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Durch die Möglichkeit der Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer in solchen [einfachen, manuellen] Positionen hat sich die Chance der deutschen Arbeiter, sich beruflich weiterzuentwickeln und in der Betriebshierarchie aufzusteigen zweifellos verbessert.

Bundesanstalt für Arbeit, Repräsentativuntersuchung ’72 über die Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer…, 1973

TV-Tipps des Tages

12.08.2012 – Rom, Türken, Osmanische Reich, Kabul, Islam, Integration

TV-Tipps des Tages sind: Rom – Niedergang einer Weltmacht: Das Ende des Weströmischen Reichs; Kulturkrieger in Kabul; Gesichter des Islam: „Männer und Frauen“ zeigt Musliminnen und Muslime und das Selbstverständnis der Geschlechter in Marokko, Deutschland und Saudi-Arabien

VONÜmit Küçük

DATUM12. August 2012

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Rom – Niedergang einer Weltmacht (2/2)
Dokumentarfilm – Eines der Fundamente, auf denen das moderne Europa fußt, ist zweifellos das Römische Reich der Antike. Zu seiner Blütezeit im zweiten Jahrhundert nach Christus umfasst es den gesamten Mittelmeerraum, Westeuropa, Ägypten und sogar das Zweistromland. Doch seine Größe wird zur Schwäche. Sind doch zahllose Kriege nötig, um die endlos langen Grenzen zu sichern. Das Militär wird zum Machtfaktor.

Der zweite Teil des Dokumentarfilms schildert die letzten Jahrzehnte des Weströmischen Reiches, das mit der Absetzung des letzten Kaisers durch einen germanischen Heerführer eine historische Zäsur erlebt.

Im fünften Jahrhundert nach Christus hat das Römische Reich nach langer Blütezeit eine noch längere Periode des langsamen Niedergangs hinter sich. Seit Jahrzehnten ist es in ein Weströmisches und ein Oströmisches Reich geteilt. Ein Kaiser residiert in Rom, dem alten Zentrum des Reichs. Ein zweiter Kaiser herrscht in Konstantinopel. Sein Reich wird noch fast ein Jahrtausend bestehen, bis die Türken im 15. Jahrhundert Konstantinopel erobern.

Im letzten Jahrhundert der Existenz des Weströmischen Reiches leben die Feinde von einst mitten im Reich. Rom hat die Germanen als Söldner angeworben, weil es seine Grenzen nicht mehr allein verteidigen kann. Bezahlt werden sie mit Ackerland, dem wertvollsten Schatz Roms. Aber die Germanen leben als Fremde unter Römern. Romanisiert werden sie nicht.

Viele Germanen bekleiden hohe Positionen im Heer und in der Zivilverwaltung. Nur der Thron bleibt ihnen verwehrt. Weströmischer Kaiser darf nur ein Römer werden. Doch beim Ringen um die Macht kämpfen Germanen längst in vorderster Reihe. So herrscht der Heerführer Ricimer (circa 405 – 472) über Rom durch von ihm abhängige Monarchen. Er setzt Kaiser ein und stürzt sie wieder, wenn sie sich seinem Einfluss entziehen wollen.

Sein Nachfolger Odoaker (circa 433 – 493) ist da weitsichtiger. Er hat erkannt, dass West-Rom in der alten Form keine Zukunft hat. Im Jahre 476 nach Christus zwingt er den letzten Kaiser Romulus Augustus (460 – um 476), Purpurgewand und goldene Krone nach Konstantinopel zu schicken mit der Botschaft, der Westen brauche keinen Kaiser mehr. Odoaker aber setzt sich selbst als König von Italien ein. 14:20-15:45 • arte

Kulturkrieger in Kabul
Reportage (Kultur – Krieg, Konflikt, Unruhen) – Vierteilige Reihe mit Katrin Sandmann. Junge Graffiti-Sprayerinnen. Eine atemberaubend schöne Sängerin in engen Klamotten und ohne Kopftuch. Eine Doom Metal Band. All das hätte Katrin Sandmann in Kabul nicht erwartet. Und wie lebt es sich als Künstler in diesem zerstörten Land nach 30 Jahren Krieg?

