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Türkische Presse Türkei

23.10.2012 – Erdoğan, Haliç, Van, Syrien, Türkei, Israel, Mavi Marmara

Die Themen des Tages sind: Ministerrat tritt zusammen; Erdoğan eröffnet Tunnel für Haliç; Babacan: “Wir unterstützen die Bemühungen für einen Waffenstillstand”; Jemen Kontakte von Davutoğlu; Neue Wohnungen nach Erdbeben in Van; Israel will Beziehungen zur Türkei verbessern; THY wird neue Flugzeuge kaufen

VONBYEGM, TRT

DATUM23. Oktober 2012

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RESSORTTürkische Presse Türkei

QUELLE Die “Türkische Presse Türkei” wird MiGAZIN von der Generaldirektion für Presse und Information in Ankara und der Türkischen Rundfunk- und Fernsehanstalt (TRT-World) zur Verfügung gestellt und unverändert übernommen.

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Presseschau der Generaldirektion für Presse und Information in Ankara

Ministerrat tritt zusammen
Der Ministerrat ist gestern unter Vorsitz von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan im Zentralgebäude des Ministerpräsidiums zusammengetreten.

Auf der Tagesordnung der Sitzung standen die jüngsten Terroraktivitäten und die Entwicklungen in der Region. In der Außenpolitik hingegen stand Syrien im Mittelpunkt der Gespräche. Die Sitzung dauerte 6 Stunden.

Erdoğan eröffnet Tunnel für Haliç
Die Eröffnung des Tunnels, der das Schicksal des Haliçs verändern soll, wurde von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan durchgeführt.

Mit diesem Projekt soll bei regenlosen Tagen täglich 260 Tausend Kubikmeter Bosporus-Wasser in den Haliç fließen, womit das Goldene Horn den Worten von Ministerpräsident Erdoğan zufolge seine Aquarium-Eigenschaft bewahren soll.

Das Wasser des Bosporus floss erst in den Kağıthane Bach und von dort in den Goldenen Horn. Mit diesem Projekt soll der Sauerstoffanteil im Goldenen Horn erhöht werden, um so vielen Fischarten ein Leben zu ermöglichen. Haliç soll außerdem somit zu einem Gebiet ausgebaut werden, wo kulturelle und sportliche Aktivitäten durchgeführt werden.

Ferner kündigte Erdoğan den Bau der Brücke an, die Da Vincis Traum war. Erdoğan sagte, dies werde eine sehr schicke Brücke über dem die Fußgänger das Goldene Horn überqueren können.

Der Architekt Hakan Kıran sagte, man habe dafür viele Studien angestellt, türkische und internationale Experten zu Rate gezogen. Er versicherte, die Brücke werde die historische Silhouette „nicht im Geringsten beeinträchtigen“. Er sagte, für Istanbul sei es ein sehr wichtiges Projekt und er sehe in dem Projekt einen bereichernden Akzent für die Istanbuler Skyline.

Babacan: “Wir unterstützen die Bemühungen für einen Waffenstillstand”
Vizepremier Ali Babacan beantwortete nach der Sitzung des Ministerrates die Fragen der Journalisten. Auf eine Frage hinsichtlich des Syrien-Konflikts unterstrich Babacan, dass die Türkei die Kosten der syrischen Flüchtlinge im Land von ihrem eigenen Budget gedeckt hat.

Brahimi war vor kurzem in der Türkei. Er hat allem voraus mit unserem Außenminister viele Gespräche geführt. Er befindet sich derzeit in Damaskus. Die Türkei unterstützt die Bemühungen von Brahimi. Die syrische Opposition hat verkündet, dass sie auch die Bemühungen von Brahimi unterstützen werden. Wir hoffen, dass die Regierung in Damaskus auch die Bemühungen unterstützt. Hoffentlich kommen die Waffen zumindest an den Tagen, die für die islamische Welt eine wichtige Bedeutung tragen, zum Schweigen. Wir hoffen, dass die Waffen an dem Opferfest schweigen. Wir unterstützen Brahimi in diesem Sinne voll und ganz.”

