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Migration und Integration in Deutschland

Es wird selbstverständlich sein, dass jemand Mehmet heißt und nicht Hans – wir halten das aus.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Deutsche Presse-Agentur (18.01.2013)

TV-Tipps des Tages

17.03.2012 – Migranten, NPD, NSU, Rechtsextremismus, Israel, Neonazi

TV-Tipps des Tages sind: Cosmo TV extra: Zum Rechtsextremismus in Deutschland. Cosmo TV extra zum Rechtsextremismus in Deutschland; Acht Türken, ein Grieche und eine Polizistin: Die Opfer der Rechtsterroristen – aus der Reihe „die story“; Israels viertes Meer: Seit biblischen Zeiten ist der See Genezareth bekannt; Kebab Connection

VONÜmit Küçük

DATUM17. März 2012

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Cosmo TV extra
Zum Rechtsextremismus in Deutschland. Cosmo TV extra zum Rechtsextremismus in Deutschland

Kommt jetzt ein Verbot der NPD?
KÖLN. Seit dem Aufdecken der NSU im letzten Jahr kocht die Debatte um ein Verbot der NPD wieder hoch. Schon bald wollen die Innenminister entscheiden, ob sie einen neuen Verbotsantrag starten. Doch wie aussichtsreich ist ein solches Verbot? Sind die Erkenntnisse der Ermittler über die Verstrickungen zwischen NSU und NPD Grundlage für eine neue Bewertung der Partei? Cosmo TV schaut genauer hin und zeigt Chancen und Risiken eines möglichen neuen Verbotsverfahrens.

Wie Rechte um die Jugend werben
AACHEN. Gitarren und rechte Parolen: Musik mit rassistischen und Gewalt verherrlichenden Inhalten – für viele ist das der erste Kontakt zur rechten Szene. Der Journalist Thomas Kuban war jahrelang mit verdeckter Kamera in der deutschen Nazi-Musikszene unterwegs, er spricht von der „Einstiegsdroge“ Musik. Auch der Fußball ist attraktiv für die rechte Szene. Unter dem Deckmantel Fußballleidenschaft finden sich immer wieder rechte Gruppierungen – im Stadion entsteht so der Kontakt zu jungen Menschen. Cosmo TV untersucht die Szene und erklärt, wie die rechte Rekrutierung funktioniert.

Eine Schule gegen Rechts
PULHEIM. „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ – immer mehr Schulen schließen sich diesem Netzwerk an. Das Konzept: Mut zeigen gegen Rechts – und das wird am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Pulheim schon seit Jahren praktiziert. Diesmal heißt es konkret für die Kinder: Aufkleber der Rechten abknibbeln. Und sie lernen eine Zeitzeugin kennen, die die Naziherrschaft in Deutschland überlebt hat. Cosmo TV begleitet die Schüler auf ihrer Säuberungstour durch die Stadt – und zeigt, wie junge couragierte Menschen ein Zeichen gegen Rechts setzen. 09:00-09:30 • WDR

Acht Türken, ein Grieche und eine Polizistin
Die Opfer der Rechtsterroristen – aus der Reihe „die story“

Die Nachrichten über die Morde der rechtsterroristischen Terrorzelle schockieren die Menschen. Die Täter machen Schlagzeilen. Die Ermittlungsbehörden stehen am Pranger, dem Verfassungsschutz wird Versagen vorgeworfen. Die Bundeskanzlerin nennt die ausländerfeindlichen Taten eine „Schande für Deutschland“. Die Dokumentation fahndet nicht nach den Tätern, deckt nicht auf, was Behörden falsch gemacht haben. Sie fragt: Wer waren die Opfer? Was wissen wir über sie? Wie lebten sie unter uns?

Der Film gibt den Opfern einen Namen, ein Gesicht, eine Geschichte. Und erzählt von den Angehörigen. Wie die mörderische Tat ihr Leben veränderte, wie die lange, ergebnislose Ermittlung sie deprimierte und was sie in diesen Tagen durchmachen. 10:03-10:55 • EinsExtra

Israels viertes Meer
Seit biblischen Zeiten ist der See Genezareth bekannt. Schließlich wandelte schon Jesus über den See. Das Kamerateam begibt sich auf eine Reise um den See herum, um den Zuschauern Land und Leute in einer der schönsten Regionen des Heiligen Landes vorzustellen.

Richard C. Schneider besucht das Benediktinerkloster Tabgha, eine christliche Pilgerstätte, die unmittelbar mit dem Wirken Jesu in Verbindung gebracht wird. Die Klosterkirche heißt „Brotvermehrungskirche“, da sie als Ort der „Speisung der Fünftausend“ gilt. In Tabgha leben seit 1939 Benediktinermönche. Mönche und deutsche Volontäre arbeiten gemeinsam in der Jugend- und Behindertenbegegnungsstätte Beit Noah, einem Teil des Komplexes aus Brotvermehrungskirche und Kloster.

Die nächste Station ist Tiberias, eine Stadt am See, die von Herodes Antipas im Jahre 17 n. Chr. errichtet wurde. Nach der Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 n. Chr. wurde die Stadt bald das geistige und religiöse Zentrum der Juden. Im Jahr 637 haben muslimische Araber sie erobert, dennoch wurde sie weiterhin von Juden bewohnt. 1099 eroberten die Kreuzritter die Stadt, die sie, nach der Befestigung durch eine Stadtmauer, als Stützpunkt nutzten. Tiberias bildete das Zentrum des Fürstentums Galiläa innerhalb des Königreichs Jerusalem.

