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23.05.2011 – Ausländer, Kongo, Schweiz, Integration, Islam, Jugend, Kultur

Auf und davon (1/5)
Aufbruch – Reportage (Gesellschaft – Lebensstile/-entwürfe) – Alles aufgeben in der Schweiz, um ein neues Leben im Ausland zu beginnen. Rund 30.000 Schweizerinnen und Schweizer wagen jedes Jahr diesen Schritt. Die fünfteilige Reihe „Auf und davon“ begleitet Familien und Einzelpersonen beim Abenteuer Auswandern. Die erste Folge begleitet die Protagonisten bei ihrem Aufbruch:

Der ehemalige Moderator der Schweizer „Tagesschau“ Hansjörg Enz will als Entwicklungshelfer in der Demokratischen Republik Kongo arbeiten – mitten in einem Krisengebiet. Familie Schmid wagt mit den kleinen Kindern den Schritt ins australische Outback. Cabot Schmid will dort als Tourguide arbeiten. Familie Maccioni zieht mit ihren Töchtern ins Wüstenemirat Dubai: Reto Maccioni hat dort einen neuen Job. Sandra und Duncan Gano haben jahrelang für ihren Traum gespart: Jetzt übernehmen sie in Kanada eine Farm. Und Claudio Candrian und Teres Brunett haben beschlossen, dass sie nie mehr arbeiten möchten: Das Paar will in der Karibik sein Traumhaus bauen. Die weiteren Folgen der fünfteiligen Reihe „Auf und davon“ zeigt 3sat im Anschluss ab 14.00 Uhr. 13:15-14:00 • 3sat

Auf und davon (2/5)
Kulturschock – Reportage (Gesellschaft – Lebensstile/-entwürfe) Die zweite Folge begleitet die Protagonisten nach der Ankunft am neuen Ort: Der ehemalige „Tagesschau“-Mann Hansjörg Enz gerät in den ersten Tagen nach der Ankunft in der Demokratischen Republik Kongo in einen Bürgerkrieg. In Venezuela haben Claudio Candrian und Teres Brunett Pech: Obwohl sie bereits 10.000 Franken für ein Baugrundstück angezahlt haben, will die Verkäuferin plötzlich mehr Geld. Sandra und Duncan Gano kaufen in Kanada ihre neue Farm und setzen dafür ihre gesamten Ersparnisse ein. Doch sie erleben eine böse Überraschung. Schließlich bereitet der zehnjährigen Selina Maccioni der Besuch ihrer neuen Schule in Dubai ordentlich Bauchweh, denn sie spricht kein Wort Englisch. 14:00-14:40 • 3sat

Auf und davon (3/5)
Stress und Ärger – Reportage (Gesellschaft – Lebensstile/-entwürfe) – Die dritte Folge begleitet die Auswanderer durch Stress und Ärger: In Australien ist Dina Schmid unglücklich. Ihr Mann ist häufig weg, und sie ist mit den Kindern oft allein. Die Familie diskutiert sogar über eine Rückkehr in die Schweiz. In Venezuela haben Claudio Candrian und Teres Brunett nur Ärger. Zwar klappt endlich der Landkauf, dafür haben die Bauarbeiter keine Lust auf Arbeit. Im Emirat Dubai haben die zehnjährige Selina und die achtjährige Chiara ihren ersten Schultag in der Greenfield Community School mitten in der Wüste. Der Anfang ist hart, beide Mädchen sprechen kein Englisch. Im Kongo ist Hansjörg Enz frustriert. Er kann zwar in ein schönes Haus am See ziehen, doch drinnen sieht es aus wie eine Bruchbude. 14:40-15:25 • 3sat

Auf und davon (4/5)
Harter Alltag – Reportage (Gesellschaft – Lebensstile/-entwürfe) – In der vierten Folge der Reihe „Auf und davon“ leben nun alle Auswanderer in der Ferne: In Australien müssen Cabot und Dina Schmid mit den Kindern aus ihrem schönen Haus ausziehen, weil ihnen gekündigt wurde. Die junge Familie muss eine neue Bleibe finden. Im Emirat Dubai fahren Maccionis in die Wüste und entdecken, dass ein solcher Trip nicht ganz ohne Tücken ist. In Venezuela beginnen endlich die Bauarbeiten am Traumhaus von Claudio Candrian und Teres Brunett. In Kanada bei den Ganos spielen sich dramatische Szenen ab: Ein Kalb will nicht trinken und wird immer schwächer, Duncan Gano kommt an seine Grenzen. Und im Dschungel Kongos entdeckt Hansjörg Enz eine Gorillafamilie. 15:25-16:10 • 3sat

