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Warum werden sie hineingelassen? Um die Bürger des Staates von harter und unangenehmer Arbeit zu befreien?

Michael Walzer, Sphären der Gerechtigkeit, 2006

TV-Tipps des Tages

21.01.2012 – Ausländer, Muslime, Europa, Religion, Imam, Hitler, Integration

TV-Tipps des Tages sind: Cosmo TV: Das Integrationsmagazin mit Till Nassif – Themen u.a.: Der Fall Arid Uka; Muslimischer Religionsunterricht; Ein Kölner sagt Danke; Gesichter Europas; Der ultimative Religions-Check; Hitler vor Gericht

VONÜmit Küçük

DATUM21. Januar 2012

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Cosmo TV
Das Integrationsmagazin mit Till Nassif – Themen u.a.: Der Fall Arid Uka; Muslimischer Religionsunterricht; Ein Kölner sagt Danke

Der Fall Arid Uka
FRANKFURT AM MAIN. Im März 2011 tötete Arid Uka auf dem Frankfurter Flughafen zwei US-Soldaten und verletzte zwei weitere dabei schwer. Am 19. Januar wird nun das Urteil vom Frankfurter Oberlandesgericht erwartet. Die Tat gilt als der erste vollzogene islamistische Anschlag in Deutschland. Die Staatsanwaltschaft sieht in Arid Uka allerdings keinen organisierten Islamisten, sondern einen Einzeltäter, verblendet von islamistischer Propaganda. Eine Verharmlosung? Tatsächlich scheint Arid Uka auch unter bekannten Islamisten gut vernetzt gewesen zu sein. Cosmo TV blickt noch einmal genau auf diesen Fall und geht der Frage nach: Hätte man die Tat nicht verhindern können?

Muslimischer Religionsunterricht
KÖLN. Seit den 1970er Jahren wird in NRW über die Einführung des Islamischen Religionsunterrichts diskutiert. Und jetzt endlich tut sich etwas. Ende 2011 wurden durch eine Änderung im Schulgesetz die Weichen für den islamischen Religionsunterricht gestellt. Ab dem kommenden Schuljahr soll das Fach an Schulen in NRW eingeführt werden. Aus Mangel an Lehrpersonal wird das Fach erst an 130 Schulen eingeführt, weitere Schulen sollen nach und nach folgen. Dazu bestimmt ein eigens für den Unterricht installierter muslimischer Beirat zukünftig über Lehrplaninhalte und Lehrpersonal. Und genau da liegt das Problem, denn die muslimischen Organisationen, die im Beirat sitzen, sind z.T. gar keine deutschen Organisationen. Die DITIB z.B., die die Mehrheit der türkischen Muslime vertritt, untersteht direkt dem türkischen Religionsministerium und dürfte daher gar nicht über Lehrinhalte an deutschen Schulen entscheiden. Cosmo TV fragt sich: Ist der geplante Islamische Religionsunterricht tatsächlich der seit Jahrzehnten erwartete Durchbruch? Werden die Inhalte des islamischen Religionsunterrichts den Normen deutscher Schulbildung genüge tun?

Ein Kölner sagt Danke
KÖLN. Der gebürtige Iraner Bijan Kushan möchte seiner Stadt Köln etwas zurückgeben – dafür, dass er hier so viele glückliche Jahre hatte. Er investiert in einen Gebäudekomplex im Westen der Stadt, der ein Treffpunkt für Leute mit Kindern werden soll. Denn so etwas gebe es bisher nicht, obwohl Kinder laut Bijan Kushan die Zukunft seien. Eigentlich war er nur auf der Durchreise, als er 1959 kam. Er wollte zum Studium in die USA. Aber dann gefiel es ihm im Rheinland so gut, dass er blieb. Bijan Kushan machte Karriere als Wissenschaftler und Unternehmensberater im Umweltbereich. Nun ist er pensioniert und trägt seit Jahren die Vision eines Kultur- und Jugendzentrums mit sich herum. Aber die Stadt stellt sich quer. Droht Bijan Kushans Vision zu scheitern?