Jemen Kontakte von Davutoğlu
Außenminister Ahmet Davutoğlu beendete seine Kontakte in Jemen. Vorgestern besuchte Davutoğlu den historischen Basaar in der Hauptstadt Sana. Weil das türkische Volk dem jemenitischen Volk in schwierigen Zeiten geholfen hat, wurde die türkische Delegation in Begleitung von Davutoğlu in Sana mit großer Begeisterung empfangen. Ferner besuchten Davutoğlu und die ihn begleitende Delegation die Ulu Camii in der Hauptstadt Sana.

Außenminister Ahmet Davutoğlu beendet seine Kontakte im Rahmen des zweitägigen Besuchs in Jemen und kehrte gestern in die Türkei zurück.

Neue Wohnungen nach Erdbeben in Van
Nach dem die Provinz Van vor einem Jahr mit zwei großen Erdbeben erschüttert worden war, kündigte Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan an, dass die Stadt Van von neuem aufgebaut und binnen eines Jahres neue Wohnungen an die Opfer zur Verfügung gestellt werden.

Erdoğan hat sein Versprechen eingehalten und wird heute die Schlüssel der 15.341 neuen Wohnungen an 7 verschiedenen Orten mit einer zeremoniellen Feier an ihre Besitzer übergeben.

Zudem wurde bekanntgegeben, dass Van in 10 Monaten 3,5 Milliarden türkische Lira Hilfe zugestellt wurde. Vorsitzender der Wohnungen von der staatlichen Gesellschaft TOKI, Ahmet Haluk Karabel betonte außerdem, dass man mit dem Bau von neuen Wohnungen für Erdbebenopfer in Van schon nur nach 10 Tagen begonnen und mit der Überreichung von 15.341 neuen Wohnungen beinahe einen Rekord gebrochen hat.

Israel will Beziehungen zur Türkei verbessern
Israel hat einen überraschenden Schritt unternommen. „Wir haben einige Fehler gemacht. Aber wir müssen uns an einen Tisch setzen und verhandeln. Das Gaza Thema muss aus den Beziehungen der beiden Länder ferngehalten werden. Die Syrien Krise beeinflusst sowohl die Türkei als auch uns. Wir müssen alle diese Probleme zur Seite legen und in die Zukunft blicken.“ so Pinhas Avivi, Berater des israelischen Außenministeriums und ehemaliger Botschafter in Ankara.

Seit dem Großangriff der israelischen Armee auf Gaza von 2008 verschlechterten sich die türkisch-israelischen Beziehungen. Einen weiteren Tiefpunkt erreichte das Verhältnis, als 2010 israelische Soldaten das Hilfsschiff „Mavi Marmara“ enterten und acht türkische Aktivisten und einen US-Bürger mit türkischem Hintergrund töteten.

Türkei antwortet Israel
„Es gibt keine Veränderung der türkischen Haltung gegenüber Israel“, antwortete der Sprecher des Außenministeriums Selçuk Ünal am Montagmittag in Ankara auf die Äußerungen von Pinhas Avivi, Berater des israelischen Außenministeriums und ehemaliger Botschafter in Ankara.

„Die israelischen Führungskräfte sollten lieber die erwarteten Schritte unternehmen, um die Beziehungen zu normalisieren, anstatt Meldungen über die Presse zu verbreiten. Jeder weiß, wie die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel an diesen Punkt gekommen sind. Es gibt keine Veränderung der türkischen Haltung gegenüber Israel“, erklärte Ünal weiter.

Vermittler von Israel ist Mursi
Der frühere israelische Botschafter in Ankara und Staatssekretär im Außenministerium, Alon Liel, äußerte sich gegenüber türkischen Zeitungen und sagte, dass sie dem ägyptischen Präsidenten Mursi, für eine Besserung der türkisch-israelischen Beziehungen, eine Vermittlerrolle vorgeschlagen haben. Liel sagte auch, dass ein hochrangiger israelischer Diplomat mit Mursi in diesem Rahmen Gespräche geführt hat.

