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Es waren vor allem die übrig gebliebenen einheimischen Geringqualifizierten, die die Gastarbeiter als ungeliebte Konkurrenten empfanden.

Stefan Luft, Staat und Migration, 2009

TV-Tipps des Tages

26.08.2012 – Leipzig, Paris, Berlin, Islam, Napoleon, DDR, Al-Qaida

TV-Tipps des Tages sind: Leipzig, Paris, Berlin – Drei Dörfer in Russland: In Russland gibt es ein Klein-Paris, genauer gesagt sogar zwei; Goodbye DDR: ie war das „Schmuckstück“ der DDR, das „schönste Gesicht des Sozialismus; Gesichter des Islam; Die Sprache von Al-Qaida

VONÜmit Küçük

DATUM26. August 2012

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Leipzig, Paris, Berlin – Drei Dörfer in Russland
Dokumentation – In Russland gibt es ein Klein-Paris, genauer gesagt sogar zwei. Im Südural, nahe der kasachischen Grenze, gibt es russische Dörfer mit den klangvollen Namen Leipzig und Paris. Vor 170 Jahren wurden die Siedlungen „Grenzposten 29“ beziehungsweise „Grenzposten 4“ getauft. Diese Ortsnamen fanden die dort angesiedelten Kosaken verständlicherweise langweilig. Weil sie im Krieg gegen Napoleon eine entscheidende Rolle gespielt hatten, tauften sie ihre Heimat in Leipzig und Paris um. Auch ein kleines Berlin existiert in der Nähe. Mit ihren berühmten Namensgebern in Europa haben die sibirischen Dörfer aber kaum etwas gemeinsam. 16:05-16:30 • MDR Sachsen

Goodbye DDR (3/4)
Sie war das „Schmuckstück“ der DDR, das „schönste Gesicht des Sozialismus“: Eisläuferin Katarina Witt wurde sechs Mal Europameisterin, vier Mal Weltmeisterin und gewann zwei Mal olympisches Gold. Ihren Erfolg heftete sich das marode System DDR an die Fahne – zum Prestigegewinn im In- und Ausland.

Mit glänzenden Leistungen im Sport wurden manche Schattenseiten des Regimes überstrahlt. Doch Athleten, die politisch nicht auf Linie waren, erhielten Startverbot. Die Sprinterin Ines Schmidt musste ihre Laufschuhe abgeben, als ihre Liebe zu einem Westsportler und ihr Kontakt zu Oppositionsgruppen bekannt wurde. Diskuswerfer Wolfgang Schmidt, der bei Olympia in Montreal Silber gewonnen hatte, wanderte nach einem Fluchtversuch ins Gefängnis.

Doch nicht nur im Sport trog der schöne Schein, sondern überall dort, wo es um Kunst, Kultur und Musik ging. Während die „Puhdys“ im Westen auftreten durften, wurde die bei vielen DDR-Jugendlichen beliebte Rockgruppe „Renft“ verboten, weil manche ihrer Songs auch von „Wehrdienstverweigerung“ und „Republikflucht“ handelten. Der Selbstbetrug wurde am Ende denen zum Verhängnis, die ihn angeordnet hatten.

Als Erich Honecker gemeinsam mit Bundeskanzler Helmut Schmidt die mecklenburgische Kleinstadt Güstrow besuchte, wurden die Bürger der Stadt in ihre Häuser verbannt. Statt dessen jubelten bestellte Mitarbeiter der Staatssicherheit ihrem „Erich“ zu. Honecker schien am Ende selbst zu glauben, dass es das Volk war, das ihn liebte. Wie sehr die Fassade bröckelte, darüber sahen die Mächtigen gern hinweg. 18:30-19:15 • PHOENIX

Gesichter des Islam
In der 4. und letzten Folge begeben wir uns nach Kairo und Alexandria, wo das muslimischen Ägypten darum ringt, traditionsverhaftete Religion und zukunftsträchtige Bildung in Einklang zu bringen.

In Kairo und Alexandria geht es um das Ringen des muslimischen Ägypten, traditions-verhaftete Religion und zukunftsträchtige Bildung in Einklang zu bringen. In Kairo führt der junge Imam Abdallah eine der ältesten Moscheen der Medina wie eine Begegnungs- und Bildungsstätte. Der ägyptische Nobelpreisträger Ahmed Zewail fordert bei einem öffentlichen Auftritt neue Anstrengungen in Politik und Bildungswesen.

