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Migration und Integration in Deutschland

Letztlich haben einige Industriestaaten ihren Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften … dadurch gedeckt, dass sie bei der Einstellung von irregulären Arbeitsmigranten ein Augen zudrücken.

Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen, Migration in einer interpedenten Welt, 2004

Vorreiter Frankreich

Auch Deutschland braucht eine gesellschaftliche Öffnung

Der neu vereidigte französische Präsident François Hollande hat die Hälfte des Kabinetts mit Frauen und fünf Ministerposten mit Migranten besetzt. In Deutschland steht die gerechte Aufteilung der politischen Macht gemäß der gesellschaftlichen Realität bislang noch aus.

VONHakan Demir

 Auch Deutschland braucht eine gesellschaftliche Öffnung
Ist seit Februar 2011 Redakteur beim MiGAZIN. Er studierte Politikwissenschaft, Philosophie und Betriebswirtschaftslehre an der Universität Trier.

DATUM18. Mai 2012

KOMMENTARE46

RESSORTAktuell, Meinung

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Während sich Deutschland mit der gesellschaftlichen Öffnung schwer tut, hat am Mittwochabend der französische Staatspräsident François Hollande 17 Männer und 17 Frauen zu Ministern ernannt – darunter fünf Politiker mit Migrationshintergrund.

So wurde beispielsweise das Justizministerium mit der aus einem französischen Überseegebiet stammenden Christiane Taubira besetzt. Damit wäre in Frankreich eine notwendige gesellschaftliche Öffnung vollzogen, die die politische Realität im Land anerkennt. Ein Beispiel, das auch in Deutschland Schule machen sollte.

Gesellschaftliche Öffnung in Frankreich
Hierzulande ist eine derartige gesellschaftliche Öffnung bislang nocht nicht realisiert. Dabei besteht die Bevölkerung zur Hälfte aus Frauen und zu einem Fünftel aus Menschen mit Migrationshintergrund. Während die Frauen im gegenwärtigen deutschen Bundeskabinett ein Drittel der 15 Posten ausmachen, nimmt dagen kein Migrant am Kabinettstisch Platz — wenn man Philipp Rösler (FDP) außen vor lässt.

Doch die Zukunft verspricht Gutes: Denn das konservative Lager muss sich auf eine gesellschaftliche Öffnung einstellen, wenn spätestens zur Bundestagswahl 2013 eine rot-grüne Koalition das Land regiert. Cem Özdemir wird dabei sehr gute Chancen haben, ein bedeutendes Ministerium zu leiten. Darüber hinaus werden Frauen womöglich einen höheren Anteil als bislang im Bundeskabinett stellen. Und damit käme Deutschland der gesellschaftlichen Öffnung einen entscheidenden Schritt näher.

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46 Kommentare
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  1. andres sagt:

    Gesellschaftliche Teilhabe bedeutet auch den migrantischen Habitus mal abzulegen und sich der vielfältigen Gesellschaft in diesem Land zu stellen.
    Aber die Welt des Islams gibt doch soviel Sicherheit vor der bedrohenden Vielfalt in diesem Land.
    Das gehört leider auch zur Wahrheit, wenn es ums Thema Toleranz geht.
    Ich glaube ausgenommen, der geschätzten 10-15 Prozent Hardcore-Ariern in diesem Land, hätten viele keine Probleme mit einem z.B. Bundeskanzler mit türkischen Wurzeln, sofern man nicht das Gefühl hätte, daß dieser Politik im Sinne des türkischen Staates macht.
    Teilhabe bedeutet übrigens auch nicht automatisch zur Oberschicht dazuzugehören!

  2. gedanke sagt:

    @Bachmeier
    Ali, leider sind es die Orientalen, die man nicht in unser System integrieren kann. Ohne Wenn und Aber, mit anderen Migrantengruppen gibt es keine Probleme.

