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Migration und Integration in Deutschland

[Es würde im Interesse der deutschen Arbeiter liegen, wenn wir sie zu Fachkräften ausbilden.] Dafür müssen wir natürlich dann die relativ primitiveren Arbeiten … von ausländischen Arbeitskräften besorgen lassen.

Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard, NWDR-Interview vom 9. April 1954

TV-Tipps des Tages

25.04.2011 – Malaysia, Mongolei, Ausländer, Türken, Integration, Istanbul

TV-Tipps des Tages sind: Malaysia – Vielvölkerstaat unterm Halbmond; Kinder der Steppe; Durchgestartet: Drei Deutsch-Türkinnen auf Erfolgskurs – Ein Land und seine Geschichten; Istanbul? Begegnungen am Bosporus. Istanbul ist die vielleicht vielfältigste Stadt der Welt? hier treffen sich Tradition und Moderne, Arme und Reiche, Mächtige und Machtlose, Schönes und Hässliches

VONÜmit Küçük

DATUM25. April 2012

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Malaysia – Vielvölkerstaat unterm Halbmond
Das Staatsgebiet von Malaysia besteht aus zwei Landesteilen, die durch das Südchinesische Meer voneinander getrennt sind: West-Malaysia, südlich von Thailand auf der malaiischen Halbinsel gelegen, und Ost-Malaysia auf der Insel Borneo – mit den beiden Bundesstaaten Sarawak und Sabah. Rund 25 Millionen Menschen leben In dem Land, dessen Staatsreligion der Islam ist. Es besteht jedoch Religionsfreiheit für alle Bürger, was in Malaysia von grundlegender Bedeutung ist.

Das Land wird aufgrund seiner zahlreichen Völker und Kulturen oft als „Asien im Kleinformat“ bezeichnet. Angehörige von drei großen asiatischen Kulturkreisen, dem indischen, chinesischen und malaiischen, bilden ein buntes Völkergemisch, das dem Land seinen multikulturellen Charakter verleiht. Entsprechend vielfältig sind die Glaubensrichtungen: Das Leben der Malaien wird von den Geboten des Korans bestimmt, die Malaysier indischer Abstammung bekennen sich mehrheitlich zum hinduistischen Glauben, die Angehörigen der chinesischen Volksgruppe fühlen sich den Lebensphilosophien des Konfuzianismus, Daoismus und Buddhismus verbunden. Hinzu kommen die Christen – ein Erbe der Kolonialzeit. Traumstrände, Dschungel und Reisterrassen, Tee-, Palmen- und Kautschukplantagen prägen die landschaftlichen Eindrücke in West-Malaysia. Den eigentlichen Reiz macht aber das multikulturelle Miteinander der Menschen aus: ihre Märkte und unterschiedlichen Küchen, ihre Tempel, Kirchen und Moschen, ihre religiösen Feste. 14:30-15:15 • HR

Kinder der Steppe
Dokumentation (Gesellschaft – Seelsorge/Lebenshilfe) – Film von Tatjana Falath. Aufgrund der politischen Veränderungen, durch den langsamen Übergang vom Kommunismus zur Demokratie, hat die Mongolei, das Land zwischen Russland und China, mit gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Die Gewalt in Familien eskaliert ebenso wie Alkoholmissbrauch, immer mehr Kinder landen auf der Straße. Einem österreichischen World-Vision-Hilfsprojekt ist es gelungen, 70 Prozent dieser Kinder von der Straße zu holen, in Wohngemeinschaften zu integrieren oder sie zurück zu ihren Familien zu bringen. Außerdem wurde das erste Jugendgefängnis der Mongolei eingerichtet. Die Insassen, meist nur Kleinkriminelle, werden nicht länger mit Mördern und Räubern gemeinsam untergebracht. Geholfen wird auch in der Steppe, durch das Programm „Mehr Kamele für die Wüste Gobi“. Die Familien bekommen gesunde Leihkamele und lernen, Produkte wie Wolle, Milch und Käse gewinnbringend zu vermarkten. Die Dokumentation „Kinder der Steppe“ berichtet von der Arbeit des World-Vision-Hilfsprojekts in der Mongolei. 15:30-16:00 • 3sat

Durchgestartet
Drei Deutsch-Türkinnen auf Erfolgskurs – Ein Land und seine Geschichten. Eine Rechtsanwältin, eine Gymnasiallehrerin und eine Managerin: drei Frauen, die es in ihrem Beruf geschafft haben. Alle drei tragen türkische Namen – Sibel, Nermin und Dilek. Die Eltern stammen aus der Türkei, sie kamen als Gastarbeiter nach Deutschland. Als Kinder und als Jugendliche haben die drei Frauen oft spüren müssen, dass ihnen viele den Erfolg in der Schule oder gar im Studium nicht richtig zutrauen.

