MiGAZIN

Fachmagazin für Migration und Integration in Deutschland

Demnach waren die Arbeitgeber bestrebt, diejenigen ausländischen Arbeitnehmer zu halten, die sich in mehrjähriger Beschäftigung bewährt hatten, zumal bei ihnen die Anpassungs- und hier vor allem die Sprachschwierigkeiten … überwunden waren.

Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, 1968

Jubiläum

Die millionste Teilnahmeberechtigung für einen Integrationskurs ausgestellt

Die Integrationskurse für Zuwanderer erfahren großen Zuspruch und haben eine Rekordmarke erreicht: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Nürnberg hat dem millionsten Interessenten eine Teilnahmeberechtigung ausgestellt.

Derzeit besuchen Menschen aus insgesamt mehr als 100 verschiedenen Ländern die Kurse – ein Großteil von ihnen stammt aus der Türkei, Russland und Polen. In den Integrationskursen können Neuzuwanderer oder schon länger in Deutschland lebende Menschen mit ausländischen Wurzeln die deutsche Sprache erlernen und Grundkenntnisse zur Geschichte, Kultur und Rechtsordnung in Deutschland erwerben.

Für den integrationspolitischen Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Serkan Tören ist die Zahl „ein eindrucksvoller Beleg für den Ehrgeiz und die Motivation zahlreicher Zuwanderer“. Der Erfolg der Kurse zeige zudem, dass sich die gemeinsame Anstrengung der christlich-liberalen Koalition gelohnt habe. „So wurden etwa die Mittel für die Integrationskurse auf aktuell 224 Millionen Euro erhöht und an der qualitativen Verbesserung und Passgenauigkeit der Kurse gearbeitet. Dass ein Staat jährlich über 200 Millionen Euro in Sprachunterricht für Zuwanderer investiert, ist weltweit einmalig“, so der FDP-Politiker.

Viele freiwillige
Auch für Linkspolitikerin Sevim Dağdelen zeigt die Millionenmarke, „dass die Integrationsbereitschaft auf Seiten der Migranten sehr hoch ist“. Von der Notwendigkeit, Deutsch zu lernen, müssten die allermeisten Migranten nicht überzeugt werden. Daher sei es heuchlerisch, „im Zusammenhang mit den Integrationskursen über angebliche ‚Integrationsverweigerung‘ zu reden, wie die Bundesregierung es tue“. Und dass „die Bundesregierung den Spracherwerb regelmäßig als Druckmittel nutzt und die Lehrkräfte in Integrationskursen zu Hungerlöhnen arbeiten müssen, offenbart hingegen die integrationsfeindliche Grundhaltung der schwarz-gelben Koalition“, so Dağdelen weiter. Notwendig sei ein grundlegend anders gestaltetes Integrationskurssystem, das „ohne Zwangsmaßnahmen und Drohungen auskomme“, fordert die Linkspolitikerin.

Dass das möglich wäre, offenbart die Zahl der freiwilligen Kursteilnehmer. „Zuwanderer zeigen eine hohe Eigenleistung im Kurs und nutzen diesen als Chance, voranzukommen. Dies zeigt sich auch durch den mit rund zwei Dritteln hohen Anteil freiwilliger Teilnehmer“, sagte BAMF-Präsident Manfred Schmidt.

Integrationskurs steigert Chancen
Einer aktuellen Studie der Forschungsgruppe im Bundesamt zufolge verbessert der Besuch eines Integrationskurses die Jobchancen von Menschen mit Migrationshintergrund deutlich und trägt zu einer schnelleren gesellschaftlichen Integration bei. Der Anteil der Vollzeiterwerbstätigen stieg bei den Teilnehmern von zehn auf 34 Prozent. Eine weitere Verbesserung der Sprachkenntnisse konnten vor allem die Personen erreichen, die nach Abschluss des Kurses weiterführende Angebote wahrgenommen haben – so beispielsweise berufsbezogene Sprachkurse aus dem so genannten ESF-BAMF-Programm.