Das goldene Zeitalter von Kultur und Wissenschaft des Islams im mittelalterlichen al-Andalus ist heute noch lebendig: In Córdoba sehen wir die faszinierende Moschee-Kathedrale und die Ausgrabung der Palaststadt Madinat al-Zahra. Der spanische Konvertit Antonio Romero leitet auf seiner Finca zwischen Araberpferden und einer wertvollen Handschriftensammlung eine islamische Bildungsstätte. Der Historiker Emilio Ferrín erklärt das Potential und die Faszination des Islams im historischen und im heutigen Andalusien. Der populäre türkische Theologe Zekeriya Beyaz fordert fortschrittliches Denken im Islam.

In einer von Istanbuls religiösen Imam-Hatip-Eliteschulen lernen Jungen in Anzug und Krawatte Koranrezitation, Englisch und moderne Naturwissenschaften, während in Kairo junge Mädchen der besseren Gesellschaft und mit moderner Schulbildung privaten Koranunterricht bekommen. Beispielhaft spielt das ägyptische Bildungsdilemma auch zwischen mittelalterlichem Altstadthandwerk ohne Zukunftsperspektive, einem High-Tech-Zentrum, der neuen Bibliothek von Alexandria und der ehrwürdigen Al-Azhar-Universität – Bildung für zu wenige.

Der ägyptische Soziologe Nader Fergany attackiert Männer und Regierungen, wenn es um die Rückschrittlichkeit des Islams geht. Im indonesischen Jakarta könnten beim „Islamic Banking“ aus den Traditionen des Islams neue Akzente in der Wirtschafts- und Finanzwelt gesetzt werden. 19:30-20:15 • BR-alpha

Die Sprache von Al-Qaida
Dokumentation – Die inzwischen überall auf der Welt ausgeführten Terroranschläge des islamistischen Al-Qaida-Netzwerkes sind nur ein Teil des Dschihad. Ein wesentlicher Teil des Kampfes findet in den Medien, vor allem im Internet statt. Dessen technische Möglichkeiten machen es den Al-Qaida-Aktivisten möglich, ihre Propaganda weltweit in die Köpfe und Herzen junger Muslime zu transportieren. Regisseur Asiem El Difraoui hat über einen langen Zeitraum von Al-Qaida produzierte Videobotschaften beobachtet und entschlüsselt in seiner Dokumentation ihre typischen Inhalte und Symbole.

Sicherheitsexperten auf der ganzen Welt sind sich in einem Punkt einig: Der „Krieg gegen den Terror“ ist ohne ein genaues Verständnis der Botschaften und der Propaganda-Strategie des Al-Qaida-Netzwerkes nicht zu gewinnen. Denn der globale Krieg der Islamisten besteht nicht nur aus Terroranschlägen, sondern er ist mittlerweile im Wesentlichen ein Kampf der Medien, ein Kampf um Bilder und um die Deutungshoheit von Werten.

Führende Mitglieder von Al-Qaida sagen, dass es zu ihren Hauptzielen zählt, die Köpfe und Herzen möglichst vieler junger Muslime zu gewinnen. Ihr Terrain ist das Internet, denn dessen technische Möglichkeiten kommen ihren Anliegen nach Konspiration und gleichzeitig globaler Kommunikation maximal entgegen.

Filmemacher Asiem El Difraoui beschäftigt sich seit langem intensiv mit den vielfältigen Videobotschaften von Al-Qaida. Er entschlüsselt typische Inhalte und Symbole dieser Kommunikation und erläutert die Entstehung der Dschihad-Medienstrategie am Krieg gegen die Sowjets in Afghanistan, am Krieg in Bosnien und an den Anschlägen vom 11. September 2001. Er sucht in verschiedenen Ländern Menschen auf, die an der Herstellung und Verbreitung der Videos beteiligt sind, und ebenso Menschen, die von diesen Aufrufen beeinflusst worden sind. Außerdem zeigt die Dokumentation, welche Anteile der Videobotschaften besonders starke Wirkung auf junge Araber haben, und er dokumentiert, welche Anstrengungen Militärs, Sicherheitsdienste und zivile Forschungsinstitute weltweit unternehmen, um der Macht dieser Bilder und Botschaften entgegenzuwirken. 05:00-05:52 • arte

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