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TV-Tipps des Tages

27.04.2011 – Israel, Araber, Algerien, Göreme, Türkei, Christen, Islam

TV-Tipps des Tages sind: Israel und die Araber – Der ewige Traum vom Frieden; Algerien – Die Angst ist ein Gefängnis: In Algerien ist der „arabische Frühling“ fast unbemerkt vorbeigezogen; Göreme – Felsenstadt der frühen Christen. Als der spanische Schriftsteller Juan Goytisolo durch die Täler von Göreme in der Türkei wanderte, war er sicher

VONÜmit Küçük

DATUM27. April 2012

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Israel und die Araber – Der ewige Traum vom Frieden (1/3)
Clintons letzter Friedensversuch (1999 – 2000). Die dreiteilige Dokumentationsreihe nimmt den Nahostkonflikt von den Friedensverhandlungen 1999 bis zu den Rückzugsplänen israelischer Truppen aus dem Gazastreifen in den Blick. In der ersten Folge erzählen der damalige US-Präsident Bill Clinton, der ehemalige israelische Ministerpräsident Ehud Barak, der inzwischen verstorbene PLO-Chef Yasser Arafat und der damalige Oppositionsführer Ariel Scharon, der nun seit Jahren bereits im Koma liegt, sowie ihre Generäle, Minister und Berater, was im Sommer 2000 in Camp David hinter verschlossenen Türen geschah.

Der erste Teil von „Israel und die Araber – Der ewige Traum vom Frieden“ schildert, wie Israels Ministerpräsident Ehud Barak den US-Präsidenten Bill Clinton überzeugen konnte, die letzten 18 Monate seiner Amtszeit den Friedensverhandlungen mit Yasser Arafat zu widmen. Streitpunkte waren die Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge, die Aufgabe von Gebieten, die Israel im Sechs-Tage-Krieg 1967 erobert hatte, und die Aufteilung Jerusalems.

Baraks Angebot an Arafat, sich Jerusalem als Hauptstadt beider Staaten zu teilen, zerschlug sich unter anderem an der Streitfrage bezüglich der Hoheit über den heiligen muslimischen Tempelberg Haram al-Sharif. Durch dieses Zugeständnis verlor Ehud Barak in großen Teilen das Vertrauen und den Rückhalt in der israelischen Bevölkerung. Endgültig scheiterten die Friedensverhandlungen mit Ariel Scharons Besuch des Tempelbergs im September 2000. Der Machtwechsel, der sich 2001 mit der vorgezogenen Wahl Scharons zum neuen Regierungschef vollzog, deutete sich hier bereits an.

Hintergrundinformationen:
Mit dem Beschluss des einseitigen Rückzugs israelischer Truppen aus dem Gaza-Streifen im Februar 2004 lenkte der israelische Regierungschef Ariel Scharon die Aufmerksamkeit der Welt wieder einmal auf den nicht enden wollenden Nahostkonflikt. In einem exklusiven Interview verrät General Scharon, der inzwischen seit einem schweren Schlaganfall seit Jahren im Koma liegt, was er sich dabei dachte – und beschreibt seinen Kampf auf Leben und Tod mit dem inzwischen verstorbenen legendären PLO-Chef Yasser Arafat. 13:40-14:40 • arte

Algerien – Die Angst ist ein Gefängnis
In Algerien ist der „arabische Frühling“ fast unbemerkt vorbeigezogen. Zu Beginn des Jahres 2011 gab es zwar Demonstrationen gegen die extrem hohe Arbeitslosigkeit, gegen die schlechten Lebensbedingungen und gegen die zu hohen Lebensmittelpreise. Doch das Regime schlug den Aufstand nieder und versprach Reformen. Bis heute sind sie nur zum Teil umgesetzt. Die Armut im Land ist geblieben und die Jugend hat noch immer keine Perspektive.

In Algerien ist der arabische Frühling? fast unbemerkt vorbeigezogen. Zu Beginn des Jahres 2011 gab es zwar Demonstrationen gegen die extrem hohe Arbeitslosigkeit, gegen die schlechten Lebensbedingungen und gegen die zu hohen Lebensmittelpreise.

Doch das Regime schlug den zum Teil blutigen Aufstand nieder und versprach Reformen. Bis heute sind sie nur zum Teil umgesetzt. Die Armut im Land ist geblieben und die Jugend hat noch immer keine Perspektive.

Viele Algerier kehren ihrem Land den Rücken: die einfache Bevölkerung aber auch die Intellektuellen.

Einer, der mit seinen Büchern versucht aufzurütteln, ist aber geblieben: Boualem Sansal. Seine Bücher werden in Algerien nur unter der Hand verkauft. Außerhalb des Landes werden jedoch seine Schriften mit viel Aufmerksamkeit gelesen. Im Herbst 2011 wurde Sansal mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt.

Sein Land sei in einer Angststarre, so beschreibt Sansal den Zustand in Algerien. Das Regime übe totale Kontrolle aus, lasse wenig Freiräume. Zudem bereichere sich die Machtelite. Reichtum aus den üppigen Erdöl und Erdgasvorkommen ginge nicht an die Bevölkerung weiter. Es gebe kein Zusammenspiel zwischen Volk und Staat. Radikalislamische Strömungen störten eine demokratische Entwicklung? auch Frauenrechte würden zunehmend beschnitten.

Sansal will weiter gegen diesen Zustand anschreiben. Er hofft, dass der Funke des arabischen Frühlings doch noch nach Algerien überspringen wird. 22:15-22:45 • PHOENIX

Göreme – Felsenstadt der frühen Christen
Als der spanische Schriftsteller Juan Goytisolo durch die Täler von Göreme in der Türkei wanderte, war er sicher: Der Architekt Gaudí muss hier gewesen sein und das alles gebaut haben!

Tausende von Kegeln, Pilzen, Kaminen, Türmchen und steinernen Ornamenten, hinter jedem Felsvorsprung tauchen neue Formen auf.

Der Canyon im türkischen Hochland ist eine märchenhafte Vulkanlandschaft, in der Wind, Wasser und Kälte die Baumeister waren. Unterschiedlich hartes Tuffgestein der verschiedenen Lawaströme vor mehreren Millionen Jahren ließen Hütchen und Dächer auf den weicheren Kegeln darunter zurück, die sich wunderbar aushöhlen ließen. Das nutzten die ersten Mönche und Nonnen Vorderasiens, die sich im vierten Jahrhundert unter der Anleitung von Bischof Basileios von Kayserei in die bizarren Formationen der Täler Kappadokiens zurückgezogen hatten. Eine unglaubliche Bautätigkeit begann, in das Tuffgestein hinein: Felsenklöster, Kirchen, Zellen, Kapellen über der Erde und ganze Städte unter der Erde von weltweit unvergleichlichem Ausmaß.

Die ersten Christengemeinschaften fanden in den Tälern bei Göreme andächtige Stille für ihr bescheidenes und autarkes Leben und Schutz vor den damals zahlreichen Feinden, seien es Perser, Römer oder Araber. Und sie verstanden, ihre Kirchen und Kapellen zu schmücken! Heute findet der Besucher in jedem Tal des Nationalparks von Göreme kostbare Schätze byzantinischer Kultur. Die nahezu vollständig erhaltenen oder restaurierten Ikonographien aus dem 7.-11. Jahrhundert können sich mit der Kunst der byzantinischen Zentren messen – nur dass die Natur in Kappadokien ein unvergleichliches Erlebnis daraus macht: eine Reise in eine andere Welt. 02:40-03:00 • EinsExtra

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