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Peter Clever, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, April 2013

TV-Tipps des Tages

12.09.2012 – 11. September, Muslime, Bildung, Neonazi, Ausländer, Migranten

TV-Tipps des Tages sind: Zwei Frauen – ein Schicksal: Die Katholikin Adele Welty und die Muslima Talat Hadami sind eng befreundet, verbunden durch ihr Schicksal; Eine Schule für alle Kinder; Der Kampf um bessere Chancen; Die Spur der Ahnen – Jede Familie hat ein Geheimnis

VONÜmit Küçük

DATUM12. September 2012

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Zwei Frauen – ein Schicksal
Die Katholikin Adele Welty und die Muslima Talat Hadami sind eng befreundet, verbunden durch ihr Schicksal. Beide Frauen haben bei den Anschlägen auf das World Trade Center einen Sohn verloren. Beide Frauen ringen um das Andenken ihrer Kinder. „Mein Sohn Timothy war Feuerwehrmann. Er ging in dieses Gebäude um andere zu retten, unabhängig davon welchen Glauben oder welche Hautfarbe diese Menschen hatten. Dabei ist er umgekommen“, erzählt Adele Welty. Heute kämpft sie für das friedliche Miteinander von Muslimen und Christen.

Die Katholikin ist eng befreundet mit der Muslima Talat Hamdani. So unterschiedlich die beiden Frauen auch sind, durch ihr Schicksal sind sie verbunden. Denn auch Talat Hamdani hat beim Anschlag auf das World-Trade-Center ihren Sohn verloren. Er arbeitete als Sanitäter.

Talat erlebte kaum Mitgefühl, eher Misstrauen von ihren amerikanischen Landsleuten. Immer wieder musste sie sich als Muslima pakistanischer Herkunft für ihren Glauben rechtfertigen. Und obwohl am 11. September viele muslimische Opfer zu beklagen waren, standen die Angehörigen lange unter dem Generalverdacht des Terrorismus. Trauer war ihnen nicht gestattet.

Beide Freundinnen, Adele und Talat, ringen um Anerkennung und um das Andenken an ihre Söhne. Jetzt, zehn Jahre nach dem todbringenden Anschlag, können sich ihre Wunden schließen. Der Film begleitet die Erinnerungsarbeit der beiden Freundinnen und zeigt einfühlsam, wie sich Trauer in Stärke verwandelt. 10:50-11:20 • RBB Berlin

Eine Schule für alle Kinder
Die Integrierte Gesamtschule Bonn-Beuel analysiert nicht nur mithilfe eines Schulbarometers, wo ihre Stärken und Schwächen liegen, sondern zieht daraus auch Konsequenzen. Sie ist eine staatliche Schule und ein Beispiel dafür, dass nicht nur in Leuchtturm- und privaten Schulen eine zeitgemäße Schul- und Unterrichtsentwicklung gelingen kann. Sie ist eine lernende Schule, deren Charakteristikum die Partizipation aller an Schule Beteiligten ist. Community education wird genauso groß geschrieben wie die Integration der 70 behinderten Kinder und der Migrationskinder aus 25 Nationen.

Wie man mit heterogenen Gruppen umgehen und individuell fördern kann, zeigt der Film. Gefördert werden ebenso leistungsstarke wie leistungsschwache Kinder. 16:40-17:30 • BR-alpha

Der Kampf um bessere Chancen
Angesichts ständiger Veränderungen in der deutschen Bildungspolitik wird die Frage nach Bildungsschancen und Bildungsgerechtigkeit, insbesondere für Schüler mit Migrationshintergrund, gestellt.

Aus dem sozialen Brennpunkt-Viertel ans Gymnasium, dann Studium und Karriere als Ingenieur: Der türkischstämmige Ömer hat es geschafft – als einziger aus seiner Jugendclique in München Neuperlach. Laut Studien gelingt in Deutschland vergleichsweise wenigen Kindern der Aufstieg aus „bildungsfernem“ Umfeld. Soziologen untersuchen, wie der Bildungserfolg mit Einkommen und sozialem Status der Eltern zusammenhängt. Pädagogen entwickeln Programme, um mehr Kindern etwa mit Migrationshintergrund zu besserer Bildung zu verhelfen. „Campus DOKU“ fragt Betroffene und Wissenschaftler nach ihren persönlichen und den gesellschaftlichen Erfolgsfaktoren, besucht Ganztagsschulen und stellt spezielle Förderangebote vor. 19:00-19:30 • BR-alpha

Die Spur der Ahnen – Jede Familie hat ein Geheimnis
Als kleiner Junge stöbert Karl-Heinz in einer Kiste mit Familienfotos und findet das merkwürdige Bild eines Mannes in Uniform. Angeblich heißt der Mann auf dem Foto Onkel Erich und kommt aus Berlin. Das zumindest erzählen Karl-Heinz Pflegeeltern dem kleinen Jungen. Seltsam nur, dass Onkel Erich aus Berlin eine französische Uniform trägt. Erst viele Jahre später erfährt Karl-Heinz, wer da wirklich auf dem Foto zu sehen ist: ein Franzose – René Legrand. Und der ist, wie sich herausstellt, Karl Heinz leiblicher Vater.

René Legrand schuftet Anfang der 1940er-Jahre als französischer Kriegsgefangener der Nazis in den Leunawerken in Sachsen Anhalt. Karl-Heinz‘ Mutter Babette arbeitet zur selben Zeit im Sulfatversand von Leuna. Irgendwo in den Leunawerken müssen sich Rene und Babette damals begegnet sein. Und sie verlieben sich ineinander. Im Dritten Reich aber ist diese Liebe lebensgefährlich – denn Babette ist Deutsche und Rene Ausländer, ein Kriegsgefangener der Nazis. Und auf den Kontakt zu Kriegsgefangenen stehen drakonische Strafen: Zuchthaus für die Deutsche und das Todesurteil für den Ausländer. 21:15-21:45 • MDR Sachsen

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