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Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) über die doppelte Staatsbürgerschaft, Neujahrsempfang am 17. Januar 2010

Bei Anne Will

„Es geht mir darum, eine Doppelmoral anzuprangern“

Am Mittwoch war ich bei Anne Will zum Thema Beschneidungsverbot. Wie zu erwarten, verlief die Diskussion heftig und verblieb weitestgehend an der Oberfläche. Daher möchte ich meine Argumente, die in der Sendung nicht deutlich wurden, gerne näher ausführen.

VONKhola Maryam Hübsch

 „Es geht mir darum, eine Doppelmoral anzuprangern“
Die Autorin ist freie Journalistin in Frankfurt am Main. Sie studierte Publizistik, Psychologie und Germanistik in Mainz und engagiert sich mit Vorträgen deutschlandweit für den Interreligiösen Dialog. Sie ist Autorin des Buches „Der Islam in den Medien“.

DATUM13. Juli 2012

KOMMENTARE22

RESSORTAktuell, Meinung

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Eine Talkrunde ist nicht die beste Plattform, um in die Tiefe zu gehen. Zeitungsartikel schon eher, wie z.B. dieser lesenswerte FAZ-Artikel von Donnerstag. Ebenfalls in der FAZ von gestern findet sich eine Fernsehkritik zur Sendung, dort heißt es: „Hübsch stritt wortgewandt und mit einer für die gediegenen Talkshows selten gewordenen Munterkeit für die Beschneidung. En passant führte sie dabei noch eine scharfe Attacke gegen die Erziehung in Kinderkrippen, die ihrer Meinung nach weitaus gravierendere negative Folgen für die Kinder hätte, als eine rituelle Beschneidung.“

Bevor es heißt, ich sei eine radikale Krippengegnerin und ich mir neben den vielen Islamkritikern (unzählige Hassmails nach der Sendung zeugen davon) auch „Feministinnen“ zu Feinden mache, (obwohl ich mich ihnen in vielen Bereichen als Muslima verbunden fühle), führe ich mein Argument lieber aus. Es geht mir darum, eine Doppelmoral anzuprangern, die wir dann vorfinden, wenn der Islam Gegenstand der Debatte ist.

Betont wurde während der Sendung, das Beschneidungsurteil habe das Kindeswohl vor Augen. Der ebenfalls anwesende Strafrechtsprofessor Holm Putzke erklärte sich auf diesen FAZ-Artikel berufend, dass sogar Säuglinge trotz Betäubung traumatisierende Schmerzen bei der Beschneidung empfinden würden. Ganz abgesehen davon, dass dies impliziert, ein Drittel der Weltbevölkerung leide an Traumatisierungen und die Weltgesundheitsorganisation sowie der UNO-Kinderrechtsausschuss dies stillschweigend gutheißt, wundert mich, dass anscheinend mit zweierlei Maß gemessen wird.

Ebenfalls in der FAZ erschien am 4. April 2012 an gleicher Stelle ein ausführlicher Artikel, der auf drastische Weise die Folgen von Krippenbetreuung für Kleinkinder beschrieb. Längsschnittstudien und Großstudien kommen demzufolge zu dem Ergebnis, dass Kinder bei einer sehr frühen Krippenbetreuung unabhängig von der Qualität der Betreuung ein höheres Risiko für Verhaltensauffälligkeiten, Drogenmissbrauch und körperliche, chronische Erkrankungen haben. Der langedauernde Krippenaufenthalt für Kinder unter zwei Jahren führe erwiesenermaßen zu einer „chronischen Stressbelastung“. Für den Experten Rainer Böhm ist das die „biologische Signatur der Misshandlung“ und unethisch sowie unvereinbar mit den Menschenrechten. Daher gibt es eine Empfehlung des Kinderärztekongresses in Bielefeld, Kinder unter zwei Jahren nicht in eine Gruppentagesbetreuung zu geben.

Es ist also nicht meine persönliche Meinung, wie es in der FAZ-Fernsehkritik heißt, ich zitiere lediglich eine auf fundierte Studien basierende Einschätzung des Kinderärztekongresses, um auf doppelte Standards aufmerksam zu machen. Geht es um den Islam, ist man mit prohibitiven Maßnahmen sehr schnell, unabhängig davon, wie uneindeutig die Forschungslage sein sollte. Denn bisher sind Mutmaßungen über mögliche Traumatisierungen durch Beschneidungen im Säuglingsalter empirisch nicht nachgewiesen und bewegen sich im Bereich der Spekulation. Geht es allerdings um säkulare Ziele, die zudem kapitalistischen Interessen entgegen kommen, sieht man offensichtlich großzügig über das Kindeswohl hinweg, unabhängig davon, wie eindeutig die Forschungslage sein mag.

