TV-Tipps des Tages - 06.05.2011 - Kopftuch, Jugend, Kosovo, Israel, Deutschland, 2 Weltkrieg - MiGAZIN

Es gab vor allem in der Anfangsphase der Anwerbung von Türken häufige Klagen der deutschen Arbeitskollegen darüber, dass die Türken … an ihrem Arbeitsplatz wie verrückt arbeiten und dadurch die Akkordsätze verderben. Hans-Günter Kleff Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

TV-Tipps des Tages

06.05.2011 – Kopftuch, Jugend, Kosovo, Israel, Deutschland, 2 Weltkrieg

TV-Tipps des Tages sind: Kinder heute: Die Dokumentationsreihe “Kinder heute” befasst sich mit Problemen, Fragen und Unsicherheiten, vor denen Kinder und Jugendliche stehen; In aller Freundschaf: Dr. Heilmann fliegt in den Kosovo, um dort medizinische Geräte als Spende für ein Kinderkrankenhaus abzuliefern; Tel Aviv – Leben zwischen Himmel und Hölle; So weit die Füße tragen

 06.05.2011 – Kopftuch, Jugend, Kosovo, Israel, Deutschland, 2 Weltkrieg

MiGAZIN TV-Tipps des Tages © MiG

Kinder heute
Die 13-jährige Joppe ist ein typischer Teenager. Am meisten interessiert sie sich für Jungs und Make-up. Joppe ist dauerverliebt. Ihr aktueller Schwarm heißt Bart. Aber Joppe hat ein Geheimnis: Früher hieß sie Job, denn sie wurde als Junge geboren. Wenn Bart ihre Gefühle erwidert, wird sie ihm die Wahrheit sagen müssen.

Hintergrundinformationen:
Die Dokumentationsreihe “Kinder heute” befasst sich mit Problemen, Fragen und Unsicherheiten, vor denen Kinder und Jugendliche stehen: “Meine Eltern lassen sich scheiden – zu wem soll ich ziehen?” “Ich bin als Junge geboren und fühle mich als Mädchen.” “Soll ich Kopftuch tragen oder nicht?”. Gar nicht so einfach, denn viele Entscheidungen haben weitreichende Folgen. In der Reihe kommen Kinder zu Wort, die vor einem Wendepunkt ihres Lebens stehen und lernen, was es bedeutet, Entscheidungen zu treffen. Dokumentiert wird die Welt der Kinder von heute, die spontan, voller Energie, manchmal unsicher, manchmal verängstigt – aber immer voller Überraschungen sind. 13:00-13:15 • arte

In aller Freundschaf
(250) Eine Frage der Menschlichkeit – Dr. Heilmann fliegt in den Kosovo, um dort medizinische Geräte als Spende für ein Kinderkrankenhaus abzuliefern. Professor Simoni, der diese Entscheidung nicht mit der Verwaltungschefin Sarah Marquardt abgesprochen hat, gerät mit ihr darüber so in Streit, dass er einen leichten Herzinfarkt erleidet. Die Sachsenklinik ist in heller Aufregung. Der Klinikchef überträgt die Entscheidungsgewalt vorübergehend an Dr. Kreutzer.

Dr. Heilmann wird im Kosovo von Dunja Batisz empfangen, die für eine Wiederaufbau-Organisation arbeitet. Auf dem Weg zur Kinderklinik treffen sie Dunjas Sohn Peter, der ein leidenschaftlicher Fußballspieler ist. Peter wird von einer Mine schwer verletzt. In einer Notoperation kann er stabilisiert werden, doch sein Bein müsste bei einem weiteren Eingriff aufgrund fehlender medizinischer Ausstattung amputiert werden. Roland bittet Achim um Erlaubnis, den Jungen in Leipzig zu operieren. Doch der untersagt dies, da Peter nicht in Lebensgefahr schwebt. Roland nimmt Dunja und Peter trotzdem per Flugzeug mit nach Deutschland. Dort kommt es zum offenen Konflikt zwischen den beiden Freunden. Roland entschließt sich, die Operation aus eigener Tasche zu finanzieren. Bei der Operation am nächsten Tag kommt es zu Komplikationen, die sich der Chefarzt nicht erklären kann. Doch Achim und Kathrin finden zusammen mit ihm heraus, dass Peter eine sehr seltene Gerinnungsstörung hat. Im Kosovo wäre er daran wohl gestorben. Ein Kampf gegen die Uhr beginnt.

