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Wenn ich mir die Hauptschulen in Ballungszentren anschaue, sehe ich es als zentralen bildungspolitischen Auftrag für diese Schulart, dass sie […] Schülern ein niederschwelliges Bildungsangebot macht […]. Gerade für Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Präsident der Kultusministerkonferenz Ludwig Spaenle (CSU), taz, 20. Januar 2010

TV-Tipps des Tages

24.03.2012 – Algerien, Genc, Gauck, Rassismus, Istanbul, Türkei, Balkan

TV-Tipps des Tages sind: Algerien – Die Angst ist ein Gefängnis; Mit offenen Karten – Rassismus gestern und heute; Mordkommission Istanbul – Blutsbande; In der Hitze der Nacht – Rassismus im Film – Beginn der Sommerzeit um 02:00 Uhr; Mit dem Zug durch den Balkan; Cosmo TV: Mevlüde Genc wählt den Bundespräsidenten

VONÜmit Küçük

DATUM24. März 2012

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Algerien – Die Angst ist ein Gefängnis
In Algerien ist der? arabischer Frühling? fast unbemerkt vorbeigezogen. Zu Beginn des Jahres 2011 gab es zwar Demonstrationen gegen die extrem hohe Arbeitslosigkeit, gegen die schlechten Lebensbedingungen und gegen die zu hohen Lebensmittelpreise.

Doch das Regime schlug den zum Teil blutigen Aufstand nieder und versprach Reformen. Bis heute sind sie nur zum Teil umgesetzt. Die Armut im Land ist geblieben und die Jugend hat noch immer keine Perspektive.

Viele Algerier kehren ihrem Land den Rücken: die einfache Bevölkerung aber auch die Intellektuellen.

Einer, der mit seinen Büchern versucht aufzurütteln, ist aber geblieben: Boualem Sansal. Seine Bücher werden in Algerien nur unter der Hand verkauft. Außerhalb des Landes werden jedoch seine Schriften mit viel Aufmerksamkeit gelesen. Im Herbst 2011 wurde Sansal mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt.

Sein Land sei in einer Angststarre, so beschreibt Sansal den Zustand in Algerien. Das Regime übe totale Kontrolle aus, lasse wenig Freiräume. Zudem bereichere sich die Machtelite. Reichtum aus den üppigen Erdöl und Erdgasvorkommen ginge nicht an die Bevölkerung weiter. Es gebe kein Zusammenspiel zwischen Volk und Staat. Radikalislamische Strömungen störten eine demokratische Entwicklung? auch Frauenrechte würden zunehmend beschnitten.

Sansal will weiter gegen diesen Zustand anschreiben. Er hofft, dass der Funke des arabischen Frühlings doch noch nach Algerien überspringen wird. 12:00-12:15 • PHOENIX

Mit offenen Karten
Politikmagazin – Rassismus gestern und heute – Moderation: Jean Christophe Victor

Rassismus ist eine kulturelle und politische Konstruktion, die vom Sklavenhandel über die Theorien des 18. Jahrhunderts bis hin zur Apartheid bestimmte Herrschaftsinteressen bediente. Rassistische Vorurteile sind aber auch heute noch virulent.

Bis in unsere Zeit liegt vielen Spannungen und Diskriminierungen der Irrglaube zugrunde, die Menschheit unterteile sich in höher- und minderwertigere „Rassen“.

Hintergrundinformationen:
Jede Woche liest Jean-Christophe Victor „die politischen Kräfteverhältnisse in der ganzen Welt“ aus detaillierten geografischen Karten. Sein Credo: „Die Karten zum Sprechen bringen.“ Und das beherrscht er wie kein anderer. 14:00-14:15 • arte

Mordkommission Istanbul – Blutsbande
Spielfilm – Die Leiche eines Mannes, der vor seinem Tod offenbar von einem Auto überrollt wurde, gibt Kommissar Özakin Rätsel auf. Alles deutet auf einen Unfall mit Fahrerflucht hin, doch kurz darauf wird ein tödlicher Anschlag auf einen weiteren Mann verübt und Özakin bei der Verfolgung des unerkannt entkommenden Täters leicht verletzt. Zeitungsausschnitte aus dem Jahr 2001 führen den Ermittler auf die Spur eines späten Rachefeldzuges. Schlüsselfigur ist ein exzentrischer Popstar, der sich bei der Befragung in Widersprüche verwickelt.