Die Integrationskurse werden von mehr als 1.300 Trägern im gesamten Bundesgebiet angeboten: darunter vor allem Volkshochschulen, Sprach- und Fachschulen, Bildungsstätten oder kirchliche Trägergruppen. Neben allgemeinen Integrationskursen werden beispielsweise auch Alphabetisierungskurse, Eltern- und Frauenkurse, Intensivkurse oder Jugendintegrationskurse gefördert. Die Sprachkurse umfassen in der Regel zwischen 600 und 900 Stunden. Der anschließende Orientierungskurs dauert 45 Stunden und geht insbesondere auf Rechtsordnung, Geschichte und Kultur Deutschlands ein. (sb)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:

10 Kommentare
Diskutieren Sie mit!»

  1. 260 Lehrkräfte, die in den Integrationskursen arbeiten, haben Herrn Serkan Tören und die gesamte FDP im Bundestag drei Mal angeschrieben, um auf die miesen Arbeitsbedingungen in den Kursen hinzuweisen. Die FDP hat nicht einmal geantwortet.
    Linke, SPD und Grüne haben das Problem erkannt, CDU/CSU und FDP sehen kein Problem. Viele Lehrkräfte arbeiten Vollzeit für einen Hungerlohn, mit dem sie nach Abzug ihrer Sozialbeiträge unter das Hartz IV-Niveau rutschen. Sie können nicht für das Alter vorsorgen und ihnen droht später die Altersarmut.
    All das weiß Schwarz-Gelb, aber es stört bei der CDU/CSU weder die Herren Uhl, Bosbach oder Frieser, und die FDP ist sich zu fein, überhaupt mit den Lehrkräften zu kommunizieren.
    So schafft diese Bundesregierung Armut und später Altersarmut. Aus Sicht der Lehrkräfte, die in Integrationskursen arbeiten können wir nur davor warnen, in diesen Bildungsbereich zu gehen, denn Integrationskurse sind für die Lehrkräfte eine Armutsfalle.
    Herr Tören sollte sich schämen, immer solche schönfärberischen Märchen über die „Erfolgsgeschichte“ der Integrationskurse zu erzählen, er ist selbst dafür mitverantwortlich, dass die Bezahlung in den Kursen so mies ist.

  2. Marion Bergmann sagt:

    Offenbar funktioniert es doch wunderbar, dass man intelligente Leute für dumm verkaufen kann. Ich nenne das professionelle Ignoranz. Ich habe den MIGAZIN-Beitrag getwittert und freue mich, wenn auch hier kommentiert wird!

  3. Stephan Pabel sagt:

    Wer sorgt denn dafür, dass die Integrationspolitik der Bundesregierung eine Erfolgsgeschichte ist?
    Etwa das BAMF? Nein, denn was das BAMF dafür an Geld zur Verfügung stellt, erlaubt den VHSen und Sprachschulträgern nicht, die Lehrkräfte so zu bezahlen, dass sie davon leben können. Die hochqualifizierten oft scheinselbstständigen Lehrkräfte müssen mit Dumpinghonoraren auskommen und mit Hartz IV aufstocken und können daher auch ihrer Rentenversicherungspflicht nicht nachkommen. Ungeachtet dieser mangelhaften Finanzierung von Integrationskursen verweist die schwarz/gelbe Regierungskoalition bezüglich der Dumpinglöhne scheinheilig auf die Vertragsfreiheit von Lehrkraft und Schulträger, wohl wissend, dass die Schulträger an Integrationskursteilnehmern nichts verdienen können, sondern eher draufzahlen. Es wird höchste Zeit, dass Schulträger und Lehrkräfte daraus ihre Konsequenzen ziehen und den Auftrag, integrationswillige Migranten zu unterrichten an das BAMF zurückgeben. Für nicht aushandelbare Dumpinghonorare qualitativ hohe Ansprüche zu stellen, wie das BAMF es tut, halte ich für sittenwidrig.

