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Ulrich Freiherr von Gienanth, Der Arbeitgeber, 1966

Gegen Antisemitismus

Berliner bekunden Solidarität mit Rabbiner Daniel Alter

„Meinen Willen, mich für interreligiösen Dialog einzusetzen, haben diese Typen nicht gebrochen.“ Diese Worte gehören Rabbiner Daniel Alter, der von Jugendlichen angegriffen und verletzt wurde. Am Wochenende solidarisierten sich Berliner mit ihm und demonstrierten gegen Antisemitismus.

Am Dienstagabend (28. August) wurde Rabbi Daniel Alter (53) in Berlin vor den Augen seiner Tochter von Jugendlichen angegriffen und verletzt. Dagegen demonstrierten über 1.000 Berliner am Wochenende und setzten ein Zeichen für Frieden und mehr Toleranz. So auch der Verletzte selbst, der am Sonntag an der Demonstration teilnahm: „Ich habe das Jochbein gebrochen bekommen. Aber meinen Willen, mich für interreligiösen Dialog einzusetzen, haben diese Typen nicht gebrochen.“

Zuvor hatte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, in der Jüdischen Allgemeinen die Tat als „abscheulich“ bezeichnet. „Dieser Überfall ist aber nicht nur ein bösartiger Angriff auf das Judentum in Deutschland. Es ist ein Angriff auf uns alle, auf unsere gemeinsamen Werte von Toleranz und von Liberalität“.

So sehen es auch die islamischen Religionsgemeinschaften. Sie bekundeten ihre Solidarität mit dem Verletzten und verurteilten den Angriff auf den Rabbiner mit deutlichen Worten. „Allen, die Hass und Feindschaft in ihren Herzen tragen, Allen, die diesen Angriff verharmlosen oder in ihrem blinden Hass der betroffenen Familie ihr Mitgefühl verweigern, treten wir entgegen“, erklärte etwa die Türkisch-Islamische Union (DITIB).

Das aber reicht Graumann nicht. Er hatte erklärt, Worte des Mitgefühls von muslimischen Verbänden seien zwar „schön und ehrlich gemeint“, doch komme es letztlich auf die Taten an. Das sieht der Sprecher des Koordinationsrates der Muslime, Ali Kızılkaya, ebenso, widerspricht Graumann aber in der Mitteldeutschen Zeitung. Der Appell Graumanns sei „nicht nötig“ gewesen. „So ein Angriff ist ein Angriff auf uns alle“, so Kızılkaya. Die islamischen Religionsgemeinschaften seien bereits aktiv. (eb)

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Ein Kommentar
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  1. […] verbreitet als man wahrhaben möchte. Auch Angriffe auf Juden, wie dieses Jahr in Toulouse oder Berlin-Friedenau, bleiben womöglich keine Einzelfälle, sofern wir dem nicht klar unser Plädoyer für ein […]



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