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Migration und Integration in Deutschland

Bei dem Lebensalter der ausländischen Arbeitnehmer wirkt sich das z. Z. vor allem für die deutsche Rentenversicherung sehr günstig aus, weil sie weit höhere Beiträge von den ausländischen Arbeitnehmern einnimmt, als sie gegenwärtig an Rentenleistungen für diesen Personenkreis aufzubringen hat.

Ludwig Kattenstroth, Staatssekretär im Arbeitsministerium, März 1966, Bundesvereinigung der Dt. Arbeitgeberverbände, 1966

Hans-Jürgen Irmers Totschlagargument

Zum Wesen des Islam gehört die bewusste Täuschung des Ungläubigen

Hinter allem, was Muslime tun, stecke Takia, also die bewusste Täuschung des Ungläubigen, um islamische Ziele zu erreichen. Dieses Totschlagargument gehört Hans-Jürgen Irmer, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion im hessischen Landtag.

„Zum Wesen des Islam gehört bekanntlich die Takia, also die bewusste Täuschung des Andersdenkenden, des Ungläubigen, um damit aus islamischer Sicht legitimerweise entsprechende Ziele zu erreichen“, diese Worte gehören Hans-Jürgen Irmer, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion im hessischen Landtag und schulpolitischer Sprecher seiner Fraktion. Geschrieben hat er es in der August-Ausgabe der Wetzlar Kurier, eine von ihm herausgegebene Zeitung mit einer Auflage von über 100.000.

Hintergrund für diese Zeilen ist der Islamunterricht in Hessen. Irmer ist gegen die Einführung und argumentiert unter anderem mit diesem Totschlagargument. Die bewusste Täuschung werde dort noch nicht einmal als etwas Unanständiges empfunden, erläuterte Irmer seine Zeilen auf Nachfrage von hr-iNFO. „Sondern es liegt in der Sache, dass man aufgrund dieser von Allah gewollten Täuschung dem höheren Zwecke dient, nämlich die Ausbreitung des Islam weltweit zu fördern.“ Selbstverständlich wolle er Muslime nicht unter Generalverdacht stellen.

Das allerdings darf angesichts zahlreicher Entgleisungen Irmers gegenüber Muslimen und Ausländern bezweifelt werden. So sprach der im Jahr 2009 Muslimen die Religionsfreiheit ab, bezeichnete die Roma in Berlin als „Zigeunerproblem“ oder veröffentlichte ausländerfeindliche Gedichte in seinem Blatt. Eins war ihm jedoch stets sicher: die Rückendeckung seiner Fraktion.

Dennoch forderten die Grünen die Landesregierung auf, sich „schnell und unmissverständlich“ von Irmers Aussagen zu distanzieren. Die Aussagen seien blanker Unsinn. „Es ist wohl eher so, dass die bewusste Täuschung vor allem zu den Methoden der hessischen CDU gehört. Wie sonst ist zu erklären, dass Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sich mit dem Koalitionspartner von der FDP auf die Einführung eines islamischen Religionsunterricht verständigt, während Mitglieder des eigenen Fraktionsvorstandes offensichtlich in genau gegenteiliger Mission unterwegs sind? … Wir sind gespannt, ob der angebliche Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) erneut zu den Entgleisungen von Herrn Irmer schweigen wird“, so der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Mathias Wagner.

Kritik kam auch von SPD. Der integrationspolitische Sprecher, Gerhard Merz, erklärte, Irmers Ausfälle gegen den Islam und islamische Religionsgemeinschaften seien „zunehmend unerträglich“. Ein Machtwort der CDU-Spitze und eine Entschuldigung bei den islamischen Verbänden sei unabdingbar. Per Twitter schaltete sich auch Janine Wissler (Die Linke) ein: „Hessens schlimmster Hassprediger ist wieder am Werk, Irmers Äußerungen sind widerwärtig und diffamierend.“ (eb)

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45 Kommentare
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  1. Jan Sobiesky sagt:

    @ Peters

    Was in Allahs Namen wollen Sie uns mit Ihren Ausführungen sagen: Sarrazin als christliches Pendant zu Pierre Vogel? Ich befürchte, Sie haben selbigen.

    Und zu den „5 Millionen Moleme die absolut friedlich und gesetzestreu sind “ muss ich Ihnen leider widersprechen. Es gab letztes Jahr eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (übrigens SPD-nah), die ergab, dass bis zu 1 Millionen Moslems in D die Einfürhung der Scharia befürworten und Ihre Religion auch mit Gewalt verteidigen würden. Da das Ergebnis dieser Studie nätürlich politisch höchst unkorrekt und unerwünscht ist , verschwand die Studie sehr schnell wieder und wurde in dem Medien überhaupt nicht diskutiert – wie fast immer, wenn solche Studien unerwünscht sind.

    Sie nehmen es mit der Wahrheit nicht so genau und liefern damit mal wieder erstklassiges Anschaungsmaterial dafür, was Taqqiya im islam bedeutet.

  2. BiKer sagt:

    @ jan

    mich wundert, dass es nur eine million sind, die die scharia befürworten. als moslem bleibt einem auch nichts anderes übrig. aber im gegensatz zu ihnen scheinen diese 1 million zu wissen, was scharia bedeutet während sie offensichtlich im sog der von ihnen kritisierten medien schwimmen. scharia ist der weg zu gott. was soll ein gläubiger auch anderes wollen. sie denken bestimmt gleich an das handabhacken, wa? 🙂

    und dass gläubige menschen ihre religion auch mit gewalt verteidigen, ist wohl natürlich. fragen sie doch mal christen, was sie tun würden? in der frage steckt doch schon drin, dass ein angriff vorliegt.

    ist aber bezeichnend, dass leute wie sie solche dummen studien für ihre zwecke nutzen. woher die studie kommt, ist in diesem fall weniger relevant als vielmehr die frage, wer sie fast schon absichtlich und plump missdeutet, um muslime zu dikreditiieren.