  4. Susu Horak sagt:

    Die Arbeitsbedingungen sind in den berufsbezogenen Sprachkursen (ESF-BAMF-Programm) genauso mies wie in den Integrationskursen.
    Außerdem scheinen sie immer mehr dazu missbraucht zu werden, so mein subjektiver Eindruck, Ausländer für eine bestimmte Zeit aus der Arbeitslosenstatistik herauszurechnen.

  5. Eva Reichow sagt:

    Ich bin eine von den 260 Lehrkräften, die zum Netzwerk dazugehören. Renteneinzahlungen kann ich schon lange nicht mehr machen. Die Krankenkasse und die Steuervorauszahlungen zehren einen Großteil meines Einkommens auf. Denn auch, wenn ich tatsächlich 18,–€ / Unterrichtseinheit bekomme, bekomme ich die doch brutto, und das reicht gerade für mich als Einzelperson zu einem Leben am oberen Rand des untersten Viertels der deutschen Einkommen. Aber wehe, ich werde krank, dann haut es das ganze monatlich sorgfältig ausgetüftelte Programm durcheinander. Schulden sind da schnell gemacht, und die wieder auszugleichen, ist eine schier unlösbare Aufgabe. Unter dem ständigen Druck, nur einen winzigen Schritt von Hartz IV entfernt zu sein, arbeitet es sich natürlich „besonders effizient“ 😉 Meine Schüler können das nicht glauben, wir sind doch hier in Deutschland und nicht in Kirgisistan!!?? Apropos meine Schüler. Unter meinen Schülern sind viele Russen, die einen B1 Abschluss haben und dabei katastrophal Deutsch sprechen und schreiben. Wie kommen die denn durch die Prüfungen? Und was bedeutet das für ihre Arbeitseinsatzfähigkeit? Ich habe viele hochqualifizierte Schüler bis zum Professor für Schifffahrtstechnik mit internationalen Titeln, der 9 Bücher geschrieben und ca. 100 Artikel veröffentlicht hat. Und sowas machen wir Lehrkräfte natürlich so nebenbei!!, während längst neue Kurse laufen, versuchen wir noch Jahre nach einem Kurs, den Teilnehmern zu einem Job zu verhelfen und korrespondieren mit Gott und der Welt. Wir kümmern uns und betreuen unsere ehemaligen Schüler weit über das Kursende hinaus, wofür uns niemand bezahlt. Über diese Arbeit wird nie ein Wort verloren. Hier wird intensivste Integrationsarbeit geleistet, wovon unsere lieben, sich selbst beweihräuchernden Politiker (Ausnahmen!! gibt es natürlich auch hier) nichts mitbekommen und sich wohl auch nicht dafür interessieren. Wir tun alles, was verbeamtete Lehrer auch tun, wir wollen genausoviel verdienen wie die. Ich will nicht scheinselbständig sein (und um das nicht zu sein, arbeite ich noch regelmäßig in anderen Jobs), ich will vor allem eine Rentenzahlung leisten können, denn meine Altersarmut ist mit bisher 621€ Anwartschaft – und ich bin schon 60 – vorprogrammiert. Also, ihr gut versorgten Zukunftsverwalter, bewegt euch einmal dahin, dass auch andere Menschen zu ihrem finanziellen Recht kommen….

  6. Gabriele sagt:

    Da kann ich mich nur anschließen. Rentenzahlungen sind Utopie, die Beiträge zur KV und die Stuerzahlungen übersteigen insgesamt mein Budget. Neulich war ich krank. DAs bedeutet für mich 200 Euro weniger, einfach so. Ich werde dafür bestraft, dass ich im Bett liegen musste. Unsozialer geht es wirklich nicht mehr in unserem Sozialstaat. Dass wir ‚Scheinselbstständige sind, will niemand hören, schon gleich gar nicht die Leitung der verschiedenen Bildungseinrichtungen.
    Wir sitzen auf dem Pulverfass. Wenn sich junge, noch sehr hoch motivierte Menschen als KL bewerben, können die alten zum Abschuss freigegeben werden, und die, die sich beschweren sowieso!

