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Migration und Integration in Deutschland

Wir haben unsere Behörden über Jahrzehnte in eine Abschottungskultur hineinentwickelt. Man hat gesagt: Haltet uns die Leute vom Hals, die wollen alle nur in unsere Sozialsysteme einwandern. Jetzt müssen wir deutlich machen, dass wir Fachkräfte brauchen, dass wir um sie werben müssen.

Peter Clever, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, April 2013

TV-Tipps des Tages

22.01.2012 – Integration, Israel, Arzu, Ehrenmord, Kurden, Türkei, Religion

TV-Tipps des Tages sind: Campus DOKU: Baustelle Integration? Der Weg zum Wir-Gefühl; Kleider und Leute: Israel – ein Land der Gegensätze, auch was Kleidung betrifft; Cosmo TV: Der Fall Arzu War es ein Ehrenmord? Die allerbeste Sebastian Winkler Show; Kurdistan – Was wir brauchen, ist Glück; Der ultimative Religions-Check

VONÜmit Küçük

DATUM22. Januar 2012

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Campus DOKU
Baustelle Integration? Der Weg zum Wir-Gefühl. 09:45-10:15 • BR

Kleider und Leute
Israel – ein Land der Gegensätze, auch was Kleidung betrifft. Die Kleidung der orthodoxen Juden, allgegenwärtige kakifarbenen Uniformen der Soldaten und die in bunte Gewänder gekleideten Hippies bestimmen das Bild auf den Strassen der Städte.

Die Kleidung der orthodoxen Juden in Israel ist stark von religiöser Symbolik geprägt. Ihre Träger sind teilweise fanatische Antizionisten und stehen im starken Widerspruch zur israelischen Wirklichkeit. Aus religiös-fundamentalistischen Gründen lehnen sie den zionistischen Staat kategorisch ab, da dieser allein vom Messias am Jüngsten Tag ausgerufen werden darf.

Israelische Soldaten tragen unter den allgegenwärtigen kakifarbenen Uniformen T-Shirts, auf denen steht, dass ihre „Zahal“ genannten Streitkräfte keine Angriffsarmee bildet. Auch die Kibbuzniks, die seit den Pionierzeiten gegenseitige Hilfe und soziale Gerechtigkeit auf ihre Fahnen geschrieben haben, tragen eine – allerdings eher minimalistisch gestaltete – Uniform.

Überraschenderweise sieht man nirgends so viele in die typischen aus Indien stammenden bunten Gewänder gekleidete Hippies wie auf den Straßen israelischer Städte. Dagegen müssen gläubige Frauen – ob jüdische oder muslimische – bei ihrer Kleidung ständig komplizierten religiösen Vorschriften Rechnung tragen. So sind Hosen für sie häufig tabu, und die Haare müssen verborgen werden, mit Tuch oder Perücke.

Und die Siedler in den besetzten Gebieten mischen in ihrer Kleidung zahlreiche Elemente: die der Militärs, der Gläubigen und der Hippies. 11:20-11:45 • arte

Cosmo TV
Der Fall Arzu
BIELEFELD. Elf Wochen zwischen Bangen und Hoffen, jetzt gibt es Gewissheit: Die Ende 2011 verschleppte Kurdin Arzu aus Detmold ist tot. Am Wochenende wurde ihre Leiche gefunden. Damit wächst der Druck auf ihre fünf Geschwister, die in Untersuchungshaft sitzen. War es ein Ehrenmord? Fest steht: Die Familie war nicht einverstanden mit Arzus deutschem Freund. Doch Arzu wollte ihre Beziehung nicht beenden. Cosmo TV zeigt Arzus Geschichte und fragt nach den Hintergründen der Tat.

Schulfrust – auch in NRW?
DUISBURG. Immer wieder gibt es Schlagzeilen über Konflikte im Klassenzimmer. Die jüngsten stammen von der Berliner Abiturientin Viviane Cismak. In ihrem Buch „Schulfrust“ berichtet sie über die angebliche Frauenfeindlichkeit und Diskriminierung von Deutschen an ihrer Kreuzberger Schule. Cosmo TV geht an Schulen und fragt nach: Wie sieht die Situation in NRW aus? Werden deutsche Minderheiten ausgegrenzt? Und gibt es so etwas wie „Schulfrust“ bei uns?

Der kleine Abel
KÖLN. Dass der kleine Abel heute lebt, grenzt an ein Wunder, denn Abel kam vier Monate zu früh auf die Welt. Er hatte kaum Überlebenschancen. Seine leibliche Mutter war Roma, auf der Durchreise in Köln, sie gab ihn zur Adoption frei. So wurde Antonia Manteras zu Abels Mutter. Die Nachbarn fragten damals ungläubig: „Hast Du nicht Angst, dass er Dich beklaut, wenn er groß ist?“ Aber Antonia Manteras sah kein Problem in seiner Herkunft. Sie liebt Abel und versucht ihm das entsprechende Selbstbewusstsein mitzugeben. Heute geht der Achtjährige auf eine internationale Schule, spricht drei Sprachen und spielt Geige. Cosmo TV über das ungewöhnliche Leben des kleinen Abel. 16:00-16:30 • WDR

Die allerbeste Sebastian Winkler Show
Gast: Ebow – Türkische Hochzeit in der Studiogarage – „Meine Musik ist wie Hip Hop auf einer türkischen Hochzeit“, so beschreibt Ebow selbst ihren Musikstil. Wie sich das genau anhört, zeigt ihr Besuch in Sebastian Winklers Studiogarage.