Auch ein Fischer wird im Film vorgestellt, der darüber klagt, dass es kaum noch Fische im See Genezareth gibt. 16:00-16:30 • Das Erste (ARD)

Kebab Connection
Spielfilm – Ibo, kreativ-chaotischer Hamburger Türke, wird mit einem Werbespot für die Dönerbude seines Onkels wird er zum Star des Viertels, sein euphorischer Höhenflug aber wird abrupt gestoppt: Titzi, Ibos hübsche Freundin, ist schwanger.

Seine Götter heißen Bruce Lee und Jet Li, sein Traumziel ist der Regiestuhl. Willkommen in der Welt von Ibo, 21, dem coolen türkischen Hip-Hop-Jünger aus dem Hamburger Schanzenviertel. Sein erstes ambitioniertes Projekt ist ein harter, aber auch kraftvoll eleganter Werbespot für die Dönerbude seines Onkels. Auch wenn dieser keine Gnade für Ibos jungenhafte Flausen hat, wird der Spot zu einem Erfolg. Schon träumt Ibo vom großen Durchbruch und hofft auf die ungeteilte Freude seiner Freundin Patrizia alias Titzi. Die junge Anwärterin auf die Schauspielschule ist aber mit ihren Gedanken weit weg von Ibos Superstarträumen: Sie steht kurz vor ihrer Aufnahmeprüfung und erwartet ein Kind von Ibo.

Dieser ist in seiner postpubertären Hilflosigkeit vollkommen überfordert mit dieser Verantwortung. Ehe Titzi dazu kommt, ihre Bedenken zu formulieren, verdirbt es sich Ibo so sehr mit ihr, dass sie ihn vor die Tür setzt. Als ob das nicht genügte, fliegt Ibo auch noch hochkant aus seinem geliebten Elternhaus raus – sein strenger Vater Mehmet konnte zwar gerade noch akzeptieren, dass sein Sohn eine nicht türkische Freundin hat – aber dass seine Enkelkinder „Opi“ statt „Baba“ zu ihm sagen würden, kommt für ihn nicht in frage.

Mit Hilfe seiner Sandkastenkumpel, des Griechen Lefty und des Albaners Valid, setzt Ibo derweil alles daran, Titzi für sich zurückzugewinnen. Aus Liebe macht er vor nichts Halt – er wechselt die Babywindeln, die der Sprössling von Valids neuer Freundin vollgekackt hat, er nimmt Unterricht in Geburtsvorbereitung und Umgang mit den Presswehen. Als all die Versöhnungsangebote nicht fruchten, wendet sich Ibo trotzig ab und läßt sich vom Erzfeind des Vaters, dem missmutigen Griechen Kirianis vom Restaurant gegenüber, engagieren – der Sympathiekrieg hat begonnen …

Hintergrundinformationen:
„Kebab Connection“ thematisiert mit charmantem Witz das Thema Subkultur. Regisseur Anno Saul gelingt eine höchst amüsante Erzählung über den Zusammenprall türkischer, griechischer und deutscher Kultur. Er vereint Witz und Romantisches zu einer Komödie, die sämtlichen Milieus mit Respekt begegnet, ohne sich in der Komödie auch nur im Geringsten zurückzunehmen. Anno Saul, der 1999 mit „Grüne Wüste“ eindrucksvoll sein Kinodebüt feierte, erzählt über den Dreh im multikulturellen Milieu: „Wenn alle am Set anfingen, auf Türkisch zu diskutieren, gab es durchaus absurde Situationen, da ich kein Türkisch kann. Besonders beeindruckend ist die Leistung von Güven Kiraç (Mehmet), der kein Wort Deutsch konnte und die Rolle trotzdem gelernt hat“. Nach „Kebab Connection“ drehte Saul „Wo ist Fred!?“ mit Til Schweiger in der Hauptrolle und zuletzt, 2010, den Fernsehfilm „Eiserne Hochzeit“.

Denis Moschitto, der als Sohn eines Italieners und einer Türkin im multikulturellen Köln aufgewachsen ist, wurde bekannt durch prägnante Rollen in Filmen wie Marco Petrys „Schule“ (2000), den Benjamin Quabeck Filmen „Nichts bereuen“ (2001), „Verschwende Deine Jugend“ (2003) und „Süperseks“ (2004) unter der Regie von Torsten Wacker. Über Parallelen zwischen der Figur Ibo und seiner eigenen Biografie sagt er: „Die Charaktere sind etwas überzeichnet, aber trotzdem Figuren, die ich so oder so ähnlich kenne, vor allem durch die Familie meiner Mutter.“ Nach der Hauptrolle in „Kebab Connection“ war er in zahlreichen Nebenrollen zu sehen, so in Til Schweigers und Torsten Künstlers „Zweiohrküken“ (2009) und Yasemin Samderelis „Almanya – Willkommen in Deutschland“ (2010). 2011 spielte er in „Rubbeldiekatz“ gemeinsam mit Matthias Schweighöfer und Alexandra Maria Lara.

Mit Nora Tschirner alias Titzi war die perfekte Filmpartnerin gefunden. Die Berlinerin machte in Gregor Schnitzlers Verfilmung „Soloalbum“ auf sich aufmerksam, es folgten Rollen in Filme wie Ute Wielands „FC-Venus – Frauen am Ball“ (2006) an der Seite von Christian Ulmen und Til Schweigers „Keinohrhasen“ (2007) und „Zweiohrküken“ (2009). 2010 sah man sie in der Komödie „Bon Appetit“ unter der Regie von David Pinillos auf der Kinoleinwand. Im folgenden Jahr spielte sie unter anderem in Wolfgang Gross‘ „Vorstadtkrokodile 3“. 00:05-01:35 • arte

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