  7. Sibylle Kiessling sagt:

    Ich möchte mich den „Vorrednern“ inhaltlich anschließen. Meine Arbeit als Dozentin für DaZ wird real durch das Einkommen meines Ehemannnes finanziert. Ohne ihn könnte ich damit nicht überleben. Ich finde diese Lösung mittelalterlich. Ich habe mich (und mache das auch immer noch) nach meinen zwei Hochschulabschlüssen unentwegt weitergebildet, habe Bafög-Schulden angehäuft um letztlich einen Beruf zu finden, den ich liebe und schätze, der mir aber keine Alternative zu dieser mir ( oder uns ) aufgezwungenen Beschäftigungsform bietet. Interessanterweise erwartet man inzwischen von uns, dass wir mittels Kompetenzfeststellungsverfahren Migranten helfen sollen, Fuß in einer Arbeitswelt zu fassen, in der wir selbst trotz ausgezeichneter Sprachkenntnisse und anerkannter Hochschulabschlüsse kein Bein auf den Boden bekommen. Ganz zu schweigen davon, dass die Beschäftigung hochqualifierter Fachkräfte zu Dumpinglöhnen den deutschen Staat und die Kranken-und Rentenversicherungen zu beträchtlichen Verlusten verhelfen dürfte. Nicht nur für den Staat war meine Ausbildung kostenintensiv, ich habe jedoch keine Chance, den erhaltenen Bafög-Kredit jemals zurück zu zahlen. Darüber hinaus reicht mein Einkommen nicht , um in die Rentenkasse nennenswerte Beträge einzuzahlen. Außerdem bleibt bei dieser unwürdigen Form der Beschäftigung die Integration auf der Strecke. Nicht nur deswegen, weil auch wir als Lehrkräfte nicht wirklich in die Arbeitswelt integriert sind, sondern weil uns durch die ewige Jagd nach neuen Aufträgen die Gelegenheit fehlt, Kontakte zu Vereinen, Firmen und Initiativen zu knüpfen, die der Inegration unserer Teilnehmer dienlich wären. Im Grunde könnten die VHSsen ideale Vermittlungspartner zwischen den Akteuren sein, sind aber defacto dazu nicht in der Lage, weil die wenigen festangestellten Mitarbeiter sowieso schon weit über ihrem bezahlten Stundensatz in der Verwaltung der Kurse tätig sind und dafür keine Ressourcen übrig haben und uns die Möglichkeiten dazu fehlen, weil der tägliche Überlebenskampf alles andere in den Hintergrund drängt.
    Und wie man so hört, betrifft diese Misere nicht nur uns Inegrationskursleiter, sondern fast die gesamte Erwachsenenbildung bis hin zu den Lehrbeauftragten der Hochschulen und Universitäten, die ja zu ähnlichen Bedingungen tätig sind. Langsam müsste es sich doch eigentlich herumsprechen, dass sich das Sparen an der Bildung nicht auszahlt. Oder denkt man in den oberen Etagen: Wozu Bildung – sollen die Leute doch Fernsehen schauen!? Meiner Erfahrung nach spart sich Deutschland im direkten Sinn des Wortes dumm und dämlich.

  8. Roswitha Haala sagt:

    „Ich mache mir die Welt wie sie mir gefällt!“

    Gilt für Pippi Langstrumpf und ist ein empfehlenswertes Freizeitmotto. VolksvertreterInnen/PolitikerInnen vertreten das Volk, sollten ebenfalls zwischen Freizeit und beruflicher, vom Volke übertragener Verantwortung unterscheiden.
    Von „Freiwilligkeit der Integrationskursteilnehmenden“ kann keine Rede sein. Hier greifen die Paragraphen des Aufenthaltsgesetzes, der Integrationskursverordnung (IntV), der SGB II-Sanktionen, des Einbürgerungsgesetzes.
    Jahrzehntelang wurde Deutschland als Einwanderungsland von den politisch Verantwortlichen verleugnet. Die Voraussetzungen dafür nicht geschaffen, das Thema aussitzenderweise ignoriert.