Dennoch plädiere ich nicht für ein Verbot von Krippenplätzen für unter 2jährige. Es geht vielmehr um das Selbstbestimmungsrecht der Eltern und um ein vernünftiges Abwägen und Aufklären. Wenn auf der einen Seite massiv in das Elternrecht und das Recht auf Religionsfreiheit eingegriffen wird, obwohl es sich bei der Beschneidung um einen minimalen, risikoarmen Eingriff handelt, der langfristig gesundheitliche Vorteile mit sich bringen kann, ist es dieser Logik zufolge auf der anderen Seite unverständlich, dass die Bundesregierung trotz deutlicher Gefahren für das Kindeswohl ungestraft immer mehr Betreuungsplätze schafft.

Die sogenannte Wunschsectio, d.h. ein nicht medizinisch indizierter Kaiserschnitt ist ein ähnliches Beispiel. Studien zeigen, dass Kinder, die durch einen Kaiserschnitt zur Welt kommen, ein höheres Risiko für Asthma, Diabetes Typ II und Übergewicht haben. Dennoch haben Eltern das Recht ohne Notwendigkeit einen Kaiserschnitt zu verlangen. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Warum geriert man sich hier jedoch nicht als Anwalt des Kindeswohls? Die Diskussion um die körperliche Unversehrtheit des Kindes scheint eine vorgeschobene Debatte zu sein. Es geht vielmehr um die Frage, wie viel Islam wir in Deutschland möchten. Dass die jüdischen Religionsgemeinschaften en passant mit ins Boot geraten sind, wird sicherlich dazu führen, dass das Urteil im Bundestag debattiert wird. Der Gesetzgeber wird für Rechtssicherheit sorgen, allein schon, um zu verhindern, dass 70 Jahre nach dem Holocaust jüdisches Leben in Deutschland kriminalisiert wird.

Tipp: Die Sendung „Anne Will“ vom 11. Juli 2012 „Streit ums Beschneidungs-Urteil – Religionsfreiheit ade?“ kann im Internet per Stream in voller Länge gesehen werden.

Die Symbolwirkung, die das Urteil hat, bleibt jedoch unverkennbar. Suggeriert wird, der Islam sei eine barbarische, rückständige Religion, die archaische Riten pflege. Zementiert wird das stereotype Islambild der Deutschen, die den Islam laut einer Studie der Universität Münster von 2010 in der Mehrheit für rückständig und gewaltbereit halten. Es wird versucht, den Islam zurückzudrängen, da die Angst vor dieser fremden Religion sich antiproportional zu den Kenntnissen über sie zu verhalten scheint. Geht es um den Islam, ist man bereit, das Menschenrecht auf Religionsfreiheit zu opfern, auch wenn gleichzeitig die angebliche Unvereinbarkeit der Menschenrechte mit dem Islam häufig Ausgangspunkt der Islamkritik ist. 60 Prozent der Deutschen sind laut einer Studie der Friedrich Ebert-Stiftung von 2010 der Meinung, man solle die Religionsausübung für Muslime in Deutschland erheblich einschränken – und vertreten damit eine Meinung, die nicht mit dem deutschen Grundgesetz zu vereinbaren ist.

Woher kommt die diffuse Angst vor einer Minderheit von fünf Prozent Muslimen in Deutschland, der man skurrilerweise zutraut, den deutschen Rechtsstaat unterwandern zu können oder gemäß der viel beachteten Prognose Thilo Sarrazins, Deutschland abzuschaffen? Vielleicht ist nicht nur das Verhalten radikaler Muslime, die häufig als Vertreter des Islam schlechthin wahrgenommen werden, ausschlaggebend, sondern auch ein äußerst schwaches und gekränktes kollektives Identitäts- und Nationalgefühl der Deutschen nach dem 2. Weltkrieg. Das „Andere“ und Fremde muss dann soweit dämonisiert werden, dass man es „im Gestus des pädagogischen Wohlmeinens“ (Navid Kermani) bekämpfen kann und sich selbst in Abgrenzung dazu definieren kann.

