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Migration und Integration in Deutschland

Es gab vor allem in der Anfangsphase der Anwerbung von Türken häufige Klagen der deutschen Arbeitskollegen darüber, dass die Türken … an ihrem Arbeitsplatz wie verrückt arbeiten und dadurch die Akkordsätze verderben.

Hans-Günter Kleff, Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

TV-Tipps des Tages

03.08.2012 – Israel, Jerusalem, Muslime, Juden, Migranten, Türken

TV-Tipps des Tages sind: 360° – Geo Reportage – Jerusalem im Morgengrauen: In Jerusalem, der Heiligen Stadt von Juden, Muslimen und Christen, wird sogar die Müllentsorgung bisweilen zum religiösen Konflikt; Allah kam auch bis Asbach-Bäumenheim; 4.500 Menschen leben in Asbach-Bäumenhein, sie stammen aus 39 unterschiedlichen Nationen, mehr als 300 Einwohner sind türkischer Abstammung

VONÜmit Küçük

DATUM3. August 2012

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360° – Geo Reportage – Jerusalem im Morgengrauen
Reportage – In Jerusalem, der Heiligen Stadt von Juden, Muslimen und Christen, wird sogar die Müllentsorgung bisweilen zum religiösen Konflikt. Doch ein jüdischer und ein arabischer Müllmann haben das Kunststück geschafft, sich und die Kollegen zwischen Heiligtümern und Unrat perfekt zu organisieren. „360° – Geo Reportage“ durfte die Mülltruppen durch das alltägliche Chaos der weltberühmten Stadt begleiten.

In der Altstadt von Jerusalem leben 30.000 Menschen – Christen, Juden und Muslime – auf engstem Raum. Sie produzieren täglich Tonnen von Müll. Nachts sind die Gassen vollgestopft mit Plastiksäcken, Kartons und Abfällen, dann ist die Heilige Stadt wahrscheinlich auch eine der dreckigsten. Jedenfalls bis Männer wie Midhat und Sharon ihren Job erledigt haben. Der Araber und der Jude befehligen jeweils eine eigene Truppe von Müllmännern. Sie mögen sich und sie brauchen sich, denn im jüdischen Viertel kommt Midhat ohne Sharon nicht aus – und umgekehrt.

Ein kleiner Traktor kämpft sich frühmorgens die Stufen des muslimischen Viertels hinauf. Ein Mann springt ab und wirft die Säcke auf die Ladefläche des Anhängers. Der Ruf des Muezzins ertönt, dann Glockengeläut. Midhat Abu Hani muss sich beeilen, bald kommen Scharen von Gläubigen und Touristen. Dann ist hier kein Durchkommen mehr. Der Araber ist Chef der motorisierten Müllabfuhr und für zwölf Traktoren verantwortlich, mit denen seine Truppe jeden Tag Unmengen von Unrat von den Straßen schleppt.

Midhats Kollege Sharon ist Chef der Kärchertruppe und einer von 3.000 Juden, die in der Altstadt arbeiten. Er wohnt mittlerweile außerhalb der Stadtmauern, aber aufgewachsen ist er hier zwischen 25.000 Palästinensern, 500 Christen und 1.500 Armeniern. Sharon beherrscht mehrere Sprachen. Das erleichtert ihm das Arbeiten mit seinen meist palästinensischen Kollegen und verschafft ihm Respekt. Für ihn wie für Midhat beginnt die Arbeit am frühen Morgen und endet nicht vor Mitternacht.

Besonders heikel ist ihr Job an den Feiertagen der verschiedenen Religionen oder bei unvorhergesehenen Zwischenfällen. Ihre Heilige Stadt sauber zu halten, ist weder für Sharon noch für Midhat ein alltägliches Geschäft. Beide sehen ihren Job als persönliche Herausforderung und als Beitrag für ein friedliches Zusammenleben innerhalb der Mauern von Jerusalem. 11:50-12:33 • arte

Allah kam auch bis Asbach-Bäumenheim
Aus der Reihe „Dorfgeschichten“ – Ein kleiner Ort im Donauries. 4.500 Menschen leben in Asbach-Bäumenhein, sie stammen aus 39 unterschiedlichen Nationen, mehr als 300 Einwohner sind türkischer Abstammung. Viele Frauen tragen Kopftuch, viele Männer der ersten Generation können schlecht deutsch – und doch scheint hier etwas anders, besser zu laufen als in Großstädten mit einem vergleichbar hohen Anteil an Migranten. Mehrere Wochen drehte ein Team des Bayerischen Rundfunks in Asbach-Bäumenheim, beobachtete das Leben der Türken, die zum Teil seit Mitte der 60er-Jahre hier ansässig sind.

Der Film von Frieder Käsmann zeigt die Geschichte einer erfolgreichen Integration. Alte und Junge, Deutsche und Türken kommen in dem Film zu Wort, erzählen von früher und heute, von Nähe und Distanz. Der Film zeigt vor allem die Gegenwart, in der die meisten der türkischen Einwohner ein eigenes Häuschen besitzen, ganz normal hier leben und arbeiten, beten und feiern. Viele sind nun schon in der dritten Generation hier, sie können sich ein Leben außerhalb von Asbach-Bäumenheim oder gar in der Türkei nicht mehr vorstellen… 03:05-03:58 • tagesschau24

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