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Sigmar Gabriel (SPD-Chef), dpa, 7. Oktober 2010

TV-Tipps des Tages

26.01.2012 – Juden, Islam, Muslime, Hitler, NS Zeit, Ausländer, Iran, Israel

TV-Tipps des Tages sind: Kleider und Leute: Israel – ein Land der Gegensätze, auch was Kleidung betrifft; Sieben Stätten der muslimischen Welt; Hitlers Polizei: Der Film zeigt eindrucksvoll, wie weitgehend die deutsche Polizei während der NS Zeit in verbrecherische Machenschaften verstrickt war; Kick in Iran

VONÜmit Küçük

DATUM26. Januar 2012

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Kleider und Leute
Israel – ein Land der Gegensätze, auch was Kleidung betrifft. Die Kleidung der orthodoxen Juden, allgegenwärtige kakifarbenen Uniformen der Soldaten und die in bunte Gewänder gekleideten Hippies bestimmen das Bild auf den Strassen der Städte.

Die Kleidung der orthodoxen Juden in Israel ist stark von religiöser Symbolik geprägt. Ihre Träger sind teilweise fanatische Antizionisten und stehen im starken Widerspruch zur israelischen Wirklichkeit. Aus religiös-fundamentalistischen Gründen lehnen sie den zionistischen Staat kategorisch ab, da dieser allein vom Messias am Jüngsten Tag ausgerufen werden darf.

Israelische Soldaten tragen unter den allgegenwärtigen kakifarbenen Uniformen T-Shirts, auf denen steht, dass ihre „Zahal“ genannten Streitkräfte keine Angriffsarmee bildet. Auch die Kibbuzniks, die seit den Pionierzeiten gegenseitige Hilfe und soziale Gerechtigkeit auf ihre Fahnen geschrieben haben, tragen eine – allerdings eher minimalistisch gestaltete – Uniform.

Überraschenderweise sieht man nirgends so viele in die typischen aus Indien stammenden bunten Gewänder gekleidete Hippies wie auf den Straßen israelischer Städte. Dagegen müssen gläubige Frauen – ob jüdische oder muslimische – bei ihrer Kleidung ständig komplizierten religiösen Vorschriften Rechnung tragen. So sind Hosen für sie häufig tabu, und die Haare müssen verborgen werden, mit Tuch oder Perücke.

Und die Siedler in den besetzten Gebieten mischen in ihrer Kleidung zahlreiche Elemente: die der Militärs, der Gläubigen und der Hippies. 12:20-12:50 • arte

Sieben Stätten der muslimischen Welt
Dokumentation – Die Reise in die Welt des Islams porträtiert sechs junge Menschen, die ihre große Pilgerfahrt nach Mekka vorbereiten. Sie begleitet diese bei ihren Vorbereitungen, beim Abschied von der Familie und der Reise nach Saudi-Arabien.

Geschichte und Botschaft des Islams anhand der Pilgerfahrt von sechs jungen Menschen nach Mekka: Die Dokumentation gewährt Einblick in ihren Alltag und ihre Glaubenspraxis. Die Protagonisten der Reise leben an Orten, deren Moscheen zu den schönsten und geschichtsträchtigsten der Welt gehören. Die Erzählung beginnt bei der Vorbereitung der einmaligen Reise im Leben eines Muslims, verfolgt den Abschied von der Familie und die Reise nach Saudi-Arabien zum Geburtsort des Propheten Mohammed.

Während der ersten Jahrzehnte nach Mohammeds Tod breitete sich der Islam sehr rasch aus. In den folgenden Jahrhunderten schlug sich seine Geschichte in den Meisterwerken der islamischen Architektur nieder. Von Spanien bis in den Iran, von der Türkei bis nach Mali entstanden eindrucksvolle Kultstätten, die zu zentralen Anziehungspunkten der islamischen Welt geworden sind.

Die al-Haram-Moschee in Mekka ist die größte Moschee der Welt. In ihrem Innenhof befindet sich die Kaaba, das wichtigste Heiligtum der Stätte. Sie legt für Muslime an jedem Ort der Welt die Gebetsrichtung fest. Und sie ist das Ziel der sechs Pilger dieser Dokumentation.

