MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Wir haben in dieser Woche gerade einige Gesetze verabschiedet – zum Beispiel gegen die Scheinehe. Und wir wollen damit deutlich machen, dass wir solche Zwangsverheiratungen zum Beispiel nicht billigen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Video-Podcast der Bundeskanzlerin #35/10 vom 30.10.2010

TV-Tipps des Tages

04.09.2012 – NSU Terrorzelle, Türkei, Migranten, Terror, 11. September

TV-Tipps des Tages sind: Braune Flecken: Junge Männer zwischen Hass und Heimat. Wohlgemerkt im November ? nach Bekanntwerden der Morde der NSU-Terrorzelle; Deutschland in Gefahr? Elf Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 steht Deutschland im Visier des islamistischen Terrorismus; Kulturkrieger in Bagdad

VONÜmit Küçük

DATUM4. September 2012

KOMMENTAREKeine

RESSORTTV-Tipps

SCHLAGWÖRTER

DRUCKENAnsicht

MEHR ZUM ARTIKEL

DANKE,
ich möchte MiGAZIN auch in Zukunft lesen!

Braune Flecken
Junge Männer zwischen Hass und Heimat. Zuerst waren es kleine Aufkleber am Laternenpfahl, dann gab es Anmache auf Volksfesten und Sieg-Heil-Rufe zu später Stunde. Wenn der Alkoholpegel hoch genug ist, werden Andersdenkende gejagt und ein deutschtürkischer Kioskbesitzer verprügelt, obwohl man dort von Kindheit an eingekauft hat. Rechte Gewalt

Seit über einem Jahr geht das schon so im Bergischen Land zwischen Wuppertal und Radevormwald. Die Bereitschaft zur Gewalt steigt an. Gegen einen Schulleiter, der seine Schüler über die Aktivitäten der Szene aufklären wollte, wurden Plakate geklebt, mit seinem Konterfei im Fadenkreuz.

Wohlgemerkt im November ? nach Bekanntwerden der Morde der NSU-Terrorzelle.

Selbstbewusst skandieren die jungen Männer ihre rechtsradikalen Sprüche und fremdenfeindlichen Parolen auf rechten Demos ? landesweit. Zu Hause verhalten sie sich konspirativ, fühlen sich als verfolgte Patrioten. Einzeln sind sie unscheinbar, in der Gruppe unberechenbar. „Das Ganze ging eigentlich erst so richtig los, seit „Pro NRW“ hier aktiv ist“, berichten türkische Jugendliche aus dem örtlichen Fußballclub. Wegducken keine Lösung

In der Schule, im Bürgerverein herrschen Verunsicherung und Angst, es „mit denen zu tun zu bekommen“, dabei kennt man sich eigentlich ganz gut. Dass Wegducken keine Lösung sein kann, wird den Bürgern allmählich klar, und auch die örtliche Polizei reagiert jetzt schneller, seit Beamte von Gruppenmitgliedern mit Reizgas attackiert wurden.

Zum Beispiel Radevormwald. Wie ticken die jungen Rechten? Was sagen die Eltern? Wie reagieren Nachbarn und die Institutionen der Stadt? Und wie mutig muss man inzwischen sein, um den Rechten gegenüber zu treten?

„Menschen hautnah“-Autor Wolfgang Minder zeigt junge Extremisten, ihre Opfer, verunsicherte Mütter, zweifelnde Aussteiger und die Staatsmacht bei ihrem Kampf gegen rechte Gewalt im Tal der Wupper. 13:15-14:00 • PHOENIX

Deutschland in Gefahr?
Dokumentation (Gesellschaft – Terrorismus) – ZDFzeit – Film von Elmar Theveßen, Christian Deick, Rainer Fromm. Elf Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 steht Deutschland im Visier des islamistischen Terrorismus. Sicherheitsbehörden rechnen mit Terrorangriffen durch Kleinstzellen und Einzeltäter, so genannten „lone wolves“. Sie rekrutieren sich aus salafistischen Gruppen, die unter dem Banner der Al-Kaida in Deutschland zur Schlacht rufen. Angestachelt werden sie nicht zuletzt von rechtsextremen Gruppen, die sich quer durch Europa vernetzen und mit ihren Hasstiraden gegen den Islam fruchtbaren Boden für einen Kampf der Kulturen schaffen. Geht die Saat von Osama bin Laden jetzt, elf Jahre nach den Anschlägen in New York und ein Jahr nach seinem Tod doch auf?