Es gehörte schon immer zum anti-muslimischen Ressentiment, den Islam als irrational und unaufgeklärt zu stigmatisieren und sich vor dieser Negativfolie seiner eigenen Überlegenheit zu versichern. Und das, obwohl große Aufklärer wie Lessing gerade im Islam eine besonders rationale Religion sahen. Vor diesem Hintergrund ist das Beschneidungsurteil zu sehen. Ginge es um das Kindeswohl, wäre es zielführender nach dem Vorbild Schwedens, hygienische und medizinische Standards festzulegen und eine Altershöchstgrenze zu definieren, da die Beschneidung bei Säuglingen unkompliziert und weniger schmerzhaft ist und die Wunde schneller verheilt sowie mögliche Traumatisierungen unwahrscheinlich werden. Ein Beschneidungsverbot dagegen erzeugt eine Signalwirkung, die zur Folge hat, dass die Vorurteile über den Islam sich in der deutschen Mehrheitsbevölkerung verfestigen und Muslime sich unerwünscht fühlen. Es zeugt ferner von einer befremdlichen Überheblichkeit, wenn man meint, Muslime durch Vorschriften zu einer angeblichen „Zivilisiertheit“ erziehen zu müssen.

Aus der Psychologie wissen wir, dass das Gefühl der Ablehnung radikale Kräfte stärkt. Das Urteil torpediert damit auch die Bemühungen derjenigen Muslime, die ein aufgeklärtes Verständnis des Islam zu vermitteln suchen und es trägt ein weiteres Stück dazu bei, das soziale Klima in diesem Land zu belasten, weil es impliziert, die Grenzen in Fragen der Grundwerte würden zwischen Juden und Muslimen auf der einen Seite und Christen und Säkularen auf der anderen Seite verlaufen. So sehr dieses Urteil erfreulicherweise Juden und Muslime vereint und an die gemeinsame Geschichte erinnert, spaltet es doch die Gesellschaft als Ganzes.

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22 Kommentare
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  1. Pragmatismus sagt:

    Sehr geehrte(r) Tantalus,
    für die Diskussion haben Sie natürlich recht, sollte man über das Urteil sinnieren.
    Aber für das Alltagsleben der Muslime und Juden in Deutschland steht meiner Meinung nach eine ganz andere Frage im Vordergrund: welcher Arzt, der noch bei Trost ist, wird so einen Eingriff vornehmen? Der Arzt in dem konkreten Fall wurde freigesprochen, weil es sich laut Gericht im „unvermeidbaren Verbotsirrtum befunden“ hat. Dies gilt nach dem medialen Tsumani, welchen das Gerichtsurteil ausgelöst hat, nun bestimmt nicht mehr für alle Nachfolgenden. Also werden die Chirurgen -völlig nachvollziehbar- im wahrsten Sinne des Wortes die Finger von solchen religiös gewünschen Jungenbeschneidungen lassen.
    Und selbst, wenn eine Gesetzesinitiative folgen sollte, die die Beschneidung eindeutig erlauben sollte: was auf Dauer an Muslimen und Juden kleben bleiben wird ist das Image, dass man ihre eigenen Kinder vor ihnen „schützen“ müsste.
    Wenn jemand ernsthaft Interesse daran hat, zu verstehen, wie der Islam (ich spreche hier nur für den Islam, weil es meine Religion ist, und ich über Judentum diesbezüglich keine Kenntnis habe) zum Thema im Speziellen und im Allgemeinen steht, der kann einfach danach googeln. Aber kaum einer wird in die islamische Theologie abtauchen, um dort die Antworten zu finden, wenn doch der Mainstream schon verinnerlicht hat: Muslime sind Barbaren, die ihre Sitten aus der „Steinzeit“ haben, rückständig, schmutzig und blutrünstig sind.

  2. Pragmatismus sagt:

    Nachtrag:
    ich meinte: „Wohl des Kindes“ oder „Rechte des Kindes“ im Speziellen und „Gesundheit des Menschen“ im Allgmeinen. Wegen Sonderzeichen erschienen diese Stichworte nicht in meinem letzten Kommentar. Das sind die Stichworte, nach denen man googeln kann.

  3. Tantalus sagt:

    Pragmatismus, könnte in der Tat richtig sein, dass es schwer wird Ärzte zu finden die den Eingriff vornehmen.

    Ich persönlich habe nichts gegen die Beschneidung, mich stöhrt viel mehr wie die Disskusion und hier der Artikel abläuft. Grundsätzlich wir der Rassismus und der Holocaust als Totschlagargument erwähnt und so von den Religionsführeren und selbsernannten Vertretern ihrer Gruppierung die Disskusion unnötig angeheizt.