    Bis vor knapp 67 Jahren waren es die Juden die sich nicht Integrieren konnten,kann es sein das die Deutschen selber nicht Integrierbar sind.
    Vor lauter überheblich,-und Bequemlichkeit das man die eigenen Füße nicht sehen kann ?
    Seit ich den Deutschen Pass habe schäme ich tagtäglich jedesmal als Hansel vor den Spiegel zu treten.
    Zum letzten Deutsche sind zu 70 Prozent Rassisten,genau wie das übrige Europa und es wird ein Quark verzapft das einem sich die Fußnägel sich aufrollen.Hey ganz kurz gesagt,ihr habt 2 Weltkriege verzapft und somit das Größte Unglück aller Zeiten ausgelöst und alle eurer Nachbarn Lieben euch,wer das Glaubt soll Selig werden.
    (…)

  3. Cengiz K sagt:

    …Belassen wir es also dabei, daß der gewählt wird, der für Deutschland auch von Nutzen ist. …

    eine sehr gewagte Hypothese! mmmhmmm

  4. pepe sagt:

    @zeh5: Ist Ihnen entgangen, dass der Ausdruck „Mit Migrationshintergrund“ von der Gesellschaft gegeben wird? Nicht von dem Migranten, denn diejenigen, die sich als Deutsche sehen, wollen nicht wirklich, dass andere sie als Deutsche mit MiHiGru ansehen.

    Deutschland ist und bleibt kein offenes Land. Nicht schlimm.

  5. Bachfischer sagt:

    @Gedanke

    „Bis vor knapp 67 Jahren waren es die Juden die sich nicht Integrieren konnten,“
    Lesen und lernen Sie über die jüdische Geschichte der Verfolgung. Die hat im tiefsten Arabien angefangen und ist auch heute noch in Ihrem heiligen Buch das Thema Nummero Uno. Also mal diesbezüglich ganz, ganz still sein. GENAU Sie sind einer derjenigen, die die Juden nur dann heranziehen, wenn Sie Ihrer, der migrantischen Sache, dienlich sind. Ansonsten wird doch über Juden von Ihresgleichen nur gehetzt und Verwschwörungstheorien gesponnen.

    „kann es sein das die Deutschen selber nicht Integrierbar sind.“
    Wie Deutsche haben den Vorteil, dass wir uns nicht integrieren brauchen. Das ist unser Land, vergessen Sie das bitte nicht. Wenn ich eines Tages in Ihr Land übersiedeln will, bitte, dann können Sie mir das Vorwerfen.

    „Seit ich den Deutschen Pass habe schäme ich tagtäglich jedesmal als Hansel vor den Spiegel zu treten.“
    Warum haben Sie ihn dann angenommen? Aus Bequemlichkeit? Warum nicht zurück in die Heymart? Wo Milch und Honig fliessen und Rosen duften? Wenn Sie doch sowieso kein Deutscher sind…? Na ja, Sie sagen ja, Sie können nicht mehr in den Spiegel schauen seitdem. Könnte ich auch nicht, hätte ich die Staatsbürgerschaft eines Landes angenommen, welches ich hasse. Nur des schnöden Mammons wegen. Nicht schön, gebe ich Ihnen recht.

  6. Pragmatikerin sagt:

    @ Cengiz K

    was mich wahnsinnig ärgert ist, dass es hier Kommentatoren wie Sie gibt, die sich nur das aus einem Beitrag heraussuchen, was ihnen in den Kram passt. Sie nehmen Bezug auf mein Posting, wo u.a. der Satz steht: „Belassen wir es also dabei, daß der gewählt wird, der für Deutschland auch von Nutzen ist. …“ und antworten darauf: „eine sehr gewagte Hypothese! mmmhmm“

    Sie haben – und das behaupte ich einfach mal – meine weitere Meinung in diesem Beitrag: „Unabdingbar ist es nur, dass sich der/die Betreffende nicht nur – in unserem Falle -das GG verinnerlicht hat, sondern auch mit dem Herzen das entsprechende Land mitregieren will“ einfach bei Ihrer Antwort „unterschlagen“. Denn wie ist es sonst möglich, dass Sie schreiben Ich würde etwas unterstellen ( Hypothese = z.B. Unterstellung, Voraussetzung‚ Grundlage).

