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Ein Vertreter der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Weber, 1974

Karikaturen-Wettbewerb

Wenn Pro NRW auf Pro Islam trifft

Was hat in unserer gegenwärtigen Gesellschaft mehr Wert: Religionsschutz oder Meinungsfreiheit? Diese Frage stellt sich angesichts des Wahlkampfs mit Mohammed-Karikaturen der antimuslimischen Partei Pro NRW. Ärger ist natürlich vorprogrammiert.

VONHakan Demir

 Wenn Pro NRW auf Pro Islam trifft
Ist seit Februar 2011 Redakteur beim MiGAZIN. Er studierte Politikwissenschaft, Philosophie und Betriebswirtschaftslehre an der Universität Trier.

DATUM4. Mai 2012

KOMMENTARE114

RESSORTAktuell, Meinung

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Was würde nicht alles mit mir geschehen, wenn ich mich doch morgen entschiede, vor den Kölner Dom zu treten und eine obszöne Jesus-Karikatur in die Luft zu halten?

Vermutlich würde mich kaum ein Polizist im Namen der Meinungsfreiheit schützen. Zudem würde mir womöglich, ehe ich mich versehe, die Jesus-Karikatur aus meinen Händen entrissen werden. Wo liegt also die demokratische Sollbruchstelle eines Gläubigen? Vielleicht etwa dort, wo es um den Heiligsten seiner Religion geht?

„Pro NRW“ auf Wählerfang
Die Anhänger von „Pro NRW“ wollen die Antwort auf diese Frage auf eigene Art herausfinden. Die Partei, die aus der antimuslimischen Bewegung „Pro-Köln“ hervorgegangen ist, hat nämlich im Namen der Freiheit und Wählerstimmenmaximierung am Dienstag eine Kundgebung vor dem Rathaus in Solingen abgehalten. Dabei hielten „Pro NRW“-Anhänger Mohammed-Karikaturen in die Luft.

Entsprechend trafen sie auf vehementen Widerstand von Salafisten, die wiederum Polizisten mit Steinen und Holzstangen bewarfen. Im Zuge dieser Kundgebung wurden 81 Salafisten verhaftet, die inzwischen jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt wurden.

„Vereins- und Parteiverbote“
Vor diesem Hintergrund ist es die Aufgabe des Staates, jedwede Form von extremistischen Bewegungen zu verbieten oder zumindest einzudämmen. Dies fordert übrigens auch der Bundesvorsitzende der Polizeigewerkschaft Rainer Wendt, wenn er von einer Prüfung von „Vereins- und Parteiverboten“ spricht.

Die Karikaturen, ganz gleich von welchem Propheten, stören in erheblichem Maße den öffentlichen Frieden hierzulande, ohne jetzt damit die Reaktion der Salafisten auf die Provokation in Schutz nehmen zu wollen.

Denn diese haben die einzigartige Möglichkeit verpasst, Deutschland zu zeigen, dass sie friedfertig und keine Gefahr für den Rechtsstaat darstellen. Nun haben sie jedoch mit ihrem Verhalten Wasser auf die Mühlen der antiislamischen Kräfte geleitet und den Zielen der „Pro NRW“-Anhänger zugearbeitet.

Am Wochenende zieht „Pro NRW“ mit seiner Kundgebung nach Aachen. Hier wird zwar keine ebenso starke Reaktion von Salafisten, wie am Dienstag in Solingen erwartet. Dennoch stellt dies nur einen kleinen Trost dar, wenn man bedenkt, dass die Verunglimpfung einer Religion in Deutschland offenbar rechtens ist und rechtens bleiben wird.

