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TV-Tipps des Tages

06.11.2012 – Terror, USA, Juden, Migranten, NSU, Neonazi, Türken

TV-Tipps des Tages sind: Acht Türken, ein Grieche und eine Polizistin. Die Morde der rechtsterroristischen Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) schockierten vor einem Jahr die Menschen; Die Fabrik der Spione: Als Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September 2001…

VONÜmit Küçük

DATUM6. November 2012

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Die Fabrik der Spione
Dokumentation – Als Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 kam es zu massiver Ausweitung von Überwachung und Informationssammlung durch die verschiedenen amerikanischen Geheimdienste. Die Dokumentation, die sich vor allem auf das Buch „The Shadow Factory“ des Journalisten James Bamford stützt, beschreibt die technischen Finessen, mit denen CIA, FBI und NSA Freund und Feind beobachten und kontrollieren.

Das jüngste Werk von James Bamford, „The Shadow Factory: The Ultra-Secret NSA From 9/11 to the Eavesdropping on America“, bildet die Grundlage der Dokumentation. Darin deckt der amerikanische Journalist und Autor auf, wie die National Security Agency (NSA), die amerikanische Nationale Sicherheitsbehörde – deren Existenz übrigens James Bamford 1982 publik machte – die neuesten Informationstechniken anwendet, um im Krieg gegen den Terror an Informationen zu gelangen. Von Lichtwellenleitern bis zur Satellitenkommunikation erkundet er alle Mittel, die der NSA für die Audio- und E-Mail-Überwachung, bei der übrigens Millionen von E-Mails abgefangen werden, zur Verfügung stehen.

Dabei wird deutlich, dass die seit dem 11. September 2001 verstärkten Überwachungsmaßnahmen zur Kontrolle sowohl von Feinden als auch von Freunden der amerikanischen Regierung eingesetzt werden, und zwar im Inland wie im Ausland, das dank des Transatlantikkabels ebenfalls ohne große Einschränkungen kontrolliert werden kann. 10:35-11:25 • arte

Die Juden – Geschichte eines Volkes
4/6, Tod oder Taufe – WissensZeit – Die Geschichte der Juden in Europa steht vor allem im Mittelalter in enger Verbindung zum Christentum. In vielen Ländern leben die Glaubensrichtungen zunächst in friedlicher Koexistenz. Doch Vorurteile und Misstrauen gewinnen die Oberhand.

Aufgrund ihrer überregionalen Kontakte spielen die Juden eine bedeutende Rolle für den Aufbau von Handelsbeziehungen und den Wissenstransfer im mittelalterlichen Europa. Doch während der Kreuzzüge richtet sich der Hass vieler Christen gegen alle Andersgläubigen. In den nächsten Jahrhunderten werden Tausende Juden vertrieben oder ermordet. 400 jüdische Gemeinden werden durch die Verfolgungen zerstört. Ein Konstanzer Domherr jener Zeit schreibt: „Ich vermute, dass Volk und Samen Abrahams eher jenseits des Meeres als hierzulande weiterleben. Und deshalb schließe ich das Kapitel über die Juden.“ Die deutschen Juden, die Aschkenasim, müssen sich wieder eine neue Heimat suchen. 10:50-11:20 • RBB Berlin

Mein kleiner grüner Garten (2/3)
In der zweiten Folge der Sendereihe werden vorgestellt das türkische Ehepaar Ali und Leila Ilgün, der Vorstand Martin Engl, der Italiener Pino de Fazio, der Wasserwart Max Pfarr und die 81-jährige Berta Lang. Mit ihrem eigenen Garten ging für Ali und Leila Ilgün vor einem Jahr ein Traum in Erfüllung. Doch das Pflastern des Weges gestaltet sich schwierig. Eine gerade Flucht will Ali einfach nicht gelingen.

Nebenan kämpft der Italiener Pino de Fazio mit dem Akku-Rasenmäher und den Vorschriften, Benzinrasenmäher sind nämlich verboten. Doch auch das Genießen kommt beim Italiener und seinem türkischen Gartennachbarn nicht zu kurz: Bei Pasta und türkischen Grillspezialitäten lernen die Zuschauer die Familien kennen und erfahren, warum Ali und Pino sich seit der ersten Begegnung so gut verstehen. Außerdem begleitet das Kamerateam den jüngsten Amtsträger im Verein, den 20-jährigen Wasserwart Max Pfarr, bei seiner Reparaturrunde und lernt die 81-jährige Berta Lang kennen, die seit fünf Jahren Chinesisch lernt und regelmäßig auf Schneckenjagd unterwegs ist. Im Mittelpunkt dieser Reihe steht eine Kleingartenanlage im Südwesten Münchens, ein Idyll inmitten der Großstadt auf 269 Parzellen. Die vermeintlich typisch deutschen Schrebergärten sind längst zu Orten der Integration geworden, an denen Menschen aus mehr als 80 Nationen zusammenkommen. Während sich die Gartenbesitzer verändert haben, bleiben die Vorschriften davon unberührt. Noch immer gibt es zahlreiche Regeln und ungeschriebene Kleingartengesetze, die beachtet werden wollen. 17:00-17:30 • BR

Acht Türken, ein Grieche und eine Polizistin
Die Nachrichten über die Morde der rechtsterroristischen Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) schockierten vor einem Jahr die Menschen. Die Täter machten Schlagzeilen. Diese Dokumentation fahndet nicht nach den Tätern, sie fragt: Wer waren die Opfer? Was wissen wir über sie? Wie lebten sie unter uns?

Die Doku gibt den Opfern einen Namen, ein Gesicht, eine Geschichte. Sie erzählt von den Angehörigen, beispielsweise denen von Enver Simşek. Wie die mörderische Tat ihr Leben veränderte, wie die lange ergebnislose Ermittlung sie deprimierte und was sie durchmachten, als vor einem Jahr bekannt wurde, dass er Opfer eines rechtsterroristischen Attentats wurde.

Enver Simşek war zur falschen Zeit am falschen Ort: am 9. September 2000, einem sonnigen Samstag, vertritt der Blumengroßhändler seinen Angestellten. Er baut einen mobilen Stand an einer geschäftigen Nürnberger Ausfallstraße auf. Mittags liegt er getroffen von acht Kugeln in seinem Transporter. Die Täter schossen aus nächster Nähe wie bei einer Hinrichtung. Simşek hatte keine Chance zu entkommen und stirbt wenig später auf der Intensivstation. Seine damals 14jährige Tochter Semiya kann nicht fassen, was passiert ist. Noch über zehn Jahre danach nicht: Die Polizei verdächtigte sogar ihre Mutter und den Onkel, etwas mit dem Mord zu tun zu haben.

Nürnberg war der Auftakt der unheimlichen Mord-Serie. 10 Tote und viele Verletzte in Nürnberg, München, Hamburg, Rostock, Dortmund, Kassel, Köln sind die Opfer der Rechtsterroristen. 23:45-00:30 • RBB Berlin

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