    Seit Januar 2005 gibt es nun die bundesweiten Integrationskurse aufkosten der rund 16.000 Lehrkräfte (Bundesamt/BAMF-Angabe Anfang 2011). 1 Milliarde Euro in 6 Jahren ist eine Menge Geld! Dieser Betrag soll die maßlose Unterfinanzierung der Integrationskurse verschleiern: Tarnen, täuschen, tricksen?
    Bis 2010 wurden jährlich ca. 174 Millionen Euro bereitgestellt. Dann auf 218 Millionen Euro erhöht. Da auch diese Mittel nicht ausreichten, ergriff das BAMF weitreichende Steuerungsmaßnahmen für sein Staatsmonopol Integrationskurs durch Kürzungen der Zulassungen der lernwilligen MigrantInnen: „Enemenemuh und raus bist du. Raus bist du so lange nicht, bis das Gesetz dich trifft!“
    Mit Beginn der Integrationskurse 2005 wurde das Mindesthonorar des Sprachenverbandes von 23 € um 35 % auf 15 € per IntV gesenkt und im Sturz nach unten nicht aufgehalten. Die Zeit für die einzelnen Sprachniveaustufen von A1 bis B1 um ein Drittel gekürzt. Pädagogischer Wahnsinn eingeführt und stetig verfestigt. Nicht zuletzt mit BAMF-Trägerrundschreiben vom 27.07.2011: „Tägliche Doppelsignatur der Teilnehmenden“ mit Stunde und Minute zusätzlich zur normalen Anwesenheitsliste. Kurs der Freiwilligen… Immer wieder sollen die Qualitätsanforderungen erhöht werden. Gerne. Doch bitte nach rechtsstaatlichen und pädagogischen Prinzipien!
    Ab 2012 soll das Mindesthonorar für Lehrkräfte per BAMF auf 18 € angehoben werden. Zur Erinnerung 2004 betrug es 23 €.
    18 € Honorar sind nicht 18 € brutto. Mit 18 € Bruttolohn, einschließlich bezahlter Bürotätigkeit (= Vor- und Nachbereitungszeit, mindestens 50 % laut Ramboll-Kurzgutachten Dez. 2009), bezahltem Büroraum/Arbeitszimmer, bezahlter Lehrmaterialien wären viele von uns schon äußerst zufrieden. Auch wenn dies immer noch nicht der vom BAMF geforderten Qualifikation samt vorheriger Berufserfahrung entspricht. Bei mindestens 37,5 Wochenstunden
    (= 25 Unterrichtstunden/Woche) ergeben 18 € brutto monatlich einem Bruttolohn von ca. 2700 €. Wie normal üblich: zusätzlich bezahlte Feiertage + 24 Tage gesetzlicher Mindesturlaubsanspruch pro Jahr sowie Lohnfortzahlung und Krankengeld im Krankheitsfall. Im öffentlichen Dienst regelmäßige Gehaltserhöhungen plus weitere Sonderzahlungen. Endlich wäre die Hartz IV-Aufstockerei als monatlich „gläserne Konto-Person“ trotz hochqualifizierter Arbeit (Ex-Innenminister W. Schäuble, 2007), die drohende Altersarmut vom Tisch.

    Zu diesen 2700 € Bruttolohn entrichten die ArbeitgeberInnen ihren Sozialversicherungsanteil von ca. 18 % = + 486 €. Demnach monatliche Lohnkosten für ArbeitgeberInnen von insgesamt 3186 €. Da beim Honorar alle arbeitsrechtlichen Ansprüche entfallen, Bürotätigkeiten (VZ/NZ) und Genanntes unbezahlt bleiben, werden aus 25 UE/Wo. bestenfalls 1800 € Honorar. Die Lehrkräfte müssen davon außer dem Genannten, 100 % ihrer Sozialversicherungsbeiträge aufbringen, was sie meist nicht können. Im Auftrag der Bundesregierung: Ab in die Illegalität! Verhindert große, öffentliche Proteste, erst recht bundesweite Streiks! Bis euch die Deutsche Rentenversicherung Bund mit Hilfe der BAMF-Lehrkräftelisten spätestens 2015 erwischt und zur Zahlung auffordert!