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114 Kommentare
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  1. Schwarzrotgelb sagt:

    Ich wünsche mir wieder die gutmenschen und multikulti kuschelkurs 🙂
    Wir haben die verrückten und hardliner viel zu lange zugehoert:(

  2. Andreas Wesker sagt:

    Was hat in unserer gegenwärtigen Gesellschaft mehr Wert: Religionsschutz oder Meinungsfreiheit? Die Frage ist ohne jeden Zweifel und mit 100% eindeutig zu beantworten – die Meinungsfreiheit. Wer mit der Verunglimpfung seiner Religion im Rahmen der Meinungsfreiheit ein Problem hat, der hat ein Problem mit den fundamentalsten Werten dieser Gesellschaft. Ein „freiwilliger“ Verzicht auf die Veröffentlichung von Karikaturen, deren Zeichner von der Kanzlerin für sein Engagement für die Meinungsfreiheit und seine Courage ausgezeichnet und geehrt wurde, käme einer Kapitulation vor den Gewaltandrohungen islamistischer Fanatiker gleich, dem Ende der Meinungsfreiheit und dem Beginn der Zensur der öffentlichen Meinung. Wer heute das Zeigen unliebsamer Karikaturen verbieten lassen möchte, der fordert morgen das Verbot zum Äußern unliebsamer Meinungen und das Verbot unliebsamer Bücher. Ich mag Pro-Nrw nicht, wenn ich diese Gesellschaft vor Extremisten schützen will, dann muss ich diesen Extremisten wohl oder übel genau die Rechte zugestehen, die ich ihnen gegenüber verteidige. Ich will meinen Kommentar mit 2 Zitaten für die Freiheit beschließen:

    „Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.
    Voltaire“

    “Falls Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.” George Orwell“

  3. schwarzrotgelb sagt:

    Die verrückten die andere Menschen beleidigen müssen in Irrenanstalt zugewiesen werden.
    Lass die Verrückten an der seite und beginnt mit den kein gespräch.
    Wir haben Ihnen schon viel zu lange zugehört.

    Und nebenbei an die Salafisten, ich bin kein Anhänger von euch. Aber Respekt das mal jemand dagegen was sagt und es wurde zeit das wir aufgeweckt werden, wir haben zu lange geschwiegen.

    Bunt statt Braun
    Gutmensch statt Hardliner
    Pazifist statt Kriegstreiber

    Unter anderem sind doch die Verrückten die jenigen die uns unser Grundgesetzt und unsere Freiheit gestohlen hat.

  4. FreeSpeech sagt:

    Seit wann ist denn der Islam eine Religion? […]
    Im übrigen halte ich es auch mit Voltaire…

  5. Optimist sagt:

    Gibt es außer dem Islam eigentlich irgendeine Religion, welche so öffentlich und direkt diffamiert wird? Nicht einmal gegen Sekten wird derart vorgegangen, weder Scientology, noch Mormonen oder Zeugen Jehovas usw.

    Außerdem meine ich mal gelesen zu haben, daß man eine Religion nicht verunglimpfen darf. Aber ist schon klar, ist ja nur gegen Muslime, da darf man das ruhig machen, sind ja nur ein paar „Kanacken“ und ihre verdrehte „Ideologie“.

    Und dann alles schön mit der Meinungsfreiheit vertreten wollen, lächerlich. Ich will mal sehen, was passieren würde, wenn andersherum so ne ähnliche Aktion am Vatikan veranstaltet würde und was das für nen weltweiten Aufschrei des Westens geben würde.

    Fällt mir nur eins ein: Heuchler, Lügner, Betrüger, […]

  6. Kehrhelm Kröger sagt:

    Die Ausdrucksfreiheit der eigenen Meinung in Wort, Schrift und Kunst ist in Deutschland ein wichtiges Gut, während der Islam hier keinerlei Bedeutung hat. Nicht Karikaturen sind ein Problem, sondern der wilde bärtige Mob, der selbst vor Gewalt gegen die deutsche Staatsgewalt nicht zurückschreckt.

