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Migration und Integration in Deutschland

Es waren vor allem die übrig gebliebenen einheimischen Geringqualifizierten, die die Gastarbeiter als ungeliebte Konkurrenten empfanden.

Stefan Luft, Staat und Migration, 2009

Baden-Württemberg

60 Orte der Integration gesucht

Baden-Württemberg sucht Projekte, die sich für Vielfalt, Integration und ein lebendiges Miteinander der Kulturen einsetzen. Unter dem Motto „Vielfalt gefällt!“ sind ab sofort gemeinnützige Organisationen und Institutionen im Land aufgerufen, sich mit ihren Projekten für das Programm „60 Orte der Integration“ zu bewerben.

DATUM15. Juni 2012

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RESSORTAktuell, Gesellschaft

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In Baden-Württemberg haben rund 26 Prozent der Menschen einen Migrationshintergrund. Damit liegt das Land bundesweit an der Spitze. Um den Prozess der Integration und des lebendigen Miteinanders für alle Seiten erfolgreich zu gestalten und Integrationsdefizite zu beheben, hat die Baden-Württemberg Stiftung in Kooperation mit dem Ministerium für Integration das Programm „60 Orte der Integration“ ins Leben gerufen. Das Programm möchte gemeinnützigen und öffentlich-rechtlichen Einrichtungen die Möglichkeit geben, innovative und nachhaltige Integrationsprojekte zu initiieren und stellt dafür drei Millionen Euro für eine Laufzeit von drei Jahren zur Verfügung.

Begleitung durch Integrationscoaches
Das neue Programm wird anlässlich des 60-jährigen Landesjubiläums initiiert. Es soll Menschen aller Alters- und Bildungsstufen mit und ohne Migrationshintergrund bestärken, sich aktiv in das gesellschaftliche Miteinander einzubringen und in einen offenen und respektvollen Dialog zu treten. Insgesamt 60 innovative Modellprojekte sollen in den nächsten drei Jahren zur Entwicklung und Erprobung nachhaltiger Integrationskonzepte unterstützt werden. Das besondere dabei: Neben der finanziellen Unterstützung erhalten die Projekte eine intensive Begleitung durch fachlich versierte Integrationscoaches. Die Förderung, fachliche Anleitung, Unterstützung und Begleitung der 60 Modellinitiativen steht im Mittelpunkt des Integrationsprogramms.

Chancengerechtigkeit sichert Wohlstand und sozialen Zusammenhalt
„60 Jahre Baden-Württemberg bedeuten auch sechs Jahrzehnte Migrations- und Integrationsgeschichte. Die Vielfalt der Bürgerinnen und Bürger hat wesentlich zum Erfolg des Landes beigetragen“, sagt die Ministerin für Integration, Bilkay Öney (SPD). Integration gelinge immer dann, wenn zwei Dinge zusammenkommen: Menschen, die mitmachen wollen und Menschen, die das zulassen. „Mit der gemeinsamen Initiative der Baden-Württemberg Stiftung und des Ministeriums für Integration wollen wir Projekte im Land fördern, die genau diesen Ansatz leben“, so die Ministerin. „Ich bin der Baden-Württemberg Stiftung dankbar, dass sie der Zukunftsaufgabe Integration große Bedeutung zumisst.“ Sie fördere das Thema sowohl ideell als auch finanziell. Die Ministerin ist überzeugt, dass Teilhabe und Chancengerechtigkeit dabei helfen, Wohlstand und sozialen Zusammenhalt in Baden-Württemberg zu sichern.

Info: Die Ausschreibungsunterlagen können bei der Baden-Württemberg Stiftung unter info@bwstiftung.de angefordert werden oder stehen im Internet unter bwstiftung.de zum Download bereit.

„Mit den ‚60 Orten der Integration‘ suchen wir landesweit Projekte, die sich für ein respektvolles Miteinander einsetzen“, ergänzt Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung. „Denn die Integration von verschiedenen Kulturen und Religionen ist eine große Herausforderung, der wir hier in Baden-Württemberg gerecht werden möchten.“

Bewerbungen bis 31. Juli 2012 möglich
Insbesondere Modellprojekte, die Thematiken oder Zielgruppen beinhalten, die in der bisherigen Integrationsarbeit nicht ausreichend berücksichtigt wurden, sollen durch das Programm unterstützt werden. Hierzu gehören z.B. Projekte zu emanzipatorischen Aspekten der Integration, Initiativen für Migrantinnen und Migranten mit Behinderung oder Bildungsprojekte für Eltern. Auch interkulturelle Kulturprojekte können gefördert werden. Gemeinnützige Einrichtungen oder öffentlich-rechtliche Körperschaften können sich bis zum 31. Juli 2012 zur Teilnahme am Programm bewerben.

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