MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Wenn mir etwas Sorge macht, dann nicht Sarrazins Buch, das ich für das absurde Ergebnis eines Hobby-Darwins halte. Viel mehr Sorge macht mir, dass dieser Rückgriff auf die Eugenik in unserem Land gar nicht mehr auffällt, ja mehr noch: als »notwendiger Tabubruch« frenetisch gefeiert wird.

Sigmar Gabriel (SPD-Chef), Die Zeit, 16.09.2010
Anzeige

TV-Tipps des Tages

14.05.2011 – Marokko, Damaskus, Integration, Frankreich, Syrien, Religion

TV-Tipps des Tages sind: Im Bann der Pferde; Von den prähistorischen Felsmalereien in Lascaux bis zu den Pferdeflüsterern unserer Tage; Damaskus, voller Erinnerungen: Unter dem Vorwand, ein Haus kaufen zu wollen, kehrt Marie nach einem langen Exil in Frankreich in ihr Geburtsland Syrien zurück.

VONÜmit Küçük

DATUM14. Mai 2012

KOMMENTAREKeine

RESSORTTV-Tipps

SCHLAGWÖRTER

DRUCKENAnsicht

MEHR ZUM ARTIKEL

DANKE,
ich möchte MiGAZIN auch in Zukunft lesen!

Im Bann der Pferde
Dokumentationsreihe – Von den prähistorischen Felsmalereien in Lascaux bis zu den Pferdeflüsterern unserer Tage – schon immer sprechen Pferde die Gefühlswelt und Sehnsüchte der Menschen an. Die Dokumentationsreihe begibt sich auf eine Reise um die Welt und zeigt den außergewöhnlichen Stellenwert von Pferden in ganz unterschiedlichen Kulturkreisen.

Die erste Folge führt mit eindrucksvollen Bildern durch die Welt der Fantasia-Reiterspiele der Berber in Marokko.

Einmal jährlich verwandelt sich Meknès, eine der vier marokkanischen Königsstädte, in ein orientalisches Feldlager. Der Turnierplatz vor der Stadtmauer wird von großen Mannschaftszelten flankiert. Rund 2.000 Schaulustige säumen den Platz. Zum großen Fantasia-Reiterspiel werden mehr als 500 Teilnehmer erwartet. In vollem Ornat ziehen sie auf ihren mit Gold und Pailletten geschmückten Pferden zum Start. Stolz tragen sie die weißen Dschelabas zur Schau, die turbanartigen Kopfbedeckungen, und ihre langen silberbeschlagenen Flinten. Mit den Fantasias halten die Berber eine mehr als 2.000-jährige Kampftradition aufrecht. Auf ähnliche Art zogen sie schon mit Hannibal über die Alpen oder stürmten einst den islamischen Invasoren ihrer Heimat entgegen.

Auch Lachsen Slimani ist besessen von den Reiterspielen. Er ist Anführer einer Fantasia-Gruppe und lebt mit seiner Familie auf einem abgelegenen Hochplateau im Mittleren Atlas. Sein 18-jähriger Sohn Mohammed ist ebenfalls ein begeisterter Reiter und will in die Fußstapfen des Vaters treten.

Die Familie Slimani besitzt neben einem Arbeitspferd einen Fantasia-Hengst. Er ist ihr ganzer Stolz. Die meisten Bauern können sich, wenn überhaupt, nur ein Pferd leisten. In einem trockenen Land wie Marokko ist Grünfutter teuer. Und der Unterhalt für ein Pferd entspricht dem einer ganzen Familie.

Mohammed will unbedingt mit seinem Vater auf einer Fantasia reiten. Dazu benötigt er, so verlangt es die Tradition, ein eigenes Reittier. Lachsen will seinem Sohn diesen Traum erfüllen. Um das nötige Geld aufzutreiben, wagt er ein Abenteuer: Er reist nach Ouarzazate, auch das Hollywood der Wüste genannt. Hier hoffen Marokkaner aus dem ganzen Land, als Schauspieler entdeckt zu werden oder zumindest einen Komparsenjob zu bekommen – als reitender Bandit, Beduine oder Haremswächter.

Filmemacherin Lisa Eder begleitet Lachsen Slimani durch die Gebirgslandschaft des Mittleren Atlas bis an den Rand der Wüste. Nur dort kann es Lachsen gelingen, sich und seinem Sohn den Traum von einer gemeinsamen Fantasia in Meknès zu erfüllen. 08:55-09:38 • arte

Damaskus, voller Erinnerungen
Unter dem Vorwand, ein Haus kaufen zu wollen, kehrt Marie nach einem langen Exil in Frankreich in ihr Geburtsland Syrien zurück.

Dokumentarfilm – Unter dem Vorwand, ein Haus kaufen zu wollen, kehrt Marie nach einem langen Exil in Frankreich in ihr Geburtsland Syrien zurück. Der Kommentar ist im Stil eines Briefes an ihren verstorbenen Mann Michel Seurat gehalten, der vor fast 30 Jahren im Libanon ermordet wurde. Vor dem Hintergrund der heutigen Ereignisse vermischen sich Maries Erinnerungen an die eigene Kindheit und an ihre Liebe mit der Geschichte des Landes.

Marie kehrt nach einem langen Exil in ihr Geburtsland Syrien zurück. Sie kommentiert das Geschehen im Stil eines Briefes an ihren verstorbenen Mann, den Soziologen und Forscher Michel Seurat, der vor rund 30 Jahren im Libanon entführt, monatelang als Geisel gehalten und ermordet wurde.

Vor dem Hintergrund der heutigen Ereignisse vermischen sich Maries Erinnerungen an die eigene Kindheit und an ihre Liebe zu Michel mit der Geschichte des Landes.

Zusätzliche Information
„Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der die Konflikte zwischen Christen und Moslems, zwischen Orient und Okzident, besonders ausgeprägt waren. Meine Mutter war griechisch-katholischen Glaubens und entstammte der christlichen Aristokratie, die seit dem 16. Jahrhundert in Aleppo vertreten ist und sich traditionell an Rom, das heißt dem Okzident, orientiert. Mein Vater dagegen gehörte, wie viele anatolische Christen, der an Byzanz ausgerichteten syrisch-orthodoxen Kirche an. Während der großangelegten Massaker von 1915 floh meine Großmutter nach Syrien, nachdem mehr als die Hälfte ihrer Familie von den Kurden ums Leben gebracht worden war. Jahrelang stand ich daher zwischen zwei Kulturen, unfähig, zu einer selbstbewussten Erwachsenen mit klaren Vorstellungen zu werden. Erst sehr viel später, als mein Mann Michel Opfer islamischer Fundamentalisten geworden war, entschied ich mich bewusst und mit großer Überzeugung für das Lager meiner Mutter, für das Christentum. Jetzt habe ich aus einer Eingebung heraus beschlossen, in den Orient zurückzukehren und mir dort ein Haus zu suchen, in dem ich das letzte Drittel meines Lebens verbringen möchte.“ (Marie Seurat). 23:50-00:52 • arte

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:
Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...