    Im Artikel wird die Beschneidung mit der Krippenerziehung verglichen oder sonstige Argumente an den Haaren herbei gezogen.

    Warum kann man nicht einfach sachlich über das Thema reden?

    Sie schreiben: „Wenn jemand ernsthaft Interesse daran hat, zu verstehen, wie der Islam zum Thema im Speziellen und im Allgemeinen steht, der kann einfach danach googeln.“

    Genau das kann man in keinem Artikel von Beschneidungsbefürwortern lesen, warum nicht?

    Schön wäre eine inhaltiche Disskusion die dann zu einem Ergebnis führt mit dem alle gut leben können. Doch so wie die meisten der Schreiber und hier die Verfasserin des Artikels reagieren, ist ein Konsenz schon ausgeschlossen.

    Ich finde es schade, dass Themen die den Islam oder das Judentum betreffen immer beim gleichen Thema enden, so wird das nichts.

    […]

  4. Kai sagt:

    @Meriana

    Toller Beitrag wie ich finde. Ich denke die Mehrheit in Deutschland würde sich freuen wenn das Thema Beschneidung nicht durch ein Gesetz oder das Strafrecht geregelt wird sondern in den betroffenden Gemeinden selbst.

    Nur weil ein Ritus tausende Jahre alt ist, ist kein Argument sondern nur eine
    Feststellung.

  5. Kohen sagt:

    Ich hab die Sendung gesehen und ich fand die Frau Hübsch hat das
    ganz gut hingekriegt.
    Ginge es nach Herrn Putzke wäre Deutschland sicher eine Komiker-Nation.
    Herr Putzke versucht die Zirkumcäsion trotz der medizinischen Vorteile als
    eine Körperverletzung darszustellen.
    Die medizinischen Vorteile kann man und möge man von mir aus als umstritten ansehen, mit den Nachteilen kann man das aber genauso,
    aber wo sind denn die Nachteile einer Beschneidung bei Jungen, damit wir mal das untersuchen können?
    Es gibt eben keine Nachteile sondern nur Vorteile , die sogar von Weltorganisationen wie die WHO anerkannt sind.

    Also man darf unbeschnitten rumrennen, hier und da die höhere Aidsrate
    haben, die höhere Krebsrate haben, und dann noch versuchen die Beschneidungen der Jungen zu kriminalisieren und das nur weil es legaler ist Gebärmutterkrebs und Aids als Erwachsener zuhaben, als ein
    Stückchen Haut von einem Kind zu entfernen?
    Also bitte das ist doch einfach nur krank?!

  6. vizzgelir sagt:

    die „talkshow“ habe ich auf youtube angeschaut.

    in der linken ecke: ein strafrechts-professor (der einen aufsatz über beschneidung geschrieben hat und scheinbar sein lebenswerk ist), eine türkischstämmige anwältin zugleich feministin und anti-islamistin, eine gewisse kallwas (opa von nazis ermoderdet) und rechte ecke ein jüdischer geistlicher mit gebrochenem deutsch und sich nur zum religiösem aspekt und frau hübsch, die m.e. ihre argumente hervorbringen wollte.

    die rhetorik und besetzung derart in einem ungleichgewicht, und das in ARD.

    eine andere talkrunde in Phönix war wesentlich verteilter, wenn auch ohne rechtsexperten für die andere sicht, aber so leicht und populistisch wie auf ARD war es nicht.

    für mich war die talkrunde zum kopfschütteln.

    wie ein professor putzke meint der religion steht das grundgesetz gegenüber, muss die moderatorin aufmerksam machen das religionsfreiheit ein bestandteil des grundgesetzes ist.

    das kölner urteil mal wirklich kritisch unter die lupe genommen?
    was sagte professor putzke: die frau kam mit dem kind ins krankenhaus und das personal des krankenhauses hat „irgendwie“ gedacht vielleicht fehlt die einwilligung und rief die polizei (wonach sich staatswanwaltschaft einschaltet vom amts wegen)???

    ein knackpunkt hier…

    welches krankenhaus ruft die polizei um seinen arzt anzuzeigen?

    putzke beteuert stets das der arzt einwandfrei gearbeitet hat, seine handlung aber vorsätzlich rechtswidrig, dennoch schuldlos da er im vorbotsirrtum war, denn er wusste nicht das es verboten ist. im gleichen atemzug erwähnt er aber das sein aufsatz in so zahlreichen ärzte-schriften etc erschienen war und darauf aufmerksam gemacht wurde nicht zu beschneiden o-ä…

    worum es geht: ist hier etwa ein fall inszeniert worden, um die beschneidung vorzuführen?