Liel unterstrich, dass Mursi mit Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan ein Gespräch führen wird und ergänzte „Ich hoffe, dass Ministerpräsident Erdoğan positiv antwortet. Wir würdigen die Zusammenarbeit zwischen Ägypten und der Türkei. Das politische Modell, das beide Länder erschaffen werden, wird die ganze Region im positiven Sinne beeinflussen.“

Somalische Studenten in der Türkei
200 von 300 somalischen Schülern, die sich ein Recht auf ein Studium in Ankara erworben haben, haben sich vom Internationalen Flughafen Aden Adde in Mogadischu auf den Weg in die Türkei gemacht. Der türkische Botschafter in Mogadischu, Cemalettin Kani Torun, äußerte sich am Flughafen und sagte „Das einzige Mittel für die Entwicklung der somalischen Gesellschaft ist die Wissenschaft. Die Türkei wird Somalia auf der menschlichen, gesellschaftlichen und politischen Ebene immer unterstützen.“

Torun ergänzte auch, dass die übrigen 100 Studenten später in die Türkei fliegen würden.

Der Präsident des Amtes für somalische Flucht- und Staatsbürgerangelegenheiten, Abdullah Cafu, sagte, die Türkei habe der somalischen Bevölkerung immer Unterstützung geleistet, die somalische Regierung würdigt die Bemühungen der türkischen Regierung.

THY wird neue Flugzeuge kaufen
Die halbstaatliche Fluggesellschaft Turkish Airlines will bis zum Jahr 2020 ihre Flotte von derzeit 185 auf 350 Maschinen ausbauen. Turkish Airlines teilte am Montag mit, das Unternehmen werde bis 2017 mindestens 15 Langstreckenjets vom Typ Boeing 777-300 ER für einen Listenpreis von 4,7 Milliarden Dollar kaufen. Die Airline hatte erst vor wenigen Wochen dieselbe Anzahl von Airbus-Jets des Typs 330 bestellt.

Turkish Airlines ist Mitglied in der Star Alliance und baut Flotte und Flugplan seit Jahren systematisch aus.

WTA Tour der Damen in Istanbul
Für die Tennis-WM der besten acht Spielerinnen der Saison beginnt heute die WTA Tour der Damen in Istanbul.

Zudem wird der TEB-BNP Paribas WTA Championships in der Ataköy-Sinan-Erdem-Sporthalle in Istanbul stattfinden.

Die Tennis Weltrangliste der WTA Tour der Damen lautet unter anderem wie folgt: Serena Williams, Maria Sharapo-va, Victoria Azarenka, Agnieszka Radwanska, Petra Kvitova, Angelique Kerber, Li Na und Sara Errani.

Russland unterstützt Waffenruhe in Syrien
Russland unterstützt laut Außenminister Sergej Lawrow die Initiative des Syrien-Sondergesandten von Uno und Arabischer Liga, Lakhdar Brahimi, zu einer Waffenruhe während des islamischen Opferfestes.

Wir rufen die syrische Regierung und alle Oppositionsgruppen dazu auf, auf Brahimis Vorschlag positiv zu reagieren. Wir sind der Auffassung, dass damit ein überaus notwendiger Schritt zu einer dauerhaften Waffenruhe und zum Beginn eines politischen Prozesses gemacht wird, der eine demokratische Erneuerung Syriens im Interesse all seiner Bürger sichern soll“, so in einer Erklärung von Lawrow.

Der Konflikt in Syrien dauert seit März 2011 an. UN-Angaben zufolge sind über 30 000 Menschen dem Konflikt zum Opfer gefallen.

Lage in Libanon verschärft sich
Nach dem Bombenanschlag auf den Chef des Polizeigeheimdienstes wächst im Land die Sorge vor einem neuen Bürgerkrieg. Nach der Trauerfeier für Hassan ist es in der Nacht von Sonntag auf Montag in der Hauptstadt Beirut zu Feuergefechten gekommen.

In Tripoli lieferten sich Unterstützer und Gegner des syrischen Assad-Regimes Schusswechsel. Bei heftigen Kämpfen seien in Tripoli Artillerie und schwere Waffen eingesetzt worden.

