Unfall. Der gemeinsame Sohn Baycan ist gerade mal ein Jahr alt. Noch voller Schmerz und Trauer trifft Baytekin eine folgenreiche Entscheidung: Er will seinen Sohn allein erziehen. Statt auf Unterstützung stößt er in seinem Umfeld vor allem auf Skepsis.Als Zahnärztin ist Sonbol finanziell unabhängig.

Sie ist eine der besten Navigatorinnen der Rallyeszene und fährt zusammen mit ihren Piloten waghalsige Rennen auf staubigen Pisten. Auf den ersten Blick ist Sonbol eine starke Frau, die tut, was sie will und stolz darauf ist. Die sich mit unanständigen Witzen lustig macht über Männer, Machos und überkommene Strukturen. Aber sie lebt im Iran und zahlt für ihre „Unabhängigkeit“ einen hohen Preis. Als alleinstehende Frau kann sie in ihrem Heimatland keine Wohnung mieten. Deshalb lebt die Zahnärztin noch in ihrem alten Kinderzimmer im Haus der Eltern. Jeden Schlimmer noch: Die Schwiegereltern trauen ihm nicht zu, dass er als türkischer Mann ein Kleinkind großziehen kann. Es kommt zum Bruch, doch Baytekin nimmt das in Kauf, denn es ist eine Entscheidung aus Liebe. Und ein Sprung ins kalte Wasser. Vor ihm steht nicht nur die Herausforderung, den Alltag mit einem Kind, einem Vollzeitjob und dem Haushalt zu bewältigen. Viel schwerwiegender ist oft der Kampf gegen Vorurteile. Als alleinerziehender, türkischer Vater fällt er aus allen Rollenvorstellungen heraus, gehört nirgends dazu und fühlt sich oft einsam. 17:15-17:45 • PHOENIX

Zu Gast in der Türkei
In der Hitliste der beliebtesten Reiseziele der Deutschen hat die Türkei schon einen „Stammplatz“. Die Region um Bodrum im Südwesten ist fester Bestandteil jeder klassischen Türkei-Rundreise und hat interessante archäologische Stätten zu bieten. Bodrum ist vor allem bekannt durch seinen malerischen Hafen, hier starten die typischen dickbauchigen Holzschiffe zur „blauen Reise“ entlang der türkischen Küste. Bodrum ist aber auch bekannt für das abwechslungsreiche Nachtleben. Ruhesuchende und Naturliebhaber zieht es eher auf die Halbinsel Datca.

Das Gebiet verfügt über eine gehobene Hotellerie, wunderbare Strände und will einen ökologisch vertretbaren Tourismus vorantreiben, bisher aber nur im Sommer. An der Südostküste der Türkei ist man schon weiter: Zwischen Antalya und Alanya herrscht im Winter ein angenehm mildes Klima, die Veranstalter locken mit günstigen Angeboten. Wer die Türkei von einer ganz anderen Seite kennenlernen will, sollte in den Norden reisen, in die grüne Region zwischen der Hafenstadt Trabzon und der Grenze zu Georgien, vom Schwarzen Meer bis weit hoch zu den Almen des Kackar-Gebirges – eine Landschaft voller Gegensätze, die für Trecking-Fans, Abenteurer und Kulturreisende ein Geheimtip ist. 20:15-21:00 • HR

Als die Synagogen brannten
Genau 70 Jahre sind vergangen seit den Novemberpogromen 1938. Sie sind eine der zentralen Wegmarken des Völkermords. Waren die Juden in Deutschland seit der Machtübernahme bereits systematisch ausgegrenzt und ausgeplündert worden, so zeigte sich in der sogenannten „Kristallnacht“ offen das mörderische Gesicht der Hitlerdiktatur. Am 9. und 10.November 1938 brannten in ganz Deutschland rund 400 Synagogen, SA-Männer verwüsteten 7.000 jüdische Geschäfte. Über neunzig Menschen wurden vom Mob ermordet, etwa 600 begingen Selbstmord. 21:45-22:30 • PHOENIX

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:
Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...