Der beliebte Deutsch-Türke Erol Sander ermittelt als Kommissar Özakin zum sechsten Mal in seiner Geburtsstadt Istanbul. In den weiteren Rollen des humorvollen Bosporus-Krimis sind Oscar Ortega Sánchez, Idil Üner, Deniz Kara, Navid Akhavan, Özlem Sagdic und Erhan Emre zu sehen.

In Istanbul wird der Bauunternehmer Baha Güngür (Onur Dikmen) ermordet aufgefunden. Der Mann hatte erbitterte Feinde, weil er für die Errichtung eines Einkaufzentrums die Häuser zahlreicher Anwohner abreißen ließ. Ist einer von ihnen der Mörder? Kommissar Özakin (Erol Sander) nimmt die Ermittlungen auf und muss überrascht feststellen, dass Güngürs ambitioniertes Großprojekt kürzlich gestoppt werden musste, nachdem Arbeiter beim Ausheben der Baugrube auf einen archäologischen Sensationsfund stießen. Die Ausgrabungen werden geleitet von Dr. Hilmi Soner (Deniz Kara), der offenbar mehr weiß, als er sagt. Schon bald findet Özakin heraus, dass der Archäologe mit dem ermordeten Baulöwen in dubiose Geschäfte verstrickt war. Der Kommissar würde Dr. Soner dazu gerne befragen, doch dieser wird nach einem Unfall schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert und dort von einem Unbekannten ermordet. Die schwierigen Ermittlungen scheinen im Sande zu verlaufen, erst ein Foto aus alten Armeezeiten führt Özakin auf eine heiße Spur. Das Bild zeigt Güngör und Soner zusammen mit einem dritten Mann, dem exzentrischen Popstar Tolga Turan (Navid Akhavan). Die drei Freunde absolvierten gemeinsam ihren Militärdienst, den sie am selben Tag quittierten. Seither teilten sie ein tödliches Geheimnis.

Zum sechsten Mal schlüpft Publikumsliebling Erol Sander in die Rolle des sympathischen Bosporus-Kommissars. Diesmal muss er nicht nur einen schwierigen Fall lösen, sondern auch noch einen deutschen Referendar ertragen, den seine Frau Sevim zu Hause einquartiert. Neben Idil Üner als Özakins Frau ist erneut Oscar Ortega Sánchez zu sehen, der als mutterfixierter Assistent weitere Erfahrungen in der Liebe sammelt. Zur glänzenden Besetzung des spannenden Krimis zählen außerdem Deniz Kara, Navid Akhavan sowie Özlem Sagdic und Erhan Emre als eiskalte Racheengel. Unterhaltungsspezialist Michael Kreindl verfilmte das Drehbuch von Mathias Klaschka nach Figuren der Krimiautorin Hülya Özkan. Gedreht wurde im faszinierend schönen Istanbul. 20:15-21:45 • Das Erste (ARD)

In der Hitze der Nacht
Spielfilm – Rassismus im Film – Beginn der Sommerzeit um 02:00 Uhr

In einer Kleinstadt im US-amerikanischen Süden wird ein Industrieller ermordet aufgefunden. Die Polizei nimmt einen Afroamerikaner fest, der sich jedoch als Kollege aus Philadelphia entpuppt.

Bei seiner nächtlichen Streife durch die kleine Stadt Sparta im US-Bundesstaat Mississippi findet der Polizist Sam Wood den Industriellen Philip Colbert ermordet auf. Bill Gillespie, Spartas neuer Polizeichef, gibt daraufhin Anweisung, verdächtige Personen sofort festzunehmen. Gegen Morgen erscheint Wood mit Virgil Tibbs auf der Polizeistation. Er hat den gut gekleideten Afroamerikaner auf dem Bahnhof aufgegriffen. Tibbs gibt an, er habe seine Mutter besucht und wieder abreisen wollen, im Übrigen sei er Polizeibeamter in Philadelphia. Als sich seine Angaben bestätigen, muss man Tibbs wieder freilassen. Der erfahrene Kriminalist ist Spezialist für die Aufklärung von Gewaltverbrechen, also jemand, wie ihn Gillespie, der noch nie in einem Mordfall ermittelt hat, dringend benötigt. Dieser hält jedoch – wie viele der Weißen in Sparta – Schwarze für Menschen zweiter Klasse und kann sich nicht dazu überwinden, Tibbs um Hilfe zu bitten. Doch Leslie Colbert, die junge Witwe des Ermordeten, besteht darauf, dass Tibbs in die Ermittlungen eingeschaltet wird. So beginnt das ungleiche Team mit den Ermittlungen, in deren Verlauf beide Männer lernen müssen, ihre Vorurteile zu hinterfragen.

