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Es waren vor allem die übrig gebliebenen einheimischen Geringqualifizierten, die die Gastarbeiter als ungeliebte Konkurrenten empfanden.

Stefan Luft, Staat und Migration, 2009

Türkische Presse Türkei

01.08.2012 – Erdoğan, Davutoğlu, Türkei, Istanbul, Osmanen, Fasten

Die Themen des Tages sind: Erdoğan empfing Davutoğlu; Davutoğlus Arbil Besuch; Export der Türkei um 16,9 Prozent gestiegen; Türkei verlegt weiter Truppen an die Grenze; Korrespondent in Istanbul; Die Osmanen sind zurück; Fasten hat ihn berühmt gemacht; 1,5 Millionen Syrer haben ihre Häuser verlassen

VONBYEGM, TRT

DATUM1. August 2012

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RESSORTTürkische Presse Türkei

QUELLE Die “Türkische Presse Türkei” wird MiGAZIN von der Generaldirektion für Presse und Information in Ankara und der Türkischen Rundfunk- und Fernsehanstalt (TRT-World) zur Verfügung gestellt und unverändert übernommen.

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Presseschau der Generaldirektion für Presse und Information in Ankara

Erdoğan empfing Davutoğlu
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan empfing gestern Außenminister Ahmet Davutoğlu, um Davutoğlus Arbil-Besuch zu besprechen. Beim Treffen zwischen Erdoğan und Davutoğlu wurden auch die jüngste Lage in der Region und die Gefechte in Syrien erörtert.

Unterdessen warnte Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan gestern in einer Fernsehansprache die Kurden nachdrücklich davor, in Syrien einen autonomen Staat anzustreben. Ein Eingreifen türkischer Streitkräfte schloss Erdoğan nicht aus, sollte sich die Entwicklung im Nachbarland gegen nationale Interessen richten. „Das ist wie Güter aus einem brennenden Haus zu stehlen. Eine Intervention die die nationale Sicherheit der Türkei bedroht, wird auf keinen Fall geduldet.“, so Erdoğan.

Davutoğlus Arbil Besuch
Außenminister Ahmet Davutoğlu wird heute einen Tagesbesuch nach Arbil abstatten. Davutoğlu wird im Rahmen seines Besuches mit dem Führer der regionalen Verwaltung im Norden des Iraks, Mesut Barzani zusammentreffen. Hauptthema des Treffens werden die jüngste Lage in der Region und die Gefechte in Syrien sein.
Unterdessen bewertete Davutoğlu gestern vor seiner Reise die Lage in der Region und die Haltung der Türkei angesichts der Gefechte in Aleppo. Außenminister Davutoğlu wies darauf hin, die Türkei beobachte die Lage in Nordsyrien genau und behalte sich alle erforderlichen Schritte vor und sagte „Wenn Tausende Flüchtlinge in die Türkei fliehen und die syrische Armee auf sie ein Feuer eröffnet, dann wird unser Land und auch die restliche Welt, nicht einfach so zuschauen. “

Außenminister Davutoğlu warnte nachdrücklich „Wir werden es nicht zulassen, dass entlang unserer Grenze terroristische Gruppen gedeihen. Ganz gleich, ob es sich um Al Qaida oder die PKK handelt. Beide sehen wir als eine Bedrohung für das Land an und wir werden alle Maßnahmen ergreifen, um sie zu stoppen.“

Export der Türkei um 16,9 Prozent gestiegen
Wirtschaftsminister Zafer Çağlayan erklärte, dass der Export der Türkei in der ersten Hälfte des Jahres, im Vergleich zum letzten Jahr, um 16,9 Prozent auf 13,266 Milliarden Dollar angestiegen ist.

Çağlayan, der die jüngsten wirtschaftlichen Entwicklungen bewertete gab bekannt, die Türkei erwarte vor allem erhebliche Investitionen aus Europa. Bis zum vierten Quartal 2012 rechne man zudem mit einem deutlichen Anstieg türkischer, aber auch internationaler Anträge. Darüber hinaus hielt Wirtschaftsminister Çağlayan für Geschäftsleute, die eine Investition in der Türkei planen, noch weitere gute Neuigkeiten parat. Geld, das als Teil der Investition in ein bereits bestehendes Gebäude fließe, werde in die Dokumente aufgenommen, so dass der Anleger auf diese Weise nicht nur die Steuern für den Bau eines Gebäudes spare, sondern auch die Kosten für einen Neubau an sich. Çağlayan sagte zum Thema „Diese neue Praxis wird eine Eingliederung der Gebäude in die Wirtschaft ermöglichen. Um das neue Anreiz-Paket, das für alle Investments in der Türkei seit dem 1. Januar dieses Jahres gilt, zu fördern, wird die Türkei eine entsprechende Promotion-Kampagne starten. Ab dem kommenden September wird diese in nationalen wie internationalen Medien zu sehen sein.“

Türkei verlegt weiter Truppen an die Grenze
Mit der Eskalation der Gewalt in Syrien rund um die Großstadt Aleppo hat die türkische Armee ihre Präsenz an der Grenze zu Syrien verstärkt. Es wurde erläutert, dass ein Konvoi aus rund 20 Truppentransportern, mobilen Flugabwehrbatterien und Panzerfahrzeugen in der Nähe der Stadt Kilis an der Grenze in militärischem Sperrgebiet stationiert wurden.

