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21. Jahrhundert

Gewalt und Provokationen gehören nicht zu Deutschland!

Gehört der Islam zu Deutschland? Eine interessante und ungeschickte Frage zugleich, findet Vykinta Ajami. Denn die Nutznießer der Antwort sind die Falschen.

Gewalt hat weder ethnische noch religiöse Herkunft. Sie stammt nicht von bestimmten Ländern und sie hat nichts damit zu tun, wie man seinen Gott nennt. Gewalt hat verschiedene Namen und viele Gesichter. Aber ganz egal, ob sie durch einen Kahlkopf, Springerstiefel oder ein Bart verkörpert wird, ganz egal mit welcher Intention dahinter, liegt ihre Herkunft ganz allein bei dem Täter, sie stammt aus den dunkelsten Ecken seiner Seele. Und sie ist immer vernichtend.

Salafisten. Das ist der sich gerade etablierende Name des Feindes. Es sind nicht mehr die bösen Moslems allgemein. Es ist mittlerweile „nur“ noch eine kleine Gruppe unter den Moslems. Die Wenigsten werden aber einen Unterschied machen oder sehen wollen. Der neue Feind trägt einen Vollbart, hat weite Kleider an und einen Koran in der Hand.

Für das Zusammenleben sind diese äußerlichen Merkmale aber nicht von Bedeutung. Von Bedeutung ist und was in unsere Gesellschaft nicht hineingehört, ist die Gewalt. Sei es Rechte, linke, islamistische, salafistische, salachristische, kahlköpfige oder bärtige,- Gewalt ist das, was in unsere Gesellschaft nicht hineingehört!

Es kann nicht sein, dass der Islam mit Steinen verteidigt werden muss. Als eine der größten Weltreligionen ist er durchaus in der Lage, im für sich selbst mit den Worten der Logik und Rationalität zu sprechen.

Und es kann auch nicht sein, dass Provokationen durch Prophetenkarikaturen oder das Legen toter Schweineköpfe in Moscheehöfen als Meinungs- und Kommunikationsformen des 21. Jahrhunderts gehandelt werden.

Genauso wenig brauchen wir Öl im Feuer. Das gilt auch für Politiker. Es ist nicht das richtige Jahrzehnt, um herauszufinden, ob der Islam historisch zu Deutschland gehört. Weiß das ohnehin nicht schon jeder, wo der Islam herkommt? Genauso wie auch jeder weiß, dass Jesus nicht aus Hamburg und Maria nicht aus Köln war.

Weder der Islam noch der Christentum stammen nicht von hier, gehören aber längst zur unseren gegenwärtigen Gesellschaft. Auch wenn die historische Entwicklung der Religionen eine äußerst interessante Frage ist, ist sie aber nicht die Richtige für das heutige Zusammenleben, für das friedliche Zusammenleben. Das stärkt die Gewaltbereiten und mobilisiert Gleichgesinnte genauso zur vermeintlichen Verteidigung. Bekanntlich gibt es keine dummen Fragen. Es gibt aber Fragen, die zur falschen Zeit gestellt werden. Und wenn diese zu gewalttätigen Ausschreitungen führen, dann ist die Grenze erreicht. Denn Provokationen und Gewalt sind das Letzte, was zum Deutschland des 21. Jahrhunderts gehören sollten.