Dr. Brentano will Arzu einen Heiratsantrag machen. Seine Kollegin Elena gibt ihm den Rat, sich etwas Besonderes auszudenken. Auch Charlotte will Philipp dabei helfen. Doch seine Vorbereitungen machen Arzu misstrauisch. Was hat ihr Freund zu verbergen? 17:05-17:55 • RBB Berlin

Tel Aviv – Leben zwischen Himmel und Hölle
Dokumentation (Gesellschaft – Stadtkultur/Landleben) – Film von Renata Schmidtkunz – “Was so traurig an dem Leben hier ist, ist, dass wir eine Insel mitten in der Hölle sind. Denn draußen ist es höllisch. Und ich weiß nicht, wie lange wir das überleben können”, sagt der Schriftsteller Yoram Kaniuk, der 1930 in Tel Aviv geboren wurde. Angefangen hat alles auf den Dünen, ein paar Kilometer nördlich der 4.000 Jahre alten Stadt Jaffa. 66 jüdische Einwandererfamilien erwarben im April 1909 per Los das Land, umgeben von arabischen Dörfern, um eine Gartenstadt zu errichten. Sie träumten von einer Stadt ohne Araber und nach europäischem Vorbild. In den 1930er Jahren kamen viele deutsche und österreichische Immigranten nach Tel Aviv, und aus der kleinen Siedlung in den Dünen wurde das kulturelle und politische Zentrum des Landes. Aus Europa geflüchtete Architekten und Architektinnen brachten den Bauhaus-Stil mit in die Stadt am Mittelmeer, die deshalb seit 2003 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Am 14. Mai 1948 rief David Ben Gurion in Tel Aviv den Staat Israel aus. Bis 1981 war Tel Aviv die Hauptstadt des jungen Staats. Bis heute sind die meisten ausländischen Botschaften in Tel Aviv angesiedelt, ebenso wie der Geheimdienst Mossad und das Hauptquartier der israelischen Armee. Noch 100 Jahre nach seiner Gründung ist Tel Aviv ein Synonym für eine offene, moderne und freie Stadt, eine “Stadt ohne Konzept”, die ständig in Bewegung und ein Anziehungspunkt für junge Leute aus der ganzen Welt ist. Die Dokumentation “TelAviv – Leben zwischen Himmel und Hölle” stellt Tel Aviv und Menschen, die dort leben, vor. Zu Wort kommen neben Yoram Kaniuk auch die Journalistin Nilly Landsmann, der Filmemacher, Autor und Musiker Dani Dothan und Rifaat Tourk, der einzige arabische Israeli, der jemals in der israelischen Fußball-Nationalmannschaft gespielt hat. 19:25-20:00 • 3sat

So weit die Füße tragen
Spielfilm - Der deutsche Oberstleutnant Clemens Forell wird 1946 von einem russischen Kriegsgericht zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt und zusammen mit 3.000 deutschen Soldaten in ein entlegenes sibirisches Straflager am Kap Deshnev deportiert. Im Gegensatz zu vielen Mitgefangenen kommt Clemens lebend in Sibirien an. Hier, am Ende der Welt und inmitten einer endlosen Eiswüste, sind nicht einmal Wachen nötig, um die Gefangenen an der Flucht zu hindern …

Die Funktion des deutschen Lagerarztes Dr. Stauffer (Michael Mendl) beschränkt sich auf das Ausstellen von Totenscheinen: Denn durch die auszehrende Arbeit in den Bleiminen werden die gefangenen Soldaten langsam vergiftet – falls sie nicht zuvor verhungern.

Auch der Arzt selbst ist bereits an Krebs erkrankt und verwirft daher seinen detailliert ausgetüftelten Fluchtplan. Er schenkt Clemens seine heimlich zusammengestellte Ausrüstung, mit der dieser wenigstens eine minimale Chance hat, nach Hause zu kommen. Tatsächlich gelingt Clemens im zweiten Anlauf im Oktober 1949 der Ausbruch. Verfolgt vom Lagerkommandanten Kamenev (Anatoly Kotenyov) – eine Figur, die der Romanfassung hinzugefügt wurde – beginnt eine drei Jahre währende Odyssee durch die Eiswüsten, Tundren und Wälder Russlands, die nach insgesamt 14.208 Kilometern endet. Zuvor wird der Flüchtling, nachdem er in Teheran den sowjetischen Machtbereich hinter sich gelassen hat, unter Spionageverdacht erneut inhaftiert, kann aber nach Identifizierung durch seinen Onkel (Hans Peter Hallwachs) 1952 – nach acht Jahren in der Fremde – endlich heimkehren.

Hintergrundinformationen:
Josef Martin Bauers 1955 erschienener Tatsachenroman “So weit die Füße tragen” war ein Welterfolg, der den Nerv der Zeit traf und in 15 Sprachen übersetzt wurde. Nicht umsonst erzielte Fritz Umgelters 400-minütiger Sechsteiler, 1959 als erste deutsche Fernseh-Eigenproduktion realisiert, eine Traum-Einschaltquote von 90%. In Hardy Martins’ (“Cascadeur – Die Jagd nach dem Bernsteinzimmer”) Version dieses TV-Klassikers wird der Russlandflüchtling Clemens Forell wieder lebendig: Seine Neuadaption ist ein Stück wuchtiges Kino, das dank des inzwischen verstorbenen großartigen Kameramanns Pavel Lebeshev (“Der Barbier von Sibirien”, “Gefangen im Kaukasus”) die bedrückende Enge in den Eisenbahnwaggons während der Deportation ebenso wie die endlose, schneebedeckte Weite der russischen Landschaft in beeindruckende Bilder umsetzt. Die zurückhaltende Musik des Tarkowskij-Komponisten Edward Artemyev (“Stalker”) dämpft das Pathos der großen Gefühle. 00:00-01:55 • NDR Mecklenburg-Vorpommern

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