Ebow gehört zu der jungen Generation im deutschen HipHop, die gerade dabei ist, das Genre neu zu erfinden. Ebow ist Münchnerin mit türkischen Wurzeln. Ihre Musik ist im besten Sinne orientalisch-deutsch, Ebow verbindet Popavantgarde mit einer guten Portion Tausendundeine Nacht.

Als Vorzeigemigrantin, Multikulti-Rapperin oder Sprachrohr einer Generation will sie aber nicht verstanden werden. Fragen über Integration kann sie nicht mehr hören – zum Glück fallen Sebastian Winkler auch viele andere ein! Ebow ist nämlich nicht nur Musikerin, sondern auch Architekturstudentin, Kaffeesatz-Leserin und leidenschaftliche Hausschuhträgerin. Warum Hausschuhe die beste Art der Fußbekleidung sind, verrät sie in der Show. Tanzen kann man darin jedenfalls gut, das beweist Ebow spätestens bei der Perfomance zu ihrer aktuellen Single ‚Oriental Dollar‘. Und damit ist dann wirklich türkische Hochzeit angesagt. Mindestens. 17:00-17:30 • BR-alpha

Kurdistan – Was wir brauchen, ist Glück
Dokumentarfilm – Autonome Region Kurdistan – Irak – Dokumentarfilm Frankreich 2010

Die beiden Protagonistinnen des Dokumentarfilms stammen aus Russland und dem Baltikum und sind ihren Männern aus Liebe in das autonome Gebiet Kurdistan im Irak gefolgt.

Obwohl sie mit Kurden beziehungsweise Irakern verheiratet sind, werden sie verfolgt und vertrieben. Der Film schildert unter anderem die Rückkehr einer von ihnen in eine äußerst unwirtliche und von großer Armut geprägte Region, die vom gesamten Dorf enthusiastisch gefeiert wird.

Meisterregisseur Alexander Sokurow – mehrfach international vor allem für seinen Film „Russian Ark“ (2002) ausgezeichnet – sagt selbst über eine seiner Protagonistinnen: „Ich hatte noch nie eine Frau mit einem so dramatischen und wirren Schicksal gesehen. Eine Frau, deren unermüdliche, wissbegierige und durchdringende Seele das Glück in dem ihr gegebenen Leben nicht finden konnte.“ 02:55-03:45 • arte

Der ultimative Religions-Check
Treffen sich ein Rabbi, eine Nonne und ein Imam … – „Horizonte“ – Moderation: Meinhard Schmidt-Degenhard

„Treffen sich ein Rabbi, ein Iman und eine Nonne …“ so könnte ein guter Witz beginnen. Tatsache ist, dass die drei an diesem Nachmittag im „Horizonte“-Studio zu einem hintersinnigen Wettstreit aufeinandertreffen.

Es geht um die Alltagstauglichkeit der Religionen. Eigentlich haben das Judentum, das Christentum und der Islam, die sich alle drei auf den gemeinsamen Stammvater Abraham beziehen, das gleiche Ziel: das Leben auf dieser Welt zu regeln, ihm einen Sinn zu geben und die Seele ins Jenseits zu retten. Dabei sind sie auch noch ganz schön in die Jahre gekommen. Selbst die Jüngste unter ihnen, der Islam, ist schon knapp 1.400 Jahre alt.

Wie aktuell und alltagstauglich sind die drei monotheistischen Religionen heute noch? „Horizonte“ will es wissen und hat einen Rabbiner, eine katholische Nonne und einen muslimischen Imam ins Studio geladen. Auf spielerische und unorthodoxe Weise sind sie gefordert, Antworten auf die Fragen zu geben, die Menschen heute beschäftigen. Es geht um Essensvorschriften, um Alkohol und Sex, um Gottesbilder, Paradiesvorstellungen und um die Frage, wie gleich und zugleich unterschiedlich die drei Religionen sind.

Rede und Antwort stehen im Studio der jüdische Rabbiner Andrew Steiman, die katholische Nonne Jordana Schmidt und der islamische Imam Mustafa Cimsit. Zusätzlich hat Meinhard Schmidt-Degenhard ein „Expertenteam“ an seiner Seite, das kritisch nachfragt und kommentiert: die Kabarettisten Sinasi Dikmen und Robert Treutel (alias Bodo Bach) sowie die „Hessenschau“-Moderatorin Constanze Angermann. 07:45-08:30 • HR

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