Auf und davon (5/5)
Das neue Leben – Reportage (Gesellschaft – Lebensstile/-entwürfe) – Die fünfte Folge zieht Bilanz: In Venezuela steht das Traumhaus von Claudio Candrian und Teres Brunett schon fast. Aber Claudio, der eigentlich nie mehr arbeiten wollte, kann doch nicht auf der faulen Haut liegen. In Dubai leben Maccionis nun ihren Traum von einem eigenen Haus in der grünen Oase. Auch die Kinder fühlen sich wohl. In Australien arbeitet Dina Schmid mittlerweile in einem Café, und Cabot übernimmt ab und zu die Rolle des Hausmanns. Eigentlich aber will Dina später wieder als Krankenschwester arbeiten. In Kanada haben Sandra und Duncan Gano die Kälber gut durch den Winter gebracht. Im Kongo gerät Hansjörg Enz beim Bau einer Schule in skurrile Situationen. 16:10-16:50 • 3sat

The Taqwacores
Fiction/Dokumentation (Gesellschaft – Lebensstile/-entwürfe) – Film von Eyad Zahra und Michael Muhammad Knight. Seit fast 40 Jahren hält sich als Jugendkultur der Punk, der andere Jugendkulturen wie Gothic oder Hardcore maßgeblich beeinflusst hat. Der „Kopf der Woche“ untersucht das Lebensgefühl der Punks und ihre Musik und zeigt, dass der Punk sowohl geografisch auch ideologisch inzwischen alle Grenzen übersprungen hat.

Im März 2012 erschien der Roman „The Taqwacores“, mit dem Michael Muhammad Knight in den USA vor acht Jahren für Furore gesorgt hatte, auch auf Deutsch. Das Buch erzählt von amerikanischen Moslem-Punks, die den Koran lesen und den Propheten genauso preisen wie die Sexpistols. Die Mädchen tragen Burka und tanzen gleichzeitig Pogo. Der Autor Michael Muhammad Knight, ein US-Amerikaner, als Jugendlicher zum Islam konvertiert, hat mit seinem Buch eine ganze Szene ins Leben gerufen.

Unter dem Namen Taqwacore formieren sich mittlerweile mehrere Punkbands. Das Wort Taqwa (arabisch Frömmigkeit) und Hardcore hat in den USA Underground-Kultstatus. Die Taqwacores taumeln zwischen Allah und Anarchie, ihre antiautoritäre Einstellung bringt sie mit dem traditionellen Islam in harte Konflikte. Für sie sind Partys und Ramadan, Gleichberechtigung und Gebet, Koran und Punk keine Widersprüche.

Der Doku-Spielfilm „The Taqwacores“ handelt von einem jungen Pakistani-Amerikaner, der in die muslimische Hardcore-Punkszene hineingerät und unter deren Einfluss seinen alten Glauben zu hinterfragen beginnt. Michael Muhammad Knight hat den Film zusammen mit dem Regisseur Eyad Zahra mitproduziert.

ZDFkultur zeigt „The Taqwacores“ als Erstausstrahlung. 21:20-22:20 • ZDFkultur

Glanz und Schatten in Aserbaidschan
Immer wieder ist es im Vorfeld des Eurovision Song Contest am 26.5.2012 in Baku zu Demonstrationen gekommen wegen Verstössen gegen die Menschenrechte. Internationale Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch kritisieren die Kaukasusrepublik dafür, Freiheitsrechte einzuschränken. Die Staatsführung um Präsident Ilham Alijew weist die Vorwürfe zurück.

Film von Liz Mermin. Während im „Crystal Palace“ in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku die Vorbereitungen für den „Eurovision Song Contest“ auf Hochtouren laufen, geht das Regime mit Härte gegen Oppositionelle, zum Beispiel Blogger vor, die sich kritisch über Menschenrechtsverletzungen in Aserbaidschan äußern. Obwohl Aserbaidschan das erste muslimische Land war, das 1918 das Wahlrecht einführte, habe die Demokratie in bisher keine Chance, erklären Kritiker. Die 30-minütige ARD-Dokumentation zeigt, wie Wohnungen für den Bau des neuen Stadions gewaltsam geräumt wurden. Der sogenannte „Gürtel des Glücks“, eine Mauer rund um das neue Stadion, soll den Besuchern den Anblick der Slums ersparen. Aserbaidschan will sich europäisch geben, doch hinter der Glitzerfassade tun sich Abgründe auf, die der Film sehr eindringlich beschreibt. Der „Eurovision Song Contest“ sei eine riesige Party des Regimes, so das bittere Fazit von Menschenrechtsaktivisten in Baku. 00:00-00:30 • Das Erste (ARD)