Obwohl sie gute Noten hatte, bekam Nermin Erdogan keine Empfehlung fürs Gymnasium. Heute ist sie selbst Lehrerin an einem Sportgymnasium. Ausgrenzung und Diskriminierung hat die junge Deutsch-Türkin häufig erfahren – an der Uni und später im Referendariat. „Aber das hat mich stark gemacht“, sagt sie heute.

Geschafft hat es auch Dilek Yogurtcu. Das Motto der IBM-Managerin: „Wenn sie mich vorne rausschmeißen, komme ich hinten wieder rein“. Deutsch und Geschichte hat sie an der Universität Tübingen studiert und landete bei dem international aufgestellten Unternehmen. „Hier fühle ich mich wohl, denn Vielfalt gehört zum Konzept der Firma“. Ihre Identität, beheimatet in beiden Welten, ist ein Schlüssel ihres Erfolgs.

So sieht es auch Sibel Yüksel. Als Rechtsanwältin ist sie auf Familienrecht spezialisiert und betreut sowohl deutsche als auch türkische Klienten. Ehrenamtlich liest sie jeden Freitag Kinderbücher in einem Kindergarten vor. Damit die Kinder mit Migrationshintergrund besser Deutsch lernen – aus eigener Erfahrung weiß sie, wie wichtig das ist. 01:10-01:40 • SWR BW

Istanbul? Begegnungen am Bosporus
Istanbul ist die vielleicht vielfältigste Stadt der Welt? hier treffen sich Tradition und Moderne, Arme und Reiche, Mächtige und Machtlose, Schönes und Hässliches. Die Stadt am Bosporus vereint alle nur erdenkbaren Gegensätze. Die größte Attraktion der Stadt sind ihre Bewohner ? die sich selbst Istanbulis nennen. ZDF-Korrespondent Halim Hosny taucht ein in den Schmelztiegel Istanbul. Er trifft u.a. einen stolzen Müllsammer, eine Geschäftsfrau mit Mission, einen Fischer mit Leib und Seele und einen exklusiven Modedesigner. Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, Begegnungen am Bosporus der ganz besonderen Art.

Familienvater Bayram Renkilhava ist erst 37, er sammelt schon seit 25 Jahren Müll. Bayram ist stolz darauf Müllsammler zu sein. Wenn es die Zeit erlaubt, nimmt er seinen ältesten Sohn mit auf die täglich neue Suche nach Verwertbarem. Bayram Renklihava lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in einem ehemaligen Keller ? mietfrei. Wie lange er dort bleiben kann weiß er noch nicht. Doch weggehen aus dem Moloch Istanbul? Auf gar keinen Fall!

Die agile Geschäftsfrau Güler Sabanci wird als mächtigste Frau der Türkei bezeichnet. Sie ist die Vorsitzende der weltweit agierenden Sabanci Holding. Sie setzt sich aktiv für die Gleichstellung der Frauen auf der ganzen Welt ein. In ihren Unternehmen haben Frauen die gleichen Aufstiegschancen wie Männer. Außerdem ist sie passionierte Kunstsammlerin. In der boomenden türkischen Metropole Istanbul veranstaltet Güler Sabanci in ihrem eigenen Museum Ausstellungen aller Art.

Kaptän Ali Sarihan ist Bosporus-Fischer. Die Fischerei ist ihm schon in die Wiege gelegt worden und hat in seiner Familie eine lange Tradition. Mit 15 Jahren hat Ali das Handwerk von seinem Vater gelernt. Der Familienvater fährt seit 20 Jahren zur See. Inzwischen als Kapitän auf seinem eigenen Schiff mit einer 15 Mann starken Besatzung. Doch immer öfter fangen sie nichts ? der Bosporus ist fast leer gefischt.

Rossi Barbarossa ist ein gefeierter Modedesigner. Selbst Stars wie Britney Spears, Justin Timberlake oder die verstorbene Popikone Michael Jackson ließen bei ihm fertigen. Die Catwalks der Welt sind seine Bühnen, doch Istanbul ist seine Basis. Hier genießt der Paradiesvogel ein Fischbrötchen am Bosporus genauso wie eine Spritztour mit dem Porsche. Die Metropole, in der Multikulti täglich gelebt wird ist seine Inspiration. 06:30-07:15 • PHOENIX

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