„Um ehrlich zu sein, manchmal habe ich schon Angst. Ich weiß aus guten Quellen, dass ich beobachtet werde, schon allein wegen der Art, in der ich auftrete( ). Aber ich muss eben stark sein und weitermachen.“ Sängerin Aryana Sayeed hat eine eigene Show im Privatfernsehen. In einem Land, in dem Frauen in öffentlichen Ämtern mit dem Tod bedroht werden und Zwangsehen minderjähriger Mädchen auf der Tagesordnung stehen, bekommen ihre Auftritte als Showstar noch einmal eine ganz eigene Bedeutung.

Aber nichts ist nur schwarz oder weiß in Afghanistan. Die Suche nach den „Kulturkriegern“ führt Katrin Sandmann in Parallelwelten. Mit dem ständigen Gefühl, dass hier Mittelalter und 21. Jahrhundert kollidieren. Findige Maler treffen auf religiöse Fanatiker, Superstars entdecken ihr soziales Gewissen. Junge Underground-Musiker erheben ihre Stimme. Alle wissen, dass noch ein langer Weg vor ihnen liegt. Aber einschüchtern lassen sie sich nicht: die „Kulturkrieger“ von Kabul.

Wenn sich Selbstmordattentäter in die Luft sprengen, der Kampf ums nackte Überleben die gesamte Energie fordert oder Islamisten Bilder- und Musikverbote verhängen, wer will da noch eine Band gründen, Filme drehen oder Performances aufführen?

In Krisengebieten wie Kabul, Kinshasa, Bagdad und Port-au-Prince sucht Katrin Sandmann diese „Kulturkrieger“. 17:00-17:30 • ZDFkultur

Gesichter des Islam (2/4)
Dokumentation – „Männer und Frauen“ zeigt Musliminnen und Muslime und das Selbstverständnis der Geschlechter in Marokko, Deutschland und Saudi-Arabien. In der Königsstadt Fés erleben wir eine traditionelle Hochzeit und die Ehe als nach wie vor verpflichtende islamische Lebensform.

In Duisburg verblüfft Zerah Yilmaz, Leiterin der Begegnungsstätte der neuen Moschee in Marxloh, mit offenen Worten. In Saudi-Arabien analysiert die Studentin Maram Taibah scharfsinnig die Rolle der Frauen zwischen Ausgrenzung und Neudefinition, während im neuen Dialogzentrum des Königs junge Männer und Frauen in vorsichtigen Kontakt treten. Beim Jahrestreffen der Muslimischen Jugend Deutschland diskutieren junge Leute im hessischen Bad Orb Fragen von Beziehung und Religion. Der ägyptisch-schweizerische Islamwissenschaftler Tariq Ramadan spricht in London über die Rolle von Frauen und Männern im Islam. In Fés erleben wir beim Hammelmarkt und in einem Stadthaus das traditionelle Opferfest. Wir hören vom ersten Studiengang für weibliche Seelsorger, „Mourchidas“, begleiten die junge Designerin Faouzia Choukri als Chefin von sechs Männern und als gehorsame Tochter. Unweit der 1000 Jahre alten Moschee lassen die HipHopper der Gruppe F’assi – gläubige und in ihre Familien integrierte junge Leute – ihre Beats durch die Gassen schallen. In einem Haus für ledige Mütter in Casablanca zeigt sich eine besonders harte Seite der Lebensrealität muslimischer Frauen.

Zusätzliche Information
„Gesichter des Islam“ ist eine vierteilige filmische Reise durch die Welt von 1,5 Milliarden Muslimen – Begegnungen mit Menschen und ihrem Glauben zwischen Tradition und Moderne, überraschende Einblicke in Lebensalltag und Überzeugungen muslimischer Gemeinschaften heute. Folge 2 zeigt Musliminnen und Muslime und das Selbstverständnis der Geschlechter in Marokko, Deutschland und Saudi-Arabien. In der Königsstadt Fés erleben wir eine traditionelle Hochzeit und die Ehe als nach wie vor verpflichtende islamische Lebensform. 19:30-20:15 • BR-alpha

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