Weltweit herrscht Sorge, dass der Bürgerkrieg im Nachbarland Syrien nun auch den Libanon mit voller Wucht erfasst. Bundeskanzlerin Angela Merkel mahnte alle Seiten, sich zurückzuhalten.

Presseschau der Türkischen Rundfunk- und Fernsehanstalt (TRT-World)

Großes Interesse der Jemeniten
Sabah schreibt unter der Überschrift, „großes Interesse der Jemeniten“, der zu offiziellen Kontakten im Jemen weilende Außenminister Ahmet Davutoğlu sei während seines Besuchs im historischen Basar in der Hauptstadt Sana vom jemenitischen Volk mit großer Begeisterung empfangen worden. Jemenitische Schüler hätten für die türkische Delegation Folkloretänze vorgeführt und türkische Fahnen gewinkt. Das Volk habe Außenminister Davutoğlu großes Interesse entgegen gebracht. Der Außenminister habe das Volk begrüßt, sich mit den Händlern unterhalten und die Ulu Moschee besichtigt. Mit seinem Besuch im Basar habe der Außenminister seinen zweitägigen Jemen-Besuch abgeschlossen und die Heimreise angetreten.

Erst Entschuldigung dann Verhandlung
In Star lesen wir unter dem Titel, „Erst Entschuldigung dann Verhandlung“, Ankara habe im Zusammenhang mit dem Aufruf von Israel für die Aufnahme von bedingungslosen Gespräche zwischen Israel und der Türkei betont, dass sich Israel zuerst entschuldigen müsse. Der ehemalige israelische Botschafter in Ankara und politischer Direktor im israelischen Außenministerium, Pinhas Avivi habe in seiner Erklärung betont, es seien einige Fehler zustande gekommen. Nun sollte man sich an den Verhandlungstisch setzen und nach einer Lösung suchen. Das Thema Gaza sollte von den Beziehungen zwischen beiden Ländern getrennt werden. Die Syrien-Krise würde sowohl Israel als auch die Türkei beeinträchtigen. Man sollte die Probleme beiseitelassen und gemeinsam in die Zukunft blicken. Staatsminister und Vize-Premier Ali Babacan habe im Zusammenhang mit der Erklärung von Israel gesagt, die Türkei spreche nicht über die Presse. Solange Israel sich nicht entschuldigt, keine Entschädigung zahlt und die Gaza-Blockade nicht aufhebt, werde sich die Haltung der Türkei nicht ändern. Mit diesen Worten habe Babacan an die drei Bedingungen der Türkei erinnert.

Zwei Riesenabkommen in zwei Wochen
Yeni Safak berichtet, „zwei Riesenabkommen in zwei Wochen“, die vor zwei Wochen vom europäischen Flughersteller Airbus die Bestellung von 15 Langstrecken Flugzeuge bekannt gegebene türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines wolle nun vom amerikanischen Flugzeughersteller Boeing 20 Langstreckenflugzeuge erwerben und somit seine Flotte auf 235 Flugzeuge ausbauen. Bis zum Jahr 2017 seien insgesamt 20 Flugzeuge bestellt worden, 5 davon mit Option. Die Bestellung umfasse für das Jahr 2014 drei, für 2015 sieben, für 2016 fünf und für 2017 ebenfalls fünf Langstreckenflugzeuge vom Typ B777-300ER. Die Kosten von 15 Maschinen würden sich auf etwa 4 Milliarden US-Dollar belaufen. Der Vorstandsvorsitzende von Turkish Airlines, Hamdi Topcu habe vorgestern erklärt, dass bis 2020 die Flotte auf 350 Flugzeuge ausbaut werde.

WTA – Istanbul hat beeindruckt“
Hürriyet räumt auf seinen Sportseiten unter der Überschrift, „Istanbul hat beeindruckt“, den Eindrücken der anlässlich der Tennis Saison, TEB BNP WTA Paribas in Istanbul weilenden US-Tennisspielerin Serena Williams, die zu den besten Tennisspielerinnen der Welt gehört, Platz über die Metropole ein. Laut der Zeitung habe sich Williams Istanbul eigentlich ganz anders vorgestellt. Nun wolle sie öfter nach Istanbul reisen und Ihre Familie mitnehmen.

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