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Migration und Integration in Deutschland

Wenn ich mir die Hauptschulen in Ballungszentren anschaue, sehe ich es als zentralen bildungspolitischen Auftrag für diese Schulart, dass sie […] Schülern ein niederschwelliges Bildungsangebot macht […]. Gerade für Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Präsident der Kultusministerkonferenz Ludwig Spaenle (CSU), taz, 20. Januar 2010
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TV-Tipps des Tages

12.05.2011 – Jugend, Integration, Kairo, Neonazis, Russland, Malaysia, Ägypten

TV-Tipps des Tages sind:alpha-Campus DOKU: Geballte Wut – Werden Jugendliche immer brutaler? Zwischen Kairo und Kapstadt: Traditionelle Musik in Ägypten, Kongo und Südafrika – Aus der Reihe „Weltreisen“; Neonazis in Russland – Angriff der Schlägertrupps; Zug-Geschichten: Malaysia – Religion und Moderne. Auf dem Bahnhof von Kuala Lumpur

VONÜmit Küçük

DATUM12. Mai 2012

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alpha-Campus DOKU
Dokumentation – Geballte Wut – Werden Jugendliche immer brutaler? „Gewaltexzesse … pure Aggression … Brutalo-Kids …“ Immer häufiger kursieren in den Medien Meldungen über junge Gewalttäter. Neun von zehn erwachsenen Deutschen waren 2010 in einer Umfrage der Meinung, dass die Jugendgewalt zugenommen hat. Berichte über U-Bahn-Schläger im Teenageralter scheinen den Eindruck zu bestätigen: Die Hemmschwelle ist niedriger geworden; der Kopf ist bevorzugtes Ziel von Schlägen und Tritten und auch wenn das Opfer schon hilflos am Boden liegt, ist das für den Angreifer oft kein Grund, aufzuhören.

Doch die polizeiliche Kriminalstatistik überrascht. Sie verzeichnet bei der Gewaltkriminalität Jugendlicher 2010 einen Rückgang um 9,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, gefährliche und schwere Körperverletzung sind sogar um 10,8 Prozent zurückgegangen.

Campus Doku fragt also nach bei Wissenschaftlern und Praktikern: Werden Jugendliche tatsächlich immer brutaler? Oder beeinflussen die Bilder der Überwachungskameras unsere Wahrnehmung?

Endstation Knast – Zu spät für ein gewaltfreies Leben?
Die Lebenslauf des 21jährigen Max hört sich an wie der vieler anderer im Jugendstrafvollzug: Die Eltern kamen aus dem Ausland hierher, sprachen nicht gut Deutsch, Max hatte in der Schule Probleme. Seine Eltern haben viel gestritten, als er zwölf war, ließen sie sich scheiden. Max war fast nur noch auf der Straße, „schauen, wie man Geld macht“. Bei den Älteren in der Clique wollte er sich beweisen, indem er trank und zuschlug. Seit er 14 war, nahm er regelmäßig Drogen. In der 7. Klasse flog er von der Schule – kein Abschluss, keine Ausbildung. Max‘ Schlägereien führten zu Anzeigen wegen Körperverletzung und schließlich zur ersten Haftstrafe.

Mittlerweile ist er zum dritten Mal in Haft und sitzt nun seit einem Jahr in der JVA Neuburg-Herrenwörth ein. Deren Insassen sind alle nach Jugendstrafrecht verurteilt. Anders als beim Erwachsenenstrafrecht zählt hier der Erziehungsgedanke. Die Täter sollen nicht nur bestraft werden, sondern vor allem lernen, straf- und gewaltfrei durchs Leben zu kommen. In der JVA Neuburg-Herrenwörth gibt es Therapieplätze speziell für jugendliche Gewalttäter. Max soll lernen, über sich, die Familie, die eigenen Taten zu sprechen – das fällt ihm wie den meisten schwer. Noch schwerer fällt es Max, sich für seine Gewalttaten wirklich verantwortlich zu fühlen und sich in die Situation seiner Opfer hineinzuversetzen. Viele der jungen Gewalttäter haben außerdem ein Männlichkeitsideal, bei dem es darauf ankommt, stark und hart zu sein.