    Wenn einige Antworten hier also nur Stimmung machen (wollen/sollen) finde ich das gelinde gesagt schofel“

    Pragmatikerin

  7. Ritter sagt:

    @gedanke
    Sie schrieben:
    „Bis vor knapp 67 Jahren waren es die Juden die sich nicht Integrieren konnten,kann es sein das die Deutschen selber nicht Integrierbar sind.
    Vor lauter überheblich,-und Bequemlichkeit das man die eigenen Füße nicht sehen kann ? Seit ich den Deutschen Pass habe schäme ich tagtäglich jedesmal als Hansel vor den Spiegel zu treten.
    Zum letzten Deutsche sind zu 70 Prozent Rassisten,genau wie das übrige Europa und es wird ein Quark verzapft das einem sich die Fußnägel sich aufrollen.Hey ganz kurz gesagt,ihr habt 2 Weltkriege verzapft und somit das Größte Unglück aller Zeiten ausgelöst und alle eurer Nachbarn Lieben euch,wer das Glaubt soll Selig werden.“

    Mich würde wirklich mal interessieren, warum Sie mit solch einer hasserfüllten Meinung gegenüber uns Deutschen den deutschen Pass überhaupt angenommen haben? Ehrlich!

    Hoffentlich meint Herr Demir mit seinem Kommentar über die „gesellschaftliche Öffnung“ nicht solche Menschen wie Sie.

  8. Cengiz K sagt:

    …Wenn einige Antworten hier also nur Stimmung machen (wollen/sollen) finde ich das gelinde gesagt schofel”…

    haltet den Dieb, schrie der Dieb.. man/frau darf doch von einer „Okzidentalen“, die „Orientale“ mit dem erhobenen Zeigefinger darüber aufklärt, was Sache sei, auch mehr erwarten…

    “Unabdingbar ist es nur, dass sich der/die Betreffende nicht nur – in unserem Falle -das GG verinnerlicht hat, sondern auch mit dem Herzen das entsprechende Land mitregieren will”

    in etwa so wie die Frankfurter Behörden derweil, die die Blockupy-Leute am Demomstrieren hindern (frei nach Gauck, auch so einer mit Herz):.. jetzt werden Sie inkontextual sagen, das sei nur eine Ausnahme, und überhaupt notwendig: Ist das so? GG mal wieder ausgehebelt, und das Herz gilt: Euro, EU und EZB und den Banken die mit am Tropf hängen..

    Fazit: …Belassen wir es also dabei, daß der gewählt wird, der für Deutschland auch von Nutzen ist., […,] sondern auch mit dem Herzen das entsprechende Land mitregieren will… ist immer noch eine sehr gewagte Hypothese… aaaaaahh..

    Eine Bitte ans Sie: halten Sie sich doch einfach mal an Dieter Nuhr..

  9. nanina sagt:

    Wie wäre es denn mal mit eine Atheistenquote? Das halte ich ich für höchst dringlich, damit endlich einmal ein Gegengewicht zu dem religiösen Unsinn entsteht. Wir brauchen keine Minister, die atavistischen Wüsten-Religionen angehören.
    Wir haben doch schon steigende Zahlen von Türkenministerinnen. Warum brauchen wir die denn angeblich?
    Weil sie sich nicht integrieren können, wollen?
    Menschen aus anderen Ländern sind immer willkommen, atavistische Religionen nicht.

  10. Pragmatikerin sagt:

    @ Cengiz K

    Es ist mir immer ein Vergnügen mit Kommentatoren – die etwas zu sagen haben und damit auch meinen Horizont erweitern – zu korrespondieren.

    Bei Ihnen habe ich allerdings den Eindruck dass Sie nur „trollen “ wollen. Daher, machen Sie ruhig weiter – aber nicht mit mir 😉

    Pragmatikerin


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