Hintergrundinformationen:
Die Integration ist ein Jahrhundertthema. Sie ist in die Mitte der Gesellschaft gerückt und in den Fokus der Innen- und Gesellschaftspolitik in Deutschland. Integration geht jeden etwas an, ob im Beruf, in der Schule oder unter Nachbarn. Deshalb ist „Cosmo TV“ ein Magazin für alle, Zugewanderte und Deutsche. Jede Woche nimmt das Magazin dieses Zusammenleben unter die Lupe – im Guten und im Schlechten, ohne politisch korrekten Zuckerguss, kritisch und aktuell. „Cosmo TV“ ist nah dran am Leben und Lebensgefühl. Natürlich macht die Sendung auch keinen Bogen um Streitthemen wie „Rütli-Schule“, „Mohammed-Karikaturen“ oder „Ehrenmorde“. Das Besondere an „Cosmo TV“: Hier gibt es keine fertigen Meinungen, alle Seiten kommen zu Wort. „Cosmo TV“ ist vor allen Dingen neugierig und geht den Dingen auf den Grund. 09:00-09:30 • WDR

Gesichter Europas
Mit dem Zug durch die Zeit – Die russische Eisenbahn und die Modernisierung des Landes – Von Gesine Dornblüth

Mit 85000 Kilometern hat Russland das zweitgrößte Schienennetz der Welt. Fahrten mit dem Zug dauern oft mehrere Tage. Hausschuhe und Trainingsanzug gehören ebenso ins Reisegepäck wie Bücher und Wodka. Dazu gibt es Tee aus dem Samowar. Die Schiene ist die Lebensader des Riesenreiches.

Lenin kam mit dem Zug aus der Schweiz – und mit ihm die Revolution nach Russland. Unter Stalin hatte der Bau der Eisenbahn höchste politische Priorität. Die Strecken ins unwirtliche Sibirien bauten Gulag-Häftlinge. Viele kamen dabei ums Leben. Heute muss die russische Eisenbahn dringend modernisiert werden – und dieses Projekt ist so ambitioniert, dass es bereits zur Messlatte für die Modernisierungsfähigkeit Russlands erklärt wurde. Erste Schritte sind bereits getan. Der Hochgeschwindigkeitszug „Wanderfalke“ braust mit 250 km/h von Moskau nach St. Petersburg. Hausschuhe lohnen auf dieser Strecke nicht mehr. 11:05-12:00 • Deutschlandfunk

Der ultimative Religions-Check
„Treffen sich ein Rabbi, ein Iman und eine Nonne …“ so könnte ein guter Witz beginnen. Tatsache ist, dass die drei an diesem Nachmittag im „Horizonte“-Studio zu einem hintersinnigen Wettstreit aufeinandertreffen.

Es geht um die Alltagstauglichkeit der Religionen. Eigentlich haben das Judentum, das Christentum und der Islam, die sich alle drei auf den gemeinsamen Stammvater Abraham beziehen, das gleiche Ziel: das Leben auf dieser Welt zu regeln, ihm einen Sinn zu geben und die Seele ins Jenseits zu retten. Dabei sind sie auch noch ganz schön in die Jahre gekommen. Selbst die Jüngste unter ihnen, der Islam, ist schon knapp 1.400 Jahre alt.

Wie aktuell und alltagstauglich sind die drei monotheistischen Religionen heute noch? „Horizonte“ will es wissen und hat einen Rabbiner, eine katholische Nonne und einen muslimischen Imam ins Studio geladen. Auf spielerische und unorthodoxe Weise sind sie gefordert, Antworten auf die Fragen zu geben, die Menschen heute beschäftigen. Es geht um Essensvorschriften, um Alkohol und Sex, um Gottesbilder, Paradiesvorstellungen und um die Frage, wie gleich und zugleich unterschiedlich die drei Religionen sind.

Rede und Antwort stehen im Studio der jüdische Rabbiner Andrew Steiman, die katholische Nonne Jordana Schmidt und der islamische Imam Mustafa Cimsit. Zusätzlich hat Meinhard Schmidt-Degenhard ein „Expertenteam“ an seiner Seite, das kritisch nachfragt und kommentiert: die Kabarettisten Sinasi Dikmen und Robert Treutel (alias Bodo Bach) sowie die „Hessenschau“-Moderatorin Constanze Angermann. 16:15-17:00 • HR

Hitler vor Gericht
Basierend auf Tagebucheinträgen, Polizeiberichten und den Protokollen der 24 Prozesstage erzählt der Regisseur Bernd Fischerauer in szenisch-dramatisierter Form die authentische Geschichte eines historisch folgenreichen Rechtsbruches.