Psychologin Martina Thiel, die mit den jungen Gewalttätern arbeitet, stellt, nach Durchsicht der Gerichtsakten der letzten Jahre, eine höhere Brutalität fest. Wie erfolgreich das Therapieprogramm in der JVA ist, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Aber sie findet bei einigen Tätern die Motivation, sich zu ändern – eine Voraussetzung für die Teilnahme an der Therapie. 11:00-11:30 • BR-alpha

Zwischen Kairo und Kapstadt
Traditionelle Musik in Ägypten, Kongo und Südafrika – Aus der Reihe „Weltreisen“

Es gibt in Kairo die Mohamed Ali-Straße, die früher das Herz des Musiklebens des alten Kairos war. Auch heute noch leben dort Musiker, die zu Hochzeiten eingeladen werden, Instrumentenbauer und Veteranen der alten Zeit. Die Mohamed Ali-Straße liegt im alten Viertel Kairos am Rande des islamischen, gehört aber schon zum im 19. Jahrhundert neu gebauten Teil. Ein bisschen ist noch vom Flair der alten Bohème spürbar.

Kongo: Zwischen Ethnokult und Moderne
Likembe-Orchester ein Bindeglied zwischen Ethnokult und Moderne. Handgemachter Techno – die hohe Kunst des Krachmachens. Dabei sind die Rhythmen schwärzer, afrikanischer als vieles was sonst unter dem Label ‚Worldmusic“ firmiert. Die Jugend in Kongos Hauptstadt Kinshasa steht auf Likembe, auch wenn die Radio-Stationen diese Musik kaum spielen. Soukou-Stars sind ihnen lieber. Denn die loben in ihren schmalzigen Songs die Minister und Sponsoren.

Südafrika: Durbans bunte Musikszene
Zulu-Rhythmen, Jazz- und Soulmusik, Hare-Krishna-Gesang. Durbans Musikszene ist so bunt und vielfältig wie die Stadt, ein Schmelztiegel vieler Kulturen und Religionen. In der Metropole am Indischen Ozean leben Schwarze, Weiße und Inder auf engstem Raum. Eines verbindet sie: die Leidenschaft für Rhythmen. Wir begleiten drei Durbaner, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Gogo, eine Medizinfrau, die eine Schule für Muti-Medizin leitet und ihren Studenten beibringt, richtig zu tanzen und zu singen. Madala Kunene, King der Zulu-Gitarre, der einen ganz eigenen Beat geprägt hat, eine Mixtur aus Soul, Jazz und Zulu-Rhythmen, die mittlerweile auch in den USA und Europa erfolgreich ist. Und Anuradha Dasi, Erzieherin in der Hare-Krishna-Gemeinde Durbans, der größten Gemeinde außerhalb Indiens. Auch hier begleitet die Gläubigen Musik und Gesang durch ihren Tag. Spannende Einblicke in eine für Europäer oft immer noch ganz fremde Welt. 11:00-11:30 • RBB Berlin

Neonazis in Russland – Angriff der Schlägertrupps
00:10-01:05 • N24

Zug-Geschichten
Malaysia – Religion und Moderne. Auf dem Bahnhof von Kuala Lumpur

Dokumentationsreihe – Mit dem Zug durch Südostasien: Der niederländische Filmemacher Rob Hof hat für seine fünfteilige Dokumentationsreihe Regionen und Länder besucht, von denen es weit mehr als Krisen und Katastrophen zu berichten gibt. Er erzählt von zahlreichen Begegnungen mit Menschen der Region, die in der eher unverbindlichen und entspannten Situation einer Zugreise ihre Sicht auf die Welt schildern.

Dieser Teil führt durch Malaysia. Im Zug berichten Muslime, Christen, Buddhisten und Hindus darüber, warum sie stolz auf ihr Land sind.

„Wissen ist der Anfang aller Dinge“, sagt Mahathir bin Mohamad, der ehemalige Premierminister Malaysias. An der Entwicklung in dem ostasiatischen Land kann man ablesen, dass Wissen auch Wohlstand und wirtschaftlichen Fortschritt ermöglicht. Innerhalb einer Generation hat Mahathir sein Land zu einer Industrienation gemacht. Auf der Zugreise durch Malaysia führt Filmemacher Rob Hof Gespräche mit Muslimen, Christen, Buddhisten und Hindus, die alle eines gemeinsam haben: Sie sind stolz auf ihr Heimatland. 06:20-07:03 • arte

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