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Vorreiter Frankreich

Auch Deutschland braucht eine gesellschaftliche Öffnung

Der neu vereidigte französische Präsident François Hollande hat die Hälfte des Kabinetts mit Frauen und fünf Ministerposten mit Migranten besetzt. In Deutschland steht die gerechte Aufteilung der politischen Macht gemäß der gesellschaftlichen Realität bislang noch aus.

Während sich Deutschland mit der gesellschaftlichen Öffnung schwer tut, hat am Mittwochabend der französische Staatspräsident François Hollande 17 Männer und 17 Frauen zu Ministern ernannt – darunter fünf Politiker mit Migrationshintergrund.

So wurde beispielsweise das Justizministerium mit der aus einem französischen Überseegebiet stammenden Christiane Taubira besetzt. Damit wäre in Frankreich eine notwendige gesellschaftliche Öffnung vollzogen, die die politische Realität im Land anerkennt. Ein Beispiel, das auch in Deutschland Schule machen sollte.

Gesellschaftliche Öffnung in Frankreich
Hierzulande ist eine derartige gesellschaftliche Öffnung bislang nocht nicht realisiert. Dabei besteht die Bevölkerung zur Hälfte aus Frauen und zu einem Fünftel aus Menschen mit Migrationshintergrund. Während die Frauen im gegenwärtigen deutschen Bundeskabinett ein Drittel der 15 Posten ausmachen, nimmt dagen kein Migrant am Kabinettstisch Platz — wenn man Philipp Rösler (FDP) außen vor lässt.

Doch die Zukunft verspricht Gutes: Denn das konservative Lager muss sich auf eine gesellschaftliche Öffnung einstellen, wenn spätestens zur Bundestagswahl 2013 eine rot-grüne Koalition das Land regiert. Cem Özdemir wird dabei sehr gute Chancen haben, ein bedeutendes Ministerium zu leiten. Darüber hinaus werden Frauen womöglich einen höheren Anteil als bislang im Bundeskabinett stellen. Und damit käme Deutschland der gesellschaftlichen Öffnung einen entscheidenden Schritt näher.