    Im Vergleich zu normalen ArbeitgeberInnen spart die jeweilige Bundesregierung folglich pro Lehrkraft (Beispiel 25 UE/Wo.) monatlich ca. 1386 € + Feiertage + Urlaubsanspruch + Krankheitsfall. Toll! Die wahre Erfolgsgeschichte der Integrationskurse!

    Warum scheinselbstständige Lehrkräfte (immenses Einsparvolumen!)? Weder als verbeamtete Lehrerin an einem hess. Gymnasium noch als angestellte Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache vor den Integrationskursen, in der überbetrieblichen Ausbildung, in Berufsvorbereitungslehrgängen, in Hauptschulabschlusskursen war ich jeh derart streng weisungsgebunden wie in den staatlichen Integrationskursen. Ort, Zeit (Vorgabe Träger/BAMF), Lerninhalte, RC, Lehrbücher etc. (Vorgabe BAMF) werden bestimmt und sind typische Merkmale der Scheinselbstständigkeit.

    Allen anderen ArbeitgeberInnen drohen bei beschäftigten Scheinselbstständigen (Straftatbestand: Sozialversicherungsbetrug) außer der Nachzahlung von 100 % der Sozialversicherungsbeiträge, Strafzahlungen und Haftstrafen bis zu 5 Jahren. Nicht so den politisch Verantwortlichen der auf Scheinselbstständigkeit beruhenden, „weltweit einmaligen“ Erfolgsgeschichte Integrationskurs. Aushebelung von Rechtsstaatsprinzipien und Machtmissbrauch?

    Wie kann es sein, dass ich seit fast 6 Jahren gegen unsere Scheinselbstständigkeit klage und noch nicht der 1. Gerichtstermin stattfand?
    Eine verwandte Seele von Till Eulenspiegel, die/der dahinter Verzögerungstaktik bzw. Einflussnahme von höchster Ebene, gar versuchte Vertuschung politischen Sprengstoffs vermutet… Bananen wurden bereits vor 2005 importiert, lasst uns mit Courage solch eine Stauden-Republik verhindern!

  9. Roswitha Haala sagt:

    Durch die Nachrichten kam gestern, dass die Bundesregierung z.B. der Commerzbank ein zinsloses Darlehen von 18 Milliarden € gewährte (nach der Finanzkrise?).
    Allein 1 % Zinsen wären nicht viel, wenn wir an unsere Überziehungszinsen denken…

    Aber 1 % Zinsen von 18 Milliarden € ergeben 180 Millionen € !!!
    Zur Erinnerung und zum Vergleich: Bis 2010 stattete die Bundesregierung die Integrationskurse jährlich mit ca. 174 Millionen € aus.
    Wir wiederum werden seit 2005 immer wieder auf die „angespannte Haushaltslage“, die keine angemessene Bezahlung der Lehrkräfte zulässt, hingewiesen. 1 % Zinsen von der Beispielbank wären`s schon gewesen!

    Hallo???!!!

  10. Roswitha Haala sagt:

    „. „So wurden etwa die Mittel für die Integrationskurse auf aktuell 224 Millionen Euro erhöht und an der qualitativen Verbesserung und Passgenauigkeit der Kurse gearbeitet. Dass ein Staat jährlich über 200 Millionen Euro in Sprachunterricht für Zuwanderer investiert, ist weltweit einmalig“, so der FDP-Politiker.“

    „Weltweit einmalig“ ist wahrscheinlich nicht, dass der ehemalige Ministerpräsident Baden-Württembergs Herr Mappus in nur einer Nacht seines Amtes 840 Millionen Euro versenken konnte!

    Es kommt immer auf die Relationen an, gell.



Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...