    es spräche nichts dagegen ein präzidensurteil zu bewirken.

    aber es ist ein unding, das das kölner gericht nur insoweit bezug auf religionsfreiheit nehmen konnte, als das hier der angeklagte der arzt war. viele aspekte blieben außen vor.

    insgesamt war von beginn an durch die medien eines mitgeliefert worden, der absolut unzutreffende vergleich mit genitalverstümmelung, der die richtung der diskussion bestimmte.

    wenn man diese argumente heranzieht, dann kann man sehr gewiss sagen das hier der minderjährigenschutz mißbraucht wird. viele aspekte auch den minderjährigen betreffend bleiben außen vor, einfachste ist die diskriminierung bei einem späterem eingriff, denn dem entgeht man sogar im islam indem man das kind in einem kindesalter beschneidet.

    und die abwägung muss auch berücksichtigen, das ein kleiner eingriff gegenüber einem großen einschnitt in der religion gegenüber steht, nicht nur welches rechtsgut vorrangig wäre!…

    und philosophisch gesagt… die moderne gesellschaft die seit 40-50 jahre besteht will hier säulen von religionen die teils 4000 jahre bestehen umkippen, da hat die religion doch einen bestandskraft, und so manche gesellschaften haben sich gewandelt und geändert – das sowjetunion beschneidung erst mit 18 erlaubte zeigt, will man mit dem vermeintlich modernem denken hinter kommunistische zeiten zurück fallen?

    erwachet 😉

  7. NASA sagt:

    Diesen Satz habe ich in der SZ gefunden:

    „Entsprechend ist die Erziehungsfreiheit der Eltern auch keine absolute Willkürherrschaft über das Kind, sondern eine „anvertraute treuhänderische Freiheit“, wie es das Bundesverfassungsgericht einmal ausgedrückt hat.“

    Ich glaube das relativiert ein bisschen die Aussagen die hier zu lesen sind, dass Eltern tun und lassen können was sie wollen mit ihren Kindern.

  8. […] Debattenbeitrag, der mir gefällt, steht im MiGAZIN. Er zeigt, dass wohl weniger ein Angriff auf die Juden als vor allem einer auf die Muslime statt […]

  9. Cengiz K sagt:

    …dass Eltern tun und lassen können was sie wollen mit ihren Kindern…

    wer hat denn irgendwo behauptet, dass das die Absicht sei.. Anders herum müssten Sie ja den Menschen, die Ihre Kinder beschneiden lassen, unterstellen, dass sie nicht am Wohl ihres Sohnes interessiert seien! Wollen Sie das unterstellen? Man/frau hat fast den Eindruck, aber nur fast.. Manche Menschen brauchen, scheint’s, halt Fehlurteile, damit ihr Weltbild Substanz hat..

    Interessant übrigens in welche Etagen die Islamophobie und der Antisemitismus in der BRD schon reichen, und das nachdem man/frau ja scheinbar aus der Ära des Dritten Reiches seine Lehren gezogen habe.. Fragt sich nur, welche diese sein sollen?
    Weiterhin frage ich mich, was mit dem Arzt wird, wenn das „neue“ Gesetz bzgl. Beschneidungen verabschiedet wurde? Er hat ja die Kurve gekriegt, man/frau darf ja nämlich wegen eines Deliktes auch nur einmal verurteilt werden.. Frei nach Filbinger…

  10. AI sagt:

    @Cengiz K.: Ich verbitte mir den Ausdruck „schon“ im Zusammenhang der Etagen in welchem die Islamophobie schon angekommen sei. Das war schon immer so, und wird auch immer so bleiben. Deutsch sein heisst in diesem Zusammenhang Rückständiges hinter sich zu lassen, und sich der Avantgarde zuzuwenden. Ob unsere letzte Avantgarde uns lehren beschert hat oder nicht müssen Sie schon uns überlassen. Es stände Ihnen gut das dritte Reich als Teil auch Ihrer Geschichte wirken zu lassen, dann könnte man ja über die möglichen Lehren eines totalitären Anspruchs der eigenen Wahrheit diskutieren.

    Zum Artikel: Die Hassmails von deutschen Feministinnen können Sie getrost in den Papierkorb werfen, denn DIE haben bewiesen, dass selbst eine so kritische Theorie wie der Feminismus in Deutschland eine faschistoide Tönung bekommt.


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