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Migration und Integration in Deutschland

In allen Zielstaaten der Arbeitsmigration weisen die Eltern der als Migranten erfassten Jugendlichen eine kürzere Schulbesuchszeit und einen geringeren ökonomischen, sozialen und kulturellen Status auf als die Eltern von Nichtmigranten. Nirgendwo ist dieser Unterschied … aber so stark wie in Deutschland.

Konsortium Bildungberichterstattung, Bildung in Deutschland, 2006

TV-Tipps des Tages

30.03.2012 – Ausländer, Migranten, Iran, Jesus, Gauck, Flüchtling, Türken

TV-Tipps des Tages sind: Mit Herz und Härte: Selas Kampf um seine Jungs – Hessenreporter; Die Reportage: Stiller Protest: Ali, iranischer Christ, hat sich die Lippen zugenäht. Er protestiert gegen den „Gottesstaat“ Iran; Schummeln für Jesus; Unser neuer Präsident – wie Gauck bei den Migranten ankommt; Flüchtling in Europa; Eine außergewöhnliche Familiengeschichte

VONÜmit Küçük

DATUM30. März 2012

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Mit Herz und Härte
Selas Kampf um seine Jungs – Hessenreporter – Die Plastiktüte hinter der Bank am Straßenrand ist voll mit kleinen Fläschchen Jägermeister und Whisky. Die Jungs haben sie gerade verschwinden lassen. Denn Sela ist auf Abendstreife. Der Streetworker kennt seine Pappenheimer.

Jetzt ist Zeit, sich warm zu trinken. Seit vier Jahren arbeitet Sela Gülsel als mobiler Jugendhelfer in Neu-Isenburg. Es ist die Stadt, in der er aufgewachsen ist. Sela ist Kickboxer; er war sogar Weltmeister. Mit seinem Team ist der Türke dort im Einsatz, wo Pädagogen und Polizei nicht weiter kommen. Bei der Turn-und Sportgemeinschaft haben die Streetworker ihren Stützpunkt. Sie sind Anlaufstelle für viele Kinder und Jugendliche.

Die meisten haben ernste Probleme. Yavuz und Ali werden wohl von der Schule fliegen. Eine Schlägerei hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Klaus soll ins Gefängnis. Er hat die Arbeitsstunden, die der Richter ihm auferlegt hat, einfach nicht geleistet. Klaus gehörte zu einer Bande, die die Stadt unsicher gemacht hat.

Die Reportage begleitet den Streetworker. Sela geht mit Herz und Härte vor. „Den Jugendlichen fehlen die Vorbilder“, sagt er, und „zeig mir die Familie, die noch funktioniert“. Am liebsten sieht er sich als älterer Bruder, der sagt, wo’s lang geht.

Hintergrundinformationen:
Eine Reportage von Dorothea Windolf. 11:25-11:55 • HR

Die Reportage
Stiller Protest: Ali, iranischer Christ, hat sich die Lippen zugenäht. Er protestiert gegen den „Gottesstaat“ Iran.

Mut zur Taufe – Wenn Muslime Christen werden. Noch sind es wenige Muslime, die sich in Deutschland christlich taufen lassen. Es werden jedoch immer mehr:

Schätzungsweise 500 Iraner und Afghanen treten jährlich zum christlichen Glauben über. Viele von ihnen haben schon im Heimatland den Gott der Christen kennen gelernt. Wer als Angehöriger der dortigen christlichen Minderheit geboren ist, kann seine Konfession auch durchaus leben. Anders ergeht es Muslimen, die zum Christentum konvertieren. Seit im Iran vor wenigen Jahren ein Gesetz erlassen wurde, das die Abwendung vom Propheten unter Strafe stellt, sind Konvertiten von der Todesstrafe bedroht.

Die Reportage folgt der Geschichte eines jungen muslimischen Paares, das per Visum aus dem Iran nach Deutschland reist, um sich taufen zu lassen, weil ihnen dies im Iran nicht möglich ist. Nach dem Taufgottesdienst wollen sie eigentlich in ihr Heimatland zurückfliegen, zu ihrer Familie, ihren Freunden und zu ihren guten Jobs. Doch dann werden der Ingenieur und die Informatikerin gewarnt. In der Heimat wird nach ihnen gefahndet, da ihre geheime Hauskirche aufgeflogen ist. Freunde, die dort beteten, sind bereits verhaftet worden. Eine Rückkehr in den Iran ist für das junge Paar somit ausgeschlossen.

Um in Deutschland bleiben zu können, beantragen die Eheleute Asyl. Werden sie als Flüchtlinge anerkannt oder nur als Asylbewerber geduldet? Oder droht ihnen sogar die Abschiebung, weil das Bundesamt für Migranten und Flüchtlinge ihre Glaubwürdigkeit anzweifelt?