Die al-Aqsa-Moschee in Jerusalem steht neben dem berühmten Felsendom und ist von überall aus im Stadtbild sichtbar. Die Alhambra im spanischen Granada wurde von muslimischen Architekten entworfen und im 13. Jahrhundert von dem Nasridenherrscher Al-Ahmar erbaut. Die Sultan-Ahmed-Moschee in Istanbul, auch Blaue Moschee genannt, ist repräsentativ für die byzantinische Kirchenarchitektur des 17. Jahrhunderts und Ausdruck des Glanzes des Osmanischen Reiches. Die Große Moschee von Djenné in Mali ist das größte sakrale Lehmgebäude der Welt. Die Imam-Moschee im iranischen Isfahan ist eine prächtig geschmückte Anlage, die im 16. und 17. Jahrhundert zum Ruhme des persischen Reiches erbaut wurde. Die Badshahi-Moschee im pakistanischen Lahore wurde 1673 erbaut und stellt eines der bedeutendsten Werke der indo-islamischen Sakralarchitektur der Mogulzeit dar. 16:30-17:30 • arte

Hitlers Polizei
Die Polizei war während des Zweiten Weltkrieges eine wesentliche Stütze des NS-Systems. In ihrem Film zeigen die Autoren eindrucksvoll, wie weitgehend die deutsche Polizei während der NS-Zeit in verbrecherische Machenschaften verstrickt war.

Mit Kriegsbeginn 1939 zogen viele Polizisten nach Osten. Sie sollten in den eroberten Gebieten für „deutsche Ordnung“ sorgen – und spielten eine verhängnisvolle Rolle im Vernichtungskrieg. Deutsche Polizisten exekutierten in ganz Europa die tödliche Weltanschauung der Nazis.

Ohne das effektive Fachwissen von geschulten Polizeikräften wäre auch das ideologische Hauptziel des Nationalsozialismus, die Vernichtung der europäischen Juden, in diesem Ausmaß nicht erreichbar gewesen. Die Radikalisierung der Gesellschaft nach innen und außen in den letzten Kriegsjahren wird von den Polizeikräften entscheidend mitgetragen – bis zum Ende.

So schnell die Polizei den Übergang von der Demokratie der Weimarer Republik zum verbrecherischen NS-Staat vollzog, schaffte die Polizei auch den Übergang nach dem verlorenen Krieg in die neue Zeit. Nur wenige Polizeibeamte mussten sich für ihre Taten verantworten. Diese Tatsache nährte den Nachkriegs-Mythos von der „sauberen Polizei“. Oft hieß es, lediglich die Geheime Staatspolizei, die Gestapo, habe Verbrechen begangen.

Die Dokumentation verfolgt dabei anhand ausgewählter Biographien die Spuren des Terrors „ganz normaler Männer“, führt zu den historischen Schauplätzen im In- und Ausland und lässt Überlebende sowie ausgewiesene Experten zu Wort kommen. 22:45-00:10 • RBB Berlin

Kick in Iran
Dokumentarfilm – Sara Khoshjamal hat geschafft, was bisher noch keiner anderen Frau vor ihr gelungen ist. Die 20-Jährige ist die erste Sportlerin aus dem Iran, die sich jemals in der Geschichte des iranischen Frauensports für die Olympischen Spiele qualifizieren konnte. Ihre Disziplin ist Taekwondo. Ein großer persönlicher Erfolg für die junge Muslima und ihre Trainerin Maryam Azarmehr. Aber auch ein wichtiger Schritt für alle Frauen, die im Iran für Gleichberechtigung und mehr Freiheit kämpfen.

KICK IN IRAN begleitet Sara und ihre Trainerin über einen Zeitraum von neun Monaten auf ihrem steinigen Weg zur Olympiade in Peking.

Im Mittelpunkt steht dabei der unerschütterliche Glaube der jungen Frau an sich selbst; der Wunsch „es zu schaffen“, trotz erschwerender religiöser Bekleidungsvorschriften und dem Druck der iranischen Gesellschaft, die von Frauen in ihrem Alter eher die Suche nach einem geeigneten Ehemann als eine Sportlerkarriere erwartet. Sara steht exemplarisch für den beharrlichen Kampf einer jungen Generation um Selbstbestimmung und den Wunsch nach dauerhafter Veränderung.

Regisseurin Fatima Abdollahyan hat für ihr Langfilmdebüt KICK IN IRAN, das gleichzeitig auch ihr Abschlussfilm an der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München ist, den Gerd Ruge Preis der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen erhalten. Der Film wurde von brave new work film productions, Hamburg, in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk und dem Westdeutschen Rundfunk produziert. Gefördert hat der FilmFernsehFonds Bayern und die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein. 23:15-00:35 • WDR

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