  3. Jan Sobiesky sagt:

    @BiKer:

    An diesen Zahlen gibt es nichts misszudeuten. Im übrigen habe ich niemanden diskreditiert und woher kennnen Sie meine Zwecke?

    Sie unterstellen, haben Vorurteile über mich ohne mich zu kennen, wollen dies umgekehrt aber mir unterstellen, obwohl ich nur die Ergebnisse einer Befragung zitiert habe, die Ihnen nicht genehm ist?

    Das nenne ich mal digitale Schnappatmung.

    Übrigens: Eine Studie aus dem gleiche Hause, die Ergebnisse im Sinne der Moslems ergab, wurde breit durch die Medien getragen und keiner der üblichen Verdächtigen hat hyperventiliert.

    Und obwohl ich „Leute wie Sie“gar nicht persönlich kenne, gehe ich mal davon aus, dass Ihr Urteil über diese Studie wie üblich bei „Leuten wie Ihnen“ gefällt wurde,obwohl Sie sie nicht gelesen haben?

    War nur eine rhetorische Frage.

  4. BiKer sagt:

    @ jan

    sie und ihresgleichen sowie die gesinnung erkennt man schon an der – ich wiederhole mich – plumpen art der argumentation. sie haben nur eine studie wiedergegeben? ja! gezielt! nur e i n e unter dutzenden anderen, die sie nicht wiedergegeben haben weil sie ihrer gesinnung nicht entsprechen. und sie fragen, woher ich ihre zwecke kenne? sie sind witzig – ungewollt witzig. 🙂

  5. Jan Sobiesky sagt:

    @BiKer

    es dürfte Ihrerer geschätzten Aufmerksamkeit nicht entgangen sein, dass ich überhaupt nicht argumentiert habe, sondern eine Studie zitiert. Und natürlich nur eine unter dutzenden andern – denn die 11 anderen, die zeigen wie friedliebend und bereichernd die Muslims doch für Europa sind, werden ja rund um die Uhr in den Medien zitiert. Und Sie erwarten ja wohl nicht, dasss ich hier 12 Studien diskutiere – das wäre Inhalt einer Dissertation.
    Sie sind übrigens nicht witzig – auch ungewollt: Sie erkennen meine Gesinnung aus 3-4 Beiträgen, wollen mir aber verbieten mir eine Meinung über Moslems zu bilden, die auf mehr als einer solchen dürftigen Basis wie der Ihrigen beruhen? Das ist nicht witzig, sondern heuchlerisch.

    „Sie und Ihresgleichen“ erkennt man übrigens daran, dass Sie nie auf Argumente mit Argumenten eingehen, sondern de Keule rausholen.

  6. Jan Sobiesky sagt:

    Sie können meine Art so oft thematisieren – ich kenne diese Antifanten-Technik: nur nicht über das Thema reden – also ich warte imm er noch auf Argumente.

  7. aloo masala sagt:

    @Jan Sobiesky

    Es ist schwer etwas über eine Studie zu sagen, von der man sich kein Bild machen kann. Das BMI kam jedenfalls dieses Jahr zu einem anderen Ergebnis. Es wäre gut, wenn Sie eine Quellenangabe machen würden.

  8. Jan Sobiesky sagt:

    @aloo masala
    Wie bereits gesagt – ist verschwunden – zumindest von der Homepage der FES. Hatte das file damals (muss etwa Q2/Q3 2011 gewesen sein) leider nicht runtergeladen – schön blöd.

    Kann mich deshalb aber so gut daran erinnern, weil der Studienleiter ein Interview dazu gegeben hat und extrem besorgt war.

    Ich bleibe aber dran – sobad ich die Studie bzw. sekundärliteratur dazu habe, melde ich mich.

  9. Grams sagt:

    Herr Sobiesky,

    was möchten Sie eigentlich? Was ist der Zweck Ihrer Texte?

  10. aloo masala sagt:

    @Sobiesky

    Die Friedrich-Ebert Stiftung ist ja nicht die einzige Institution die Studien durchführt. Andere Studien müssten ja dann zu ähnlichen Ergebnissen gekommen sein. Gibt es denn da nichts, was Ihre Behauptung belegen würde?

    Wenn man schon nicht vorhandene Studie der Friedrich Ebert Studie bemüht, so wird man sicher gegen vorhandene Studien der Friedrich Ebert Stiftung auch nichts einzuwenden haben, die eine verbreitete Islamfeindlichkeit unter Deutschen auszumachen meinen. Demokratiefeindlichkeit ist offenbar keine Eigenschaft, die man an der Kultur oder Religion einer Gruppe festmachen kann. Wer das aber zu tun versucht und gleichzeitig eine unüberbrückbare Kluft zwischen „uns“ und den „anderen“ ausmacht sowie die „anderen“ als seine Feinde deklariert, die es zu bekämpfen gilt, erfüllt sämtliche Kriterien einer kulturell-rassistische Gesinnung.

    Im übrigen spricht keine Studie davon, dass 1 Mio von der Grundgesamtheit eine bestimmte Eigenschaft aufweisen. Das wäre hochgradig unseriös, weil man in einer Studien gar nicht die Möglichkeit hat 5 Mio Menschen zu befragen. Studien behaupten lediglich, dass z.B. 20% der Befragten eine bestimmte Eigenschaft aufweisen. Un hier wäre es wichtig zu wissen, wer genau befragt wurde. Jüngere Studien des BMI (CDU) machen da ganz klare Einschränkungen, so dass sich Ihre Behauptung nicht mehr haltbar wäre.


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