MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Erwerbsquoten der inländischen (43 %) und ausländischen (70,8 %) Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1970.

Friedrich Heckmann, Die Bundesrepublik als Einwanderungsland?, 1981
Anzeige

TV-Tipps des Tages

05.05.2011 – Türkei, Kirche, Migranten, Moschee, Integration, Ausländer, Europa

TV-Tipps des Tages sind: Cosmo TV: Meine Liebe in Deutschland: Cavidan und Atilla; Wir wollen unsere Kirche behalten; Moscheen – Bauen um zu bleiben; Gesichter Europas: Geschlossene Gesellschaft. Die Niederlande zehn Jahre nach der Fortuyn’schen Revolte; alpha-Campus DOKU: Baustelle Integration? Der Weg zum Wir-Gefühl

VONÜmit Küçük

DATUM5. Mai 2012

KOMMENTAREKeine

RESSORTTV-Tipps

SCHLAGWÖRTER

DRUCKENAnsicht

MEHR ZUM ARTIKEL

DANKE,
ich möchte MiGAZIN auch in Zukunft lesen!

Cosmo TV
Odyssee für Pflegekräfte
SIEGEN. Jahrelange Berufserfahrung, Top-Qualifikation, leistungsbereit. Solche Bewerber müssten schnell einen Job finden, denkt man. Doch bei Saifeddin Khalil war das anders. Der 38-Jährige kam vor fast drei Jahren nach Deutschland, um als Pfleger zu arbeiten. Stattdessen schickte ihn das Arbeitsamt von Maßnahme zu Maßnahme. Saifeddin Khalil fehlten nur wenige Prüfungen zur Anerkennung seines Berufs, aber niemand sagte ihm, wie er diese nachholen könnte. Die Wende kam, als er Beatrix Langreuter, Pflegedienstleiterin im Kreisklinikum Siegen, kennen lernte. Sie gab ihm die entscheidende Hilfestellung. Eine solche Odyssee machen viele ausländische Fachkräfte mit. Gesundheitsminister Daniel Bahr hat jetzt vor dem Demografie Gipfel angekündigt, dass ausländische Fachkräfte schneller Fuß fassen sollten in Deutschland. Die alternde Gesellschaft werde die Nachfrage nach gut ausgebildeten Pflegern kaum decken können, so der Politiker. Saifeddin Khalil hätte diese Erkenntnis viel Ärger und Mühe erspart. Cosmo TV über seine zermürbende Odyssee.

Hoher Preis für gute Laune
DORTMUND. Freundliche Musiker, die in der Fußgängerzone gute Laune verbreiten: Auch das ist das Gesicht der EU-Osterweiterung. Sie spielen Klassik und Volksweisen und hoffen, dass sie dafür mit etwas Kleingeld belohnt werden. Cosmo TV hat zwei Rumänen kennen gelernt, die uns mehr über ihr Leben als Straßenmusiker erzählen. Leonida (55 Jahre) und Gabriel (38 Jahre) sind ausgebildete Musiker, die früher in einem Ensemble gespielt haben. Sie kommen aus einer kleinen Stadt nordöstlich von Bukarest. Seit mehr als fünf Jahren spielen sie Trompete und Akkordeon in Dortmund und Umgebung. Fast 12 Stunden jeden Tag. Dabei verdienen sie gerade einmal so viel, dass sie Miete und Essen bezahlen können. Alles, was übrig bleibt, schicken sie nach Rumänien zu ihren Frauen und Kindern. Cosmo TV mit einem Einblick in das mühsame Leben zweier Rumänen in Deutschland.

Meine Liebe in Deutschland: Cavidan und Atilla
KÖLN. „Eigentlich hatte ich nie vor, eine aus der Türkei zu heiraten“, sagt der Deutsch-Türke Atilla Gümüÿtaÿ. Aber dann hat es ihn erwischt: In Kastamonu, einer Provinzstadt in Anatolien, hörte der 24-Jährige aus Köln die Stimme einer Radiomoderatorin. Sie ließ ihn nicht mehr los. Er lernte Cavidan kennen, es war Liebe auf den ersten Blick. Nun sitzt er mit seiner Frau im winzigen Hotelzimmer in Ankara und büffelt mit ihr für die Deutschprüfung. Als Cavidan besteht, kann sie endlich zu ihm nach Köln. Die beiden sind schon zwei Jahre verheiratet. Endlich zusammen, ist Cavidan dennoch enttäuscht. Ihr Leben in Deutschland hat sie sich anders vorgestellt und Atilla merkt, dass seine ersten Befürchtungen nicht ganz unbegründet waren. Cosmo TV über eine Liebe mit Hindernissen. 09:00-09:30 • WDR

Wir wollen unsere Kirche behalten!
Dramatisch ist die Situation im Bistum Essen. Dort läuft zurzeit die zweite „Schließungswelle“ von Kirchen und Gemeinden an. Die Bistumsleitung sieht keine andere Möglichkeit, die finanzielle Krise in den Griff zu bekommen.