Hintergrundinformationen:
Norman Jewisons einflussreicher Klassiker erregte seinerzeit großes Aufsehen und wurde mit fünf Oscars ausgezeichnet, unter anderem als bester Film und für den besten Hauptdarsteller (Rod Steiger). Regisseur Jewison schuf nicht nur einen exzellenten Kriminalfilm, sondern auch die atmosphärisch dichte und genaue Milieubeschreibung eines verschlafenen Südstaatennestes in den 1950er-Jahren. Dabei zeigt er an exemplarischen Charakteren die Strukturen rassistischer Vorurteile auf. Zugleich wurde der Film zum Modell unzähliger „Buddy“-Movies, in denen zwei ungleiche Partner lernen müssen, ihre Vorurteile zu überwinden. Der Schauspieler Sidney Poitier, der bereits 1964 für seine Rolle in „Lilien auf dem Felde“ als erster Afroamerikaner einen Oscar als bester Hauptdarsteller erhalten hatte, wurde mit „In der Hitze der Nacht“ zum Superstar des US-amerikanischen Kinos. Zu seinem Selbstverständnis als Schauspieler sagte er: „Ich bin zuerst und vor allem Amerikaner. Dann bin ich Schauspieler. Und wenn man es erwähnen will, bin ich auch noch Schwarzer.“ 20:15-22:00 • BR

Mit dem Zug durch den Balkan
Luxus wie im legendären „Orient-Express“: Das Filmteam reist 2.500 Kilometer auf teils historischen Bahnlinien mit dem Sonderzug von Deutschland nach Istanbul.

Vor 125 Jahren fuhr erstmals ein Luxuszug von Paris nach Istanbul. Das rollende Hotel mit Salon-, Speise- und Schlafwagen trug den Namen „Orient-Express“. Heute fährt stattdessen ein Sonderzug von Deutschland auf teils historischen Bahnlinien in die Metropole am Bosporus. Es ist eine Reise der ganz besonderen Art, denn die gesamte Strecke von 2.500 Kilometern zum alten Istanbuler Bahnhof Sirkeci wird mit Dampfloks zurückgelegt.

Die Fahrt dauert insgesamt sieben Tage und führt durch sechs Länder: über Wien (Österreich) und Budapest (Ungarn) geht es nach Rumänien. Weitere Stationen folgen in Bulgarien: Veliko Tarnovo, die einstige Hauptstadt des Landes, und Plovdiv, eine der ältesten Städte Europas. Der letzte Streckenabschnitt führt durch den gesamten europäischen Teil der Türkei. Bereits von hier aus legt sich bis zum Zielort Istanbul orientalisches Flair über die Reise. 00:25-01:10 NDR Mecklenburg-Vorpommern

Cosmo TV
Das Integrationsmagazin – Moderation: Till Nassif

Mevlüde Genc wählt den Bundespräsidenten: In der Vitrine ihres Wohnzimmers haben schon zwei Präsidenten einen Ehrenplatz: Johannes Rau und der türkische Präsident Abdullah Gül. Sie hat noch ein Bild von einem Präsidenten, das bleibt aber in der Schublade, meint Mevlüde Genc.

Feuertod von Oury Jalloh – Ein Prozess voller Wendungen: Eigentlich wollte das Gericht den Fall zu den Akten legen. Zu langwierig, zu teuer, zu mühsam. Doch Staatsanwaltschaft und Nebenklage lassen nicht locker.

Abgeschoben – und dann? Nermina ging in Ahaus zur Schule, war vielleicht nicht die beste Schülerin – das ist kein Grund für eine Abschiebung.

Dass ihr Vater den vorgegebenen Umkreis ohne Erlaubnis verlässt und mit ungültigem Führerschein fährt – reicht der Ausländerbehörde in Borken aber aus, um gleich die ganze Familie abzuschieben und damit auch Nermina. 07:30-08:00 • SWR BW

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