Die NDR Reporter Tilo Knops und Kirsten Waschkau haben die beiden Iraner während ihres Asylverfahrens auf ihrem Weg in eine ungewisse Zukunft begleitet. 21:15-21:45 • NDR Mecklenburg-Vorpommern

Schummeln für Jesus
Spielfilm – Der neunjährige Nizar, ein palästinischer Junge, ist eher Einzelgänger und wird von Gleichaltrigen gemieden. Zum diesjährigen Osterfest entscheidet Nizar, dass er es mit den Dorfkindern im traditionellen Ostereierspiel aufnehmen will. Sein Ziel ist es, so viele Eier wie möglich zu gewinnen und diese dann in der Dorfkirche Jesus zu opfern. Aber das Ei von Nizar ist „Mashmaa“, ein getürktes Ei, das er entgegen den Spielregeln im Innern mit Wachs gefüllt hat. Nur er und Jesus kennen das Geheimnis. Ob sein Plan gelingt?

Hintergrundinformationen:
Firas Khoury wurde 1982 als Palästinenser in Israel geboren. Er machte seinen Abschluss an der Filmhochschule der Universität Tel Aviv. 2006 drehte er unter anderem die Kurzfilme „Hit Man“ und „Islamic“. Im Februar 2008 nahm er am Talentcampus der Berlinale für junge Regisseure teil. Im gleichen Jahr gewann er den ersten Preis beim Drehbuchwettbewerb des Internationalen Studentenfilmfestivals in Tel Aviv für sein Drehbuch zum Film „Low Profile“. „Schummeln für Jesus“ ist sein bislang neuester Film. 00:25-01:00 • arte

Cosmo TV
Das Integrationsmagazin – Moderation: Till Nassif – Themen: Unser neuer Präsident – wie Gauck bei den Migranten ankommt; Flüchtling in Europa; Eine außergewöhnliche Familiengeschichte

Unser neuer Präsident – wie Gauck bei den Migranten ankommt
Am Freitag hält der neue Bundespräsident Joachim Gauck seine Antrittsrede im Bundestag. Mit Spannung wird unter anderem erwartet, wie sich das neue Staatsoberhaupt zum Thema Integration äußert. Bei Migranten war Gaucks Vorgänger Wulff beliebt, auch weil er klar gemacht hatte, dass der Islam für ihn zu Deutschland gehört. So richtig viel wollte Gauck vor seiner Rede im Reichstag noch nicht verraten. Nur: „Gehen Sie mal davon aus, dass mir die Tendenz am Herzen liegt.“ Cosmo TV analysiert die Rede und spricht mit Migranten über den neuen Bundespräsidenten.

Flüchtling in Europa
Die Familie Akbari ist aus Afghanistan geflohen. Nach Italien. Und auch von dort sind sie geflohen, weil sie die Zustände dort nicht länger ertragen wollten. Jetzt sitzen sie in Velbert, doch eigentlich dürfen sie hier nicht sein. Denn laut Drittstaaten-Abkommen müssen Flüchtlinge in dem europäischen Land einen Asylantrag stellen, in dem sie das erste mal europäischen Boden betreten haben. Bei den Akbaris wäre das Italien. Wir reisen dort hin und finden vergammelte Baracken, tausende Flüchtlinge in selbstgebauten Slums. Verwaltungsrichter Wolfgang Bartsch sagt, das sei eine unmenschliche und erniedrigende Behandlung. Cosmo TV fragt: Dürfen Flüchtlinge in solche Bedingungen zurückgeschickt werden? Und: Welche Konsequenz zieht die Bundesregierung angesichts dieser Bilder?

Eine außergewöhnliche Familiengeschichte
Ahmet Kücüks Lebensgeschichte gibt es so wohl nur einmal in Deutschland. Er ist das Kind zweier Gastarbeiter. Klingt normal, nur seine Eltern waren offiziell kein Paar. Im Gegenteil, sie hatten jeweils andere Ehepartner in der Türkei. Ahmet Kücük war ein Kuckuckskind. Seine leiblichen Eltern konnten ihn nicht groß ziehen – gaben ihn zu deutschen Pflegeeltern. Heute ist Kücük erwachsen – seine Familienmitglieder kennen mittlerweile alle seine wahre Geschichte – und er ist akzeptiert. Seit kurzem hat Kücük selber Nachwuchs: Cosmo TV begleitet ihn zur Taufe seiner Tochter – ein großer Schritt Richtung eigenes Familienglück. 02:20-03:00 • EinsExtra

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