Ein Ende des „Globalen Kriegs gegen den Terror“ ist jedenfalls nicht in Sicht. Mehr als 100 000 Menschen sind ihm zum Opfer gefallen. Über vier Billionen Dollar hat der Westen schon ausgegeben – mehr als für den Zweiten Weltkrieg. Zwei Kriege wurden geführt, die Jagd auf islamistische Terroristen auf den ganzen Globus ausgedehnt – und dennoch wächst die Zahl der Gegner und Schlachtfelder von Jahr zu Jahr. Die Keimzelle der Al-Kaida am Hindukusch ist nahezu handlungsunfähig – dank eines teils geheimen Krieges, der mit gezielten Tötungen, Kommandoeinsätzen, Drohnenangriffen und Folter geführt wurde. 20:15-21:00 • ZDF

Kulturkrieger in Bagdad
Reportage (Kultur – Krieg, Konflikt, Unruhen) – Eine Technical Death Metal Band singt von grausamen Foltermethoden. Ein gesamtes Sinfonieorchester muss immer wieder umziehen, weil es von religiösen Fanatikern bedroht wird. Und ein aufstrebender Regisseur dreht Filme über Auftragskiller, die langsam den Verstand verlieren. Welcome to Bagdad 2012!

Hier trifft Katrin Sandmann auf eine Kunstszene, die ständig in Gefahr ist.

Aus der Ruhe bringt das die wenigsten. Keiner der Künstler, die die Reporterin in Bagdad trifft, denkt ans Aufgeben. Ganz im Gegenteil! „Ich will eine ganze Armee von jungen Hornspielerinnen aufbauen,“ erzählt Ranya, die 19-jährige Hornistin des Sinfonieorchesters. Sie findet, es sei ein Skandal, dass so wenig Frauen im Irak das von ihr so geliebte Instrument beherrschen. Aber dann sind da auch immer wieder die schlechten Nachrichten. Seit in Bagdad das Gerücht gestreut wurde, dass Metal-Anhänger mit dem Teufel paktieren, ist die Band, die Katrin Sandmann getroffen hatte, untergetaucht. „Wir müssen unsere Identitäten verbergen, bis der Mist vorbei ist, aber wir kommen wieder“, schrieb ihr der Gitarrist kürzlich auf Facebook. Da macht die Hetzjagd auf Jugendliche in Bagdad bereits international Schlagzeilen.

Wenn sich Selbstmordattentäter in die Luft sprengen, der Kampf ums nackte Überleben die gesamte Energie fordert oder Islamisten Bilder- und Musikverbote verhängen, wer will da noch eine Band gründen, Filme drehen oder Performances aufführen?

In Krisengebieten wie Kabul, Kinshasa, Bagdad und Port-au-Prince sucht Katrin Sandmann diese „Kulturkrieger“. 21:35-22:05 • ZDFkultur

Die Straße, in der du wohnst
Vom Druckerei-Kollektiv im Hinterhof über anonyme Business-Hotels bis zum überraschend ausgestatteten Hebammenzentrum: In der Pilotfolge der Sendung „Die Straße, in der du wohnst“ begeben sich sechs junge Journalistinnen und Journalisten mit ihrer Kamera mitten ins bunte Leben der Schwanthalerstraße in München.

Jede Straße, und scheint sie auf den ersten Blick noch so „gewöhnlich“, hat ihren eigenen Charakter. Erst auf der Straße werden abstrakte Themen wie Integration, Gentrifizierung und soziales Gefälle konkret erfahrbar. Auf der Straße prallen verschiedene Lebensräume und Lebensentwürfe aufeinander. 04:10-04:40 • BR

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:
Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...