Am 1. April 1924, wird der vorbestrafte, nationalsozialistische Propagandist Adolf Hitler wegen Hochverrats zu fünf Jahren „Festungshaft“ (Ehrenhaft) verurteilt. Kein Wort über die vier Polizisten, die während seines Putschversuches am 9. November 1923 in München erschossen wurden, oder über die 16 getöteten Putschisten. Kein Wort darüber, dass der 1922 bereits einmal wegen Landfriedensbruchs verurteilte Hitler keine Bewährungsfrist mehr hätte bekommen dürfen, als Ausländer sogar hätte abgeschoben werden müssen. Bei Würdigung aller Umstände kommt man nicht umhin, das Urteil auch aus damaliger Sicht als klare Rechtsbeugung zu werten, die vor dem Hintergrund des weiteren Verlaufs der Geschichte eine dramatische Tragweite bekam. Die Richter stellten dem Angeklagten baldige Entlassung in Aussicht, schließlich seien die Angeklagten, „bei ihrem Tun von rein vaterländischem Geiste und dem edelsten selbstlosen Willen geleitet“ gewesen. Ein Grund für das skandalöse Urteil ist bereits die bewusste Einsetzung des rechtskonservativen Richters Georg Neithardt (George Meyer-Goll), der Hitler schon 1922 zunächst wegen Landfriedensbruchs und Körperverletzung verurteilt und ihm dann zwei von drei Monaten Haft „erlassen“ hatte. Er sympathisierte offen mit den Putschisten und schritt nicht ein, als der Hochverräter Adolf Hitler den Gerichtssaal zum öffentlichen Forum für mehrstündige Propagandareden gegen die „Novemberverbrecher“ in Berlin, die parlamentarische Demokratie und die Weimarer Verfassung machte. „Ich habe natürlich das Bestreben und erkenne an, dass es im Interesse der Angeklagten liegt, möglichst vor breiter Öffentlichkeit zu verhandeln. Das Gericht wird dem selbstverständlich, soweit es möglich ist, Rechnung tragen“, so Neithardt zu Beginn der Hauptverhandlung. Die Einsetzung Neithardts geschieht jedoch nicht zum Schutz Hitlers, sondern um die Mitwirkung der hohen Staatsbeamten Gustav von Kahr (Alexander Held), Otto von Lossow (Johannes Silberschneider) und Hans von Seißer (Franjo Marincic) am Putsch zu verschleiern. Ein falsches Spiel, in dem Hitler selbst jedoch mehr Bauer als König ist. Lediglich der untersuchungsführende Staatsanwalt Hans Ehard (Heinrich Schmieder) versucht, dem Recht Geltung zu verleihen – vergeblich. Auch die von dem Prozessbeobachter und späteren Bayerischen Ministerpräsidenten Wilhelm Hoegner (Andreas Nickl) gesammelten Prozessprotokolle, seine Bemühungen, diesen Prozess wieder aufzurollen, und ein Untersuchungsausschuss des Bayerischen Landtags bleiben in den folgenden Jahren ohne Wirkung. Die Haftzeit in Landsberg am Lech verlebt Adolf Hitler mehr als Pensionsgast denn als Strafgefangener. Unzensiert darf er Post empfangen und verschicken, ungehindert zahlreiche Besucher empfangen. Die Zeit nutzt er, um seinem Sekretär Rudolf Heß das erste Kapitel von „Mein Kampf“ zu diktieren. Hitler verlässt Landsberg schließlich 3 Jahre, 333 Tage, 21 Stunden und 50 Minuten vor Ablauf der Strafe – mit einer weit größeren Anhängerschar als je zuvor. Den Putsch 1923 hatte er verloren, den Prozess 1924 gewonnen.

Das für BR-alpha produzierte Dokumentarspiel beginnt beim versuchten Staatsstreich am Abend des 8. November 1923 im Münchner Bürgerbräukeller und endet mit Adolf Hitlers Freilassung im Dezember 1924. Erstmals wird ausschließlich anhand der Originaltexte dieses Ereignis deutscher Geschichte von Schauspielern (u.a. Johannes Zirner als Adolf Hitler, Peter Fricke als General Erich Ludendorff, Alexander Held als Gustav Ritter von Kahr) dargestellt, das aus Mangel an zeitgenössischem Film- und Fotomaterial bislang filmisch nur wenig beachtet wurde. 20:15-21:15 • BR-alpha

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