  7. Andreas Wesker sagt:

    Herr Optimist, warum nur der Islam derart ins Kreuzfeuer der Kritik gerät? Weil der Islam nicht nur daß ist, was sie in der Grundschule gelernt haben, nämlich eine der „großen Weltreligionen“ . Sicher hat der Islam einen ausgeprägten religiösen Aspekt, daneben vertritt er aber – im Gegensatz zum Christentum oder anderen Religionen und Sekten – einen massiven weltlichen Machtanspruch, verbunden mit einem unantastbaren Allmachts-, Alleinstellungs- und Überlegenheitsgefühl. Sicher verfolgt nicht jeder Muslim das Ziel der islamischen Weltherrschaft, aber die Aktivitäten und Aussagen muslimischer Extremisten hier in Deutschland weisen darauf hin, daß genau das Ziel der Salafisten und ähnlicher Wirrköpfe. Die Salafistenschläger von Solingen protestierten nicht nur gegen die Mohammed-Karikaturen, sondern demonstrierten auch mit ihrer lautstarken „Scharia für Deutschland“-Forderung ihre faschistoide Geisteshaltung. Der ehemalige Führer der Solinger Salafisten, der mittlerweile ausgewiesene M. kündigte kürzlich an, man wolle als nächstes Rom erobern, die Kirche vernichten und auf dem Petersplatz islamisches Recht „vollstrecken“. Das sind die pubertäten Feuchtträume der netten jungen Männer, die sie glauben, vertedigen zu müssen.

  8. think pink sagt:

    Das ist mit Verlaub die falsche Frage: Es geht nicht um den Schutz des Opfers von Hetze (in dem Fall eine Religion oder ihre Angehörigen), sondern gegen die Hetze (in dem Fall Volksverhetzung). Meinungsfreiheit hat genau da ihre Grenze, wo der Straftatbestand der Hetze erfüllt ist.

  9. schwarzrotgelb sagt:

    Der Mensch der die Warheit leugnet, leugnet so genauso
    den Islam.

    Islam ist wirklich keine Religion, sie ist ein Lebensweg ,
    für die Seele und den Menschen nd für das zusammenleben.

    Man kann sich nicht genug rechtfertigen und egal wie sehr du
    dich anpassen willst lieber mensch, so will man dich kontrollieren.

    Der Mensch der den islam lebt der weiß ganz genau das der Islam
    eine nicht nachtragende Lehre hat und den Menschen entwickelt.

    Die Lage in Deutschland ist gefährlich.
    Unsere Politiker und Schützer treten tagtäglich auf die
    grundgesetze.

    Der Islam gehört zu Deutschland und wird dieses Land
    und die Menschen Reformieren, wie man es sich nicht vorgestellt hat.

    STOP zu:

    HETZE
    KRIEGSTREIBER
    VERRÜCKTEN
    HARDLINER

    2/3 der Menscheit hat sich zum Islam und dessen Wahrheit bekannt gegeben.

    Was Gott will das wird auch passieren ;))))

  10. Optimist sagt:

    Sind wir jetzt schon an dem Punkt, daß es infrage gestellt wird, ob der Islam überhaupt eine Religion ist? Mensch, muss ich doof sein zu glauben, daß der Islam eine Religion sei. Ich dacht immer, in der Religion gehts um den Glauben an Gott, aber das scheint beim Islam laut einiger Schreiber wohl nicht der Fall zu sein.

    „Sicher hat der Islam einen ausgeprägten religiösen Aspekt, daneben vertritt er aber – im Gegensatz zum Christentum oder anderen Religionen und Sekten – einen massiven weltlichen Machtanspruch, verbunden mit einem unantastbaren Allmachts-, Alleinstellungs- und Überlegenheitsgefühl.“

    Na sicher, und weil der Islam so weltherrschaftsbeanspruchend ist, sind Sie auch tagtäglich damit konfrontiert, wie zb ihr türkischer Nachbar immer wieder versucht, Sie zwanghaft vom Islam zu überzeugen. Glauben Sie eigentlich selber, was Sie da schreiben?

    Im Übrigen ist es der Islam, der das Christentum und die Juden als Religion im Koran explizit anerkennt, umgekehrt ist es aber nicht so, da werden alle anderen als Ungläubige verbannt.


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