Die Türkei befürchtet eine Eskalation in seinem Nachbarland und hat wiederholt mit einem Eingreifen gedroht, sollte der Konflikt auf sein Gebiet überschwappen. Zuletzt äußerte sich Außenminister Ahmet Davutoğlu zu diesem Thema und sagte „Wir werden die Präsenz von Terroristen an unseren Grenzen nicht zulassen. Diese Bedrohung gibt Grund für die Nutzung des Rechts auf legitime Verteidigung, und wir sind berechtigt, beliebige Maßnahmen zu ergreifen.“

Korrespondent in Istanbul
Ein Korrespondent der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu wurde während eines Einsatzes in der syrischen Wirtschaftsmetropole Aleppo verwundet. Der Bruder des verletzten Korrespondenten beantwortete die Fragen der Journalisten „Mein Bruder wurde an seinen beiden Beinen getroffen. Nachdem er angeschossen wurde, sei er von Kämpfern der Opposition ins Dar Asshifa Krankenhaus in Aleppo gebracht worden. Nach einer Erstversorgung transportierten ihn diese weiter in die türkische Provinz Kilis. An der Grenze wurde er von türkischen Rettungskräften in Empfang genommen und ins Krankenhaus gebracht. Meinem Bruder geht es gut. Die Kugeln wurden entfernt.“

Sinan Gül wurde währenddessen in ein Krankenhaus in Istanbul überliefert.

Presseschau der Türkischen Rundfunk- und Fernsehanstalt (TRT-World)

Die Osmanen sind zurück
Star berichtet unter der Schlagzeile „die Osmanen sind zurück“, die französische Zeitung Liberation habe auf das große Interesse an den türkischen Fernsehserien hingewiesen und betont „das osmanische Imperium ist im Fernsehen zurückgekehrt“. Dem französischen Blatt nach wurden die bosnischen Muslime noch vor 20 Jahren von den Serben Türken genannt und massakriert. Heute hingegen würden zu den Sendezeiten der türkischen Fernsehserien in der serbischen Hauptstadt und in anderen Städten sich die Straßen leeren.

In Frankreich wurden Arbeitnehmer entlassen, weil sie fasten
In Yeni Safak lesen wir unter der Schlagzeile „in Frankreich wurden Arbeitnehmer entlassen, weil sie fasten“, nach dem Schleierverbot würden in Frankreich nun auch muslimische Arbeitnehmer entlassen, die fasten. Die Stadtverwaltung Gennevilliers habe zwei muslimische Animateure entlassen, nachdem festgestellt worden sei, dass die beiden im Ramadan fasten.

Fasten hat ihn berühmt gemacht
Aus Zaman erfahren wir unter der Schlagzeile „Fasten hat ihn berühmt gemacht“, John Hoy, der nach einer Wette mit einem Freund im Ramadan mit fasten begonnen habe, sei in Dänemark zum Thema des Tages geworden. Der Däne John Hoy sei mit seinem muslimischen Kollegen ein Wette eingegangen und habe mit Ramadan-Beginn mit Fasten begonnen. Im sozialen Netzwerk Facebook habe er den Link „30 days of Ramadan“ geöffnet. Mit kurzen Kommentaren teile er seine Erfahrungen mit den Dänen und werde von Tausenden verfolgt.

1,5 Millionen Syrer haben ihre Häuser verlassen
In einer weiteren Meldung von Zaman heißt es unter der Schlagzeile „1,5 Millionen Syrer haben ihre Häuser verlassen“, seit Beginn der Proteste vor 17 Monaten hätten in Syrien 1,5 Millionen Menschen ihre Wohnungen verlassen und seien zu Flüchtlingen geworden. Dem Blatt zufolge seien während der Unruhen mehr als 20.000 Menschen ums Leben gekommen und weitere Zehntausende verletzt worden. Nach jüngsten Angaben des Hochkommissariats der Vereinten Nationen für Flüchtlinge habe die Zahl der Flüchtlinge in der Türkei, in Jordanien und im Libanon vor einer Woche 125.000 betragen. In der der letzten Woche sei diese Zahl auf 150.000 Tausend Flüchtlinge gestiegen.

Ist sie gedopt
Sabah schreibt unter der Schlagzeile „ist sie gedopt“ über die außergewöhnliche Leistung der chinesischen Schwimmerin bei den Olympischen Spielen in London. Die 16-jährigen Ye Shiwen, die auf den letzten Bahnen über 400 Meter Lagen sogar schneller gewesen sei als Ryan Lochte habe nun alle Aufmerksamkeit auf die chinesische Wunderschwimmerin gelenkt.

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