Zum Gemeindeverband St. Norbert, zu dem drei weitere Kirchen gehören, hat insgesamt 22 000 Mitglieder, darunter viele alte Leute, viele Hartz-IV-Empfänger. Auch St. Barbara gehört zum Verband, es ist eine relativ lebendige Gemeinde, in der sich auch junge Menschen in verschiedenen sozialen Bereichen engagieren. Es gibt u. a. einen Kindergarten, eine aktive Seniorenarbeit, eine Kleiderkammer und einen regelmäßigen Treffpunkt für Bedürftige. Dieser Gemeindeverband sollte aufgelöst werden, doch es gibt heftigen Widerstand der Gläubigen.

Einen Erfolg haben die Protestler zu verzeichnen: Bischof Franz-Josef Overbeck hat seine ursprüngliche Entscheidung, alle vier Kirchen im armen Duisburger Norden zu schließen, verändert. St. Peter, die Kirche direkt gegenüber der großen Duisburger Merkez Moschee, wird nicht geschlossen, hier soll ein „sozial-pastorales Zentrum“ entstehen.

St. Barbara hingegen, die Gemeinde, deren Mitglieder sich am heftigsten gegen die Schließung gewehrt hatten, wird dicht gemacht. Doch die engagierten Christen haben sich noch nicht damit abgefunden. Um das soziale Leben in der Gemeinde aufrechtzuerhalten, suchen sie jetzt nach einer Lösung. 09:30-10:00 • WDR

Moscheen – Bauen um zu bleiben
Dokumentation – Film von Hanspeter Michel. Vor 20 Jahren, im Jahr 1992, gab es in Pforzheim die erste Moschee in Baden-Württemberg. Damals war der Widerstand dagegen heftig: vom offenen Protest bis hin zur anonymen Drohungen. In Pforzheim hat sich der Streit längst gelegt. Heute entstehen überall im Land Moscheen. Ist der Bau einer Moschee schließlich zur Normalität geworden?In Esslingen entsteht gerade ein großer Neubau. Das um einige Zentimeter zu hoch geratene Minarett stand in den Schlagzeilen und musste zurück gebaut werden. Was hat sich im Umgang mit einander verändert? Was macht ein Moschee-Verein eigentlich? Autor Hanspeter Michel hat in Pforzheim und Esslingen nachgefragt. 11:00-11:30 • PHOENIX

Gesichter Europas
Geschlossene Gesellschaft. Die Niederlande zehn Jahre nach der Fortuyn’schen Revolte. Mit Reportagen von Kerstin Schweighöfer. Am Mikrofon: Jeanette Seiffert

Im Mai ist es zehn Jahre her, dass der exzentrische niederländische Rechtspopulist Pim Fortuyn auf offener Straße erschossen wurde. Sein Aufstieg und Tod haben in der niederländischen Gesellschaft einen tiefgreifenden Wandel ausgelöst. Der schwule Dandy mit Bentley, Butler und Schoßhündchen war der erste, dem es gelang, das Tabu der scheinbar mustergültigen multikulturellen Gesellschaft hinterm Deich zu brechen: Er forderte einen Zuwanderungsstopp, bezeichnete den Islam als rückständige Kultur und löste damit ein politisches Erdbeben aus.

Vieles, was Fortuyn damals forderte, mutet heute fast harmlos an. Die etablierten Parteien haben längst zum Aufholmanöver angesetzt und Fortuyn rechts überholt. Die Fortuyn’sche Revolte hat den Weg geebnet für Nachfolger wie Geert Wilders, der mit seiner islamfeindlichen Partei für die Freiheit seit 2010 ein Minderheitskabinett aus Rechtsliberalen und Christdemokraten duldet. Anno 2012 gelten die Niederlande nicht mehr als Idealbild einer weltoffenen, toleranten Gesellschaft, sondern als abschreckendes Beispiel für die Verbreitung des Rechtspopulismus in Europa. 11:05-12:00 • Deutschlandfunk

alpha-Campus DOKU
Dokumentation – Baustelle Integration? Der Weg zum Wir-Gefühl. 12:00-12:30 • BR-alpha

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:
Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...